{"id":474728,"date":"2025-10-05T10:37:13","date_gmt":"2025-10-05T10:37:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/474728\/"},"modified":"2025-10-05T10:37:13","modified_gmt":"2025-10-05T10:37:13","slug":"dgrh-2025-management-geriatrischer-patienten-in-der-rheumatologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/474728\/","title":{"rendered":"DGRH 2025: Management geriatrischer Patienten in der Rheumatologie"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/aelterer-herr-pfleger.webp.webp\" alt=\"\u00c4lterer Herr Pfleger\" title=\"\u00c4lterer Herr Pfleger\"\/> <\/p>\n<p>Aufgrund der demografischen Entwicklung m\u00fcssen sich rheumatologische Praxen und Kliniken zunehmend um \u00e4ltere Patienten k\u00fcmmern. Dadurch r\u00fccken geriatrische Syndrome, Multimorbidit\u00e4t und Polypharmazie st\u00e4rker in den Fokus. Auf dem <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/kongresse\/dgrh-2025\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschen Rheumatologie Kongress 2025<\/a> stellte PD Dr. med. Bj\u00f6rn B\u00fchring praxisnahe Strategien f\u00fcr das Management geriatrischer Patienten vor und betonte die Bedeutung des 5M-Konzepts als strukturierendes Instrument.<\/p>\n<p>Demografischer Wandel und Multimorbidit\u00e4t<\/p>\n<p>Bis 2050 wird die Zahl der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen deutlich ansteigen, w\u00e4hrend die Gruppe der 15- bis 64-J\u00e4hrigen schrumpfen wird. Entz\u00fcndlich-rheumatische Erkrankungen sind ein wichtiger Einflussfaktor von Multimorbidit\u00e4t. Typische Erkrankungen sind <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/kardiologie\/herzkrankheiten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/osteoporose\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Osteoporose<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/diabetes-mellitus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Diabetes<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/onkologie\/krebserkrankungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tumorerkrankungen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/depression\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Depressionen<\/a>. Daten zeigen, dass mehr als 40\u00a0% der Patienten mit <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/rheumatoide-arthritis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">rheumatoider Arthritis<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/systemischer-lupus-erythematodes-sle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">systemischem Lupus erythematodes<\/a> an <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/hypertonie-bluthochdruck\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">arterieller Hypertonie<\/a> leiden, bis zu 30\u00a0% Osteoporose entwickeln und die Pr\u00e4valenz von Depressionen je nach Erkrankung bei bis zu 46\u00a0% liegt.<\/p>\n<p>Einfluss geriatrischer Probleme auf die Funktionalit\u00e4t<\/p>\n<p>Neben den klassischen Begleiterkrankungen sind geriatrische Probleme wie Einschr\u00e4nkungen bei den Alltagsaktivit\u00e4ten, H\u00f6r- und Sehst\u00f6rungen, kognitive Defizite, chronische Schmerzen und St\u00fcrze von erheblicher Relevanz. In Studien berichteten bis zu 90\u00a0% der Patienten \u00fcber chronische Schmerzen, 57\u00a0% \u00fcber Depressionen und mehr als 40\u00a0% \u00fcber Mobilit\u00e4tseinschr\u00e4nkungen. Die Zahl geriatrischer Probleme korreliert nahezu linear mit einer Verschlechterung der Funktionsscores, wie dem Health Assessment Questionnaire (HAQ).<\/p>\n<p>Das 5M-Konzept als Leitfaden f\u00fcr die Praxis<\/p>\n<p>Zur Strukturierung komplexer geriatrischer Versorgungssituationen hat sich das international etablierte 5M-Konzept bew\u00e4hrt. Es umfasst die Bereiche Mind, Mobility, Medication, Multicomplexity und Matters Most. Unter \u201eMind\u201d werden Demenz, Delir, Depression und kognitive Beeintr\u00e4chtigungen zusammengefasst. \u201eMobility\u201d bezieht sich auf Gang, Sturzrisiko, Mobilit\u00e4tshilfen und k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t. \u201eMedication\u201d bezieht sich auf Polypharmazie und das Risiko einer potenziell inad\u00e4quaten Medikation. \u201eMulticomplexity\u201d bezieht sich auf das Management multipler Erkrankungen und sozialer Faktoren. \u201eMatters Most\u201c betont die individuellen Ziele und Priorit\u00e4ten der Patienten.