{"id":474038,"date":"2025-10-05T03:38:14","date_gmt":"2025-10-05T03:38:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/474038\/"},"modified":"2025-10-05T03:38:14","modified_gmt":"2025-10-05T03:38:14","slug":"hui-spinne-ein-echtes-forscherbuch-zu-den-winzigen-tierchen-in-unserer-wohnung-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/474038\/","title":{"rendered":"Hui, Spinne! Ein echtes Forscherbuch zu den winzigen Tierchen in unserer Wohnung \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Haustiere haben wir alle. Ob wir wollen oder nicht. Tierchen, die es gern warm lieben, kuschelig und voller leckerer Nahrungsangebote. Und damit sind keine Hunde, Katzen oder Meerschweinchen gemeint. Sondern jene Tierchen, die manche Leute entsetzt auf die St\u00fchle springen lassen. Oder kreischend um Hilfe rufen. Und dazu geh\u00f6ren nicht nur die Spinnen, die an sch\u00f6nen Sommerabenden durch Fenster gekrabbelt kommen und anfangen, h\u00fcbsche Netze zu bauen. Eine ganze Welt zum Entdecken. Auch f\u00fcr die Kleinen.<\/p>\n<p>Ob die sich dann tats\u00e4chlich Lupe, Taschenlampe, Aquarium und Spr\u00fchflasche zulegen, um sich an die Domestizierung unserer kleinsten Mitbewohner zu machen, ist dann wohl eher die Frage starker Nerven bei Kindern und Eltern. Auch daher, weil etliche dieser kleinen Wohnungsgenossen ganz und gar nicht nett und stubenrein sind.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2a7fccf01c1f4259923500f5f9b5d9a0.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/bildung\/buecher\/2025\/10\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/bildung\/buecher\/2025\/10\/1\"\/><\/p>\n<p>Manche sind gierig auf unser Blut, andere auf das Brot in der K\u00fcche. Manche k\u00f6nnen ein Bad in einen Ort des Horrors verwandeln. Und wieder andere sind die Verursacher von einige nicht wirklich netten Krankheiten.<\/p>\n<p>Das Buch, das die Grafikerin Lena Zeise hier also gestaltet hat, d\u00fcrfte f\u00fcr einige famili\u00e4re Gespr\u00e4che sorgen. Denn f\u00fcr gew\u00f6hnlich tut man ja alles, um diese Tierchen schleunigst aus der Wohnung zu bef\u00f6rdern und sie nicht auch noch im Aquarium zu z\u00fcchten.<\/p>\n<p>Da kann man was lernen<\/p>\n<p>Andererseits: Wo lernt man eigentlich etwas f\u00fcr unsere manchmal ganz und gar nicht so angenehmen Mitbewohner? In der Schule ganz offensichtlich nicht. Und wenn man sie eiligst ins Freie bef\u00f6rdert oder andere martialische Methoden anwendet, um ihnen das Zusammenleben zu verg\u00e4llen, auch nicht. Das Buch l\u00e4dt im Grunde dazu ein, die Tierchen tats\u00e4chlich einmal genauer zu beobachten und dabei eine Menge zu lernen \u00fcber die 15 \u2013 na ja \u2013 beliebtesten Spinnen und Insekten im Haus.<\/p>\n<p>Und zwar im Gro\u00dfformat. Denn was man oft nur unter der Lupe sehen kann, hat Lena Zeise in gro\u00dfen, krabbeligen Bildern gezeichnet. Ein Messk\u00e4rtchen im Buch hilft dabei, die tats\u00e4chliche Gr\u00f6\u00dfe der kleinen Hausgenossen auszumessen.<\/p>\n<p>Von denen es nat\u00fcrlich mehr als 15 Arten gibt. Aber mit den wichtigsten sollte man ja anfangen und erfahren wollen, was sie so fressen, wie sie sich vermehren, wo sie sich verstecken und welchen Schaden sie anrichten. Dass sie dabei oft sehr spezialisierte Lebewesen sind, die \u00fcberhaupt nicht zuf\u00e4llig in den Wohnh\u00f6hlen der Menschen auftauchen, erf\u00e4hrt man dabei nat\u00fcrlich auch. Jedes Tierchen hat einen doppelseitigen Steckbrief bekommen.<\/p>\n<p>Und dass die wissenschaftlichen Fakten stimmen, daf\u00fcr hat Vera Kaunath von der Uni Potsdam gesorgt. Womit eigentlich klar ist: Dieses Buch ist vor allem f\u00fcr Kinder gedacht, die es wirklich wissen wollen. Die nicht anfangen zu kreischen, wenn eine Stubenfliege \u00fcber den Teller krabbelt, sondern losflitzen, um die Lupe zu hohlen und das Glas, um das Tierchen einzufangen und eingehend zu studieren.