{"id":472111,"date":"2025-10-04T08:35:11","date_gmt":"2025-10-04T08:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/472111\/"},"modified":"2025-10-04T08:35:11","modified_gmt":"2025-10-04T08:35:11","slug":"helge-lindh-spd-wuppertal-braucht-architektur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/472111\/","title":{"rendered":"Helge Lindh (SPD): \u201eWuppertal braucht Architektur\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDieses Statement ist keine Anklage und kein Vorwurf. Dieser Text ist kein Pl\u00e4doyer gegen die BUW, dieser Text ist kein Pl\u00e4doyer gegen das erzwungene Nachdenken der Universit\u00e4tsspitze \u00fcber Strategien und Formen der Umsetzung von K\u00fcrzungsvorgaben. Dieses Statement ist ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr das Studienangebot Architektur in Wuppertal, ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr den Erhalt und die Weiterentwicklung einer gewachsenen Struktur und vor allem auch f\u00fcr die Menschen, die dort lernen, lehren und arbeiten. Dieser Appell ist vor allem ein Appell f\u00fcr Wuppertal, denn die Fakult\u00e4t Architektur und Bauingenieurwesen braucht die Stadt Wuppertal, vor allem und noch mehr braucht aber Wuppertal Architektur.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unzweifelhaft ist es, dass Streichungen und K\u00fcrzungen in Landeshaushalten ausgerechnet in Bereichen wie Bildung, Forschung und Wissenschaft angesichts unser aller Beschw\u00f6rung der Wichtigkeit von Wissenschaft und Bildung f\u00fcr die dramatischen Herausforderungen der Zeit keinen Sinn machen. Unredlich w\u00e4re es daher, der BUW vorzuhalten, dass sie sich mit Sachzw\u00e4ngen und Einsparvolumina konfrontiert sieht; das liegt nicht in ihrer Verantwortung.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Umgekehrt ist auch den Bef\u00fcrwortern eines Studien- und Lehrangebots Architektur in Wuppertal nicht vorzuhalten, sie wollten dann K\u00fcrzungen an anderer Stelle und zu Lasten anderer. Es ist ihr gutes Recht, mit sehr guten Gr\u00fcnden f\u00fcr den Erhalt der Fakult\u00e4t inklusive Architektur zu streiten. Als Bundestagsabgeordneter, Wuppertaler B\u00fcrger und Zeuge des Wirkens dieses Fachbereichs \u00fcber viele Jahre z\u00e4hle ich zu den entschiedenen Bef\u00fcrwortern.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die letzten Monate und Jahre zeigen, dass Wuppertals Bev\u00f6lkerung eine Sehnsucht nach Sicherheit und Ordnung hat und zugleich Lust auf Zukunft. Ein Fachbereich Architektur, der zweifelsohne zu Reformen und Anpassungen bereit ist, passt zu dieser Wuppertaler Zukunftslust wie die Faust aufs Auge. Statt auf Bedenken und Hindernisse sollten wir uns in der Stadt mehr auf M\u00f6glichkeiten und St\u00e4rken konzentrieren.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die ,Bauwende\u2018 und der ,Bauturbo\u2018 beweisen, dass die Themen Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung eine der absoluten Mega-Aufgaben Deutschlands sind. Aufgrund j\u00fcngster Beschl\u00fcsse werden viele Milliarden Euro genau in diesen Bereich flie\u00dfen und m\u00fcssen viel schneller und bedachter als bisher in Bauma\u00dfnahmen umgesetzt werden. Ein riesiger Bedarf an bezahlbarem, qualitativem, altersgerechtem Wohnraum trifft auf die Dringlichkeit der st\u00e4dtebaulichen Neuerfindung der Innenst\u00e4dte und auf gewaltige Herausforderungen klimaschutzkonformer R\u00e4ume.