{"id":47613,"date":"2025-04-20T19:28:09","date_gmt":"2025-04-20T19:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/47613\/"},"modified":"2025-04-20T19:28:09","modified_gmt":"2025-04-20T19:28:09","slug":"bildband-verlorenes-unverlierbares-fast-wie-caspar-david-friedrich-ndr-de-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/47613\/","title":{"rendered":"Bildband &#8222;Verlorenes, Unverlierbares&#8220;: Fast wie Caspar David Friedrich | NDR.de &#8211; Kultur"},"content":{"rendered":"<p>\nStand: 20.04.2025 06:00 Uhr\n<\/p>\n<p class=\"preface\">Die Sch\u00f6nheit der Natur, aber auch ihre Verletzlichkeit und Gef\u00e4hrdung stehen im Mittelpunkt von Monika Lawrenz&#8216; Fotos. Es sind Bilder, die uns mitnehmen an Orte, die an Gem\u00e4lde von Caspar David Friedrich erinnern.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Silke Lahmann-Lammert<\/p>\n<p>Es gibt B\u00fccher, denen man die Leidenschaft ansieht, mit der sie gemacht wurden. Die Perfektion, die bis ins kleinste Detail reicht. B\u00fccher, die wohl niemals einbringen werden, was es gekostet hat, sie zu produzieren. Der Bildband &#8222;Verlorenes, Unverlierbares&#8220; der mecklenburgischen Fotografin Monika Lawrenz ist so ein Juwel: 120 Aufnahmen von Landschaften und Wildtieren.<\/p>\n<p>Atemberaubende Naturaufnahmen<\/p>\n<p>Die Sonne ist l\u00e4ngst untergegangen. Langsam senkt sich die Nacht \u00fcber den Plauer See und die angrenzenden W\u00e4lder. Zeit f\u00fcr Monika Lawrenz, einzupacken. Bevor sie die Kamera vom Stativ schraubt, wirft sie einen letzten Blick durchs Objektiv. Da sieht sie einen r\u00f6tlichen Schatten ins Wasser gleiten und dr\u00fcckt auf den Ausl\u00f6ser. Und obwohl es so dunkel ist, dass sie selbst kaum noch etwas sieht, gelingt ihr eine atemberaubende Aufnahme: Das Foto einer F\u00fcchsin, die direkt auf sie zu schwimmt. Rotbraun leuchtet ihr Fell in den nachtblauen Fluten.<\/p>\n<p class=\"quote\">\nLautlos schl\u00fcpft sie ins Wasser<br \/>teilt den Fluss<br \/>den sie sonst meidet.<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>\u2026 hei\u00dft es in dem Gedicht, das die Lyrikerin Anke Bastrop dem Bild zur Seite stellt.<\/p>\n<p class=\"quote\">\nDabei ist sie eine kundige Schwimmerin<br \/>passt sich den Umst\u00e4nden an.<br \/>Unaufh\u00f6rlich wandelt sie ihre Gestalt.<br \/>Ist Zunder und Zauberin<br \/>t\u00f6tet und gebiert<br \/>sendet Drohung und Trost<br \/>bringt Chaos und Sch\u00f6nheit.<br \/>Ihre Nachtaugen gl\u00fchen<br \/>als h\u00e4tten sie etwas Unverlierbares gespeichert.<br \/>Das Gesicht der F\u00fcchsin ist deins.<br \/>Sie sieht dich an.<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>Tiere in ihrem nat\u00fcrlichen Lebensumfeld<\/p>\n<p>Oft zieht Monika Lawrenz schon vor Sonnenaufgang in die Natur. Im Laufe der Jahre hat sie gelernt, sich hinter ihrer Kamera unsichtbar zu machen. Lautlos abzuwarten, welches Schauspiel sich vor ihren Augen entfaltet. An einem Wintertag landet eine Gruppe von Seeadlern vor ihrer Linse. Gemeinsam unternehmen die V\u00f6gel einen Spaziergang auf dem gefrorenen See. Von der majest\u00e4tischen Sch\u00f6nheit, mit der sie am Himmel kreisen, bleibt auf dem Eis wenig \u00fcbrig. Wie eine Komikertruppe auf Glitschpartie tapsen die Adler \u00fcber den glatten Grund.<\/p>\n<p>Solche Nahaufnahmen sind selten. Meistens fotografiert Monika Lawrenz Tiere als Teil ihres nat\u00fcrlichen Lebensumfeldes. Unverf\u00e4lscht und wahrhaftig\u00a0sollen ihre Bilder wiedergeben, was sie selbst auf ihren Wanderungen durch die Heide, durchs Moor oder entlang der Ostsee erlebt.<\/p>\n<p>Auf dem Dar\u00df h\u00e4lt sie eine Schar von Kranichen auf einer n\u00e4chtlichen Sandbank fest. Schwarze Silhouetten vor einem Meer, das im Mondlicht silbern funkelt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"184\" height=\"104\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/screenshot1897944_v-einspaltig.jpg\" alt=\"Verschiedene Fotografien h\u00e4ngen in einem Raum. \u00a9 Screenshot \" title=\"Verschiedene Fotografien h\u00e4ngen in einem Raum.