{"id":481774,"date":"2025-10-08T05:23:15","date_gmt":"2025-10-08T05:23:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/481774\/"},"modified":"2025-10-08T05:23:15","modified_gmt":"2025-10-08T05:23:15","slug":"wie-anbau-ernte-und-abgabe-laufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/481774\/","title":{"rendered":"Wie Anbau, Ernte und Abgabe laufen"},"content":{"rendered":"<p>Banana Blaze und Strawberry Cough sind eher mild, Permanent Marker dagegen kr\u00e4ftiger: Pascal Mely aus dem Vorstand des Bremer Cannabis Social Clubs Hanse High erkl\u00e4rt die verschiedenen Sorten, die der Verein seinen Mitgliedern anbietet. F\u00fcnf sind es insgesamt, mit verschiedenen St\u00e4rken. Jede Cannabissorte wird in einem Bremer Labor auf den Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol getestet. Alles wird sorgf\u00e4ltig dokumentiert.<\/p>\n<p>\n    Seit das Konsumcannabisgesetz im April 2024 in Kraft getreten ist, d\u00fcrfen Anbauvereinigungen Cannabispflanzen kultivieren und ihre Produkte in limitierten Mengen an ihre Mitglieder weitergeben. Es gelten daf\u00fcr strenge Auflagen, deren Einhaltung von den Beh\u00f6rden \u00fcberwacht wird. Hanse High hat als erster Bremer Verein im November 2024 eine Lizenz erhalten und gerade die zweite Ernte abgeschlossen. Als zweiter Verein steht Werder High in den Startl\u00f6chern. Die offizielle Lizenz\u00fcbergabe stehe zwar noch aus, sagt Vorstandsmitglied Volker Lux. <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/cannabis-legalisierung-in-bremen-wo-kiffen-erlaubt-ist-und-wo-nicht-doc7uq0xlq0k9vqgd7m6wf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Bremer Gesundheitsressort, das f\u00fcr die Genehmigungsverfahren und Kontrollen zust\u00e4ndig ist<\/a>, habe aber bereits &#8222;gr\u00fcnes Licht&#8220; signalisiert.\n<\/p>\n<p>Anbaufl\u00e4chen schwer zu finden<\/p>\n<p>Um eine Lizenz zu bekommen, m\u00fcssen Vereine detaillierte Konzepte zu Anbau und Ausgabe einreichen und belegen, dass sie die gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsvorgaben erf\u00fcllen. &#8222;Das Ganze ist mit sehr viel Arbeit und hohen H\u00fcrden verbunden&#8220;, blickt Mely zur\u00fcck. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung stellte f\u00fcr Hanse High jedoch die Anmietung einer geeigneten Anbaufl\u00e4che dar, erz\u00e4hlt er weiter. Denn so wie f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Konsum gelten auch f\u00fcr den Anbau strenge Abstandsregelungen zum Beispiel zu Kitas, Schulen, Spiel- und Sportpl\u00e4tzen. Die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Produktion im Bremer Stadtgebiet seien daher \u00e4u\u00dferst begrenzt. Au\u00dferdem muss das Geb\u00e4ude passen, erg\u00e4nzt Mely: &#8222;Wir hantieren mit Pflanzen, Erde und Bew\u00e4sserungssystemen, damit kann man nicht in den dritten Stock ziehen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Verein Werder High hat vergleichbare Erfahrungen gemacht und schlie\u00dflich nur seine Ausgabestelle in der Stadt Bremen eingerichtet. Der Anbau wird laut Vorstandsmitglied Anna Mahnke im Umland stattfinden. &#8222;Wir haben in Bremen keinen Vermieter gefunden, der unserer Nutzung zustimmt&#8220;, bedauert sie. &#8222;Es ist noch nicht in den K\u00f6pfen angekommen, dass der Anbau durch einen Verein jetzt legal ist.&#8220; Strenge Vorschriften gibt es aber auch f\u00fcr die Ausgabestelle, f\u00fchrt Mahnke weiter aus. Das Cannabis muss einbruchsicher gelagert werden, gr\u00f6\u00dfere Hinweisschilder sind nicht erlaubt. Alles soll diskret bleiben.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" data-w=\"1200 1 Landscape\" alt=\"Lizenz in Aussicht: Volker Lux, Anna Mahnke und Raphael H\u00e4hndel (v.l.) vom Verein Werder High wollen in K\u00fcrze mit dem Anbau starten.\" class=\"inline-gallery__image withsrc\" style=\"max-height:unset;aspect-ratio:16\/9\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Landscapedoc82jn8izxxz8c0row4dr-jpg.webp.webp\"\/><\/p>\n<p>Lizenz in Aussicht: Volker Lux, Anna Mahnke und Raphael H\u00e4hndel (v.l.) vom Verein Werder High wollen in K\u00fcrze mit dem Anbau starten.