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Alle sp\u00fcren, auch in unserer Stadt, dass wir angesichts von Vereinzelung, der Kollateralsch\u00e4den von Social Media und privater wie politischer Echokammern auch \u00f6ffentliche R\u00e4ume der Begegnung ben\u00f6tigen. Anwendungsnahe Architektur in Forschung und Lehre ist entscheidend, um passende Konzepte f\u00fcr sozialr\u00e4umlich gedachtes Wohnen, Leben, Arbeiten und Miteinander zu entwickeln. Das Bauingenieurwesen kann diese Aufgabe nicht zus\u00e4tzlich \u00fcbernehmen geschweige denn ersetzen. Bauwissenschaft und ,Sustainable Civil Engineering\u2018 sind eben nicht Architektur, auch nicht .Architektur light\u2018.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Aufschwung der BUW in den letzten Jahrzehnten h\u00e4ngt ganz eng mit der \u00d6ffnung hin zur Stadt und der Teilnahme am Wuppertaler Leben zusammen. Die Fachrichtung Architektur hat erheblich zur Sichtbarkeit und Erlebbarkeit der Universit\u00e4t in der Stadt beigetragen. Die Forschung und Lehre zur Architektur leisten seit Jahren einen sehr hohen Beitrag zur Strahlkraft der Uni in die Region und dar\u00fcber hinaus. Massen von Leuten waren und sind von dem Solar Decathlon und dem Living Lab NRW begeistert. Das ist die Handschrift der Studiengangs ,Architektur\u2018.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Intensive Beteiligung an wesentlichen Stadtentwicklungsprojekten, Konzepte f\u00fcr interreligi\u00f6se Friedh\u00f6fe, die Arbeit an der konkreten Verbindung von Architektur, \u00d6ffentlichkeit und Kunst im st\u00e4dtischen Raum oder auch der Einsatz f\u00fcr Leuchtturmprojekte wie das Pina-Bausch-Zentrum zeugen von der Hingabe der Studierenden und Lehrenden an Wuppertal. Wir w\u00fcnschen uns immer Wissenschaft, die sich nicht vor Gesellschaft scheut. Hier haben wir sie. Daf\u00fcr bin ich ausgesprochen dankbar. Sehen wir diese Lust auf Wuppertal und seine Gestaltung doch als eine Chance, aus der sich noch viel mehr machen l\u00e4sst. Das tut unserer Stadt gut.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Fachgebiet Architektur der BUW geh\u00f6rt zu den f\u00fchrenden Institutionen bundesweit in Sachen nachhaltiges Bauen, Klimafolgenanpassung und Stadttransformation. Die Fakult\u00e4t genie\u00dft ein hohes Renommee aufgrund der ausgepr\u00e4gten Kompetenzen. Die Besetzung der Professuren erfolgte gerade zum Zweck, dieses besonders zukunftstr\u00e4chtige Profil auszubilden.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit Circular Valley als Hot-Spot der Kreislaufwirtschaft, dem Know-how der Wuppertaler Fakult\u00e4t, dem Wuppertal Institut und dem CSCP bietet Wuppertal au\u00dferordentliche Chancen, dauerhaft ein internationaler und nationaler Anziehungspunkt f\u00fcr dieses Themenfeld zu sein und auch die Wirkkraft der BUW noch weiter zu steigern. Nutzen wir dieses Potenzial. Eine Erweiterung der Angebotspalette um die Landschaftsarchitektur kam in der Vergangenheit leider nicht zustande.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Studiengebiet Architektur verweist auf eine eindrucksvolle Geschichte hier vor Ort. Wie auch im Falle der KiHo pl\u00e4diere ich daf\u00fcr, dass wir diese Tradition nicht sterben lassen, sondern w\u00fcrdigen und als Geschenk begreifen. Der Weg von \u00fcber 140 Jahren architektonischer Ausbildung reicht von der Bauschule \u00fcber die Kunstgewerbeschule, Ingenieurschule, die FH Architektur bis zum heutigen Uni-Studiengang.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Qualit\u00e4t der Lehre findet Niederschlag in hohen Bewertungen in Rankings, Absolventen aus Wuppertal sind gefragt und f\u00fcr ihre Flexibilit\u00e4t und St\u00e4rke in der praktischen Arbeit mit umfassendem theoretischen Fundament gesch\u00e4tzt. Der Arbeitsmarkt schreit nach Architektinnen und Architekten. Sehr viele der Studierenden arbeiten w\u00e4hrend des Studiums in B\u00fcros und innerhalb der Verwaltungen des bergischen St\u00e4dtedreiecks. Sie bilden ein wertvolles Fachkr\u00e4ftereservoir f\u00fcr unsere Region.