\" class=\"showcopyright\" style=\"display:none\"\/><\/p>\n<p><b>VIDEO:<\/b> Natur-Fotografie und Lyrik im Ostholstein-Museum (1 Min)<\/p>\n<p>Monika Lawrenz kreiert eine besondere Atmosph\u00e4re<\/p>\n<p>Im Dunkeln unterwegs zu sein, ist f\u00fcr die Fotografin nichts Besonderes; das Unbestimmte und Undefinierbare fasziniert sie: Landschaften in der Morgend\u00e4mmerung oder im Zwielicht des Abends, B\u00e4ume, die im Nebel verschwimmen, Winterw\u00e4lder im Gest\u00f6ber wei\u00dfer Flocken.<\/p>\n<p>Keines ihrer Werke ist nachbearbeitet, aber lange Belichtungszeiten sorgen daf\u00fcr, dass manche Fotos wie gemalt wirken. Wer Lawrenz\u2019 Aufnahmen vom Meer sieht, mag an Gem\u00e4lde von William Turner denken. Ebenso wie dem britischen Maler geht es ihr darum, Licht und Atmosph\u00e4re einzufangen. Wenn sich auf ihren Bildern Wasser und Luft, Gischt und Himmel vereinen, meint man, die Ostsee zu riechen.<\/p>\n<p>Lawrenz&#8216; Fotos zeigen auch Umwelts\u00fcnden<\/p>\n<p>Die Fotografin beschw\u00f6rt aber nicht nur die Sch\u00f6nheit und den Reichtum unserer Natur. Sie zeigt auch, was auf dem Spiel steht, wenn wir immer mehr Lebensr\u00e4ume von Pflanzen und Tieren zerst\u00f6ren: In der N\u00e4he von Rostock entstanden Aufnahmen eines bewaldeten Moores, das abgeholzt wurde, um Torf zu gewinnen. Wie Skelette auf einem Schlachtfeld liegen die Baumgerippe auf dem Boden verstreut. &#8222;Eine Wunde, die eine Fl\u00e4che ist, so gro\u00df, dass man auf ihr gehen kann&#8220;, kommentiert die<strong> <\/strong>Lyrikerin Anke Bastrop das Bild:<\/p>\n<p class=\"quote\">\nDas Moor ist in der Wunde verschwunden.<br \/>In 25-Liter-S\u00e4cken Torf, die f\u00fcr 13,95 \u00fcber Amazon verkauft werden.<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>Der Fotoband &#8222;Verlorenes, Unverlierbares&#8220; ist so au\u00dfergew\u00f6hnlich sch\u00f6n, so spannend und ber\u00fchrend, dass man das Buch immer wieder zur Hand nehmen m\u00f6chte. Und wie auf einem Spaziergang durch die Natur entdeckt man jedes Mal etwas Neues.<\/p>\n<p>Verlorenes, Unverlierbares<\/p>\n<dl>\n<dt class=\"dtHidden\">Seitenzahl:<\/dt>\n<dd>224 Seiten<\/dd>\n<dt class=\"dtHidden\">Genre:<\/dt>\n<dd>Bildband<\/dd>\n<dt>Preis:<\/dt>\n<dd>50 \u20ac<\/dd>\n<\/dl>\n<p>Dieses Thema im Programm:<\/p>\n<p>NDR Kultur |<br \/>\nDer Sonntag |<br \/>\n20.04.2025 | 12:20 Uhr<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ndr_printlogo.gif\" alt=\"NDR Logo\" title=\"NDR Logo\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 20.04.2025 06:00 Uhr Die Sch\u00f6nheit der Natur, aber auch ihre Verletzlichkeit und Gef\u00e4hrdung stehen im Mittelpunkt von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":47614,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[23363,1793,9225,9229,29,214,9226,1885,30,1794,23362,438,439,215,23365,23364],"class_list":{"0":"post-47613","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-anke-bastrop","9":"tag-art-and-design","10":"tag-bildband","11":"tag-bildbaende","12":"tag-deutschland","13":"tag-entertainment","14":"tag-fotobuch","15":"tag-fotografie","16":"tag-germany","17":"tag-kunst-und-design","18":"tag-monika-lawrenz","19":"tag-ndr","20":"tag-norddeutscher-rundfunk","21":"tag-unterhaltung","22":"tag-unverlierbares","23":"tag-verlorenes"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114371946510791908","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47613"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47613\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47614"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47613"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47613"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}