{"id":482612,"date":"2025-10-08T13:11:10","date_gmt":"2025-10-08T13:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/482612\/"},"modified":"2025-10-08T13:11:10","modified_gmt":"2025-10-08T13:11:10","slug":"trump-gefaehrdet-us-fuehrungsrolle-in-wissenschaft-dw-08-10-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/482612\/","title":{"rendered":"Trump gef\u00e4hrdet US-F\u00fchrungsrolle in Wissenschaft \u2013 DW \u2013 08.10.2025"},"content":{"rendered":"<p>Wissenschaftler und Vertreter des <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nobelpreise\/t-74177265\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nobelpreis<\/a>-Komitees machen US-Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> schwere Vorw\u00fcrfe. Mit den vorgenommenen Etatk\u00fcrzungen und Stellenstreichungen an vielen Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen setze er die wissenschaftliche Vormachtstellung der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/usa-vereinigte-staaten-amerika\/t-17286012\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> aufs Spiel, warnen sie. Seit seinem Amtsantritt im Januar strich der US-Pr\u00e4sident Milliarden Dollar an F\u00f6rdermitteln und beschnitt die akademische Freiheit der Hochschulen. Zudem wurden zahlreiche Wissenschaftler in Bundesbeh\u00f6rden entlassen.<\/p>\n<p>&#8222;Trump zerst\u00f6rt das Fundament f\u00fcr Nobelpreistr\u00e4ger&#8220;<\/p>\n<p>Mit seinem Vorgehen zerst\u00f6re Trump das Fundament, das die vielen Nobelpreise erm\u00f6glicht habe, beklagte der schwedische Wissenschaftler Hans Ellegren. Der Professor f\u00fcr Genetik und Evolutionsbiologie ist\u00a0Generalsekret\u00e4r der K\u00f6niglich Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm.\u00a0<\/p>\n<p>Langfristige Investitionen in die Grundlagenforschung und akademische Freiheit h\u00e4tten bisher f\u00fcr den wissenschaftlichen Erfolg der Vereinigten Staaten gesorgt. &#8222;In der Nachkriegszeit haben die USA die Rolle Deutschlands als weltweit f\u00fchrende Wissenschaftsnation \u00fcbernommen. Wenn sie nun beginnen, die Forschungsgelder zu k\u00fcrzen, bedroht dies die Position des Landes&#8220;, warnte Ellegren.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74277771\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74277771_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Hans Ellegren in Stockholm \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Hans Ellegren Bild: Christine Olsson\/TT\/picture alliance <\/p>\n<p>Studien zu Krebs, Alzheimer, Klimawandel betroffen<\/p>\n<p>Seit Januar k\u00fcndigten die Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH) &#8211; die wichtigste Beh\u00f6rde f\u00fcr medizinische Forschung in den USA &#8211; bereits 2100 Forschungsstipendien im Umfang von insgesamt rund 9,5 Milliarden Dollar (8,1 Milliarden Euro) und Vertr\u00e4ge im Wert von 2,6 Milliarden Dollar, wie aus der unabh\u00e4ngigen Datenbank Grant Watch hervorgeht. Betroffen sind unter anderem Studien zu Krebs, Alzheimer und den Auswirkungen der Erderw\u00e4rmung auf die Gesundheit. Auch Forschungen zum Klimawandel, zu Impfstoffen, Gerechtigkeit und Inklusion will Trump einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten seien der &#8222;eigentliche Motor&#8220; der weltweiten Wissenschaft, machte Thomas Perlmann deutlich. Er ist Generalsekret\u00e4r des Komitees, das den Nobelpreis f\u00fcr Medizin vergibt. &#8222;Es h\u00e4tte sehr schwerwiegende Folgen f\u00fcr die Forschung auf der ganzen Welt, wenn er ins Stocken geraten w\u00fcrde&#8220;, warnte Perlmann. &#8222;Es braucht nicht viele Jahre mit gro\u00dfen K\u00fcrzungen, um irreversiblen Schaden anzurichten.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Jahrzehnt R\u00fcckstand bef\u00fcrchtet<\/p>\n<p>Auf diesen Aspekt verwies auch der am Dienstag gek\u00fcrte <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/physik-nobelpreis-geht-an-quantenmechaniker-an-us-unis\/a-74260160\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Physik-Nobelpreistr\u00e4ger John Clarke<\/a>. Der 83-j\u00e4hrige aus dem englischen Cambridge, der in den USA forscht, erkl\u00e4rte vor Journalisten: &#8222;Wenn das so weitergeht, wird das katastrophale Folgen haben.&#8220; Ein gro\u00dfer Teil der wissenschaftlichen Forschung in den USA drohe lahmgelegt zu werden.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74272433\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74272433_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"John Clarke\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>John Clarke am Dienstag vor Journalisten an der University of California in BerkeleyBild: Karl Mondon\/AFP\/Getty Images<\/p>\n<p>&#8222;Wenn wir davon ausgehen, dass die derzeitige Regierung irgendwann zu Ende geht, dann wird es danach m\u00f6glicherweise noch ein Jahrzehnt dauern, bis wir wieder dahin zur\u00fcckkommen, wo wir etwa vor einem halben Jahr waren&#8220;, so der Physik-Nobelpreistr\u00e4ger Clarke.<\/p>\n<p>Die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nobelpreis-medizin-an-mary-brunkow-fred-ramsdell-usa-shimon-sakaguchi-japan-immunsystem-forscher-v2\/a-74246532\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">diesj\u00e4hrige Medizin-Nobelpreistr\u00e4gerin<\/a>, die US-Amerikanerin Mary Brunkow, wies darauf hin, der gr\u00f6\u00dfte Teil ihrer Arbeit am Institute for Systems Biology in Seattle sei bisher aus Bundesmitteln finanziert worden. &#8222;Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig das war und wie entscheidend es ist f\u00fcr Fortschritt in der Medizin und der Grundlagenforschung&#8220;, so die Molekularbiologin und Immunologin.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74265930\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74265930_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Mary Brunkow telefonierend am Montag in Seattle \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Mary Brunkow erfuhr am Montag, dass sie mit dem Nobelpreis f\u00fcr Medizin ausgezeichnet  wirdBild: Lindsey Wasson\/AP Photo\/dpa\/picture alliance<\/p>\n<p>Trumps Einschnitte k\u00f6nnten zudem zur Abwanderung von Wissenschaftlern f\u00fchren und sich somit auch auf die Forschung in anderen L\u00e4ndern auswirken, machten die Experten deutlich. &#8222;Es besteht die Gefahr, dass eine ganze Generation junger Forscher verloren geht&#8220;, sagte Ellegren.<\/p>\n<p>Wissenschaft in China gewinnt an Bedeutung<\/p>\n<p>Einige L\u00e4nder, darunter auch <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/deutschland\/t-18507022\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a>, versuchen, Wissenschaftler aus den USA anzuwerben. Das bedeute, dass es f\u00fcr andere L\u00e4nder einfacher werden k\u00f6nnte, mit den Vereinigten Staaten zu konkurrieren, so Ellegren. Forschung sei eine wichtige Grundlage f\u00fcr Innovation und Unternehmertum. Vor allem die Wissenschaft in <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/china\/t-17281386\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a> sei auf dem Vormarsch, machte er deutlich. &#8222;Das Land investiert unglaubliche Summen.&#8220;<\/p>\n<p>se\/pgr\u00a0(afp, dpa, rtr, ap)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wissenschaftler und Vertreter des Nobelpreis-Komitees machen US-Pr\u00e4sident Donald Trump schwere Vorw\u00fcrfe. 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