{"id":479570,"date":"2025-10-07T08:53:23","date_gmt":"2025-10-07T08:53:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479570\/"},"modified":"2025-10-07T08:53:23","modified_gmt":"2025-10-07T08:53:23","slug":"stadtarchiv-schaufenster-stadtgeschichte-bestuhlungsplan-des-alten-stadttheaters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/479570\/","title":{"rendered":"Stadtarchiv: Schaufenster Stadtgeschichte: \u201eBestuhlungsplan des alten Stadttheaters\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das \u201eSchaufenster Stadtgeschichte\u201c pr\u00e4sentiert einmal im Monat ein besonderes Dokument oder Objekt aus den Best\u00e4nden des Stadtarchivs \u2013 Bochumer Zentrum f\u00fcr Stadtgeschichte. Auf diese Weise werden nicht nur historische Ereignisse oder Pers\u00f6nlichkeiten vorgestellt. Das \u201eSchaufenster Stadtgeschichte\u201c gew\u00e4hrt auch einen Einblick in die bunte Vielfalt der historischen Zeugnisse, die zum kulturellen Erbe Bochums geh\u00f6ren und die im Stadtarchiv \u2013 Bochumer Zentrum f\u00fcr Stadtgeschichte verwahrt werden.<\/p>\n<p>Im Oktober geht es um den \u201eBestuhlungsplan des alten Stadttheaters\u201c, der in den R\u00e4umen des Stadtarchivs an der Wittener Stra\u00dfe 47 besichtigt werden kann. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bochum.de\/stadtarchiv.<\/p>\n<p>Ein Highlight in der breiten Kulturlandschaft Bochums ist das Schauspielhaus. Das markante, dunkelrote Geb\u00e4ude an der K\u00f6nigsallee hat eine durchaus wechselhafte Geschichte: Das erste Theatergeb\u00e4ude an gleicher Stelle lie\u00df der Unternehmer Clemens Erlemann (auf dessen Initiative auch das angrenzende Viertel Ehrenfeld zur\u00fcckgeht) als privat betriebenes Variet\u00e9theater erbauen. Das 1908 er\u00f6ffnete Orpheum-, sp\u00e4ter Apollo-Theater war bei seiner Er\u00f6ffnung die gr\u00f6\u00dfte B\u00fchne des Ruhrgebiets. Die Architektur des Zuschauerraumes und das Programmkonzept erwiesen sich jedoch als Flop. Bereits ein Jahr nach Er\u00f6ffnung musste das Theater schlie\u00dfen. Erlemann versuchte ab 1912 den Umbau zu einer Theaterb\u00fchne, scheiterte aber aufgrund fehlender Mittel und meldete schlie\u00dflich Insolvenz an.<\/p>\n<p>Die Stadt Bochum hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein eigenes repr\u00e4sentatives Stadttheater und sah eine Gelegenheit gekommen, dies zu \u00e4ndern. Sie kaufte das Haus an der K\u00f6nigsallee und lie\u00df es durch den K\u00f6lner Architekten Carl Moritz von 1914 bis 1915 umbauen. Moritz galt als Spezialist f\u00fcr Theater und hatte unter anderem bereits in K\u00f6ln, Barmen, D\u00fcren, Kattowitz und Stralsund B\u00fchnen errichtet. Er \u00fcberarbeitete den unproportionierten, im Jugendstil gehaltenen Ursprungsbau und gab ihm ein schlankeres, klassizistisches Aussehen. Der gezeigte Bestuhlungsplan ist die einzige bekannte Saalansicht des Theaters nach diesem Umbau. Zu erkennen sind zur\u00fcckhaltende Zierelemente an den R\u00e4ndern der R\u00e4nge oder dem Proszenium. Bei dem Plan handelt es sich um eine Lichtkopie aus dem B\u00fcro des Architekten, wie der Stempel oben rechts verr\u00e4t.<\/p>\n<p>Bereits 1938 wurde der Innenraum ein weiteres Mal ver\u00e4ndert. Durch Oberbaurat Heinrich Timmermann wurde \u2013 ganz nach nationalsozialistischem Geschmack \u2013 rigoros abgestuckt, ein neuer Kronleuchter sowie eine zentrale \u201eF\u00fchrerloge\u201c eingebaut. Fotos nach diesem Umbau zeigen den Saal zwar in seinen alten Dimensionen, aber fast g\u00e4nzlich schmucklos. Bei einem britischen Luftangriff wurde das Theater am 4. November 1944 fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Das heutige Schauspielhaus wurde von 1951 bis 1953 durch Gerhard Graubner auf den Grundmauern des alten Stadttheaters errichtet. Es ist ein bedeutendes Zeugnis deutscher Nachkriegsarchitektur und ein Wahrzeichen der Stadt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das \u201eSchaufenster Stadtgeschichte\u201c pr\u00e4sentiert einmal im Monat ein besonderes Dokument oder Objekt aus den Best\u00e4nden des Stadtarchivs \u2013&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":479571,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1839],"tags":[7507,3364,29,30,1209],"class_list":{"0":"post-479570","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bochum","8":"tag-bochum","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115332042178210913","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=479570"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/479570\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/479571"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=479570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=479570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=479570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}