{"id":480903,"date":"2025-10-07T21:17:16","date_gmt":"2025-10-07T21:17:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/480903\/"},"modified":"2025-10-07T21:17:16","modified_gmt":"2025-10-07T21:17:16","slug":"protest-auf-bremer-marktplatz-schuhe-erinnern-an-gaza-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/480903\/","title":{"rendered":"Protest auf Bremer Marktplatz: Schuhe erinnern an Gaza-Opfer"},"content":{"rendered":"<p>Sorgf\u00e4ltig aufgereihte Schuhpaare auf dem <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/bremer-marktplatz-q907750\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bremer Marktplatz<\/a> sollen an diesem Dienstagvormittag, 7. Oktober, als tempor\u00e4res Mahnmal an die pal\u00e4stinensischen Toten des Krieges im Gazastreifen erinnern. Zwischen den Schuhen liegen laminierte Steckbriefe mit Namen und kurzen Biografien, die stellvertretend f\u00fcr etwa 65.000 best\u00e4tigte Todesopfer durch das milit\u00e4rische Vorgehen <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/israel-q801\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Israel<\/a>s stehen. Anlass f\u00fcr die Aktion ist der zweite Jahrestag des \u00dcberfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Er war Ausl\u00f6ser des aktuellen Kriegs.<\/p>\n<p>Organisiert und zu begleitenden Aktionen aufgerufen hatte Ranya Dakkour als Privatperson. Die 37-j\u00e4hrige Pal\u00e4stinenserin ist zwar in Bremen geboren, hat aber nahe Verwandte und Familie im Gazastreifen. Sie gibt ihre pers\u00f6nliche Betroffenheit und die Sorge um Cousinen und Nichten als den Beweggrund daf\u00fcr an, mit der Aktion an die Situation im Gazastreifen zu erinnern. Unterst\u00fctzt wird die Kundgebung von den Organisationen Seeds of Palestine (Samen\/Saatgut Pal\u00e4stinas) sowie der an der Bremer Universit\u00e4t angesiedelten Gruppe Uni(te) for Pali. Mit Barbara Heller spricht zudem eine Vertreterin des Bremer Friedensforums.<\/p>\n<p>Politisch ist das Interesse zu erkennen, den \u00dcberfall der Hamas vor zwei Jahren in die Gesamtgeschichte des <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/nahostkonflikt-q8669\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nahostkonflikt<\/a>s einzubetten. Aus Sicht der Aktivisten steht am Anfang die Vertreibung der Pal\u00e4stinenser durch die Staatsgr\u00fcndung Israels, was sie als Nakba bezeichnen. Das relativiert zugleich die Entf\u00fchrung von \u00fcber 200 zumeist israelischen Staatsb\u00fcrgern sowie mehr als 1100 Get\u00f6tete als Ursache des aktuellen Krieges. Ein Infostand mit zahlreichen Plakaten bl\u00e4ttert dazu die \u00fcber 70-j\u00e4hrige Geschichte des Konflikts zwischen Israel und Pal\u00e4stinensern auf, sodass die Ereignisse vor zwei Jahren lediglich als weiteres Kapitel in einer Kette von Ereignissen darin erscheinen.<\/p>\n<p>Dementsprechend wird bei der Veranstaltung mit laut Polizei etwa 60 Teilnehmern nirgendwo der j\u00fcdischen Opfer des 7. Oktober 2023 gedacht. Eine Rednerin bezeichnet den \u00dcberfall der Hamas als Teil eines legitimen Befreiungskampfes der Pal\u00e4stinenser. Konsequent ist nicht vom Krieg im Gazastreifen die Rede, sondern von einem Genozid, also einem gezielten V\u00f6lkermord der Israelis an den Pal\u00e4stinensern. Tats\u00e4chlich gibt es zwar ein Ermittlungsverfahren des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Israel, das aber vor allem auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit abzielt. Ob dabei die Schwelle zum V\u00f6lkermord bereits \u00fcberschritten wurde, ist rechtlich ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Sofia Leonidakis von den Bremer Linken bezeichnet in einer anl\u00e4sslich des Jahrestages herausgegebenen Erkl\u00e4rung den &#8222;brutalen \u00dcberfall der Hamas am 7. Oktober 2023&#8220; als Z\u00e4sur. Er sei der &#8222;t\u00f6dlichste Angriff auf j\u00fcdisches Leben seit der Shoa&#8220; gewesen. &#8222;F\u00fcr 1200 Ermordete und 250 Entf\u00fchrte gibt es keine Rechtfertigung, weder im Vorhinein noch im Nachhinein&#8220;, wird Leonidakis zitiert. Der eliminatorische und antisemitische Terror der Hamas sei aber zugleich auch keine Rechtfertigung f\u00fcr die &#8222;genozidale Kriegsf\u00fchrung der rechten israelischen Regierung in Gaza.&#8220; Daher sei Protest gegen die israelischen Kriegsverbrechen m\u00f6glich und notwendig, ohne aber dabei antisemitische Narrative zu bedienen. &#8222;Am 7. Oktober wollen wir dem Leid der Geiseln und aller Opfer des 7. Oktober gedenken&#8220;, hei\u00dft es abschlie\u00dfend in der Erkl\u00e4rung der Linkspartei.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc82prtk3a3lzx37ll5ly\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/politik\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sorgf\u00e4ltig aufgereihte Schuhpaare auf dem Bremer Marktplatz sollen an diesem Dienstagvormittag, 7. 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