{"id":479097,"date":"2025-10-07T04:22:12","date_gmt":"2025-10-07T04:22:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479097\/"},"modified":"2025-10-07T04:22:12","modified_gmt":"2025-10-07T04:22:12","slug":"herbstgeschichte-dreiecksbeziehung-in-altmodischer-sprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479097\/","title":{"rendered":"&#8222;Herbstgeschichte&#8220;: Dreiecksbeziehung in altmodischer Sprache"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/covernadolny-100.webp\" alt=\"Cover, Sten Nadolny, &quot;Herbstgeschichte&quot;\" title=\"Cover, Sten Nadolny, &quot;Herbstgeschichte&quot; | Piper\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 07.10.2025 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Sten Nadolnys neuer Roman &#8222;Herbstgeschichte&#8220; erz\u00e4hlt von einer M\u00e4nnerfreundschaft und der Liebe zu einer sch\u00f6nen Frau &#8211; ein Vexierspiel unterschiedlicher Versionen einer Geschichte um Liebe und Selbstheilungskr\u00e4fte.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/annemarie-stoltenberg,stoltenberg232.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Annemarie Stoltenberg<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Es sind mehrere ineinander verschachtelte Geschichten, und erz\u00e4hlt werden sie von einem erfundenen Autor namens Titus, der sich vorstellt:<\/p>\n<blockquote><p>\n        Ich erz\u00e4hle die Geschichte von Bruno und Michael und zwar ab deren gemeinsamer Reise im Jahr 1998, auf der sie eine junge Frau namens Marietta kennenlernten.<\/p>\n<p>                Leseprobe<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Wie eine junge Frau das Leben zweier M\u00e4nner ver\u00e4ndert<\/p>\n<p class=\"\">Es ist ein gem\u00e4chlicher Erz\u00e4hlrhythmus mit Abschweifungen und Wiederholungen und nach rechts und links m\u00e4andrierenden Schlenkern. Zwei Schulfreunde, beide inzwischen 54 Jahre alt, hatten sich aus den Augen verloren. Nach einem Ehemaligentreffen sitzen sie gemeinsam im Zug auf einer Reise nach Z\u00fcrich. Eine schutzbed\u00fcrftig wirkende junge Frau setzt sich in ihr Abteil, und beide verlieben sich Hals \u00fcber Kopf in sie.<\/p>\n<blockquote><p>\n        Die Sonne sank, die Schatten wurden l\u00e4nger und die Konturen sch\u00e4rfer. Aus dem gescheiten Bier wurden zwei Gl\u00e4ser Riesling, und sie sprachen gar nicht \u00fcber sich, sondern \u00fcber die junge Frau. Michael sagte, sie sei der Typ wie Holly Golightley, die bei Tiffany fr\u00fchst\u00fcckt, vor allem aber bildsch\u00f6n.<\/p>\n<p>                Leseprobe<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"\">So sch\u00f6n, dass beide M\u00e4nner versuchen, ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Bruno, der Theatermacher und Michael, der Schriftsteller. Man reist gemeinsam weiter nach Venedig. Danach verlieren sie sich aus den Augen, viele andere Dinge ereignen sich.<\/p>\n<p>    Pflege und F\u00fcrsorge werden zur Herausforderung<\/p>\n<p class=\"\">Erst einige Jahre sp\u00e4ter begegnen sich dann Marietta und Michael unter ganz anderen Voraussetzungen bei einer seiner Lesungen wieder. Marietta ist inzwischen pfleged\u00fcrftig, sitzt im Rollstuhl und Michael beginnt sich um sie zu k\u00fcmmern. Er \u00fcbernimmt eine Art Mutterrolle f\u00fcr Marietta und regelt den Alltag f\u00fcr sie. Das bedeutet f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre:\u00a0Kampf mit b\u00fcrokratischen H\u00fcrden um Pflegegeld, Sozialhilfe, Mietzusch\u00fcsse und mehr. Er wird nicht m\u00fcde, sich \u00fcber die M\u00fchsal der Auseinandersetzungen mit den Beh\u00f6rden zu wundern. Als tragisch f\u00fcr Marietta entpuppt sich, dass sie nur dann Anspruch auf Unterst\u00fctzung hat, wenn sie weiter schwer krank bleibt. Und dann taucht eines Tages Bruno auf, der bei ihrer ersten Begegnung der Dritte im Bunde war. Er entf\u00fchrt Marietta, die sich pl\u00f6tzlich zu erholen scheint.<\/p>\n<p>    Sten Nadolnys stilvolles Vexierspiel<\/p>\n<p class=\"\">Die verwinkelt, verzwickt erz\u00e4hlte Geschichte mit Drehungen und Blindf\u00e4hrten inszeniert Sten Nadolny in einer offenbar bewusst altmodischen Sprache, der man eine Sehnsucht des Autors nach den Sprachnuancen des 20. Jahrhunderts anzumerken meint. Immer wieder schaltet sich als nachdenkliche, distanzierend Ebene der erfundene Autor ein.<\/p>\n<p class=\"\">In einer charmanten Anspielung bekennt dieser dritte Held der Geschichte, der Schriftsteller Titus, eines seiner Lieblingsb\u00fccher sei ein Roman, in dem es um die &#8222;Trekoner&#8220; und Lord Nelson ginge. Offenbar eine Anspielung auf den Roman &#8222;Die Entdeckung der Langsamkeit&#8220;? Nadolny inszeniert ein Vexierspiel unterschiedlicher Versionen einer Geschichte um Liebe und Selbstheilungskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>        Schlagw\u00f6rter zu diesem Artikel<\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buch\/Romane-Buch-Rezensionen-Lesungen-und-Podcasts,romane107.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Romane<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.10.2025 06:00 Uhr Sten Nadolnys neuer Roman &#8222;Herbstgeschichte&#8220; erz\u00e4hlt von einer M\u00e4nnerfreundschaft und der Liebe zu einer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":479098,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,7718,29,214,30,121215,118850,1800,121214,215],"class_list":{"0":"post-479097","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-buchtipp","11":"tag-deutschland","12":"tag-entertainment","13":"tag-germany","14":"tag-herbstgeschichte","15":"tag-neue-buecher","16":"tag-romane","17":"tag-sten-nadolny","18":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115330976632506137","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=479097"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479097\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/479098"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=479097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=479097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=479097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}