{"id":473901,"date":"2025-10-05T02:09:12","date_gmt":"2025-10-05T02:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/473901\/"},"modified":"2025-10-05T02:09:12","modified_gmt":"2025-10-05T02:09:12","slug":"letzte-fahrt-abschied-vom-knoedel-express-zwischen-prag-und-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/473901\/","title":{"rendered":"Letzte Fahrt: Abschied vom &#8222;Kn\u00f6del-Express&#8220; zwischen Prag und Berlin"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nDie tschechische Bahn (\u010cesk\u00e9 dr\u00e1hy) hat die letzte Verbindungen der Prag-Berlin-Linie mit dem urspr\u00fcnglichen Speisewagen des Typs WRmz815 \u2013 auch &#8222;Kn\u00f6del-Express&#8220; genannt \u2013 angek\u00fcndigt. Am Sonntagnachmittag f\u00e4hrt der EC 170 noch einmal mit der althergebrachten Ausstattung vom Prager Hauptbahnhof ab und am Montagmorgen vom Berliner Hauptbahnhof zur\u00fcck.\n<\/p>\n<p><a name=\"Schnellere\">Schneller <\/a>von Prag nach Dresden und Berlin<\/p>\n<p class=\"text\">\nDamit ist Angaben der tschechischen Bahn zufolge die Modernisierung des Fuhrparks auf dieser Linie abgeschlossen. Seit Ende Juli waren die alten Z\u00fcge schrittweise durch moderne Comfort-Jet-Z\u00fcge ersetzt worden. Sie fahren 230 statt 200 Kilometer pro Stunde und k\u00f6nnen 100 Fahrg\u00e4ste zus\u00e4tzlich transportieren.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Die Fahrg\u00e4ste k\u00f6nnen sich auch weiterhin auf ein leckeres Schnitzel oder einen Lendenbraten und frisch gezapftes Bier freuen. <\/p>\n<p>Michal Krapinec<br \/>\nGeneraldirektor der Tschechischen Bahn<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDie neuen Z\u00fcge b\u00f6ten mehr Komfort, besseren Service und in Zukunft auch k\u00fcrzere Reisezeiten sowie eine neue Generation von Speisewagen, sagt Michal Krapinec, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Tschechischen Bahn. Was sich bew\u00e4hrt habe, solle jedoch beibehalten werden, betont Krapinec. Auch die erstklassige Gastronomie: &#8222;Die Fahrg\u00e4ste k\u00f6nnen sich also auch weiterhin auf ein leckeres Schnitzel oder einen Lendenbraten und frisch gezapftes Bier freuen.\u201c\n<\/p>\n<p><a name=\"Kulturgut\">Europ\u00e4isches Kulturgut<\/a> geht verloren<\/p>\n<p class=\"text\">\nDass die Qualit\u00e4t die gleiche bleibt, bezweifelt zumindest Jaroslav Rudi\u0161. Der tschechische Schriftsteller hatte zuvor bei MDR KULTUR  f\u00fcr den dauerhaften Erhalt der traditionellen Speisewagen pl\u00e4diert. Aus seiner Sicht handelt es sich beim legend\u00e4ren &#8222;Kn\u00f6del-Express&#8220;, in dem das Schnitzel noch in der Bordk\u00fcche geklopft und das Bier frisch gezapft wurden, um ein Kulturgut von europ\u00e4ischem Rang.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer &#8222;unglaublich tolle Service&#8220; mache aus einer Fahrt zwischen Prag, Berlin oder Hamburg erst wirklich eine Reise, so Rudi\u0161. Der Zugewinn an Tempo und Kapazit\u00e4t geht f\u00fcr ihn zu Lasten der &#8222;alten Speisewagenkultur&#8220;, die in Europa fast \u00fcberall verloren gegangen sei.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nNeben seinen Nostalgiegef\u00fchlen f\u00fcr die &#8222;rollende tschechische Kneipe&#8220;, in der noch ein Wirt oder eine Wirtin \u00fcber die Etikette \u2013 etwa ein wei\u00dfes Tuch \u00fcber dem Tisch \u2013 wacht, bangt Rudi\u0161 auch aus professionellen Gr\u00fcnden um seinen Speisewagen-&#8222;Stammplatz&#8220;: &#8222;Ich hatte da viele nette Begegnungen, die ich sp\u00e4ter literarisch verarbeitet habe.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"Menschen\">Menschen<\/a>, Orte, Landschaften im Zug erkunden<\/p>\n<p class=\"text\">\nTats\u00e4chlich spielt das Bahnfahren im \u0152uvre von Jaroslav Rudi\u0161 eine gro\u00dfe Rolle. Nach eigenem Bekunden ist es seine liebste Art, sich auf andere Menschen, Orte oder Landschaften einzulassen und ihre Geschichte zu erforschen. Seine zusammen mit dem Zeichner Jarom\u00edr 99 realisierte Graphic Novel um den hellsichtigen Eisenbahner &#8222;Alois Nebel&#8220; war nicht nur in seiner Heimat ein gro\u00dfer Erfolg.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ich hatte da viele nette Begegnungen, die ich literarisch verarbeitet habe.<\/p>\n<p>Jaroslav Rudi\u0161<br \/>\nSchriftsteller<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nIn seinem Roman &#8222;Winterbergs letzte Reise&#8220; wird die Bahnfahrt eines Hundertj\u00e4hrigen zur Expedition in die kriegerische Geschichte Europas. Nicht zuletzt hat Rudi\u0161, der einst selbst Lokf\u00fchrer werden wollte, eine &#8222;Gebrauchsanweisung f\u00fcrs Zugreisen&#8220; ver\u00f6ffentlicht.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie beliebten traditionellen Speisewagen werden laut \u010cesk\u00e9 dr\u00e1hy \u00fcbrigens nicht ausgemustert, sondern k\u00fcnftig auf tschechischen Inlandsverbindungen und in Richtung Polen eingesetzt.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nQuelle: MDR KULTUR (Annett Mautner), dpa, Ceske drahy, Redaktionelle Bearbeitung: ks, lm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die tschechische Bahn (\u010cesk\u00e9 dr\u00e1hy) hat die letzte Verbindungen der Prag-Berlin-Linie mit dem urspr\u00fcnglichen Speisewagen des Typs WRmz815&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":304649,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1739,62352,296,29,4031,30,692,88180,66,81,14,2859,859,860,79956,861,103],"class_list":{"0":"post-473901","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-bahn","9":"tag-bahnfahren","10":"tag-berlin","11":"tag-deutschland","12":"tag-eisenbahn","13":"tag-germany","14":"tag-hamburg","15":"tag-jaroslav-rudis","16":"tag-kulturnachrichten","17":"tag-mdr","18":"tag-nachrichten","19":"tag-prag","20":"tag-sachsen","21":"tag-sachsen-anhalt","22":"tag-speisewagen","23":"tag-thueringen","24":"tag-welt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115319129065658801","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/473901","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=473901"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/473901\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/304649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=473901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=473901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=473901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}