{"id":478691,"date":"2025-10-07T00:28:13","date_gmt":"2025-10-07T00:28:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/478691\/"},"modified":"2025-10-07T00:28:13","modified_gmt":"2025-10-07T00:28:13","slug":"merkel-polen-und-balten-blockierten-eu-gespraeche-mit-putin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/478691\/","title":{"rendered":"Merkel: Polen und Balten blockierten EU-Gespr\u00e4che mit Putin"},"content":{"rendered":"<p>                    Estland emp\u00f6rt \u00fcber Aussagen<br \/>\n                Merkel gibt Balten und Polen Schuld f\u00fcr geplatzten Putin-Dialog<\/p>\n<p>\t\t\t\t              06.10.2025, 22:12 Uhr<\/p>\n<p><strong>Angela Merkel provoziert mit ihren Aussagen zu den Gr\u00fcnden f\u00fcr Russlands Einmarsch in die Ukraine. Sie h\u00e4tte kurz vor Kriegsbeginn einen Dialog mit Putin angestrebt, der laut ihr vor allem an Polen und den baltischen Staaten scheiterte. Die Aussagen sorgen f\u00fcr heftige Kritik.<\/strong><\/p>\n<p>Vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 h\u00e4tte sich die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel einen engeren Dialog der EU mit dem russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin gew\u00fcnscht. Sie habe damals, im Sommer 2021, zusammen mit Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron ein neues Gespr\u00e4chsformat angestrebt, &#8222;dass wir mit Putin direkt als Europ\u00e4ische Union sprechen&#8220;, sagte Merkel in einem Interview des ungarischen Portals &#8222;Partiz\u00e1n&#8220;. F\u00fcr das Scheitern des Vorhabens machte Merkel Polen und die baltischen Staaten verantwortlich. Estland wies die Aussagen der Ex-Kanzlerin scharf zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Sie habe damals gesp\u00fcrt, &#8222;dass das Minsk-Abkommen nicht mehr ernst genommen wird&#8220;. Das Aushandeln des Minsker Friedensabkommens sei richtig gewesen, &#8222;nur wir hatten dann in Corona eben keinerlei M\u00f6glichkeit mehr, uns mit Putin direkt auszutauschen, und das war sehr schlecht f\u00fcr die weitere Entwicklung&#8220;, sagte Merkel. Das Abkommen war 2015 mit dem Ziel geschlossen worden, die damals bereits herrschenden K\u00e4mpfe in der Ost-Ukraine zu beenden.<\/p>\n<p>Merkel: Baltikum und Polen waren dagegen<\/p>\n<p>Die Altkanzlerin sagte weiter, sie glaube, dass &#8222;Corona einen gro\u00dfen Einfluss hatte&#8220; auf Putins Entscheidung, die Ukraine anzugreifen. &#8222;H\u00e4tte Putin die Ukraine \u00fcberfallen, wenn es Corona nicht gegeben h\u00e4tte? Das kann keiner sagen&#8220;, sagte Merkel. Klar sei jedoch, dass das Coronavirus die Weltpolitik ver\u00e4ndert habe, weil pers\u00f6nliche Treffen nicht mehr m\u00f6glich waren. Putin habe aus Angst vor der Pandemie etwa am G20-Gipfel 2021 nicht teilgenommen. &#8222;Wenn man sich nicht treffen kann, wenn man nicht Auge in Auge die Meinungsunterschiede austragen kann, dann findet man auch keine neuen Kompromisse mehr. Videokonferenzen haben daf\u00fcr nicht ausgereicht. Sodass ich glaube, dass Corona leider einen Einfluss darauf hatte\u2026&#8220;, erkl\u00e4rte sie.<\/p>\n<p>Direkte Gespr\u00e4che der EU mit Putin seien damals &#8222;von einigen nicht unterst\u00fctzt&#8220; worden, &#8222;das waren vor allen Dingen die baltischen Staaten, aber auch Polen war dagegen, weil sie Angst hatten, dass wir keine gemeinsame Politik gegen\u00fcber Russland haben&#8220;, f\u00fchrte die Ex-Kanzlerin aus. &#8222;Meine Meinung war, wir m\u00fcssen dann eben daran arbeiten, eine gemeinsame Politik zu haben. Auf jeden Fall ist es nicht zustande gekommen, und ja, dann bin ich aus dem Amt geschieden, und dann hat die Aggression Putins begonnen. Wir werden heute nicht mehr kl\u00e4ren k\u00f6nnen, was gewesen w\u00e4re, wenn&#8220;, sagte Merkel.