{"id":479080,"date":"2025-10-07T04:12:18","date_gmt":"2025-10-07T04:12:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479080\/"},"modified":"2025-10-07T04:12:18","modified_gmt":"2025-10-07T04:12:18","slug":"grundeinkommen-hamburg-stimmt-ueber-modellversuch-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479080\/","title":{"rendered":"Grundeinkommen: Hamburg stimmt \u00fcber Modellversuch ab"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/screenshot-41206.webp\" alt=\"Logo der Initiative &quot;Hamburg testet Grundeinkommen&quot;.\" title=\"Logo der Initiative &quot;Hamburg testet Grundeinkommen&quot;. | Screenshot\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Hamburg entscheidet \u00fcber Volksentscheid zu Grundeinkommen (1 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 07.10.2025 06:07 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Am Sonntag wird in Hamburg \u00fcber den Volksentscheid zum Test eines bedingungslosen Grundeinkommens abgestimmt. Bis sp\u00e4testens Mittwoch m\u00fcssen die Briefwahlunterlagen abgeschickt werden. <\/p>\n<p class=\"\">Drei Jahre lang soll nach dem Gesetzentwurf der Initiative &#8222;Hamburg testet Grundeinkommen&#8220; ein Modellversuch laufen. Insgesamt 2.000 Menschen aus einer Nachbarschaft w\u00fcrden dabei Geld vom Staat erhalten, mindestens 1.346 Euro zuz\u00fcglich Krankenversicherung. Der Betrag w\u00fcrde j\u00e4hrlich in H\u00f6he der Inflationsrate steigen. Eigene Einkommen w\u00fcrden jedoch angerechnet. Als Faustregel gilt: &#8222;Je geringer das eigene Einkommen, desto h\u00f6her f\u00e4llt das ausgezahlte Grundeinkommen aus.&#8220;<\/p>\n<p>    Versuch soll wissenschaftlich begleitet werden<\/p>\n<p class=\"\">Die Initiatoren rechnen mit Kosten von etwa 50 Millionen Euro f\u00fcr die Stadt Hamburg. Davon seien etwa 42 Millionen Euro f\u00fcr die Grundeinkommenszahlungen und etwa 8 Millionen Euro f\u00fcr die Vorbereitung und die begleitende Forschung vorgesehen. Das Modellversuch soll wissenschaftlich ausgewertet werden. Untersucht werden sollen Fragen wie: Wie ver\u00e4ndert es die Menschen, wie das Miteinander oder die Bildungschancen, wenn man nicht zuerst darauf achten muss, dass die materiellen Grundbed\u00fcrfnisse erf\u00fcllt sind?<\/p>\n<p>    Wissenschaftler und Linke stehen hinter dem Versuch<\/p>\n<p class=\"\">Unterst\u00fctzung bekommt die Initiative beispielsweise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wie dem fr\u00fcheren Chef des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar &#8211; und von der Linken Hamburg.<\/p>\n<p>    Kritik: Es werden falsche Anreize gesetzt<\/p>\n<p class=\"\">CDU, AfD, SPD und Gr\u00fcne hingegen haben sich gegen den Versuch ausgesprochen. SPD und Gr\u00fcne halten das Modell f\u00fcr zu teuer, es liefere auch keinen wissenschaftlichen Mehrwert, weil es an anderer Stelle bereits Modellversuche gegeben habe. Au\u00dferdem sei das Grundeinkommen auch gar nicht bedingungslos, weil Einkommen angerechnet w\u00fcrden. F\u00fcr die CDU w\u00e4re der Volksentscheid &#8222;ein kostspieliges, unausgereiftes Projekt zur Abstimmung, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet&#8220;. Die AfD beendet ihre Empfehlung zu einem Nein zum Grundeinkommen mit einem schlichten &#8222;Ihre Steuern &#8211; Ihre Entscheidung&#8220;.<\/p>\n<p>    B\u00fcndnis: &#8222;Teuer und nutzlos&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">In einem \u00fcberparteilichen Wahlaufruf, der auch von zahlreichen Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern unterzeichnet wurde, hei\u00dft es zudem, es w\u00fcrden falsche Anreize gesetzt. Zum &#8222;Nein&#8220; beim Grundeinkommen schreibt das B\u00fcndnis in einem Kernsatz: &#8222;Wir k\u00f6nnen diese Frage in Hamburg \u00fcberhaupt nicht regeln; es w\u00e4re daher ein teurer und nutzloser Versuch.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/screenshot-53282.webp\" alt=\"Zwei Frauen sitzen auf einem Sofa und schauen in einen Laptop.\" title=\"Zwei Frauen sitzen auf einem Sofa und schauen in einen Laptop. | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Bei einem Volksentscheid sollen die Hamburger \u00fcber das Projekt abstimmen. Der rot-gr\u00fcne Senat lehnt die Initiative ab.<\/p>\n<p>    Kritik von Hans-B\u00f6ckler-Stiftung<\/p>\n<p class=\"\">Und auch die arbeitnehmernahe Hans-B\u00f6ckler-Stiftung r\u00e4t von einem steuerfinanzierten Grundeinkommen ab. Unter anderem sehen deren Forscherinnen und Forscher die Gefahr eines Trojanischen Pferdes, indem die Kosten als Argument f\u00fcr das Streichen aller Transferzahlungen einschlie\u00dflich der Rente dienen k\u00f6nnten. Aus Sicht der Stiftungsforscher w\u00e4re es sinnvoller, etwa die Ausbildung, Familien- oder Existenzgr\u00fcndung durch gro\u00dfz\u00fcgigere Transfers zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>    Zuversicht bei der Initiative<\/p>\n<p class=\"\">Laura Br\u00e4mswig, Sprecherin der Initiative f\u00fcr das Grundeinkommen gibt sich dennoch zuversichtlich. Umfragen h\u00e4tten gezeigt, dass eine Mehrheit f\u00fcr den Modellversuch ist. Entscheidend ist laut Br\u00e4mswig, dass auch gen\u00fcgend Hamburgerinnen und Hamburger abstimmen. Aus Sicht der Initiative w\u00e4re ein Grundeinkommen ein Schritt in eine gerechtere, solidarischere Gesellschaft und damit ein Schutz f\u00fcr die Demokratie. &#8222;Mit einem Grundeinkommen k\u00f6nnen sich Menschen entfalten, unabh\u00e4ngig von Herkunft und Kontostand&#8220;, hei\u00dft es. Bislang sei das nicht so. In Hamburg seien 27,8 Prozent der unter 18-J\u00e4hrigen von Armut bedroht, 43 Prozent der Alleinerziehenden seien armutsgef\u00e4hrdet &#8211; obwohl viele arbeiteten. Au\u00dferdem seien 40 Prozent der Arbeitspl\u00e4tze Leiharbeit, befristet oder Minijobs.