{"id":482762,"date":"2025-10-08T14:31:28","date_gmt":"2025-10-08T14:31:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/482762\/"},"modified":"2025-10-08T14:31:28","modified_gmt":"2025-10-08T14:31:28","slug":"loest-sich-der-eu-deal-mit-den-usa-in-luft-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/482762\/","title":{"rendered":"L\u00f6st sich der EU-Deal mit den USA in Luft auf?"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der zwischen US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/donald-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> und der EU-Kommissionspr\u00e4sidentin <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/ursula-von-der-leyen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ursula von der Leyen<\/a> vereinbarte \u201eDeal\u201c \u00fcber einen generellen Basiszoll von 15 Prozent auf alle EU-Exporte in die USA k\u00f6nnte sich schon bald in Luft aufl\u00f6sen. Der Deal war von der EU unter Druck geschlossen worden, weil die Europ\u00e4er die US-Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine nicht gef\u00e4hrden wollen. Doch die Amerikaner wollen sich von Ursula von der Leyen nicht \u00fcber den Tisch ziehen lassen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Wie Bloomberg und die Financial Times (FT) \u00fcbereinstimmend berichten, sehen sich EU-Beamte, die eine konkrete Vereinbarung aushandeln sollen, mit neuen Forderungen aus Washington konfrontiert. Anfang des Monats \u00fcbermittelte die Regierung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump der EU laut Bloomberg einen neuen Vorschlag zur Umsetzung eines \u201egegenseitigen, fairen und ausgewogenen\u201c Handels. Kernpunkt: Die USA fordern die EU auf, Teile ihrer Umweltgesetzgebung zu lockern. <\/p>\n<p>Laut einem Positionspapier der US-Regierung, das offenbar auch der Financial Times vorliegt, hat Washington Br\u00fcssel aufgefordert, die Erfordernis an Nicht-EU-Unternehmen zur Vorlage von \u201eKlimawandelpl\u00e4nen\u201c aufzuheben. Sie fordert au\u00dferdem, dass die EU ihre Umweltgesetzgebung f\u00fcr Lieferketten \u00e4ndert, die US-Unternehmen ausschlie\u00dfen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Die im vergangenen Jahr in Kraft getretenen EU-Regeln zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht verpflichten Unternehmen der Union, alle \u00f6kologischen und sozialen Sch\u00e4den in ihren Lieferketten zu identifizieren, um Zwangsarbeit und Umweltverschmutzung zu bek\u00e4mpfen. Verst\u00f6\u00dfe gegen die Sorgfaltspflichten k\u00f6nnen zu Geldstrafen von bis zu f\u00fcnf Prozent des weltweiten Umsatzes f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">US-Unternehmen bef\u00fcrchten, dass die Sorgfaltspflichten sie in einem ohnehin schon streitigen Markt einem erh\u00f6hten Risiko von Klagen aussetzen. Aktivisten k\u00f6nnte rechtliche Schritte gegen Kinderarbeit und Umweltsch\u00e4den in den Lieferketten einleiten. Der FT zufolge haben mehrere amerikanische Unternehmen erkl\u00e4rt, dass sie aufgrund der Sorgfaltspflichten und der Nachhaltigkeitsberichterstattung ihre Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit in der EU einstellen m\u00fcssen. Diese Vorschriften verlangen von Unternehmen die Offenlegung von Hunderten von Datenpunkten zu ihrem \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Vor allem US-amerikanische \u00d6l- und Gasunternehmen lehnen die EU-Gesetze ab: ExxonMobil-Chef Darren Woods bezeichnete die Regeln bei einer Telefonkonferenz im August als Drohung mit \u201eknochenbrechenden\u201c Strafen f\u00fcr US-Unternehmen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die US-Regierung lehnt au\u00dferdem ein geplantes EU-Gesetz gegen Abholzung ab, das die Einfuhr von G\u00fctern wie Holz und Kakao verbieten w\u00fcrde, wenn die Produzenten nicht nachweisen k\u00f6nnen, dass bei ihrer Produktion keine W\u00e4lder abgeholzt wurden. Hier ist die Kommission offenbar bereits teilweise eingeknickt: Br\u00fcssel k\u00fcndigte im September an, die Abholzungsvorschriften ein zweites Mal um ein weiteres Jahr zu verschieben, und begr\u00fcndete dies mit einem \u201eIT-System\u201c-Problem.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die USA haben zudem Bedenken hinsichtlich der CO\u2082-Grenzsteuer der EU ge\u00e4u\u00dfert, die ab n\u00e4chstem Jahr f\u00fcr umweltverschmutzende Industrien au\u00dferhalb der EU, wie beispielsweise Stahl- und Aluminiumhersteller, gelten soll.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In der EU geht nun die Sorge um, dass die Forderungen den \u201eDeal\u201c untergraben k\u00f6nnten. Im Gegensatz zu traditionellen Handelsverhandlungen bieten die USA im Gegenzug f\u00fcr ihre Forderungen keine Zugest\u00e4ndnisse an. \u201eEs ist eine Einbahnstra\u00dfe\u201c, sagte ein EU-Beamter der FT.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Wenn der Deal obsolet wird, h\u00e4tte diese vor allem f\u00fcr Deutschland weitreichende Folgen. Die 15-Prozent-Marke kommt vor allem der Autoindustrie entgegen. Die Branche braucht unbedingt Klarheit, steckt sie doch wegen der hohen Energiekosten in einer tiefen Krise. Neueste Zahlen zeigen, wie ernst die Lage ist: Die deutsche Industrieproduktion fiel im August auf das Niveau von vor zwanzig Jahren, n\u00e4mlich auf das des Jahres 2005, zur\u00fcck. Die Produktion der Automobilindustrie brach im Vergleich zum Vormonat um 18,5 Prozent ein. Insgesamt sank die Industrieproduktion im August im Vergleich zum Vormonat um 4,3 Prozent, wie saisonbereinigte Daten am Mittwoch zeigten. \u00d6konomen hatten in einer Reuters-Umfrage einen R\u00fcckgang von einem Prozent vorhergesagt. Abgesehen von Covid und der Finanzkrise ist die Produktion seit dem Jahr 2000 nie derart niedrig gewesen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Am Donnerstag trifft sich Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin mit den Chefs der deutschen Automobilhersteller, um Wege aus der Krise zu er\u00f6rtern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump und der EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen vereinbarte \u201eDeal\u201c \u00fcber einen generellen Basiszoll&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":482763,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-482762","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115339033500383134","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/482762","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=482762"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/482762\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/482763"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=482762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=482762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=482762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}