{"id":479026,"date":"2025-10-07T03:41:12","date_gmt":"2025-10-07T03:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479026\/"},"modified":"2025-10-07T03:41:12","modified_gmt":"2025-10-07T03:41:12","slug":"boerse-express-eu-parlament-textilhersteller-muessen-fuer-recycling-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479026\/","title":{"rendered":"B\u00f6rse Express &#8211; EU-Parlament: Textilhersteller m\u00fcssen f\u00fcr Recycling zahlen"},"content":{"rendered":"<p>\n                                        Das EU-Parlament verabschiedet eine neue Abfallrichtlinie, die Textilunternehmen ab 2028 zur \u00dcbernahme von Recyclingkosten verpflichtet. Gleichzeitig stocken die Verhandlungen zum Klimaziel 2040.\n                                    <\/p>\n<p>Das EU-Parlament hat die neue Abfallrahmenrichtlinie beschlossen. Erstmals werden Textilunternehmen europaweit zur Kasse gebeten &#8211; sie m\u00fcssen k\u00fcnftig die Kosten f\u00fcr das Recycling ihrer Produkte \u00fcbernehmen. Bei den Klimazielen hingegen blockiert die Politik.<\/p>\n<p>Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt f\u00fcr Millionen von Unternehmen: Wer Kleidung, Schuhe oder Haushaltstextilien in der EU verkauft, tr\u00e4gt ab 2028 die volle Verantwortung f\u00fcr deren Entsorgung. Das gilt auch f\u00fcr Online-H\u00e4ndler und Produzenten au\u00dferhalb Europas.<\/p>\n<p>Fast Fashion wird teurer<\/p>\n<p>Die im Oktober in Kraft getretene Richtlinie f\u00fchrt das &#8222;Verschmutzer-zahlt-Prinzip&#8220; f\u00fcr die gesamte Textilindustrie ein. Unternehmen m\u00fcssen die Kosten f\u00fcr Sammlung, Sortierung und Recycling von Alttextilien \u00fcbernehmen &#8211; ein direkter Angriff auf das &#8222;Fast Fashion&#8220;-Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n<p>Die Mitgliedstaaten haben 30 Monate Zeit f\u00fcr die nationale Umsetzung. Bis April 2028 sollen die entsprechenden Systeme europaweit funktionieren. Frankreich und die Niederlande haben bereits \u00e4hnliche Programme und dienen als Blaupause.<\/p>\n<p>Lebensmittelverschwendung: Ehrgeizige Sparziele<\/p>\n<p>Parallel versch\u00e4rft die EU den Kampf gegen Lebensmittelabf\u00e4lle. Die neuen Vorgaben sind konkret:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Industrie<\/strong>: 10 Prozent weniger Abfall in Verarbeitung und Herstellung bis 2030<\/li>\n<li><strong>Handel und Gastronomie<\/strong>: 30 Prozent Reduktion pro Kopf<\/li>\n<li><strong>Private Haushalte<\/strong>: Ebenfalls 30 Prozent weniger Verschwendung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als Messlatte dienen die durchschnittlichen Abfallmengen von 2021 bis 2023. Die Mitgliedstaaten m\u00fcssen die Richtlinie binnen 20 Monaten in nationales Recht umsetzen.<\/p>\n<p>Klimaziel 2040 steckt in der Sackgasse<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bei der Abfallwirtschaft Taten folgen, blockiert die Politik beim Klimaschutz. Das Parlament lehnte einen Eilantrag f\u00fcr das EU-Klimaziel 2040 ab &#8211; ma\u00dfgeblich getrieben von der Europ\u00e4ischen Volkspartei und rechten Fraktionen.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen fordern eine Treibhausgas-Reduktion um 90 bis 95 Prozent bis 2040. Andere Fraktionen zeigen sich uneins \u00fcber die H\u00f6he und die Anrechnung von Emissionsminderungen au\u00dferhalb der EU.<\/p>\n<p>Zwei Geschwindigkeiten im Green Deal<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Entwicklungen offenbaren eine gespaltene EU-Umweltpolitik. Bei konkreten Einzelma\u00dfnahmen wie der Textil-Regulierung geht es voran. Doch bei den gro\u00dfen strategischen Weichenstellungen br\u00f6ckelt der Konsens.<\/p>\n<p>Analysten warnen vor den Folgen der Klimaziel-Blockade: Ohne klare Vorgaben fehlt Unternehmen die Planungssicherheit f\u00fcr gr\u00fcne Investitionen. Zudem droht die EU, bei der n\u00e4chsten Weltklimakonferenz ohne verbindliches Zwischenziel dazustehen.<\/p>\n<p>Wirtschaft unter Anpassungsdruck<\/p>\n<p>F\u00fcr Textilunternehmen beginnt jetzt der Countdown. In den kommenden zwei Jahren m\u00fcssen sie ihre Produktgestaltung \u00fcberdenken &#8211; Stichwort Recyclingf\u00e4higkeit und Langlebigkeit. Die Lebensmittelbranche steht vor \u00e4hnlichen Herausforderungen bei der Abfallvermeidung.<\/p>\n<p>Die Klimapolitik bleibt dagegen ein Vabanque-Spiel. Die Verhandlungen ziehen sich voraussichtlich bis in den Herbst. Ohne Kompromiss schw\u00e4cht die EU ihre F\u00fchrungsrolle im globalen Klimaschutz erheblich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das EU-Parlament verabschiedet eine neue Abfallrichtlinie, die Textilunternehmen ab 2028 zur \u00dcbernahme von Recyclingkosten verpflichtet. 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