{"id":473110,"date":"2025-10-04T17:56:25","date_gmt":"2025-10-04T17:56:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/473110\/"},"modified":"2025-10-04T17:56:25","modified_gmt":"2025-10-04T17:56:25","slug":"kleys-kolosse-kieler-outdoor-kunst-auf-island","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/473110\/","title":{"rendered":"Kleys Kolosse: Kieler Outdoor-Kunst auf Island"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/jokley-102.webp\" alt=\"Ein Mann mit M\u00fctze sitzt und arbeitet an einem gro\u00dfen grauen Felsen.\" title=\"Ein Mann mit M\u00fctze sitzt und arbeitet an einem gro\u00dfen grauen Felsen. | NDR.de\/Martina Gawaz\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 04.10.2025 09:55 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Er ist mittlerweile ein international anerkannter K\u00fcnstler: der Bildhauer Jo Kley. Seine Werke gehen von Norddeutschland aus in die Welt. Jetzt gibt es auf Island eine neue Skulptur. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Martina Gawaz<\/p>\n<p class=\"\">Am Fu\u00dfe des Gletschers Snaefellsjokull entsteht in einem einsamen Outdooratelier\u00a0 ein neues Kunstwerk. &#8222;Pfad der Freiheit&#8220; soll es hei\u00dfen, mit einer kleinen verwunschenen goldenen T\u00fcr an der Spitze. Drei Monate arbeitete der Kieler Bildhauer Jo Kley im Auftrag der isl\u00e4ndischen Gemeinde Hellissandur an dieser neuen \u00a0Skulptur aus vier schweren Basaltkl\u00f6tzen. Von Juni bis Anfang September dieses Jahres. Zw\u00f6lf Stunden lange Arbeitstage bei Wind und Wetter. Die steinernen Kolosse wurden mit Dynamit aus einem isl\u00e4ndischen Steinbruch in der N\u00e4he gesprengt.<\/p>\n<p>    Jo Kley arbeitet mit 60 Tonnen Vulkangestein<\/p>\n<p class=\"\">Er hopst den riesigen Stein hoch, dann wieder runter, schnappt sich in Windeseile die Flex und verschwindet dann wieder hinter einer riesigen Staubwolke. Hochkonzentriert klopft und schleift er das harte Gestein. F\u00fcr einen Basalt sei er komischerweise z\u00e4h wie ein Hartgummi, erz\u00e4hlt Jo Kley. Beim Mei\u00dfeln sp\u00fcre er, dass der Basalt federe, als ob er nachgeben w\u00fcrde. Eine erstaunliche Betrachtungsweise, wenn man bedenkt, dass er es mit 60 Tonnen Gestein zu tun hat. Das erfordert viel Kraft. Der Kieler Bildhauer, sehnig und sportlich, immer motiviert. Die Staubschichten im Gesicht und auf den Klamotten scheinen ihn nicht zu st\u00f6ren.<\/p>\n<p>    &#8222;Der Pfad der Freiheit&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Der &#8222;Pfad der Freiheit&#8220; ist eine Skulptur aus vier Basaltsteinen. Sein erz\u00e4hlerisches Vorbild: &#8222;Die Reise zum Mittelpunkt der Erde&#8220; des franz\u00f6sischen Schriftstellers Jules Verne. Eine fiktive Reise \u00fcber tausende von Kilometern unter der Erdoberfl\u00e4che. Immer wieder mei\u00dfelt Jo Kley an den Treppenstufen eines nicht enden wollenden Labyrinths. Wo sie alle eines Tages hinf\u00fchren und wieder verschwinden &#8211; das hat er grob im Kopf. Er wei\u00df genau, was er wann macht. Vor Monaten gab es einen Vorabdruck aus dem 3D-Drucker. Gro\u00dfe Pl\u00e4ne zeichnet er aber selten. Jo schafft aus Stein eine eigene Welt. Und die ver\u00e4ndert er im Minutentakt.<\/p>\n<p>    Kunstwerke von Jo Kley in 25 L\u00e4ndern<\/p>\n<p class=\"\">Die Werke des Kieler Bildhauers sind mittlerweile auf der ganzen Welt zu sehen. T\u00fcrme, Obelisken und Himmelsleitern. Seine Kunst hat viele Gesichter: in Dubai, Japan, der T\u00fcrkei und Italien. Auch an vielen Orten in Norddeutschland. Und jetzt schon zum zweiten Mal Island. Jo Kley ist viel gereist, gibt als gelernter Steinmetz Workshops in aller Welt. Ein begeisternder K\u00fcnstler auf Reisen. Im isl\u00e4ndischen Hellissandur arbeitet er bereits zum zweiten Mal.<\/p>\n<p class=\"\">Vor drei Jahren ist hier im Westen von Island schon sein &#8222;Leuchtturm der Freiheit&#8220; entstanden, &#8222;Frelsisvitti&#8220; auf isl\u00e4ndisch, eine Auftragsarbeit der Gemeinde. Ein imposanter mit Blattgold verkleideter Basaltstein prangt auf der Skulptur ganz oben. &#8222;Das ist ein nat\u00fcrlich gebrochener Basalt, den habe ich vergoldet, so richtig alte Handwerkskunst&#8220;, erkl\u00e4rt der Bildhauer und freut sich, dass der goldenen Blickfang auch bei tr\u00fcbstem Licht im Winter gl\u00e4nze und die Vergoldung das Licht immer reflektiere. Blattgold verwendet er oft.<\/p>\n<p>    Das ehemalige Fischerdorf Hellissandur erfindet sich gerade neu<\/p>\n<p class=\"\">Von der Hauptstadt Reykjavik sind es 200 Kilometer bis nach Hellissandur im Nordwesten. Es ist ein kleines Dorf, nicht mal 400 Einwohner, eines der \u00e4ltesten\u00a0D\u00f6rfer in Island. Schon im Mittelalter befand sich hier wegen der reichen Fischgr\u00fcnde wohl ein Fischerort. Von der Hauptstadt Reykjavik aus gesehen weit weg.