{"id":478978,"date":"2025-10-07T03:11:16","date_gmt":"2025-10-07T03:11:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/478978\/"},"modified":"2025-10-07T03:11:16","modified_gmt":"2025-10-07T03:11:16","slug":"minderjaehrige-zu-prostitution-gezwungen-tagesschau-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/478978\/","title":{"rendered":"Minderj\u00e4hrige zu Prostitution gezwungen\u00a0 | tagesschau.de"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 07.10.2025 03:34 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>In M\u00fcnster laufen gleich zwei gro\u00dfe Strafverfahren wegen schwerer Zwangsprostitution. Angeklagt sind acht Personen, die junge Frauen systematisch ausgebeutet haben sollen. Interessenorganisationen kritisieren den Mangel an Anlaufstellen f\u00fcr Opfer.\u00a0<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/korrespondent-183.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jens Eberl\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1756614431_875_eberl-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Angeklagten scheinen das Gericht nicht sonderlich ernst zu nehmen. Sichtlich genervt und gelangweilt verfolgen sie die fast einst\u00fcndige Verlesung der Anschlageschrift. Dabei wiegen die Vorw\u00fcrfe schwer. Sie sollen unter Vort\u00e4uschung von Liebes- oder Freundschaftsbeziehungen mehrere Minderj\u00e4hrige und junge Frauen zur Prostitution gezwungen haben. Die Opfer waren teilweise erst 15 Jahre alt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Angeklagt sind eine 26-j\u00e4hrige Frau und zwei M\u00e4nner im Alter von 32 und 36 Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, zwischen Ende 2022 und Anfang 2025 insgesamt 80 Taten in verschiedenen St\u00e4dten in Nordrhein-Westfalen begangen zu haben. Die 26-J\u00e4hrige soll Hotels gebucht und Anzeigen in entsprechenden Internetportalen geschaltet haben, damit die Opfer m\u00f6glichst viele Freier bedienen. Ein M\u00e4dchen soll schwanger geworden sein. Laut Anklage wurde sie dann in die Niederlande gebracht, wo sie gegen ihren Willen eine Abtreibung durchf\u00fchren lassen musste.\u00a0<\/p>\n<p>    Zwei Prozesse innerhalb von f\u00fcnf Tagen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bereits in der vergangenen Woche hatte, auch am Landgericht in M\u00fcnster, ein Verfahren gegen zwei 33 und 36 Jahre alte Br\u00fcder, deren 56 und 60 Jahre alten Eltern sowie eine 37-j\u00e4hrige Frau begonnen. Sie sollen &#8222;teils gemeinschaftlich, teils alleine Taten der schweren Zwangsprostitution begangen haben, beziehungsweise die Prostitution junger Frauen unterst\u00fctzt und gef\u00f6rdert haben&#8220;, sagt der Sprecher des Landgerichts M\u00fcnster, Henning Barton.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit 2023 sollen sie zwei junge Frauen gegen deren Willen mit Einsatz von Gewalt zur Prostitution gezwungen zu haben. Eines der Opfer soll j\u00fcnger als 18 Jahre gewesen sein. Die Eltern sollen ihre Wohnung immer wieder f\u00fcr die Taten zur Verf\u00fcgung gestellt haben, obwohl sie das Alter der M\u00e4dchen kannten.\u00a0<\/p>\n<p>    Keine Anlaufstellen f\u00fcr Opfer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwei F\u00e4lle in M\u00fcnster innerhalb eines kurzen Zeitraums &#8211; das sorgt f\u00fcr Diskussionen in der Region. Susanne Kock vom Verein f\u00fcr die Rechte von Sexarbeitenden (VRESA) geht bei Zwangsprostitution von einer hohen Dunkelziffer aus. F\u00fcr die Betroffenen gebe es keine professionelle Hilfe: &#8222;Wir haben hier in M\u00fcnster keine Anlaufstelle, die explizit zu Menschenhandel arbeitet&#8220;, erkl\u00e4rt Kock. &#8222;Das hei\u00dft, wir \u00fcbernehmen das mit, wir haben dann den Kontakt zu den betreffenden Personen. Wir vermitteln sie weiter, obwohl wir eigentlich nicht spezifisch dazu arbeiten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Verein bietet eigentlich Beratung in individuellen Anliegen wie zum Beispiel Steuerfragen an und setzt sich f\u00fcr politische und gesellschaftliche Akzeptanz der Sexarbeit ein.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwangsprostitution und Menschenhandel stehen in Deutschland unter Strafe. Prostitution ist dagegen legal und im 2017 verabschiedeten Prostituiertenschutzgesetz geregelt: Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter m\u00fcssen sich anmelden, es besteht eine Kondompflicht, vorgeschrieben sind au\u00dferdem regelm\u00e4\u00dfige Gesundheitschecks und \u00dcberpr\u00fcfungen der Betriebe.\u00a0<\/p>\n<p>    Strengere Gesetze in Skandinavien<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anders sieht es in skandinavischen Staaten aus. In Schweden beispielsweise ist der Kauf von sexuellen Dienstleistungen verboten, der Verkauf hingegen wird nicht bestraft. Demnach machen sich Freier und Bordellbetreiber strafbar, Prostituierte jedoch nicht. Schweden hat diese Gesetzgebung 1999 eingef\u00fchrt, daher die Bezeichnung &#8222;Nordisches Modell&#8220;.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eva arbeitet als Prostituierte in der &#8222;Wunschfabrik&#8220; in M\u00fcnster. Ihr Alter gibt sie mit 34 an. Von einem Sexkaufverbot wie in Skandinavien h\u00e4lt sie wenig: &#8222;Das f\u00fchrt nur dazu, dass noch mehr Sexarbeiterinnen in die Illegalit\u00e4t gedr\u00e4ngt werden&#8220;, bef\u00fcrchtet sie.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das sieht auch die Diakonie so. Sie lehnt das Nordische Modell ab, &#8222;weil es die Lage von Prostituierten verschlechtert, das Risiko von Gewalt und Krankheiten erh\u00f6ht und den Zugang zu Unterst\u00fctzung und medizinischer Versorgung erschwert&#8220;, sagte Vorst\u00e4ndin Elke Ronneberger dem Evangelischen Pressedienst. Die Erfahrungen aus L\u00e4ndern mit einem Sexkaufverbot zeigten, dass Prostitution aufgrund des Verbotes von legalen T\u00e4tigkeitsorten in gef\u00e4hrliche und prek\u00e4re Bereiche abgedr\u00e4ngt werde.\u00a0<\/p>\n<p>    Aktuelles Gesetz mit &#8222;St\u00e4rken und Schw\u00e4chen&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen hat sich im Auftrag der Bundesregierung mit der aktuellen Gesetzeslage auseinandergesetzt und Menschen befragt, die der Prostitution nachgehen. Studienleiter Tillmann Bartsch sieht im aktuellen Gesetz &#8222;St\u00e4rken und Schw\u00e4chen&#8220;. Das Anmeldeverfahren werde zwar umgesetzt, aber das Ziel, dadurch auch Betroffene von Menschenhandel zu erkennen, sei noch nicht erreicht &#8211; unter anderem wegen der teils mangelnden Ausbildung der Besch\u00e4ftigten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die beiden aktuellen F\u00e4lle werden das Landgericht M\u00fcnster noch l\u00e4ngere Zeit besch\u00e4ftigen. Die Urteile werden im Dezember und Februar erwartet.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.10.2025 03:34 Uhr In M\u00fcnster laufen gleich zwei gro\u00dfe Strafverfahren wegen schwerer Zwangsprostitution. 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