{"id":481642,"date":"2025-10-08T04:11:13","date_gmt":"2025-10-08T04:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/481642\/"},"modified":"2025-10-08T04:11:13","modified_gmt":"2025-10-08T04:11:13","slug":"selbst-stuttgart-tut-sich-mit-dem-kampf-gegen-die-nager-schwer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/481642\/","title":{"rendered":"Selbst Stuttgart tut sich mit dem Kampf gegen die Nager schwer"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein abendliches Erlebnis in Stuttgart. Man ist beim Hauptbahnhof zu Fu\u00df unterwegs, hat die Arnulf-Klett-Passage verlassen, will Richtung K\u00f6nigsstra\u00dfe, wo diverse Kneipen locken. Viele andere Leute sind ebenso unterwegs. Alles entspannt. Dann f\u00e4llt der Blick aber auf eine einzelne umher huschende Ratte. Eigentlich noch nichts Ungew\u00f6hnliches. Beim Hauptbahnhof gibt es viele Imbisse und Fastfood-Betriebe. Immer wieder liegen Essensreste in diversen Ecken. Ratten k\u00f6nnen hier fett werden. Das schon fr\u00fcher so.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">So weit, so schlecht. Dann saust aber die n\u00e4chste Ratte \u00fcber Pflaster und Asphalt, dann noch eine. Andere dr\u00e4ngen sich in Unterf\u00fchrungen zum Oberen Schlossgarten. Ein solches massives Auftreten kommt einem neu vor. Eine Anfrage bei der Stuttgarter Stadtverwaltung ergibt aber, dass das geballte Auftreten der Nager schon l\u00e4nger bekannt ist. Es gibt sogar schon ein Rattenmanagement.<\/p>\n<p>Giftk\u00f6derboxen sollen helfen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Landeshauptstadt\u00a0bek\u00e4mpft die Sch\u00e4dlinge unter anderem\u00a0mit einer Online-\u00dcberwachung an Brennpunkten. Es wurden daf\u00fcr nach kommunalen Angaben insgesamt 250 Giftk\u00f6derboxen aufgestellt. Mithilfe einer entsprechenden App kann die Stadt sehen, wenn eine Ratte in einer Falle gelandet ist.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dies scheint dringend n\u00f6tig zu sein. Ein Film des SWR aus dem vergangenen Winter zeigt ein munteres Ratten-Treiben zwischen dem Hauptbahnhof und der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone, speziell auf dem M\u00fcllentsorgungsplatz der Arnulf-Klett-Passage. Ratten fressen sich durch M\u00fcllt\u00fcten. Kleinere wie gr\u00f6\u00dfere Tiere sind unterwegs. Manche springen, andere strecken sich nach Nahrung \u00fcber sich. Wieder andere suchen auf dem Boden nach Nahrung. Fast schon das gleiche Bild, das man dieser Tage selber in der gleichen Gegend wahrgenommen hat.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Diverse Nachfragen ergeben, dass dies alles nicht \u00fcberraschend ist &#8211; nicht in Stuttgart, nicht anderswo. Demnach hat sich in Deutschland eine regelrechte Rattenplage entwickelt &#8211; mit zunehmender Tendenz. Der Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfer-Verband sch\u00e4tzt, dass hierzulande in den St\u00e4dten bereits drei bis vier Ratten auf einen Einwohner kommen. Was einer Gesamtzahl von mehr als 300 Millionen Tieren entsprechen w\u00fcrde. Fast schon eine astronomische Zahl &#8211; und dies trotz bestehender Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">F\u00fcr den Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfer-Verband ist die Suche nach den Ursachen der Rattenplage recht simpel: w\u00e4rmere Winter und ein steigendes Nahrungsangebot in den St\u00e4dten. Insider-Informationen besagen, dass viele Kommunen offenbar nicht mehr so richtig mit der Menge des anfallenden M\u00fclls zurechtkommen. Gerade in Innenst\u00e4dten w\u00fcrde eine steigende Zahl von Stra\u00dfenimbissen und Fastfood-Restaurants zu mehr weggeworfenen Essensresten f\u00fchren. Wobei es dazu keine genauen Statistiken gibt. Die vorhandenen Zahlen besagen blo\u00df, dass die M\u00fcllmengen insgesamt zunehmen.<\/p>\n<p>\u00dcbertr\u00e4ger von \u00fcber 100 Infektionskrankheiten<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Vieles, was mit den Nagern zu tun hat, bewegt sich eher im Schattenbereich &#8211; zumal sie sich ja auch gerne im Untergrund aufhalten, seit Alters her speziell im Kanalsystem. Doch die Gesundheitsbeh\u00f6rden sind alarmiert. Ratten \u00fcbertragen \u00fcber 100 verschiedene Infektionskrankheiten, darunter potenziell t\u00f6dliche Erreger wie Hantaviren und Leptospiren. Hantaviren werden beispielsweise durch Kontakt mit Kot, Urin oder Speichel infizierter Nagetiere \u00fcbertragen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Legend\u00e4r sind die gro\u00dfen Pestwellen im Europa des ausgehenden Mittelalters und der fr\u00fchen Neuzeit. Ratten waren die Verbreiter der damals meist t\u00f6dlich verlaufenden Krankheit. Sie wird durch das Bakterium Yersinia pestis\u00a0verursacht. Rattenfl\u00f6he \u00fcbertragen es von Ratten auf den Menschen. Heute stehen aber f\u00fcr die Behandlung einer Infektion verschiedene Antibiotika\u00a0zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Kampagne gegen Ratten<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Jedenfalls verursacht der Anblick von Ratten traditionell ungute Gef\u00fchle bei den meisten Menschen. Wer gegen die Nager vorgeht, hat \u00fcblicherweise die Sympathien auf seiner Seite. So haben etwa in der Breisgau-Metropole Freiburg die Stadtv\u00e4ter j\u00fcngst eine gro\u00dfe Kampagne gegen Ratten gestartet.