<\/p>\n<p class=\"\">Gerade erfindet sich das ehemalige Fischerdorf neu und m\u00f6chte f\u00fcr Touristen attraktiver werden. B\u00fcrgermeister Kristin J\u00f3nasson freut sich \u00fcber viele Besucher und Besucherinnen. &#8222;Manche werden eben genau hierherkommen, weil wir Kunst haben. Das ist auf jeden Fall gut. Und f\u00fcr Kunst bekommen wir auch Geld&#8220;, erz\u00e4hlt er voller Vorfreude.<\/p>\n<p>    Mit der F\u00e4hre \u00fcber den Nordatlantik<\/p>\n<p class=\"\">Nach Island hat Jo Kley sein eigenes Werkzeug mitgenommen. Mei\u00dfel, mehrere Bohrger\u00e4te, Flexen und Spaltkeile. Alles vertraute Dinge, mit denen er schon viel unterwegs war. Das Auto war bei seiner Reise mit der F\u00e4hre \u00fcber den Nordatlantik mit 600 Kilo beladen. Drei Tage dauerte die Reise. Auch ein paar kleinere Skulpturen hat er noch f\u00fcr eine Ausstellung in der Galerie eines befreundeten isl\u00e4ndischen K\u00fcnstler mitgenommen.<\/p>\n<p>    Auf Island sind Vulkane pr\u00e4sent<\/p>\n<p class=\"\">Island hat viel Basaltgestein, da die Insel seit Millionen von Jahren vulkanisch aktiv ist. Geologisch gesehen ist Island jung. Zwei tektonische Platten unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe begegnen sich. Die Vulkane der Gegend arbeiten st\u00e4ndig. Auch ein Thema, das den K\u00fcnstler bei seiner Arbeit besch\u00e4ftigt. Seine Steine m\u00fcssen sitzen und jeder Bewegung standhalten. &#8222;Ab und zu wackelt es ein bisschen, F\u00fcr uns kaum sp\u00fcrbar, aber wir tun einfach das M\u00f6glichste, dass alles zusammenbleibt&#8220;, meint Kley. Und so wird zwischen die Steine noch Beton gegossen.<\/p>\n<p>    Hauptansprechpartnerin: Ehefrau Lisa Grunwald<\/p>\n<p class=\"\">Auch Ehefrau Lisa Grunwald war bei dieser Arbeitsreise auf Island dabei. Sie steht Jo mit Rat zur Seite, macht Fotos und Videos f\u00fcr die Internetseite. Im Outdooratelier sorgt sie auch f\u00fcr Verpflegung, wenn der Bildhauer mal wieder auf den Steinen herumklettert und das Essen vergisst. Die studierte Meeresbiologin ist wetterfest und immer an seiner Arbeit interessiert, will genau wissen wie es weitergeht. Manchmal macht sie sich auch Sorgen. &#8222;Bei dem Arbeiten auf dem Stein, da kann man auch mal runterfallen. Oder da kann ja auch mal ein Stein falsch kippen. Da habe ich schon mal Angst gehabt. Also passieren kann immer mal was mit Werkzeug oder so, aber toi toi toi. Das ist noch nicht vorgekommen&#8220;, erz\u00e4hlt Lisa w\u00e4hrend sie sicher auf einem der gro\u00dfen Steine sitzt.<\/p>\n<p>    Kunst zum Anfassen<\/p>\n<p class=\"\">Seit vier Wochen steht der &#8222;Pfad der Freiheit&#8220; an seinem Platz am Meer. Labyrinthische Wege, die zu einer kleinen goldenen T\u00fcr f\u00fchren. Etwa 100 Kunstinteressierte kommen zur Einweihung. Und Jo Kley klettert stolz und leichtf\u00fc\u00dfig auf sein neues Kunstwerk. Kunst zum Anfassen, das ist &#8222;der Pfad der Freiheit&#8220; auch. Das w\u00fcnscht sich der K\u00fcnstler ganz besonders.<\/p>\n<p class=\"\">Im August 2026 wird in Hellissandur \u00fcbrigens eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein. Die NASA spricht vom besten Beobachtungsort der Welt. Dann werden tausende Touristen auch Jo Kleys neue Skulptur entdecken.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/skulpturentriennale114.webp\" alt=\"Ein Mann mit Schutzkleidung steht auf einem Turm aus Steinquadern und bearbeitet einen davon.\" title=\"Die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler geben alles bei der Triennale, schlie\u00dflich k\u00f6nnen die Kunstwerke 5.000 Jahre halten, sagt Veranstalter Jo Kley. | Tourismus Agentur L\u00fcbecker Bucht, Jo Kley\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Alle drei Jahre treffen sich Bildhauerinnen und Bildhauer in Neustadt in Holstein. Wer mag, kann ihnen bei der Arbeit zusehen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/screenshot1765698.webp\" alt=\"Wei\u00dfer Stein wird kunstvoll mit Hammer und Mei\u00dfel bearbeitet.\" title=\"Wei\u00dfer Stein wird kunstvoll mit Hammer und Mei\u00dfel bearbeitet. | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Bei Corinna Franz auf Gut Bliestorf k\u00f6nnen sich Teilnehmende am Kunsthandwerk der Bildhauerei versuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.10.2025 09:55 Uhr Er ist mittlerweile ein international anerkannter K\u00fcnstler: der Bildhauer Jo Kley. 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