{"id":483845,"date":"2025-10-09T00:16:12","date_gmt":"2025-10-09T00:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/483845\/"},"modified":"2025-10-09T00:16:12","modified_gmt":"2025-10-09T00:16:12","slug":"warum-die-tofu-wurst-keine-wurst-mehr-sein-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/483845\/","title":{"rendered":"Warum die Tofu-Wurst keine Wurst mehr sein soll"},"content":{"rendered":"<p>Das Europaparlament hat sich f\u00fcr ein Verbot von Bezeichnungen wie &#8222;Tofu-Wurst&#8220; oder &#8222;Veggie-Burger&#8220; ausgesprochen. Begriffe wie &#8222;Steak&#8220;, &#8222;Schnitzel&#8220;, &#8222;Hamburger&#8220; und &#8222;Wurst&#8220; sollten Produkten vorbehalten sein, die aus Tieren gemacht wurden, meint eine Mehrheit der EU-Abgeordneten. Die Ja-Stimmen kamen vor allem von Fraktionen rechts der Mitte. Die deutschen Unionsabgeordneten stimmten mehrheitlich gegen ein Verbot.<\/p>\n<p>Die im Europaparlament f\u00fcr den Abstimmungsvorschlag zust\u00e4ndige Abgeordnete C\u00e9line Imart sieht dadurch den Verbraucherschutz gest\u00e4rkt. Es bestehe ein &#8222;echtes Verwechslungsrisiko&#8220;, meint die Politikerin der EVP-Fraktion, zu der auch CDU und CSU geh\u00f6ren. Pflanzenbasierte Ersatzprodukte b\u00f6ten etwa nicht die gleichen N\u00e4hrwerte wie ihre tierischen Originale. Zudem gehe es darum, Landwirte zu sch\u00fctzen. Pflanzliche Lebensmittelhersteller versuchten, den Ruf tierischer Lebensmittel, den Generationen von Landwirten aufgebaut h\u00e4tten, f\u00fcr die Vermarktung von Konkurrenzprodukten zu nutzen.<\/p>\n<p>Zu den Bef\u00fcrwortern geh\u00f6rt unter anderem der Verband der Fleischwirtschaft. &#8222;Fleisch sollte als wertvolles tierisches Lebensmittel klar von anderen Artikeln unterschieden werden k\u00f6nnen, ohne dass man dadurch einen Kulturkampf entfacht&#8220;, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Steffen Reiter.<\/p>\n<p>&#8222;Lobbyismus im Dienste der Fleischindustrie&#8220;<\/p>\n<p>Verbrauchersch\u00fctzer halten wenig von dieser Argumentation. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Organisation Foodwatch, Chris Methmann, spricht von &#8222;Lobbyismus im Dienste der Fleischindustrie&#8220;. Niemand kaufe versehentlich Tofuw\u00fcrstchen, weil er glaube, es seien Rinderw\u00fcrste. Auch Stephanie Wetzel vom Verbraucherzentrale Bundesverband sieht keine Verwechslungsgefahr: Bei einem Begriff wie &#8222;Veganes Seitan-Schnitzel&#8220; w\u00fcssten Verbraucher, was sie geschmacklich erwarte und welche Ersatzzutat das Produkt enthalte.<\/p>\n<p>\n    Mehrere Handelsunternehmen und Hersteller haben sich in einem gemeinsamen Brief ebenfalls gegen ein Verbot ausgesprochen, darunter die <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/wirtschaft\/unruhige-zeiten-wie-die-ruegenwalder-muehle-marktfuehrer-bleiben-will-doc81c04nqd5b9dlgjjd45\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">R\u00fcgenwalder M\u00fchle aus Bad Zwischenahn<\/a>. &#8222;Aus unserer Sicht ist das nicht sinnvoll&#8220;, sagte eine Unternehmenssprecherin. &#8222;Schnitzel oder Burger beschreiben eine Zubereitungsart \u2013 nicht das Ausgangsprodukt.&#8220; Die kurzfristigen Umstellungskosten sch\u00e4tze man auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag.\n<\/p>\n<p>Thorsten Lieder, Sprecher der Bremer Gastro Gemeinschaft, sagte dem WESER-KURIER: &#8222;Wir sind irritiert, dass sich die EU nicht mit viel wichtigeren Themen besch\u00e4ftigt. Wenn das aber wirklich so umgesetzt wird, wird das f\u00fcr die Gastronomie nur wieder zus\u00e4tzliche Kosten bedeuten.&#8220;<\/p>\n<p>Mehrheit der Verbraucher ist daf\u00fcr<\/p>\n<p>In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov bef\u00fcrwortete jeder Zweite, dass Bezeichnungen wie Schnitzel oder Wurst ausschlie\u00dflich f\u00fcr tierische Produkte verwendet werden d\u00fcrfen. 28 Prozent lehnen dies ab, 21 Prozent machten keine Angabe. Nur jedem Vierten allerdings ist es wichtig, dass sich das EU-Parlament mit dieser Frage befasst; zwei Drittel halten das f\u00fcr unwichtig.<\/p>\n<p>\n    Der <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/wirtschaft\/bremer-koch-testet-lachs-mozzarella-fleischsalat-geht-das-vegan-doc7u0vt7wqf1xo5utzm3x\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Markt f\u00fcr Fleischersatzprodukte <\/a>ist in Deutschland zuletzt stark gewachsen: In den vergangenen f\u00fcnf Jahren hat sich die Herstellung verdoppelt. Im Vergleich zur konventionellen Fleischproduktion ist der Markt allerdings klein. Der Pro-Kopf-Konsum von Produkten wie Veggie-Burgern oder Tofuwurst lag 2024 bei 1,5 Kilogramm, bei Fleisch waren es 53,2 Kilo.\n<\/p>\n<p>Das Parlament muss nun in Verhandlungen mit den Regierungen der EU-Staaten eine Einigung finden. Ob sich f\u00fcr das Bezeichnungsverbot eine Mehrheit findet, ist unklar. Die Bundesregierung hat bislang keine Position zur Abstimmung im EU-Parlament bezogen.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc82qbytrrkue1dgc2f7qf\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/wirtschaft\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Europaparlament hat sich f\u00fcr ein Verbot von Bezeichnungen wie &#8222;Tofu-Wurst&#8220; oder &#8222;Veggie-Burger&#8220; ausgesprochen. 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