{"id":477505,"date":"2025-10-06T13:28:23","date_gmt":"2025-10-06T13:28:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/477505\/"},"modified":"2025-10-06T13:28:23","modified_gmt":"2025-10-06T13:28:23","slug":"standortdaten-analyse-hamburg-untersucht-kreuzfahrt-gaeste-tageskarte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/477505\/","title":{"rendered":"Standortdaten-Analyse: Hamburg untersucht Kreuzfahrt-G\u00e4ste: Tageskarte"},"content":{"rendered":"<p>Zwei Professoren haben in einer Studie das Reiseverhalten von Kreuzfahrttouristen in Hamburg anhand mobiler Standortdaten untersucht. Prof. Dr. Sven Gro\u00df von der Hochschule Harz und Prof. Dr. Julian Reif von der FH Westk\u00fcste nutzten hierf\u00fcr anonymisierte GPS-Daten von Smartphone-Apps.<\/p>\n<p>Die Untersuchung, deren Ergebnisse im \u201eInternational Journal of Tourism Cities\u201c ver\u00f6ffentlicht wurden, bietet einen neuen Ansatz, um die Bewegungsstr\u00f6me von Besuchern in Gro\u00dfst\u00e4dten zu analysieren. Dies kann zur Lenkung von Touristenstr\u00f6men und dem Ausbau von Angeboten abseits \u00fcberlaufener Gebiete beitragen.<\/p>\n<p>Methodik: Standortdaten von Kreuzfahrtg\u00e4sten<\/p>\n<p>Grundlage der vom Deutschen Institut f\u00fcr Tourismusforschung erm\u00f6glichten Studie bildeten mobile Standortdaten aus dem Jahr 2019, um pandemiebedingte Verzerrungen in der Statistik zu vermeiden. Diese Daten werden von Big-Data-Anbietern gesammelt und stammen von Smartphone-Nutzern, die in ihren Einstellungen die Standortfreigabe beispielsweise f\u00fcr Wetter-, Spiel- oder Fitness-Apps erteilt haben.<\/p>\n<p>Prof. Gro\u00df hob die Besonderheit des Ansatzes hervor: \u201eWir alle hinterlassen bei der Nutzung von Smartphone-Apps digitale Spuren, die Big-Data-Anbieter sammeln und weiterverkaufen [\u2026]. Dass ausgew\u00e4hlte Daten f\u00fcr die Tourismusforschung im akademischen Kontext genutzt werden, ist bisher nur in wenigen Ans\u00e4tzen erprobt. Das hat diese Untersuchung f\u00fcr mich besonders spannend gemacht.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Analyse wurden ausschlie\u00dflich Signale von Ger\u00e4ten verwendet, die in einem der drei Hamburger Kreuzfahrtterminals erfasst wurden und die zus\u00e4tzlich mindestens sechs Tage vor oder nach der Erfassung im Hafen im Ausland registriert waren. Ger\u00e4te, die regelm\u00e4\u00dfig in der N\u00e4he der H\u00e4fen lokalisiert wurden (Anwohner oder Frachtverkehr), wurden ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Insgesamt flossen die Daten von 1.431 Smartphones in die Auswertung ein. Prof. Gro\u00df betonte die Effektivit\u00e4t dieser Methode, da sie im Vergleich zu bisherigen Ans\u00e4tzen wie individuellem Tracking per GPS-Ger\u00e4t oder pers\u00f6nlicher Beobachtung einen gr\u00f6\u00dferen Daten- und Erkenntnisgewinn bei geringerem Zeitaufwand biete.<\/p>\n<p>Unterschiede im Verhalten von In- und Ausl\u00e4ndern<\/p>\n<p>Die Untersuchung lokalisierte elf besonders beliebte Ausflugsziele in Hamburg und identifizierte Unterschiede im Bewegungsverhalten zwischen deutschen und ausl\u00e4ndischen Touristen.<\/p>\n<p>Deutsche Passagiere hielten sich demnach vermehrt an maritimen Zielen auf, namentlich am Hauptbahnhof, im Bereich Baumwall und Landungsbr\u00fccken sowie am Fischmarkt.<\/p>\n<p>Ausl\u00e4ndische G\u00e4ste waren am h\u00e4ufigsten am Flughafen anzutreffen und verbrachten ihre Zeit vorzugsweise in Hamburgs gro\u00dfen Einkaufsmeilen wie dem Jungfernstieg und der M\u00f6nckebergstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Implikationen f\u00fcr die Tourismussteuerung<\/p>\n<p>Ein weiterer Unterschied liegt in der Verteilung: Reisende aus dem Ausland bewegten sich vorwiegend im Zentrum der Stadt, w\u00e4hrend deutsche G\u00e4ste sich st\u00e4rker \u00fcber das gesamte Stadtgebiet verteilten.<\/p>\n<p>Hier sehen die Forscher einen Ansatzpunkt f\u00fcr Entscheidungstr\u00e4ger im Tourismussektor:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Es k\u00f6nnten Anreize geschaffen werden, damit ausl\u00e4ndische Touristen einen gr\u00f6\u00dferen Radius nutzen, um zentrale Hotspots zu entlasten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Das Interesse deutscher Reisender an Orten abseits typischer Sehensw\u00fcrdigkeiten k\u00f6nnte durch innovative Produkte, wie spezielle Nahverkehrstickets, weiter gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Laut Prof. Gro\u00df bietet das Tracking mittels GPS-Daten einen vielversprechenden Forschungsansatz. Eine Kombination dieser Daten mit weiteren Quellen \u2013 etwa zu genutzten Verkehrsmitteln, Ausgaben oder sozio-demografischen Angaben \u2013 w\u00fcrde die Tourismusforschung weiter voranbringen. Ziel sei es, gezieltere L\u00f6sungen f\u00fcr die wachsende Herausforderung durch \u00fcberlaufene Hotspots in Gro\u00dfst\u00e4dten zu entwickeln.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwei Professoren haben in einer Studie das Reiseverhalten von Kreuzfahrttouristen in Hamburg anhand mobiler Standortdaten untersucht. 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