<\/p>\n<p>    Zweiter Anlauf zum Modellversuch<\/p>\n<p class=\"\">Es ist schon der zweite Anlauf der Initiative zur Einf\u00fchrung eines Modellversuchs f\u00fcr ein bedingungsloses Grundeinkommen. Anfang 2020 hatten die Initiatorinnen und Initiatoren schon einmal die notwendige Zahl von 10.000 g\u00fcltigen Unterschriften zusammenbekommen. Ein anschlie\u00dfend geplantes Volksbegehren war jedoch im Sommer 2023 vom Hamburgischen Verfassungsgericht auf Antrag des rot-gr\u00fcnen Senats gestoppt worden. Die Initiatoren hatten ihren Gesetzentwurf daraufhin \u00fcberarbeitet und die neue Initiative gestartet.<\/p>\n<p>    Hamburger k\u00f6nnen abstimmen<\/p>\n<p class=\"\">Sollten die Hamburgerinnen und Hamburger nicht schon von ihrem Briefwahlrecht Gebrauch gemacht haben, k\u00f6nnen sie ihr Kreuz nach Angaben des Landeswahlamts am 12. Oktober zwischen 8 und 18 Uhr in einem von 185 Abstimmungsstellen machen. Die Ausz\u00e4hlung der Stimmen erfolgt noch am Abend. Der Volksentscheid gilt aus Sicht der Initiative als gewonnen, wenn zum einen mindestens ein F\u00fcnftel der rund 1,3 Millionen Abstimmungsberechtigten zustimmt und es zum anderen mehr Ja- als Nein-Stimmen gibt. Schafft die Initiative das, m\u00fcssen Senat und B\u00fcrgerschaft den Zukunftsentscheid umsetzen. Die Gesch\u00e4ftsstelle des Landeswahlleiters\u00a0ver\u00f6ffentlicht im Internet, wie viele Menschen schon per Briefwahl abgestimmt haben.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/volksentscheid-104.webp\" alt=\"Ein Schild mit Volksentscheid steht an einem Hamburger Wahllokal. \" title=\"Ein Schild mit Volksentscheid steht an einem Hamburger Wahllokal.  | picture alliance \/ dpa | Maurizio Gambarini\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Am 12. Oktober k\u00f6nnen sich die Hamburger an zwei Volksentscheiden beteiligen. Der eine dreht sich um Hamburgs Klimaziele, der andere um ein bedingungsloses Grundeinkommen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/grundeinkommen168.webp\" alt=\"Ein Plakat zum Volksbegehren f\u00fcr ein Grundeinkommen ist in Hamburg zu sehen.\" title=\"Ein Plakat zum Volksbegehren f\u00fcr ein Grundeinkommen ist in Hamburg zu sehen. | picture alliance \/ dpa, Christian Charisius\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Initiative &#8222;Hamburg testet Grundeinkommen&#8220; hat mit ihrer Kampagne begonnen. Am 12. Oktober wird \u00fcber den Volksentscheid abgestimmt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/post782.webp\" alt=\"Ein Mann greift in eine Postkiste mit Briefen\" title=\"Ein Mann greift in eine Postkiste mit Briefen | picture alliance \/ Eibner-Pressefoto | Fleig \/ Eibner-Pressefoto\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Deutsche Post hat damit begonnen, Wahlunterlagen f\u00fcr zwei Volksentscheide zu verschicken. Der eine dreht sich um Hamburgs Klimaziele, der andere um bedingungsloses Grundeinkommen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/initiative180.webp\" alt=\"Vertreter der Volksinitiative &quot;Hamburg testet Grundeinkommen&quot; jubeln auf dem Hamburger Rathausmarkt \u00fcber 95.842 gesammelte Unterschriften.\" title=\"Vertreter der Volksinitiative &quot;Hamburg testet Grundeinkommen&quot; jubeln auf dem Hamburger Rathausmarkt \u00fcber 95.842 gesammelte Unterschriften. | picture alliance \/ dpa, Markus Klemm\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Volksinitiative &#8222;Hamburg testet Grundeinkommen&#8220; will einen Modellversuch zur Einf\u00fchrung eines bedingungslosen Grundeinkommens durchsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Hamburg entscheidet \u00fcber Volksentscheid zu Grundeinkommen (1 Min) Stand: 07.10.2025 06:07 Uhr Am Sonntag wird in Hamburg&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":399355,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692],"class_list":{"0":"post-479080","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115330937652897409","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=479080"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479080\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/399355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=479080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=479080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=479080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}