{"id":480683,"date":"2025-10-07T19:13:12","date_gmt":"2025-10-07T19:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/480683\/"},"modified":"2025-10-07T19:13:12","modified_gmt":"2025-10-07T19:13:12","slug":"eu-kommission-will-zoelle-auf-stahl-auf-50-prozent-verdoppeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/480683\/","title":{"rendered":"EU-Kommission will Z\u00f6lle auf Stahl auf 50 Prozent verdoppeln"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 07.10.2025 17:41 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die EU-Kommission hat eine Ausweitung der Z\u00f6lle auf Stahl vorgeschlagen. K\u00fcnftig soll nur noch halb so viel Stahl zollfrei in die EU kommen d\u00fcrfen wie bislang. Dar\u00fcber hinaus soll ein Aufschlag von 50 Prozent f\u00e4llig werden.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die EU-Kommission will die europ\u00e4ische Stahlindustrie mit deutlich h\u00f6heren Z\u00f6llen vor billiger Konkurrenz aus L\u00e4ndern wie China sch\u00fctzen. Daf\u00fcr soll die Menge zollfreier Importe nahezu halbiert werden, teilte der zust\u00e4ndige EU-Kommissar St\u00e9phane S\u00e9journ\u00e9 mit. Dar\u00fcber hinaus solle ein 50-prozentiger Zoll f\u00e4llig werden. \u00dcberschreitet die Einfuhrmenge die jeweilige Obergrenze, wird bislang ein Zoll von 25 Prozent f\u00e4llig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es gehe darum, die europ\u00e4ischen Stahlproduzenten und Arbeitspl\u00e4tze zu retten. &#8222;Das ist die Reindustrialisierung Europas&#8220;, so S\u00e9journ\u00e9.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bevor die neuen Regeln in Kraft treten k\u00f6nnen, m\u00fcssen aber noch das Europaparlament und die EU-Staaten zustimmen.<\/p>\n<p>    Chinas Stahlindustrie unangefochtene Weltspitze<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ziel der erh\u00f6hten Z\u00f6lle ist es, dass sich Einfuhren in die EU oberhalb der neuen, niedrigeren Obergrenze nicht mehr lohnen. Die Importe sollen sinken, die Produktion innerhalb der EU steigen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Stahlimporte in die EU sind bis zu einer bestimmten Menge pro Jahr zollfrei, f\u00fcr gro\u00dfe Lieferanten wie die T\u00fcrkei und Indien gelten spezifische Quoten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die EU wirft insbesondere China vor, seiner Stahlindustrie mit staatlichen Hilfen einen unfairen Vorteil zu verschaffen und daf\u00fcr zu sorgen, dass global zu viel Stahl auf dem Markt ist. In der Kommission wird von deutlich mehr als 600 Millionen Tonnen weltweiter \u00dcberkapazit\u00e4t gesprochen. Sie bef\u00fcrchtet, dass Exporte, die bislang nach Nordamerika verkauft wurden, nun wegen der US-Z\u00f6lle vermehrt nach Europa umgeleitet werden. Dies k\u00f6nnte die europ\u00e4ischen Hersteller noch weiter unter Druck setzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zahlen des Weltstahlverbands zufolge produzierte China im vergangenen Jahr mehr als 1.000 Millionen Tonnen und damit mehr als die H\u00e4lfte des Stahls weltweit. Mit den neuen Z\u00f6llen w\u00fcrde sich die EU &#8211; die eigentlich immer wieder lautstark auf einen m\u00f6glichst barrierefreien Welthandel pocht &#8211; auch st\u00e4rker gegen Importe aus Fernost abschotten. Damit kann sich der Staatenverbund als Verb\u00fcndeter von US-Pr\u00e4sident Donald Trump im Kampf gegen Chinas Export\u00fcberschuss pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>    Deutschland besonders betroffen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Innerhalb der EU hat Deutschland mit einer Produktion von 37 