{"id":481936,"date":"2025-10-08T06:55:12","date_gmt":"2025-10-08T06:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/481936\/"},"modified":"2025-10-08T06:55:12","modified_gmt":"2025-10-08T06:55:12","slug":"stuttgart-neue-saison-im-jes-wo-kinder-erwuenscht-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/481936\/","title":{"rendered":"Stuttgart: neue Saison im JES: Wo Kinder erw\u00fcnscht sind"},"content":{"rendered":"<p>Ein Satz, der wie \u00d6l runtergeht. An sich ist man gew\u00f6hnt, dass Kulturinstitutionen N\u00f6te haben. Kaum ein Museum oder Theater, das nicht klagte \u00fcber zu wenig Platz, zu wenig Geld, zu wenig Besucher. Und dann hei\u00dft es doch tats\u00e4chlich beim Jungen Ensemble Stuttgart (Jes): \u201eAllgemein sind wir sehr zufrieden damit, wie unsere Produktionen und Angebote angenommen werden.\u201c<\/p>\n<p>Die Zahlen des Kinder- und Jugendtheaters unterm Tagblattturm k\u00f6nnen sich auch sehen lassen: 26\u200a622 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen im vergangenen Jahr in die 352 Vorstellungen, was eine Auslastung von 90 Prozent ergibt. Dazu kommen noch mehr als 10\u200a000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der theaterp\u00e4dagogischen Angebote des Jes, die stark nachgefragt werden. Auch wenn das mehr Aufwand bedeutet, setzt man im theaterp\u00e4dagogischen Bereich \u201evermehrt auf kleinteilige Formate und intensiven Austausch mit den jungen Menschen in gesch\u00fctzten R\u00e4umen\u201c, sagt die Intendantin Grete Pagan. In Zahlen hei\u00dft das: 2024 wurden fast 200 mehr Angebote gemacht als im Vorjahr, insgesamt waren es 859 Programme.<\/p>\n<p>Das Team des Jes ist vielf\u00e4ltig t\u00e4tig \u2013 und neben den Hausproduktionen f\u00fcr Familien, den p\u00e4dagogischen Angeboten f\u00fcr verschiedenste Alters- und Zielgruppen ist das Ensemble auch regelm\u00e4\u00dfig in Schulen unterwegs. So wurde in der vergangenen Saison \u201eF* you, Woyzeck\u201c oft gebucht, eine heutige und politische Lesart von B\u00fcchners \u201eWoyzeck\u201c, die im Klassenzimmer gespielt wird. In der neuen Spielzeit wird eine weitere mobile Produktion herauskommen: \u201eFred und ich\u201c von Lena Hach, ein St\u00fcck \u00fcber die erste Liebe, das f\u00fcr die Unterstufe angeboten wird \u2013 direkt in der Schule.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.818bc798-a565-48cf-8323-e54de47b8589.original1024.media.jpeg\"\/>     Jes-Intendantin Grete Pagan sagt: \u201eTheater ist ein freier Ort, an dem wir uns als Menschen begegnen.\u201c    Foto: Lichtgut\/Leif Piechowski    <\/p>\n<p>Auf der eigenen B\u00fchne werden mehrere Produktionen herauskommen, wobei das Theater vor allem auf selbst entwickelte St\u00fccke setzt. So wird die Spielzeit am 11. Oktober er\u00f6ffnet mit Premiere von \u201eWOW?!\u201c, einem Theaterst\u00fcck f\u00fcr ein Publikum ab zehn Jahren, das die Themen Angst und Ver\u00e4nderung verhandelt. F\u00fcr die Inszenierung werden zwei Luftakrobatinnen engagiert. \u201eEintritt auf eigene Gefahr\u201c (ab f\u00fcnf Jahren) ist dagegen ein Krimi \u00fcber die Frage, wie gef\u00e4hrlich es ist, wenn Kinder frei und unbeobachtet spielen \u2013 ohne Kontrolle durch Eltern und Erwachsene. Ein gro\u00dfes Thema will ein Tanztheaterst\u00fcck von Tabea Martin verhandeln: Es soll um Einsamkeit gehen, ausgedr\u00fcckt mit wenig Worten, aber einer starken und expressiven Bildsprache \u2013 auch zug\u00e4nglich f\u00fcr junge Menschen, die noch nie Tanztheater gesehen haben. Aber auch die Allerkleinsten versucht das Jes anzusprechen: \u201eDer Lauf der Dinge\u201c k\u00f6nnen bereits Kinder ab drei Jahren anschauen \u2013 die Schauspieler Gerd Ritter, Maximilian Schaible und Charlie Wyrsch befassen sich mit dem Scheitern.