{"id":483052,"date":"2025-10-08T17:02:10","date_gmt":"2025-10-08T17:02:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/483052\/"},"modified":"2025-10-08T17:02:10","modified_gmt":"2025-10-08T17:02:10","slug":"prozess-um-mord-an-hanna-wie-glaubhaft-ist-der-zeuge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/483052\/","title":{"rendered":"Prozess um Mord an Hanna &#8211; wie glaubhaft ist der Zeuge?"},"content":{"rendered":"<p>Traunstein\/Laufen (dpa) &#8211; Im Mordprozess um den Tod von Hanna aus dem oberbayerischen Aschau ist der Angeklagte von einem ehemaligen Mith\u00e4ftling erneut schwer belastet worden. Der Angeklagte habe ihm gegen\u00fcber Ende 2022 einger\u00e4umt, die Studentin bewusstlos geschlagen und dann in den Fluss geworfen zu haben, sagte der Zeuge vor dem Landgericht Traunstein, das aus Platzgr\u00fcnden am Amtsgericht Laufen verhandelt. Die beiden M\u00e4nner hatten sich im Gef\u00e4ngnis kennengelernt, als der Angeklagte in Untersuchungshaft sa\u00df.\u00a0<\/p>\n<p>Zeuge galt als nicht glaubw\u00fcrdig<\/p>\n<p>Bereits im Rahmen des ersten Strafverfahrens hatte der Mith\u00e4ftling von dem Gespr\u00e4ch berichtet und galt damit als Hauptbelastungszeuge. Im M\u00e4rz 2024 wurde der Angeklagte zu einer Jugendstrafe von neun Jahren Haft verurteilt, kam aber im Juni 2025 wieder frei. Das Landgericht hatte n\u00e4mlich erkl\u00e4rt, die Aussage des Hauptbelastungszeugen sei nach vorl\u00e4ufiger W\u00fcrdigung nicht glaubw\u00fcrdig. Zudem hatte der Bundesgerichtshof das Urteil wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben. Ende September wurde der Prozess dann erneut aufgerollt.<\/p>\n<p>Akribische Fragen an Zeugen<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund nahm sich die Vorsitzende Richterin Heike Will viel Zeit f\u00fcr die Vernehmung des 25-j\u00e4hrigen Zeugen, der derzeit wegen einer Straftat in Haft sitzt. Akribisch stellte die 1. Jugendkammer eine Frage nach der anderen und sprach Widerspr\u00fcche an, auch zu fr\u00fcheren Aussagen des 25-J\u00e4hrigen, der psychisch erkrankt ist. Die Verteidigung zweifelt den Wahrheitsgehalt an und spricht von einem Unfall.<\/p>\n<p>Offenbarung beim Watten?<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt des Prozesstages stand ein Gespr\u00e4ch, dass der Zeuge nach eigenen Angaben um Weihnachten 2022 w\u00e4hrend ihrer gemeinsamen Zeit in der Justizvollzugsanstalt Traunstein mit dem Angeklagten gef\u00fchrt hatte. Danach spielten die beiden wieder einmal das in Bayern beliebte Kartenspiel Watten. Dabei habe der Zeuge dem Angeklagten seine eigene Geschichte erz\u00e4hlt.\u00a0<\/p>\n<p>Auch der Angeklagte habe sich dann ge\u00f6ffnet und ihm von der Nacht erz\u00e4hlt, als die Studentin starb. Er sei mitten in der Nacht Joggen gegangen, habe Hanna gesehen und angegriffen, sie bewusstlos geschlagen und dann in den Fluss geworfen. Die Richterin wollte unter anderem wissen, ob der Angeklagte daf\u00fcr ein Motiv genannt habe. Der Zeuge sprach zun\u00e4chst von einem \u00absexuellen Hintergrund\u00bb. Sp\u00e4ter erg\u00e4nzte er: Der Angeklagte habe ihm gesagt, er habe sexuelles Interesse an der Studentin gehabt und habe sie bewusstlos geschlagen, um sie zu vergewaltigen.<\/p>\n<p>Die Zweifel des Sachverst\u00e4ndigen\u00a0<\/p>\n<p>Der Sachverst\u00e4ndige Max Steller, ein Psychologe, sagte im Anschluss, seine Zweifel an der Glaubw\u00fcrdigkeit des Zeugen h\u00e4tten sich durch die jetzige Vernehmung verst\u00e4rkt. Gr\u00fcnde daf\u00fcr nannte er aber nicht. Ihre ausf\u00fchrliche Einsch\u00e4tzung sollen Steller und der Psychiater Michael Soyka erst an einem der n\u00e4chsten Verhandlungstage abgeben.<\/p>\n<p>Insgesamt hat das Landgericht Traunstein 26 Tage f\u00fcr die Verhandlung angesetzt. Das Urteil k\u00f6nnte nach derzeitiger Planung kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember, fallen.<\/p>\n<p>Tod vor drei Jahren<\/p>\n<p>Die damals 23 Jahre alte Studentin hatte in der Nacht zum 3. Oktober in der Disco \u00abEiskeller\u00bb in Aschau gefeiert und wollte gegen 2.20 Uhr nach Hause. Dort kam sie aber nie an. Stattdessen wurde am Nachmittag ihre Leiche im Fluss Prien entdeckt, mit vielen Verletzungen unter anderem am Kopf und an den Schultern.\u00a0<\/p>\n<p>In einem aufwendigen Indizienprozess wurde der Angeklagte 2024 zu einer Jugendstrafe von neun Jahren verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob die Entscheidung aber wegen eines Verfahrensfehlers auf. Dabei ging es um einen Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen die damalige Vorsitzende Richterin.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage weiter davon aus, dass der junge Mann die Studentin in der Nacht aus sexuellen Motiven von hinten angegriffen und in den Bach geworfen habe, wo sie ertrank. Die Verteidigung dagegen spricht von einem Unfall und ist \u00fcberzeugt, dass Hanna verletzt wurde, als sie zw\u00f6lf Kilometer durchs Wasser trieb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Traunstein\/Laufen (dpa) &#8211; Im Mordprozess um den Tod von Hanna aus dem oberbayerischen Aschau ist der Angeklagte von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":483053,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[772,3364,29,30,177,8970,1209,2339,2283,9326],"class_list":{"0":"post-483052","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-bayern","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-kriminalitt","13":"tag-muenster","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-oberbayern","16":"tag-prozess-gericht","17":"tag-updateme"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115339627410876023","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/483052","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=483052"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/483052\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/483053"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=483052"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=483052"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=483052"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}