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Stahlindustrie &#8211; weltweit liegt Deutschland nach Branchenangaben auf Platz sieben. Doch die Stahlindustrie leidet unter der Flaute in Abnehmerbranchen, vor allem der Autoindustrie. Hinzu kommen gestiegene Energiepreise, Billigimporte vor allem aus China und die Kosten f\u00fcr den Umbau hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion. Auch die hohen Z\u00f6lle auf Stahlexporte in die USA machen der Branche zu schaffen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hersteller wie die Stahlsparte von thyssenkrupp oder der Konzern ArcelorMittal stecken deshalb in der Krise. Daher dr\u00e4ngt die deutsche Stahlindustrie schon l\u00e4nger auf neue Ma\u00dfnahmen. Entsprechend erfreut reagierte thyssenkrupp Steel Europe auf die Ank\u00fcndigung der EU-Kommission. Diese habe eine wichtige Gesetzesinitiative f\u00fcr einen wirksamen Schutz der europ\u00e4ischen Stahlindustrie vor Dumping und globalen \u00dcberkapazit\u00e4ten auf den Weg gebracht, sagte Stahlchef Dennis Grimm. &#8222;Die Kommission hat klar erkannt, dass die europ\u00e4ische Stahlindustrie und mit ihr verbundene Wertsch\u00f6pfungsketten ohne einen wirksamen Handelsschutz in ernster Gefahr sind.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zustimmung zu dem Vorsto\u00df kommt auch aus dem EU-Parlament: Der CDU-Abgeordnete Dennis Radtke spricht von einem wirksamen Schutz f\u00fcr Europas Industrie. Anna Cavazzini von den Gr\u00fcnen teilte mit: &#8222;Der vorgeschlagene Stahlmechanismus ist n\u00f6tig und l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig.&#8220; Auch der SPD-Handelsexperte Bernd Lange ist \u00fcberzeugt und sieht in dem Vorschlag der Kommission einen wichtigen Etappensieg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) warnte dagegen vor steigenden Preisen infolge der Z\u00f6lle. Der Verband forderte eine Senkung der Energiepreise, die allen Industriezweigen zugute kommen w\u00fcrde. Auch die Wirtschaftsvereinigung Stahl setzt sich f\u00fcr niedrigere Energiepreise ein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Angaben des Lobbyverbands arbeiten in Deutschland etwa vier Millionen Menschen in stahlintensiven Branchen, davon rund 80.000 f\u00fcr die Stahlindustrie direkt. 2024 verzeichnete die Industrie zum zweiten Mal in Folge einen Umsatzr\u00fcckgang &#8211; minus 5,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr auf 45,3 Milliarden Euro. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will im Herbst einen &#8222;Stahlgipfel&#8220; abhalten, um die Probleme der Branche anzugehen.<\/p>\n<p>    Alter Mechanismus ohne Wirkung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die meisten Stahlimporte in die EU kamen nach EU-Angaben bislang aus der T\u00fcrkei, S\u00fcdkorea, Indien, Vietnam, China, Japan, dem Vereinigten K\u00f6nigreich und der Ukraine. Ein derzeit g\u00fcltiger Schutzmechanismus f\u00fcr die europ\u00e4ische Stahlindustrie l\u00e4uft im Juni kommenden Jahres aus. Der Mechanismus stammt noch aus\u00a0der Zeit des Zollstreits w\u00e4hrend der ersten Amtszeit des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump (2017-2021). Die neuen Ma\u00dfnahmen sollen ihn durch eine dauerhafte Regelung ersetzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn die EU-Einfuhrquote lag bislang so hoch, dass sie kaum einen Effekt hatte: 2024 etwa importierte die EU weniger Stahl, als zollfrei m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.10.2025 17:41 Uhr Die EU-Kommission hat eine Ausweitung der Z\u00f6lle auf Stahl vorgeschlagen. 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