{"id":484932,"date":"2025-10-09T10:10:11","date_gmt":"2025-10-09T10:10:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/484932\/"},"modified":"2025-10-09T10:10:11","modified_gmt":"2025-10-09T10:10:11","slug":"neues-buch-judi-dench-ueber-die-wichtigsten-rollen-ihres-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/484932\/","title":{"rendered":"Neues Buch: Judi Dench \u00fcber die wichtigsten Rollen ihres Lebens"},"content":{"rendered":"<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"0\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">\u201eIch wollte immer nur Shakespeare spielen.\u201c Und das hat Judi Dench im Laufe ihrer Karriere reichlich getan, von den ersten Rollen am Londoner Old Vic, wo sie direkt nach der Schauspielschule ihr erstes Engagemant bekam, bis zur Paulina im \u201eWinterm\u00e4rchen\u201c 2015 am Garrick Theatre.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"1\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">In \u201eShakespeare &#8211; Der Mann, der die Miete zahlte\u201c blickt sie zusammen mit dem Schauspielkollegen und Regisseur Brenden O&#8217;Hea zur\u00fcck auf all ihre Rollen in St\u00fccken des gro\u00dfen Barden: von Julia \u00fcber Kleopatra bis zur Lady Macbeth, von der Dench sagt, dass man sie nicht als Frau sehen sollte, \u201edie total vom Ehrgeiz zerfressen ist. Oder als unglaublich b\u00f6ses Weib.\u201c<\/p>\n<p>Ph\u00e4nomenales Ged\u00e4chtnis<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"3\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">\u00dcber einen Zeitraum von vier Jahren haben  sich O&#8217;Hea und Dench getroffen, sind die St\u00fccke bisweilen Szene f\u00fcr Szene durchgegangen. Und die Schauspiel-Ikone, die im vergangen Dezember 90 wurde, verbl\u00fcfft O&#8217;Hea (und die Leser) mit ihrem ph\u00e4nomenalen Ged\u00e4chtnis. Sie erinnert sich nicht nur an Regisseure, Kollegen, Inszenierungen und Begebenheiten, sondern vor allem auch an die Texte  und zwar nicht nur an die Passagen der  eigenen Figuren, sondern meist auch an die der Kollegen.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"4\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">In Sachen Shakespeare erweist sich Dame Judi als Puristin.  \u201eEs frustriert mich, wenn Regisseure nicht zulassen, dass das St\u00fcck dem geh\u00f6rt, der es geschrieben hat.\u201c Die sogenannten \u201e\u00dcberschreibungen\u201c zum Beispiel sind nicht ihr Ding. Sie findet, \u201edass man die Sprache nicht modernisieren sollte. In den \u00dcbersetzungen gehe immer etwas verloren  die Poesie, der Schmiss. Oder man  verliert den Rhythmus.\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"5\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Kein Problem hat sie hingegen damit, wenn die Inszenierungen die Handlung \u201ein eine andere Zeit und an einen Ort versetzen\u201c.<\/p>\n<p>Dinge, die man hinnehmen muss<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"7\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Und so kann man sich peu \u00e0 peu ein Bild davon machen, wie sie die Rollen f\u00fcr die B\u00fchne kreierte  im Zusammenspiel mit den Regisseuren oder auch allein. Das A und O f\u00fcr sie: die Hausaufgaben. Wenn die Proben losgingen,  m\u00fcsse man  die Rolle  drauf haben. Da geht es um Motivation, um Hintergrund  um die Dinge, die vielleicht nicht in den eigenen Textpassagen st\u00fcnden, sondern sich unter anderem daraus erg\u00e4ben, wie die Person sich zu den anderen Figuren verh\u00e4lt. Das eine oder andere d\u00fcrfe man sich auch selber ausdenken.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"8\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Aber: \u201eEs gibt bei Shakespeare gewisse Dinge, die musst du einfach hinnehmen, sonst verlierst du dich im Kleinklein\u201c, lautet ihre Antwort auf die Frage, wo die Viola in \u201eWas Ihr wollt\u201c die M\u00e4nnerkleidung hern\u00e4hme oder das Geld, um den Kapit\u00e4n zu bezahlen.<\/p>\n<p>Tragische Erinnerungen<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"10\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Aber nat\u00fcrlich leben die Gespr\u00e4che auch von all den Anekdoten, von Schlammasseln und Fehlschl\u00e4gen hinter und vor den Kulissen. Mal ist das durchaus dramatisch, etwa als Daniel Day-Lewis im \u201eHamlet\u201c auf offener B\u00fchne einen Nervenzusammenbruch erleidet und ein Kollege in der laufenden Vorstellung die Rolle \u00fcbernehmen muss.