{"id":473679,"date":"2025-10-04T23:36:19","date_gmt":"2025-10-04T23:36:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/473679\/"},"modified":"2025-10-04T23:36:19","modified_gmt":"2025-10-04T23:36:19","slug":"kunstinstallation-untitled-zum-tag-der-prostitution-in-wiesbaden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/473679\/","title":{"rendered":"Kunstinstallation \u201eUNTITLED&#8220; zum Tag der Prostitution in Wiesbaden"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen Streetfood und Musik wird das Dern\u2019sche Gel\u00e4nde zum Raum der Mahnung: Gewalt gegen Frauen und queere Menschen wird f\u00fcr 24 Stunden sichtbar.<\/p>\n<p>Zwischen Streetfood und Musik wird das Dern\u2019sche Gel\u00e4nde in Wiesbaden f\u00fcr 24 Stunden zum Raum der Mahnung: Gewalt gegen Frauen und queere Menschen wird in der 24-Stunden-Performance\u00a0<strong>UNTITLED<\/strong>\u00a0sichtbar \u2013 eine k\u00fcnstlerische Intervention zum\u00a0<strong>Internationalen Tag der Prostitution<\/strong>.<\/p>\n<p>Es ist Samstagabend. Auf dem Schlossplatz duftet es nach Curry, frittierten Pommes und gegrilltem Fleisch. Menschen lachen, Musik liegt in der Luft. Nur wenige Schritte weiter, auf der anderen Seite des Neuen Rathauses, herrscht Stille. Hier beginnt ein anderes Festival \u2013 eines des Erinnerns, des Innehaltens, des Widerstands.<\/p>\n<p>Studierende der Hochschule RheinMain er\u00f6ffnen die begehbare Kunstinstallation\u00a0<strong>UNTITLED<\/strong>\u00a0zum\u00a0<strong>Tag der Prostitution<\/strong>. Sie fordert keine Unterhaltung, sondern ber\u00fchrt, provoziert und ruft zum Nachdenken auf.<\/p>\n<p><strong>Ein Ged\u00e4chtnisraum f\u00fcr Opfer<\/strong><\/p>\n<p>Die 1.500 Quadratmeter gro\u00dfe Installation gleicht einem offenen Ged\u00e4chtnisraum. <strong>Auf Tafeln sind Namen, Lebensgeschichten und Todesumst\u00e4nde von Frauen und queeren Menschen zu lesen<\/strong>, die zwischen 2000 und 2025 im Kontext der Prostitution ermordet wurden. \u00dcber 3.497 F\u00e4lle weltweit, mehr als 100 allein in Deutschland \u2013 Zahlen, die sprachlos machen.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Kunst ist nicht nur Ausdruck, sondern Widerstand<\/strong>\u201c, sagt <strong>Professor Thomas Pichler<\/strong>, der das Projekt gemeinsam mit Studierenden konzipiert hat. Unterst\u00fctzt vom Frauenreferat der Stadt Wiesbaden, der hessischen Film- und Medienakademie und weiteren Initiativen entstand ein Werk, das gesellschaftliche Tabus sichtbar macht.<br \/>\u201eWir wollen nicht, dass diese Menschen vergessen werden\u201c, sagt <strong>Dr. Lena Klug<\/strong>, Kanzlerin der Hochschule. \u201eJeder Name steht f\u00fcr ein Leben, das ausgel\u00f6scht wurde \u2013 und f\u00fcr eine Gesellschaft, die zu oft wegschaut.\u201c<\/p>\n<p>Die Installation ist bewusst als 24-Stunden-Performance angelegt \u2013 <strong>Gewalt kennt keine \u00d6ffnungszeiten<\/strong>. Besucher die Nacht, Sonntagmorgen bis Sonntagabend durch die Stationen gehen, innehalten, nachdenken.<\/p>\n<p><strong>Zahlen, die ersch\u00fcttern<\/strong><\/p>\n<p>Seit der Legalisierung der Prostitution 2002 wurden in Deutschland \u00fcber 100 Frauen ermordet, mehr als 60 \u00fcberlebten Mordversuche. Die T\u00e4ter: meist Freier oder Zuh\u00e4lter. Eine \u00dcberlebende, heute Aktivistin, fasst zusammen: \u201eDie Legalisierung hat die Gewalt nicht beendet \u2013 sie hat sie unsichtbar gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Schwarze Rechtecke symbolisieren Gr\u00e4ber, kleine Tafeln erz\u00e4hlen Geschichten. Jeder Name leuchtet im dunekln in rotem Licht. Kein Museum, sondern ein Mahnmal. Kein Kunstprojekt, sondern eine Aufforderung, Haltung zu zeigen \u2013 eine zentrale Botschaft von\u00a0<strong>UNTITLED<\/strong>\u00a0am\u00a0<strong>Tag der Prostitution<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Erinnern hei\u00dft Handeln<\/strong><\/p>\n<p>Die Reden zur Er\u00f6ffnung sind eindringlich: \u201eGedenken ist kein stilles Ritual, sondern Widerstand gegen das Vergessen.