<\/p>\n<p>Oder \u00fcberhaupt erst einmal herauszukriegen, ob es wirklich eine Stubenfliege ist oder nicht doch eine Goldfliege oder eine Schmei\u00dffliege. Es ist ja nicht nur bei Fliegen so: Es gibt nicht nur eine Art, die es darauf angelegt hat, in den Wohnungen der Menschen was zum Futtern zu finden (und an die Fensterscheibe zu kacken), sondern viel, viel mehr.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher sogar noch viel mehr. Das verr\u00e4t das Buch in diesem Fall nicht. Denn dass all diese Krabbler die menschliche N\u00e4he suchen, hat auch mit der Domestizierung des Menschen zu tun und damit, dass Menschen Jahrtausende lang mit Schafen, K\u00fchen, Ziegen und Schweinen auf engstem Raum zusammenlebten und Hygiene noch nicht wirklich erfunden war.<\/p>\n<p>Immer dem Menschen hinterher<\/p>\n<p>K\u00fchlschr\u00e4nke auch nicht. Da fanden es nicht nur M\u00e4use toll, dass sie bei Menschen gut gef\u00fcllte Speisekammern fanden. Und aus der Insektenwelt sind eben viele Tierchen geblieben, die mit dem Menschen auch in die etwas hygienischeren Wohnverh\u00e4ltnisse umgezogen sind, wie wir sie heute haben. Wo sie nat\u00fcrlich auffallen und f\u00fcr Aufregung sorgen, weil wir sie dort in der Regel nicht mehr haben wollen.<\/p>\n<p>Weder die Fruchtfliegen, noch die Mehlmotten, weder den Brotk\u00e4fer (der es tats\u00e4chlich auf unser Brot abgesehen hat), noch den Nagek\u00e4fer, dessen Larven es als Holzwurm sogar auf unsere Holzm\u00f6bel abgesehen haben. Schon gar nicht die Silberfischchen, die sich im Abfluss wohlf\u00fchlen, oder die ganze Rasselbande der Schaben, f\u00fcr die unser M\u00fcll ein wahres Paradies ist.<\/p>\n<p>Man darf sogar ein bisschen staunen beim Bl\u00e4ttern, wie viele Tierchen es nach wie vor in unserer doch eigentlich ordentlich ges\u00e4uberten Welt gibt, meistens unsichtbar und heimlich. Manchmal aber auch Ausl\u00f6ser dramatischer Vorg\u00e4nge, wenn sie es \u2013 wie Menschenfloh, Kopflaus und M\u00fccke \u2013 auf unser Blut abgesehen haben.<\/p>\n<p>Die gemeine Bettwanze nicht zu vergessen, die sogar schon mal f\u00fcr Schlagzeilen sorgen kann, wenn sie in ganzen Hotels zur Plage wird. W\u00e4hrend man die Kellerassel nur trifft, wenn man sich mal in den Keller traut, und die Blattlaus eher unsere geliebten Balkonpflanzen besiedelt. Wogegen es ja bekanntlich ein gefr\u00e4\u00dfiges Gegenmittel gibt: den Marienk\u00e4fer, f\u00fcr den die Blattlaus Leib- und Magenspeise ist.<\/p>\n<p>Wer traut sich?<\/p>\n<p>Kinder, die sich dieses Buch zugelegt haben, wissen hinterher mehr \u00fcber all das, was in der Wohnung lebt und krabbelt, als die meisten Erwachsenen. Sie wissen, was die Tierchen fressen, wo sie sich verstecken und wie (schnell) sie sich vermehren, ob man Angst vor ihnen haben muss oder sie tats\u00e4chlich mal zur Beobachtung in ein Aquarium sperren kann.<\/p>\n<p>Und nicht ganz grundlos weist Lena Zeise darauf hin, dass Insekten auch bei erfahrenen Forschern beliebte Untersuchungsobjekte sind. Das ber\u00fchmteste ist ja bekanntlich die Fruchtfliege. Und manche dieser kleinen Krabbler sind auch gar keine Insekten, nur Krebse, die sich ans Land verirrt haben \u2013 wie die Asseln.<\/p>\n<p>Ob sich Eltern dann freilich breitschlagen lassen, den neugierigen Knirpsen die Ausstattung f\u00fcr ein Insekten-Labor zu spendieren, ist dann wohl eher eine Frage von geteiltem Forschergeist und einer gewissen Abgebr\u00fchtheit, die man als Erwachsener ja gr\u00f6\u00dftenteils verloren hat, weil man wei\u00df, wie schnell die unerwarteten Haustiere tats\u00e4chlich zur Plage werden k\u00f6nnen. Eben weil sie sich in menschlichen Wohnh\u00f6hlen nur zu wohlf\u00fchlen. Spannung also in Kinderzimmer: Trauen sich die Gro\u00dfen, das Buch anzuschaffen oder nicht?<\/p>\n<p><strong>Lena Zeise <a href=\"https:\/\/www.lehmanns.de\/isbn\/9783954703098@liz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eHui, Spinne! Haustierchen halten f\u00fcr Anf\u00e4nger\u201c<\/a><\/strong> Klett Kinderbuch Verlag, Leipzig 2025, 16 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Haustiere haben wir alle. Ob wir wollen oder nicht. 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