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">In einem Pilotprojekt wird auch die Video\u00fcberwachung von sogenannten M\u00fcllsammelstellen getestet. Hier will Freiburg unter anderem \u00fcberwachen, wie Anwohner ihren M\u00fcll entsorgen &#8211; ob er einfach auf einen Haufen geworfen wird oder tats\u00e4chlich in den vorgeschriebenen Containern landet. M\u00fclls\u00fcnder sollen bestraft werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/5fcb055d-1610-4124-a9af-704a127120b0.jpeg\" loading=\"lazy\" alt=\"Ratten auf Nahrungssuche.\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Ratten auf Nahrungssuche. (Foto: adobe)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Freiburg hat auch B\u00fcsche und Gestr\u00fcpp an M\u00fcllsammelstellen im\u00a0 Stadtgebiet entfernt. Ratten soll es auf diesem Weg schwer gemacht werden, ein leichtes Versteck zu finden. Des Weiteren setzt die Kommunalverwaltung auf K\u00f6derboxen mit Gift. Nach den vorliegenden Angaben sind insgesamt 250 K\u00f6derstationen platziert worden. Ausdr\u00fccklich hei\u00dft es, f\u00fcr Hunde und Katzen bestehe deshalb keine Gefahr. Sie w\u00fcrden nicht an das Gift herankommen.<\/p>\n<p>Ein erster Erfolg?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auch der s\u00fcdbadische Energieversorger Badenova ist bei der Rattenbek\u00e4mpfung an Bord. Ein beauftragter Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfer hat in der Kanalisation \u00fcber die Stadt 70 K\u00f6derstationen installiert. Wie aus dem Rathaus zu h\u00f6ren ist, soll es inzwischen erste Indizien f\u00fcr einen Erfolg geben. Demnach hat die Zahl der Ratten-Sichtungen abgenommen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Beispiel aus einer anderen Stadt zeigt jedoch, dass die Rattenbek\u00e4mpfung wie ein Kampf gegen Windm\u00fchlen sein kann. Deshalb ist das bayerische Starnberg in den vergangenen Wochen in den Medien aufgetaucht. Eigentlich ist der Ort ein Domizil von Reichen, die aus dem nahen M\u00fcnchen an den Starnberger See gefl\u00fcchtet sind. Aber Ratten scheinen sich dort ebenso wohl zu f\u00fchlen &#8211; speziell w\u00e4hrend sonniger Wochen.<\/p>\n<p>Der Kammerj\u00e4ger muss jedes Mal aufs Neue kommen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Vorort-Information besagt, dass dann Tausende Ausfl\u00fcgler die Seepromenade heimsuchen. Zur\u00fcck blieben etwa Eiswaffeln, Reste von Leberk\u00e4s-Wecken, Apfelbutzen oder \u00c4hnliches. Ein Festmahl f\u00fcr Ratten. Sie tauchen im Folgenden nach den vorliegenden Berichten vermehrt auf. Ein Kammerj\u00e4ger darf daraufhin jedes Mal aufs Neue ausr\u00fccken.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">K\u00fcnftig d\u00fcrfte der Kampf gegen die Rattenplage aber schwerer werden. Die Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin will einem m\u00f6glichen \u00fcberbordenden Gifteinsatz den Riegel vorschieben. Ab dem 1. Januar 2026 gilt ein Verbot f\u00fcr den vorbeugenden Dauereinsatz von Rattengift. Privathaushalte wie professionelle Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfer sind davon betroffen. F\u00fcr letztere bedeutet dies einen h\u00f6heren Arbeitsaufwand und strengere Dokumentationspflichten.<\/p>\n<p>Warnung vor zu vielen beh\u00f6rdlichen Auflagen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Diese Neureglung wird von der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit der hohen Giftigkeit der K\u00f6der f\u00fcr andere Tiere wie Haustiere, Wildtiere und V\u00f6gel begr\u00fcndet. Indes zeigt sich der Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfer-Verband wenig begeistert. Zunehmende Auflagen w\u00fcrden die Bek\u00e4mpfung der Rattenplage teurer, aufwendiger und oft auch ineffektiver machen. Alternative Methoden zu Giftk\u00f6der wie beispielsweise Schlagfallen h\u00e4tten sich als nicht ausreichend effektiv erwiesen. Die Profi-Kammerj\u00e4ger gehen deshalb von einer weiteren Eskalation der Rattenplage aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein abendliches Erlebnis in Stuttgart. 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