<\/p>\n<p>Zwei Festivals im kommenden Jahr <\/p>\n<p>Gleich zwei Festivals finden im kommenden Jahr statt: die \u201eSch\u00f6ne Aussicht\u201c (15. bis 22. Mai) und im Juni das Junge Theaterfestival \u201eClubtopia\u201c. Auf den ersten Blick l\u00e4uft das Programm unterm Tagblattturm also wie gewohnt weiter, wobei auch Grete Pagan wei\u00df, dass die Zukunft f\u00fcr die Kultur schwieriger werden k\u00f6nnte: \u201eDass das Geld aktuell \u00fcberall knapp wird, geht auch an uns nicht spurlos vor\u00fcber\u201c, sagt die Intendantin. Vor allem die \u201eerheblichen Tariferh\u00f6hungen\u201c machen sich auch im Jes bemerkbar, das \u2013 wie jedes Theater \u2013 ein personalintensiver Betrieb ist.<\/p>\n<p>Grete Pagan ist aber zuversichtlich, dass das Kinder- und Jugendtheater die zus\u00e4tzlichen Kosten stemmen kann und die Stadt wei\u00df, was sie am Angebot f\u00fcr den Nachwuchs hat. Deshalb vertraue sie \u201eauf die Weitsicht des Gemeinderats und der Kulturverwaltung, dass sie alles daran setzen, dass die Kulturlandschaft in dieser Phase keine Sch\u00e4den nimmt\u201c. Denn solcherlei Sch\u00e4den, ist sie \u00fcberzeugt, seien letztlich \u201eschwer bis gar nicht zu reparieren\u201c.<\/p>\n<p>Ein Argument, das sicher auch andere Institutionen ins Feld f\u00fchren werden, Grete Pagan betont aber: \u201eIch k\u00e4mpfe hier f\u00fcr einen Minderheitenschutz.\u201c Schlie\u00dflich sei das Jes nicht nur \u201eeine der wenigen tragenden S\u00e4ulen der kulturellen Grundversorgung f\u00fcr Kinder und Jugendliche\u201c, sondern auch das einzige Theater, das ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Nachwuchs da ist.<\/p>\n<p>Aber was sollen Kinder aus Sicht der Intendantin vom Theaterbesuch mitnehmen? In der chaotischen Welt sei man leicht versucht, einfachen Botschaften zu folgen und der komplexen Wirklichkeit auszuweichen, sagt Grete Pagan. Sie will im Jes lieber Theatererlebnisse schaffen, die helfen, die Unklarheiten auszuhalten. \u201eDazu braucht es Leerstellen, um R\u00e4ume f\u00fcr die Gedanken, Gef\u00fchle, Meinungen und Haltungen der Zuschauenden oder Teilnehmenden zu haben.\u201c Bei allem Anspruch ist Grete Pagan aber auch der Meinung, dass Theater f\u00fcr junge Menschen eigentlich \u201egar nichts leisten\u201c sollte \u2013 \u201ees ist ein freier Ort, an dem wir uns als Menschen begegnen.\u201c<\/p>\n<p> Theater f\u00fcr junge Leute  <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Produktionen<\/strong><br \/>\u00a0Das Junge Ensemble Stuttgart (Jes) ist seit 2004 das von Stadt und Land gef\u00f6rderte Kinder- und Jugendtheater Stuttgarts. Auf drei B\u00fchnen im Kulturareal unterm Turm werden pro Jahr f\u00fcnf bis sechs Produktionen mit einem professionellen Ensemble erarbeitet, die sich mit der Lebenswelt junger Leute auseinandersetzen. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Festivals<\/strong><br \/>\u00a0Das Jes gastiert regelm\u00e4\u00dfig bei Festivals und steht als Gastgeber des Festivals \u201eSch\u00f6ne Aussicht\u201c alle zwei Jahre selbst im Fokus des internationalen Kinder- und Jugendtheaters. Infos zum Spielplan unter <b>www.jes-stuttgart.de<\/b>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Satz, der wie \u00d6l runtergeht. An sich ist man gew\u00f6hnt, dass Kulturinstitutionen N\u00f6te haben. 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