<\/p>\n<p>Estlands Au\u00dfenminister: Aussagen unversch\u00e4mt und falsch <\/p>\n<p>Estlands Au\u00dfenminister Margus Tsahkna wies die Aussagen von Merkel als unversch\u00e4mt und falsch zur\u00fcck. Der Grund f\u00fcr Russlands umfassende Aggression sei Putins Unf\u00e4higkeit, den Kollaps der Sowjetunion zu akzeptieren, sowie der fr\u00fchere Wunsch der westlichen L\u00e4nder, mit Putin zu verhandeln und seine Taten zu ignorieren, sagte er in einer Mitteilung des Au\u00dfenamtes in Tallinn. So seien weder der Krieg in Georgien 2008 noch Russlands Annexion der Krim 2014 auf starke Reaktionen gesto\u00dfen. <\/p>\n<p>&#8222;In unserer Region wurde Russlands wahre Natur schon fr\u00fch erkannt, und es wurde vor den von Russland ausgehenden Gefahren gewarnt. Die gro\u00dfe Mehrheit der westlichen Welt zog es jedoch vor, dies zu ignorieren&#8220;, sagte Tsahkna. Deutschland habe unter Merkels F\u00fchrung zudem die Kosten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland falsch eingesch\u00e4tzt und durch die Er\u00f6ffnung der Nord-Stream-Pipeline dazu beigetragen, von Russland energieabh\u00e4ngig zu bleiben.<\/p>\n<p>Sprecherin: Aussagen &#8222;nicht neu&#8220;<\/p>\n<p>Auch in den beiden anderen baltischen Staaten Lettland und Litauen wurden die Aussagen Merkels kritisch aufgefasst. Das Gespr\u00e4ch mit einem Journalisten von &#8222;Partiz\u00e1n&#8220; wurde bereits vor einigen Tagen online ver\u00f6ffentlicht. Merkel hielt sich am 1. Oktober in der ungarischen Hauptstadt Budapest auf, um dort f\u00fcr die ungarische \u00dcbersetzung ihrer Memoiren zu werben.<\/p>\n<p>Eine Sprecherin Merkels teilte auf Anfrage mit, die Aussagen der fr\u00fcheren Kanzlerin seien &#8222;nicht neu&#8220;. Bei einer Veranstaltung im Juni 2022 habe sie sich bereits entsprechend zur Lage im Juni 2021 ge\u00e4u\u00dfert. Die Haltung der baltischen Staaten und Polen zu einem Dialog mit Putin erw\u00e4hnte sie damals aber nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Estland emp\u00f6rt \u00fcber Aussagen Merkel gibt Balten und Polen Schuld f\u00fcr geplatzten Putin-Dialog 06.10.2025, 22:12 Uhr Angela Merkel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":478692,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[7015,661,3189,13,3188,812,14,15,3917,16,12,10,8,9,11,317,103,306,104],"class_list":{"0":"post-478691","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-angela-merkel","9":"tag-angriff-auf-die-ukraine","10":"tag-estland","11":"tag-headlines","12":"tag-lettland","13":"tag-litauen","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-polen","17":"tag-politik","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews","23":"tag-ukraine","24":"tag-welt","25":"tag-wladimir-putin","26":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115330056538820607","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/478691","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=478691"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/478691\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/478692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=478691"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=478691"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=478691"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}