{"id":477484,"date":"2025-10-06T13:16:12","date_gmt":"2025-10-06T13:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/477484\/"},"modified":"2025-10-06T13:16:12","modified_gmt":"2025-10-06T13:16:12","slug":"bmw-werk-erhaelt-anschluss-ans-wasserstoff-kernnetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/477484\/","title":{"rendered":"BMW-Werk erh\u00e4lt Anschluss ans Wasserstoff-Kernnetz"},"content":{"rendered":"<p>BMW will sein Werk in Leipzig an das nationale Wasserstoff-Kernnetz anschlie\u00dfen. Eine entsprechende Absichtserkl\u00e4rung unterzeichnete der Autobauer am Mittwoch (1. Oktober). Partner sind das Infrastrukturunternehmen Mitnetz Gas und der Gasnetzbetreiber Ontras. Mitte 2027 soll die Verbindung in Betrieb gehen.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/wasserstoff-e1759755685235-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"BMW Werk Leipzig\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Ausfahrt einer frisch lackierten Karosserie aus dem Trockner f\u00fcr Mehrfarb-Lackierung. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: christophbusse.de f\u00fcr BMW AG<\/p>\n<p>                Premiere in Leipzig<\/p>\n<p>Laut BMW ist es eine Weltpremiere: Noch nie zuvor sei eine Autofabrik mit einem Wasserstoffnetz verbunden worden. Stattdessen wird Wasserstoff, der in der Produktion zum Einsatz kommt, heute in der Regel per LKW in Druckflaschen ausgeliefert. So auch im 2005 er\u00f6ffneten BMW-Werk Leipzig \u2013 zumindest noch.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eDurch die Versorgung mit einer Pipeline k\u00f6nnen wir Wasserstoff k\u00fcnftig in v\u00f6llig neuen Dimensionen einsetzen. Das gilt vor allem f\u00fcr unsere energieintensiven Prozesse wie die Trockner in der Lackiererei\u201c, erkl\u00e4rte Werksleiterin Petra Peterh\u00e4nsel anl\u00e4sslich der Unterzeichnung.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Um den Bau der rund 2 Kilometer langen Anschlussleitung samt Gasdruckregel- und Messanlage soll sich Mitnetz Gas k\u00fcmmern. Das Unternehmen aus Kabelsketal im Saale-Kreis ist spezialisiert auf Modernisierung und Neubau von Netzabschnitten im Verteil- und Ferngasnetz.<\/p>\n<p>Gro\u00dfabnehmer f\u00fcr das Kernnetz<\/p>\n<p>Der Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) Ontras aus Leipzig soll die Verbindung der neuen Leitung mit dem geplanten Wasserstoff-Kernnetz \u00fcbernehmen. Das im Juli 2024 von der Bundesnetzagentur genehmigte Kernnetz soll in seiner finalen Ausbaustufe ab 2032 rund 9.000 Leitungskilometer umfassen.<\/p>\n<p>Ziel ist, industrielle Gro\u00dfabnehmer mit gr\u00fcnem Wasserstoff zu versorgen. Der Transport via Pipeline k\u00f6nnte dabei viel Geld einsparen \u2013 Lieferungen per LKW sind deutlich kostenintensiver.\u00a0 Ontras verfolgt dabei einen besonderen Ansatz: Mit seinem \u201eOntras H2-Startnetz\u201c will der FNB Industriestandorte in Berlin, Leipzig, Magdeburg, Salzgitter und Sachsen mit Wasserstofferzeugern, -Importh\u00e4fen und -Speichern in ganz Deutschland verbinden. Das Startnetz ist dabei selbst wiederum ein Element des sich sukzessive entwickelnden Kernnetzes.<\/p>\n<p>F\u00fcr den BMW-Standort wird Ontras eine Bestandsleitung auf Wasserstofftransport umr\u00fcsten. Damit die Umstellung keine Auswirkungen auf die Erdgasversorgung nachgelagerter Anschlussnehmer hat, will der FNB parallel eine rund acht Kilometer lange Leitung zwischen Wiederitzsch und Seehausen neu bauen. Das Ziel: Wasserstoff und Erdgas \u00fcber getrennte Systeme zu transportieren. \u201eEs ist f\u00fcr uns entscheidend, dass beim Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes auch die Versorgung bestehender Erdgaskunden in Zukunft gesichert ist\u201c, erl\u00e4utert Ralph Bahke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer f\u00fcr Steuerung und Entwicklung bei Ontras.<\/p>\n<p>Wasserstoff aus Mitteldeutschland \u2013 und perspektivisch Finnland<\/p>\n<p>Unklar ist noch, woher der Wasserstoff f\u00fcr die neuen Netze kommen soll. In seiner Pressemitteilung nennt Ontras eine Absichtserkl\u00e4rung mit der Schweizer Infener AG, die einen Hub zur Wasserstoffproduktion im Norden Leipzigs plant. Dar\u00fcber hinaus sei das H2-Startnetz auch f\u00fcr weitere Erzeuger in Mitteldeutschland attraktiv.<\/p>\n<p>Langfristig k\u00f6nnte das BMW-Werk den Energietr\u00e4ger dann aus dem hohen Norden beziehen: Gemeinsam mit f\u00fcnf weiteren europ\u00e4ischen FNB plant Ontras den Nordic-Baltic Hydrogen Corridor (NBHC). Er soll bis 2040 etwa 2,7 Mio. Tonnen \u201eklimaoptimalen\u201c Wasserstoff pro Jahr aus Finnland importieren.<\/p>\n<p>Dennoch verweist Ontras darauf, dass es f\u00fcr den weiteren Ausbau des Kernnetzes \u201eklar erkennbare Bedarfe am Markt\u201c sowie \u201eein eindeutiges politisches Bekenntnis mit verbesserten Finanzierungsbedingungen\u201c brauche.<\/p>\n<p>Wasserstoff in der Autoproduktion<\/p>\n<p>Mit der nun geschlossenen Absichtserkl\u00e4rung hat Ontras nun zumindest einen potenziellen Gro\u00dfabnehmer f\u00fcr seine Wasserstofftransporte gefunden. Dabei hat der H2-Einsatz am Standort Leipzig schon Tradition: Im Oktober 2022 wurde in der Lackiererei der erste brennstoff-flexible Brenner in der Lackiererei in Betrieb genommen. Heute sind laut BMW bereits elf bivalente Brenner in der Lackiererei eingebaut. Diese k\u00f6nnen sowohl Erdgas als auch Wasserstoff verbrennen, wobei der Einsatz flexibel steuerbar ist.<\/p>\n<p>Indes geht der Wasserstoffeinsatz in Leipzig noch weiter zur\u00fcck: Schon 2013 nahm der Autobauer hier die ersten Brennstoffzellen-Gabelstapler und -Routenzugschlepper in Betrieb. Mittlerweile umfasst die Flotte \u00fcber 230 solcher Fahrzeuge \u2013 laut BMW ein Rekord in Europa. Betankt werden diese an neun Wasserstofftankstellen in den Werkhallen \u2013 die sich bald direkt mit Wasserstoff aus dem Kernnetz f\u00fcllen k\u00f6nnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"BMW will sein Werk in Leipzig an das nationale Wasserstoff-Kernnetz anschlie\u00dfen. Eine entsprechende Absichtserkl\u00e4rung unterzeichnete der Autobauer am&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":477485,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,71,859,5702],"class_list":{"0":"post-477484","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-leipzig","12":"tag-sachsen","13":"tag-wasserstoff"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115327414147246926","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/477484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=477484"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/477484\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/477485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=477484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=477484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=477484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}