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"11\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Noch tragischer: der Selbstmord eines anderen Kollegen w\u00e4hrend einer Australien-Tournee. Denn auch hier hie\u00df es:  The show must go on.<\/p>\n<p>Streiche auf der B\u00fchne<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"13\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Doch man erf\u00e4hrt auch, wie sich die Profis oftmals versuchen, aus dem Konzept zu bringen: Da liegt Judi  Dench in \u201eAntonius und Kleopatra\u201c \u00fcber dem \u201etoten\u201c Anthony Hopkins, der ihr zuraunt: \u201eW\u00e4hrend ihr jetzt den f\u00fcnften Akt spielt, geh\u2019 ich in meine Garderobe und trinke eine sch\u00f6ne Tasse Tee.\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"14\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">In einer fr\u00fcheren Szene des St\u00fccks musste sie lange mit zwei Kolleginnen in einem Grabmal ausharren, w\u00e4hrend vorne gespielt wurde. \u201eWir haben immer im Dunkeln gehockt und gesponnen, was wir am liebsten zu Abend essen w\u00fcrden.\u201c Dame Judis  Wunsch: Hummer und Champagner. In der letzten Vorstellung \u00fcberraschten die beiden Kolleginnen sie mit den luxuri\u00f6sen Leckereien. \u201eWir mussten allerdings etwas warten, bis Anthony ein bisschen br\u00fcllt, damit wir die Flasche aufmachen konnten&#8230;\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"15\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Ganz sch\u00f6n verwegen: Eine l\u00e4ngere Pause, bis ihre Figur Helena in \u201eEnde gut, alles gut\u201c im Gielgud Theater wieder auftaucht, nutzte sie einmal, um im benachbarten Sondheim Theater im Musical \u201eLes Mis\u00e9rables\u201c als Statistin auf den Barrikaden zu sterben.<\/p>\n<blockquote class=\"dm-blockquote__quote-text\" data-v-3a231a3f=\"\"><p>Ich hatte nach der Vorstellung immer da Gef\u00fchl, dass ich erst mal unter die Dusche muss.<\/p><\/blockquote>\n<p>Judi Dench \u00fcber \u201eDer Kaufmann von Venedig\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"17\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Und so sehr sie Shakespeare liebt, ein St\u00fcck hat sie auf dem Kieker: \u201eDer bl\u00f6de Kaufmann von Venedig. O Gott, den hab ich echt gehasst. Die Figuren verhalten sich allesamt so mies. Nicht einziger, den man  da ausnehmen k\u00f6nnte.\u201c Schrecklicher H\u00f6hepunkt: der Antisemitismus, mit dem die Figur des Shylock behandelt wird. \u201eIch hatte nach der Vorstellung immer da Gef\u00fchl, dass ich erst mal unter die Dusche muss.\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"18\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Aber auch hier hat sie eine witzige Anekdote parat: \u201eTerry Hands, unser Regisseur, kam einmal hinter die B\u00fchne gerannt und sagte: \u201aWenn ich noch einmal h\u00f6re, dass hier einer Der Kotzbrocken von Venedig sagt, dann gibts aber \u00c4rger.\u2019<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"19\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Man kann das Buch also vor dem Besuch des n\u00e4chsten Shakespeare-Abends zur Hand nehmen (oder danach). Dann wei\u00df man zwar nicht, wie die Schauspielerin auf der B\u00fchne ihre Rolle interpretiert. Aber die Gedanken einen Kalibers wie Judi Dench dazu sind sicherlich nicht der schlechteste Ansatz.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"20\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Judi Dench und Brendan O&#8217;Hea: Shakespeare  Der Mann, der die Miete zahlte\u201c. Aus dem Englischen von Christa Schuenke. D\u00f6rlemann, 528 S., 34 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eIch wollte immer nur Shakespeare spielen.\u201c Und das hat Judi Dench im Laufe ihrer Karriere reichlich getan, von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":484933,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-484932","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115343669698240611","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=484932"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484932\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/484933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=484932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=484932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=484932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}