{"id":480223,"date":"2025-10-07T14:53:18","date_gmt":"2025-10-07T14:53:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/480223\/"},"modified":"2025-10-07T14:53:18","modified_gmt":"2025-10-07T14:53:18","slug":"lesung-in-der-elphi-ian-mcewan-ueber-fragilen-optimismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/480223\/","title":{"rendered":"Lesung in der Elphi: Ian McEwan \u00fcber fragilen Optimismus"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/lesungianmcewan-100.webp\" alt=\"Drei Personen stehen nebeneinander und l\u00e4cheln\" title=\"Drei Personen stehen nebeneinander und l\u00e4cheln | Jan Ehlert\/NDR.de\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Ian McEwan stellt Zukunftsroman in der Elbphilharmonie vor (4 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 07.10.2025 13:22 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Ian McEwans j\u00fcngster Roman &#8222;Was wir wissen k\u00f6nnen&#8220; spielt in der Zukunft im Jahr 2119. Das Harbour Front Festival hat den britischen Erfolgsautor zur Lesung in den kleinen Saal der Elbphilharmonie eingeladen. Ein Abend mit Optimismus.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/petra-riess,petrariess104.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Petra Rie\u00df<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Die Aussichten sind alles andere als sch\u00f6n: Gro\u00dfe Teile der Welt sind \u00fcberflutet. England ist nur noch eine Ansammlung von kleinen Inseln. Auch Hamburg ist im Jahr 2042 leider in den Fluten versunken. Dazu gab es mehrere lokal begrenzte Atomkriege, Millionen Tote und die Erdbev\u00f6lkerung hat sich halbiert. Ian McEwan zieht von unserer Gegenwart eine Linie in die nicht allzu ferne Zukunft und f\u00fcrchtet, dass wir nur mit Gl\u00fcck ohne mindestens einen Atomkrieg durch das 21. Jahrhundert kommen.<\/p>\n<p class=\"\">NDR Redakteur Jan Ehlert moderiert den Abend zweisprachig und ist zugleich Fragensteller und \u00dcbersetzer. So kommt das Publikum in den Genuss, Ian McEwans trockenen Humor und seine punktgenaue Ausdrucksweise in seiner Muttersprache zu erleben. &#8222;Denn, man mag es glauben oder nicht&#8220;, sagt der Autor \u00fcber die im Buch beschriebenen Atomkriege, &#8222;es wird so viel Staub in die Erdatmosph\u00e4re gewirbelt, dass die Erde um zwei Grad abk\u00fchlt. Und wir bekommen eine weitere Chance, die globale Erw\u00e4rmung zu bek\u00e4mpfen. Ich m\u00f6chte also nur sagen: Mein Optimismus ist sehr fragil.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/covermcewan-100.webp\" alt=\"Cover:  Ian McEwan, &quot;Was wir wissen k\u00f6nnen&quot;\" title=\"Cover:  Ian McEwan, &quot;Was wir wissen k\u00f6nnen&quot; | Diogenes\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Der englische Schriftsteller entf\u00fchrt in eine Welt, in der man aus heutiger Sicht lieber nicht leben m\u00f6chte.<\/p>\n<p>    Alles andere als rosige Zukunftsvision<\/p>\n<p class=\"\">Ian McEwans Optimismus ist zwar ein fragiler, doch seine gro\u00dfe Liebe f\u00fcr die so widerspr\u00fcchliche Gattung Mensch ist darin sp\u00fcrbar. Die erf\u00e4hrt offenbar auch Thomas Metcalfe, Literaturwissenschaftler und Ich-Erz\u00e4hler des Romans, dessen Forschungsschwerpunkt das fr\u00fche 21. Jahrhundert ist &#8211; unsere Gegenwart.<\/p>\n<blockquote><p>\n        Mir gefiel, dass die Leute g\u00e4rtnerten und kochten, ihren Urlaub oder Extremsport brauchten. Mir gefielen das Historien-Schauspiele, queere Paraden, die Risiken, die sie mit KI eingingen, ihr Sinn f\u00fcr Humor, die sicheren Flugzeuge, ihre Leidenschaft f\u00fcr sinnlosen Sport: Hunderttausende bei einem einzigen Fussballspiel.<\/p>\n<p>                Leseprobe aus &#8222;Was wir wissen k\u00f6nnen&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/ianmcewan-104.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/ianmcewan-104.webp\" alt=\"Ian McEwan sitz im Sessel und blickt aus dem Fenster\" title=\"Wie k\u00f6nnte die Zukunft der Menschheit aussehen? Ian McEwan lotet in seinem Roman &quot;Was wir wissen k\u00f6nnen&quot; M\u00f6glichkeiten aus. | picture alliance \/ ASSOCIATED PRESS | Joanna Chan\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Wie k\u00f6nnte die Zukunft der Menschheit aussehen? Ian McEwan lotet in seinem Roman &#8222;Was wir wissen k\u00f6nnen&#8220; M\u00f6glichkeiten aus.