<\/p>\n<p>                    Foto:<br \/>\n     Ulrike Peters <\/p>\n<p>Mitglieder aus verschiedenen Altersstufen<\/p>\n<p>Anbauvereinigungen d\u00fcrfen nur Mitglieder aufnehmen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Beide Bremer Vereine z\u00e4hlen aktuell rund 150 Mitglieder, maximal 500 d\u00fcrfen es laut Gesetz werden. Bei Hanse High ist eine Aufnahme erst ab einem Alter von 21 Jahren m\u00f6glich, sagt Mely. Hintergrund ist die Regelung, dass junge Menschen zwischen 18 und 21 Jahren ausschlie\u00dflich Cannabis erhalten d\u00fcrfen, das einen THC-Gehalt von zehn Prozent nicht \u00fcberschreitet. &#8222;Wir m\u00fcssten einen Teil unserer Fl\u00e4che f\u00fcr eine entsprechende Sorte reservieren&#8220;, erkl\u00e4rt er. &#8222;Unsere Anbaukapazit\u00e4t ist aber begrenzt.&#8220; An Mitglieder ab 21 Jahren d\u00fcrfen die Vereine laut Gesetz 50 Gramm pro Kalendermonat weitergeben, hier darf auch der THC-Gehalt h\u00f6her sein.<\/p>\n<p>Das Interesse an einer Mitgliedschaft ziehe sich durch alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten, haben die Vorst\u00e4nde der beiden Vereine festgestellt. &#8222;Das geht vom 20-j\u00e4hrigen Azubi \u00fcber den angestellten Akademiker bis hin zum Rentner&#8220;, meint Lux. &#8222;Die weitverbreiteten Klischees passen nicht.&#8220; Manche Mitglieder w\u00fcrden aus medizinischen Gr\u00fcnden Cannabis konsumieren, etwa zur Schmerztherapie, dem \u00fcberwiegenden Teil gehe es aber um Freizeitkonsum. Junge Menschen seien in den Vereinen kaum anzutreffen, erz\u00e4hlen die Vorst\u00e4nde. Der Altersdurchschnitt liege bei Ende 40, Anfang 50. Dass gerade der Anteil der Generation 60 plus bei Hanse High sehr hoch ist, habe ihn sehr \u00fcberrascht, r\u00e4umt Mely ein.<\/p>\n<p>Sicherheit im Fokus<\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr die Mitgliedschaft in einem Anbauverein entscheidet, dem sind Qualit\u00e4t und Sicherheit wichtig, stellen die Vorst\u00e4nde gleicherma\u00dfen fest. Beim Cannabis aus Apotheken handele es sich um ein Industrieprodukt, was viele Konsumenten nicht m\u00f6chten. Das Cannabis, das auf der Stra\u00dfe verkauft wird, sei &#8222;eigentlich immer gef\u00e4hrlich, weil es durch viele H\u00e4nde geht und synthetisch behandelt ist&#8220;, sagt Mely. Auch Raphael H\u00e4hndel von Werder High warnt vor dem Schwarzmarkt: &#8222;Gutes Cannabis bedeutet: eine einzige Zutat \u2013 komplett unbehandelt. Das kann man von Stra\u00dfen-Cannabis nicht behaupten.&#8220;<\/p>\n<p>Cannabis-Clubs, die sich \u00fcber Mitgliederbeitr\u00e4ge und Abgabepreise finanzieren und nicht gewinnorientiert arbeiten, k\u00f6nnten ihren Mitgliedern dagegen ein sicheres Produkt anbieten, da sie die Pflanzen nat\u00fcrlich anbauen und jede Ernte im Labor \u00fcberpr\u00fcfen lassen. In Bremen nimmt die Gesundheitsbeh\u00f6rde zus\u00e4tzlich Stichproben, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Vorstandsmitglieder der beiden Clubs war die Teillegalisierung ein wichtiger Schritt, weil Konsumenten dadurch entkriminalisiert und der Schwarzmarkt zur\u00fcckgedr\u00e4ngt w\u00fcrden. Die Erlaubnis, f\u00fcr den Eigenbedarf selbst anzubauen, sei ebenfalls hilfreich. &#8222;Nur mit legalen Bezugsquellen kann man den Cannabis-Schwarzmarkt ausbremsen, meint Lux. &#8222;Es w\u00fcrde keinen Sinn machen, das Gesetz jetzt wieder zur\u00fcckzunehmen.&#8220;<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc82jn8uw0bqaqstkq9ct\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Banana Blaze und Strawberry Cough sind eher mild, Permanent Marker dagegen kr\u00e4ftiger: Pascal Mely aus dem Vorstand des&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":481775,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-481774","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115336879370276177","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/481774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=481774"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/481774\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/481775"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=481774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=481774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=481774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}