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die \u00dcberschreitung der Regelstudienzeit ist im Fall Wuppertal besonders durch den finanziellen und famili\u00e4ren Hintergrund der Studierenden und die Angewiesenheit auf Einkommen durch Arbeit bedingt. Die Bundespolitik und damit ich als Abgeordneter haben sich da an die eigene Nase zu fassen, weil das BAf\u00f6G-System trotz aller Reformen aktuell zu schlecht ist. Es ist ein unterst\u00fctzungsw\u00fcrdiges Alleinstellungsmerkmal der Wuppertaler Fakult\u00e4t, dass hier viele die ersten in der Familie sind, die ein Universit\u00e4tsstudium absolvieren. Studieng\u00e4nge insbesondere im Masterbereich wurden extra in Anbetracht geringer finanzieller Ressourcen flexibilisiert. Diese soziale Durchl\u00e4ssigkeit und die Vielfalt der Studierenden sind eine St\u00e4rke der bisherigen Fakult\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Drittmittelh\u00f6he, Studierendenzahl und Altersdurchschnitt des Kollegiums als im Raum stehenden Argumenten f\u00fcr ein Auslaufen des Studienfachs stehen die Strahlkraft, die Verankerung in Stadt und Region sowie enge Verbindungen zur lokalen Architektenszene gegen\u00fcber. Zudem beschr\u00e4nken die Bindung des Lehrkollegiums an die Praxis durch eigene Architekturb\u00fcros, der Fokus auf gute Lehre und die sehr schlanke Personalausstattung die Drittmittelakquise massiv. Die Studierendenzahl ist bei hohen Bewerberzahlen stabil, die Mehrzahl der Professuren endet pensionsbedingt erst 2030\/32, so dass ein sukzessives, lineares Auslaufen des Studienbereich durch Nichtbesetzung von Professuren so gar nicht realisierbar ist.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat einstimmig einen Antrag gegen Beendigung und f\u00fcr Erhalt des Architekturstudiums in Wuppertal verabschiedet, die Berufsverb\u00e4nde BDA und BDB auf Bundes- und Landesebene haben mir gegen\u00fcber ihr glasklares Votum f\u00fcr die Fortschreibung des Studienfachs signalisiert. Die Fachszene steht geschlossen und solidarisch an der Seite der Wuppertaler Fakult\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Insgesamt vernehme ich eine hohe Bereitschaft, konstruktiv, kreativ und mit Reformbereitschaft den Fachbereich weiterzuentwickeln und auch nicht bei einer reinen Bewahrung des Ist-Zustandes zu verharren. Der Ernst der Lage aufgrund des Einsparkorridors f\u00fcr die gesamte BUW ist allen bewusst, der Wille, sich sogar noch mehr als ohnehin schon bisher der Stadtgesellschaft gegen\u00fcber zu \u00f6ffnen und Architektur als Zukunftsmotor f\u00fcr Wuppertal erlebbar zu machen, ist gro\u00df.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Studien- und Lehrangebot ist ein Angebot an Wuppertal und ein Angebot Wuppertals an das Land, praxisnah und anwendungsorientiert nachhaltiges Wohnen und nachhaltige Stadtentwicklung voranzubringen. Mit all meinen Kr\u00e4ften und M\u00f6glichkeiten stehe ich bereit, einen Prozess zum Erhalt und weiteren Aufbau des universit\u00e4ren Architekturstudiums mit Unterst\u00fctzung, Vermittlung und Netzwerken zu begleiten.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wuppertal braucht Architektur, denn Architektur macht Wuppertal sch\u00f6ner.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eDieses Statement ist keine Anklage und kein Vorwurf. 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