<\/p>\n<p class=\"\">Die Menschheit, sagte McEwan, stehe an einer Weggabelung. Der Klimawandel, omnipotente Autokraten und die digitale Informationsflut, die wir zuk\u00fcnftigen Forschern hinterlassen. Die Literatur allerdings wird bleiben, denn in ihr leben seit fast 3.000 Jahren die Emotionen der Menschen. Jan Ehlert \u00fcbersetzt f\u00fcr das Publikum: &#8222;Er sagt, das ist das Faszinierende an Literatur und das ist eben auch die Herausforderung, die Frage: Was k\u00f6nnen wir wirklich \u00fcber die Menschen wissen? Wir haben ja schon Probleme, etwas \u00fcber die Menschen unserer Zeit zu wissen &#8211; ganz zu schweigen von uns selbst. Deswegen ist dieser Titel \u2018Was wir wissen k\u00f6nnen\u2019 f\u00fcr ihn so eine gro\u00dfe Herausforderung, weil es alles das mit abdeckt.&#8220;<\/p>\n<p>    Menschen entwickeln sich dennoch zum Positiven &#8211; allerdings in Zyklen<\/p>\n<p class=\"\">Die gute Nachricht zum Schluss: Ian McEwan glaubt, dass die Menschen sich mit all ihren R\u00fcckschl\u00e4gen und Niederlagen dennoch zum Positiven weiterentwickeln, vielleicht allerdings in Zyklen, deren Ausma\u00df wir nicht kennen: &#8222;In 500, 5.000 oder f\u00fcnf Millionen Jahren k\u00f6nnte es irgendwo auf der Welt noch eine Literaturabteilung geben. Mein Optimismus sagt: Ja.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Die komplette Lesung wird am 23. November 2025 bei NDR Kultur im Sonntagsstudio gesendet.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/adichie-100.webp\" alt=\"Die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie steht an einem Rednerpult\" title=\"Die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie steht an einem Rednerpult | Gregor Fischer\/dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das Harbour Front Literaturfestival in Hamburg ist mit der Verleihung des Felix Jud Preises gestartet. Auma Obama hielt die Laudatio.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/eatreadsleep-114.webp\" alt=\"Ein Mann und zwei Frauen sitzen auf der B\u00fchne und schauen in den vollbesetzten Zuschauerraum eine Theaters\" title=\"Ein Mann und zwei Frauen sitzen auf der B\u00fchne und schauen in den vollbesetzten Zuschauerraum eine Theaters | NDR.de\/Leevke Draack\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Erfolgsautoren waren beide zeitgleich beim Literatur Festival in Hamburg zu Gast, allerdings an unterschiedlichen Orten.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/joachimlux-106.webp\" alt=\"Der k\u00fcnstelrische Leiter des Harbour Front Literaturfestivals, Joachim Lux, auf einer B\u00fchne\" title=\"Der k\u00fcnstelrische Leiter des Harbour Front Literaturfestivals, Joachim Lux, auf einer B\u00fchne | Gregor Fischer\/dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Nach einem Jahr Pause ist das Festival in Hamburg wieder zur\u00fcck &#8211; mit viel Prominenz.<\/p>\n<p>        Schlagw\u00f6rter zu diesem Artikel<\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buch\/Romane-Buch-Rezensionen-Lesungen-und-Podcasts,romane107.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Romane<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Ian McEwan stellt Zukunftsroman in der Elbphilharmonie vor (4 Min) Stand: 07.10.2025 13:22 Uhr Ian McEwans j\u00fcngster&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":480224,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692,1800],"class_list":{"0":"post-480223","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg","11":"tag-romane"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115333458510770418","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/480223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=480223"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/480223\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/480224"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=480223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=480223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=480223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}