{"id":479251,"date":"2025-10-07T05:53:15","date_gmt":"2025-10-07T05:53:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479251\/"},"modified":"2025-10-07T05:53:15","modified_gmt":"2025-10-07T05:53:15","slug":"kibbuz-zwei-jahre-nach-hamas-angriff-sehr-traumatisch-hier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479251\/","title":{"rendered":"Kibbuz zwei Jahre nach Hamas-Angriff: &#8222;Sehr traumatisch hier&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 07.10.2025 07:19 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Er \u00fcberlebte, weil er sich im Schutzraum versteckte. Seine Nachbarn wurden ermordet. Um den Terrorangriff der Hamas vor zwei Jahren zu verarbeiten, f\u00fchrt Ralph Levinson Besucher durch seinen leeren Kibbuz.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/julio-segador-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Julio Segador\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1758084562_34_julio-segador-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ralph Levinson begr\u00fc\u00dft die kleine Besuchergruppe aus Michigan in den USA. Er steht im Zentrum des Kibbuz Kfar Aza &#8211; in dem, was davon noch \u00fcbrig ist. Manche Geb\u00e4ude sind ausgebrannt, andere voller Einschussl\u00f6cher. Kfar Aza ist auch zwei Jahre nach der Terrorattacke der Hamas weitgehend verlassen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        &#8222;Hier ist nichts mehr&#8220;, sagt Ralph Levinson.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Hier ist nichts mehr&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Levinson, der als Kind in Namibia deutschsprachig aufwuchs und vor 55 Jahren in den direkt am Gazastreifen gelegenen Kibbuz zog, denkt an das Gemeinschaftsleben zur\u00fcck, das es jetzt so nicht mehr gibt: &#8222;Von 100 Prozent auf null. Hier ist nichts mehr &#8211; kein Laden, keine Klinik, kein Busverkehr. Deshalb ist es sehr schwierig, hier zu wohnen. Auch Kinder wohnen hier nicht mehr.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schon kurze Zeit nach der Terrorattacke der Hamas am 7. Oktober 2023 begann Levinson, Besuchergruppen durch Kfar Aza zu f\u00fchren. In weiten Teilen ist es eine F\u00fchrung durch eine Geisterstadt.<\/p>\n<p>    Im Schutzraum \u00fcberlebt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">An den T\u00fcren der besch\u00e4digten H\u00e4user sind Zahlen aufgespr\u00fcht. Es sind die Zahlen der Toten, die die Ersthelfer damals dort fanden. Levinson h\u00e4lt an einem dieser H\u00e4user, wo eine ganze Familie ermordet wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er selbst hatte am Tag der Attacke schlichtweg Gl\u00fcck. Terroristen der Hamas ermordeten seine Nachbarn, sein Haus wurde verschont. Er \u00fcberlebte im Schutzraum, wo er mehr als einen Tag lang mit seiner Frau ausharrte.<\/p>\n<p>    Angst vor dem Zur\u00fcckkommen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Derzeit lebt der 73-J\u00e4hrige in einem Kibbuz, etwa 25 Kilometer von Kfar Aza entfernt. Er z\u00f6gert, zur\u00fcckzukommen.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Ich war schon bereit herzukommen, aber meine Frau nicht. Es ist sehr einsam hier. Es sind ganze Reihen von H\u00e4usern, wo kein Mensch wohnt. Wo man denkt, der wurde hier ermordet, der wurde hier ermordet, und die wurde dort vergewaltigt, und hier ist das Haus total weggesp\u00fclt worden. Es ist ziemlich traumatisch, hier zu wohnen. Und es knallt nat\u00fcrlich heftig hier. Vor allem nachts.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Dauerbombardement im benachbarten Gazastreifen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch w\u00e4hrend des Rundgangs mit der Besuchergruppe aus Michigan ist das Bombardement im Gazastreifen, nur wenige Kilometer vom Kibbuz entfernt, zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Levinson beruhigt die Gruppe. Sie h\u00e4tten nichts zu bef\u00fcrchten. Es sei die israelische Armee, die feuert, sagt er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Bombardement im Gazastreifen h\u00e4lt seit zwei Jahren an. Ein Lebensraum f\u00fcr zwei Millionen Pal\u00e4stinenser ist weitgehend zerst\u00f6rt. Zehntausende wurden get\u00f6tet, Hunderttausende sind auf der Flucht.<\/p>\n<p>    &#8222;Es ist eine ganz brutale Kultur&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Levinsons Mitleid mit seinen pal\u00e4stinensischen Nachbarn h\u00e4lt sich in Grenzen. Zu stark sind f\u00fcr ihn die Erinnerungen an den 7. Oktober vor zwei Jahren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Ich habe schon gewisses Mitleid&#8220;, sagt er. Aber man d\u00fcrfe nicht vergessen, dass es w\u00e4hrend des Terrorangriffs niemanden gegeben habe, der gesagt h\u00e4tte: Nein, lass sie allein.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Alle haben auf sie eingepr\u00fcgelt, gespuckt, auf sie eingeschlagen. Es gab durch die einheimische Bev\u00f6lkerung nicht einen Versuch, die Geiseln freizulassen. Nicht einen Versuch. Es ist eine brutale, brutale Kultur. Eine ganz brutale Kultur.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die F\u00fchrung geht dann durch eine Stra\u00dfe, wo vor allem junge Leute lebten. Fast alle H\u00e4user sind zerst\u00f6rt. Mehr als 60 Kibbuz-Bewohner wurden hier ermordet, andere entf\u00fchrt.<\/p>\n<p>    &#8222;Unglaublich, dass Menschen anderen so etwas antun k\u00f6nnen&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine Frau aus einem kleinen Dorf in Michigan ist zum ersten Mal in Israel. Levinsons F\u00fchrung durch den Kibbuz ersch\u00fcttert sie, macht sie nachdenklich: &#8222;Es war sehr bewegend, dieses Weinen zu h\u00f6ren, daran zu denken, dass hier so viele junge Menschen ihr Leben lie\u00dfen. Unglaublich, dass Menschen in der Lage sind, anderen so etwas anzutun.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit den F\u00fchrungen durch seinen Kibbuz verarbeitet Ralph Levinson sein eigenes Trauma. Was aus Kfar Aza wird, wie sich der Kibbuz in Zukunft entwickeln wird, ist noch offen. &#8222;Leute wollen an jeder Wohnung, wo was passiert ist, ein Denkmal machen; andere sagen, wir wollen keine Denkm\u00e4ler, wir wollen nicht auf einem Friedhof wohnen. Es ist sehr kompliziert, alles sehr emotional.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.10.2025 07:19 Uhr Er \u00fcberlebte, weil er sich im Schutzraum versteckte. Seine Nachbarn wurden ermordet. Um den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":479252,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[410,13,411,14,6000,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-479251","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-hamas","9":"tag-headlines","10":"tag-israel","11":"tag-nachrichten","12":"tag-nahost","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115331335026704915","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479251","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=479251"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479251\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/479252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=479251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=479251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=479251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}