\u201c Die Installation fordert Besucher auf, nicht nur zu betrachten, sondern zu handeln. Menschenrechte und Menschenw\u00fcrde sind keine abstrakten Begriffe \u2013 sie sind Verpflichtung.<\/p>\n<p>Am 24. Mai wurde in N\u00fcrnberg die 22-j\u00e4hrige rum\u00e4nische Prostituierte Yenna ermordet. Solche F\u00e4lle sind keine Einzelf\u00e4lle, sondern Ausdruck struktureller Gewalt, die\u00a0<strong>UNTITLED<\/strong>\u00a0sichtbar macht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Instalation-Untiteled-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-141501\"  \/>Am 24. Mai war in N\u00fcrnberg die 22-j\u00e4hrige rum\u00e4nische Prostituierte \u201eYenna\u201c ermordet worden,.<\/p>\n<p>Am Ende bleibt Beklemmung \u2013 und die dringliche Frage: Wohin sehen wir? Zwischen den hell erleuchteten St\u00e4nden des Foodtruck-Festivals und der dunklen, stillen Fl\u00e4che von\u00a0<strong>UNTITLED<\/strong>\u00a0liegt die Wahrheit unserer Gesellschaft: Wegsehen ist keine Option. <strong>Wer das Gel\u00e4nde verl\u00e4sst, tut dies mit einem Klo\u00df im Hals<\/strong> \u2013 und der Verantwortung, nicht wegzusehen.<\/p>\n<p>Symbolfoto \u00a9 2025 Volker Watschounek <\/p>\n<p>Weitere Nachrichten aus dem <strong>Stadtteil Mitte<\/strong> <a href=\"http:\/\/wiesbaden-lebt.de\/tag\/mitte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">lesen Sie hier<\/a><\/p>\n<p>Mehr zum <strong><a href=\"https:\/\/frauenrechte.de\/aktionen\/wichtige-tage-fuer-frauenrechte\/internationaler-tag-gegen-prostitution\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Internationalen Tag gegen Prostitution<\/a><\/strong> auf der Seite von Terre des Femmes.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/dec1594acf424cf7a2458e4df469a840.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/>\t\t\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwischen Streetfood und Musik wird das Dern\u2019sche Gel\u00e4nde zum Raum der Mahnung: Gewalt gegen Frauen und queere Menschen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":473680,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,120321,29,548,663,3934,30,13,2052,120322,14,15,28285,12,120323,4544],"class_list":{"0":"post-473679","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-dernsches-gelaende","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-hessen","17":"tag-hochschule-rhein-main","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-performance","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-tag-der-prostitution","23":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115318527984497792","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/473679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=473679"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/473679\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/473680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=473679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=473679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=473679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}