{"id":479050,"date":"2025-10-07T03:55:12","date_gmt":"2025-10-07T03:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479050\/"},"modified":"2025-10-07T03:55:12","modified_gmt":"2025-10-07T03:55:12","slug":"kwesi-owusu-ankomahs-in-sich-ruhender-fischer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479050\/","title":{"rendered":"Kwesi Owusu-Ankomahs in sich ruhender Fischer"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Kwesi Owusu-Ankomahs Gem\u00e4lde &#8222;Fisher mending his net&#8220; von 1986 zeigt einen ruhigen, konzentrierten Fischer und zeichnet sich durch helle Farben und leuchtende, geometrische Landschaft aus.<\/li>\n<li>Das Bild entstand als Teil einer Serie f\u00fcr die soziale K\u00fcnstlerf\u00f6rderung in Bremen, was Owusu-Ankomah mehr Stabilit\u00e4t in Europa gab, bevor er sp\u00e4ter nach Ghana zur\u00fcckkehrte.<\/li>\n<li>In sp\u00e4teren Werken wandelte der K\u00fcnstler seinen Stil zu reduzierten, spirituell gepr\u00e4gten Darstellungen mit maskenhaften Motiven und Zeichenkosmos; die St\u00e4dtische Galerie besitzt zehn Werke von ihm.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>Ein Fischer flickt sein Netz, konzentriert, ohne Hektik. Er strahlt diese eigent\u00fcmliche Ruhe aus, die man nach einem langen Arbeitstag versp\u00fcrt: ein bisschen Erleichterung, ein bisschen Ersch\u00f6pfung. Diese Wirkung liegt bei Kwesi Owusu-Ankomahs 1986 entstandenem \u00d6lbild &#8222;Fisher mending his net&#8220; sicherlich auch an den Farben. Das Bild strahlt die Helligkeit eines sonnigen Sommertags aus, die im Hintergrund liegende, geometrisch gestaltete Landschaft leuchtet bis ins kleinste Detail.<\/p>\n<p>Wer war Kwesi Owusu-Ankomah?<\/p>\n<p>&#8222;Er war eine gro\u00dfe Ausnahmeerscheinung in der Bremer Kunstszene&#8220;, sagt Ingmar L\u00e4hnemann, Leiter der St\u00e4dtischen Galerie, \u00fcber den Maler. Kwesi Owusu-Ankomah, mit vollst\u00e4ndigem Namen Kwesi Ofosu-Apea Owusu Ankomah, wurde 1956 in Sekondi-Takoradi in Ghana geboren, studierte von 1971 bis 1974 am Ghanatta College of Art in der ghanaischen Hauptstadt Accra Kunst und bereiste zwischen 1979 und 1985 immer wieder Europa. Ab 1986 lebte er in Bremen, sp\u00e4ter kehrte er nach Ghana zur\u00fcck. Dort ist er im Februar dieses Jahres gestorben. Eine seiner T\u00f6chter ist Kuratorin und lebt in Ghana.<\/p>\n<p>Was ist an dem Bild besonders?<\/p>\n<p>Das Bild &#8222;Fischer, der sein Netz repariert&#8220; steht in einer Reihe mit vier \u00e4hnlich gelagerten Arbeiten des K\u00fcnstlers. Sie seien als Gegenleistung f\u00fcr ein Stipendium der sozialen K\u00fcnstlerf\u00f6rderung entstanden und deshalb im Besitz der St\u00e4dtischen Galerie, erz\u00e4hlt Mitarbeiterin Angela Tietze. Kwesi Owusu-Ankomah habe dadurch etwas Ruhe in seine bis dato eher unsichere Existenz in Europa bringen k\u00f6nnen \u2013 sein Aufenthaltsstatus sei lange nicht gekl\u00e4rt gewesen. Diese Ruhe, zu der sicherlich auch die Eheschlie\u00dfung und Familiengr\u00fcndung beigetragen haben, sehe man dem Werk an. Auch auf den anderen drei Bildern der Serie ist minimale bis keine Aktivit\u00e4t zu erkennen \u2013 die Menschen im Zentrum liegen oder sitzen, nur der &#8222;Working Fisherman&#8220; holt sein Boot in den Hafen, bevor er sich wahrscheinlich zu seinen Kollegen gesellt, um sich ebenfalls auszuruhen. &#8222;Auff\u00e4llig ist die positive Farbigkeit, mit der er gegenst\u00e4ndlich Motive und Menschen aus seiner Heimat Ghana aufgreift, aber offenbar auch seine damalige Stimmung&#8220;, sagt Angela Tietze dazu.<\/p>\n<p>Wie hat sich Kwesi Owusu-Ankomah k\u00fcnstlerisch weiterentwickelt?<\/p>\n<p>In sp\u00e4teren Arbeiten hat der Maler zu einer reduzierten Darstellungsweise gefunden. Das 1988 entstandene &#8222;Caveman\u2019s Mathematic&#8220; (Mathematik des H\u00f6hlenmenschen) ist in Graut\u00f6nen gehalten, die Figur ist stark pastos und beinahe minimalistisch gestaltet. Owusu-Ankomah habe sich st\u00e4rker mit Masken und H\u00f6hlenmalerei auseinandergesetzt, so Tietze. Auch die f\u00fcr ihn wichtige spirituelle Ebene nimmt auf seinen Bildern einen gr\u00f6\u00dferen Raum ein, so hat er beispielsweise traditionelle Schriftzeichen neu interpretiert. &#8222;Menschen werden bei ihm schlie\u00dflich nur noch in Umrisslinien dargestellt, das Gegenst\u00e4ndliche verschwindet hinter einem ganz eigenen Zeichenkosmos, den er entwickelt hat&#8220;, sagt sie.<\/p>\n<p>Wo waren au\u00dferdem Werke von ihm zu sehen?<\/p>\n<p>Im &#8222;Caf\u00e9 Gr\u00fcn&#8220; habe Kwesi Owusu-Ankomah zwei Wandgem\u00e4lde gestaltet, erz\u00e4hlt Tietze. Au\u00dferdem habe es ihm gutgetan, dort K\u00fcnstlerfreundschaften zu pflegen und \u00fcberhaupt als Migrant aus Afrika als K\u00fcnstler wahrgenommen zu werden \u2013 was in den 1980er- und 1990er-Jahren noch ungleich schwieriger war als heute. Dabei habe er, geschult an der traditionellen Malweise seiner Heimat, seinen Platz finden m\u00fcssen zwischen den ansonsten eher informell malenden K\u00fcnstlern der Bremer Szene. Die St\u00e4dtische Galerie besitzt zehn Werke des K\u00fcnstlers; 2013 hat Kwesi Owusu-Ankomah dort die Ausstellung &#8222;West to West&#8220; mit Werken von K\u00fcnstlerkollegen kuratiert, die wie er in den 1970er- und 1980er-Jahren aus Westafrika nach (West-)Europa migriert sind. Danach ist er nach Ghana zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc81xm1mnc3r71f6o4eepo\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/kultur\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kwesi Owusu-Ankomahs Gem\u00e4lde &#8222;Fisher mending his net&#8220; von 1986 zeigt einen ruhigen, konzentrierten Fischer und zeichnet sich durch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":479051,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-479050","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115330870438211306","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479050","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=479050"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479050\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/479051"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=479050"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=479050"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=479050"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}