<\/p>\n<p>Erh\u00f6htes Demenzrisiko bei entz\u00fcndlich-rheumatischen Erkrankungen<\/p>\n<p>Patienten mit entz\u00fcndlich-rheumatischen Erkrankungen haben ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/demenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Demenz<\/a>. Am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt ist dieses Risiko bei systemischem Lupus erythematodes mit einer Risikoerh\u00f6hung um 46\u00a0%. Auch bei rheumatoider Arthritis, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/psoriasis-schuppenflechte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Psoriasis<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/orphan-diseases\/systemische-sklerodermie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sklerodermie<\/a> ist das Risiko signifikant erh\u00f6ht. In der Praxis sind Screening-Tools wie der Mini-Cog hilfreich, um kognitive Defizite fr\u00fchzeitig zu erfassen. Die Kognition spielt zudem eine zentrale Rolle f\u00fcr das Selbstmanagement der Erkrankung, beispielsweise bei der regelm\u00e4\u00dfigen Einnahme von Medikamenten oder bei Therapiepausen.<\/p>\n<p>Sarkopenie als untersch\u00e4tzte Komorbidit\u00e4t<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sarkopenie als h\u00e4ufige Begleiterkrankung im Alter. Aktuellen Daten zufolge sind rund 30\u00a0% der Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis davon betroffen, was deutlich h\u00f6her ist als in der Allgemeinbev\u00f6lkerung. Besonders gef\u00e4hrdet sind Patienten mit hoher Krankheitsaktivit\u00e4t. Sarkopenie geht mit erh\u00f6hter Sturzgefahr, Gebrechlichkeit und reduzierter Alltagsfunktion einher.<\/p>\n<p>Zur Diagnostik stehen einfache Screening-Instrumente wie der SARC-F-Fragebogen sowie Muskelfunktionstests zur Verf\u00fcgung. Erg\u00e4nzend k\u00f6nnen Muskelparameter mit Methoden wie Bioelektrische Impedanzanalyse, Ultraschall oder bildgebenden Verfahren bestimmt werden. Unter konventionellen <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/wirkstoffgruppen\/dmards\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DMARDs<\/a> wiesen die Patienten ein um rund 30\u00a0% niedrigeres Risiko auf, was die Bedeutung einer effektiven Krankheitskontrolle unterstreicht.<\/p>\n<p>Polypharmazie und Leitlinienkonflikte<\/p>\n<p>Bis zu 81\u00a0% der geriatrischen Patienten in der Rheumatologie sind au\u00dferdem von Polypharmazie betroffen. Dieses Risiko steigt mit der Zahl der Begleiterkrankungen sowie der parallelen Anwendung mehrerer sich teilweise widersprechender Leitlinien. Dies bedeutet f\u00fcr die Versorgung eine hohe Komplexit\u00e4t mit dem Risiko von Interaktionen, inad\u00e4quaten Dosierungen und unerw\u00fcnschten Arzneimittelwirkungen. Entscheidend sind hier systematische Medikamentenreviews, ein strukturiertes Deprescribing und die enge Zusammenarbeit mit klinischen Pharmakologen.<\/p>\n<p>Strukturierte Ans\u00e4tze f\u00fcr komplexe Versorgungssituationen<\/p>\n<p>Die wachsende Zahl \u00e4lterer Patienten mit rheumatischen Erkrankungen macht deutlich, dass klassische krankheitsspezifische Strategien allein nicht ausreichen. Gefordert sind individuelle Konzepte, die \u00fcber die reine Krankheitskontrolle hinausgehen und sowohl kognitive als auch funktionelle Ressourcen im Blick behalten. Eine zentrale Rolle spielen dabei interdisziplin\u00e4re Teams aus Rheumatologie, Geriatrie, Pharmakologie, Physiotherapie und psychosozialer Betreuung. Das 5M-Modell bietet hierf\u00fcr eine strukturierte Orientierung, indem es medizinische, funktionelle und psychosoziale Aspekte systematisch ber\u00fccksichtigt. Entscheidend ist, fr\u00fchzeitig Risiken zu erkennen und pr\u00e4ventiv entgegenzuwirken, um die Selbstst\u00e4ndigkeit zu erhalten und Therapieziele an den pers\u00f6nlichen Priorit\u00e4ten der Patienten auszurichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aufgrund der demografischen Entwicklung m\u00fcssen sich rheumatologische Praxen und Kliniken zunehmend um \u00e4ltere Patienten k\u00fcmmern. 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