{"id":484944,"date":"2025-10-09T10:17:20","date_gmt":"2025-10-09T10:17:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/484944\/"},"modified":"2025-10-09T10:17:20","modified_gmt":"2025-10-09T10:17:20","slug":"astronomen-sehen-ein-mysterioeses-dunkles-objekt-im-fernen-universum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/484944\/","title":{"rendered":"Astronomen \u201esehen\u201d ein mysteri\u00f6ses dunkles Objekt im fernen Universum"},"content":{"rendered":"<p class=\"h3 subtitle serif\">Forschende haben das derzeit kleinste gemessene dunkle Objekt mithilfe seines Gravitationseffektes nachgewiesen<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" alt=\"Unscharfes Bild eines Kreises mit einem rot leuchtenden Halbkreis, einem zentralen dunklen Punkt und kleinen roten Lichtpunkten.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/original-1760004973.jpg\" class=\"img-responsive\" title=\"\u00dcberlagerung der Infrarotemission (schwarz-wei\u00df) mit der Radioemission (farbig). Das dunkle Objekt mit geringer Masse befindet sich in der L\u00fccke im hellen Teil des Bogens auf der rechten Seite.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1760005037_559_original-1760004973.jpg\" class=\"visible-print-block mb-1 banner\" alt=\"Unscharfes Bild eines Kreises mit einem rot leuchtenden Halbkreis, einem zentralen dunklen Punkt und kleinen roten Lichtpunkten.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\u00dcberlagerung der Infrarotemission (schwarz-wei\u00df) mit der Radioemission (farbig). Das dunkle Objekt mit geringer Masse befindet sich in der L\u00fccke im hellen Teil des Bogens auf der rechten Seite.<\/p>\n<p class=\"copyright hidden-print\" id=\"copyright_25519208\">\n          \u00a9 Keck\/EVN\/GBT\/VLBA\n        <\/p>\n<p>\n          \u00dcberlagerung der Infrarotemission (schwarz-wei\u00df) mit der Radioemission (farbig). Das dunkle Objekt mit geringer Masse befindet sich in der L\u00fccke im hellen Teil des Bogens auf der rechten Seite.\n        <\/p>\n<p>\n          \u00a9 Keck\/EVN\/GBT\/VLBA\n        <\/p>\n<p>Auf den Punkt gebracht<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gravitationslinsen:<\/strong>\u00a0Mithilfe der Verzerrungen durch Gravitationslinsen lassen sich die Eigenschaften dunkler Materie untersuchen, obwohl diese kein Licht aussendet.\u00a0<\/li>\n<li><strong>Entdeckung:<\/strong> Ein internationales Team hat ein dunkles Objekt im fernen Universum entdeckt, das eine Million Mal so viel Masse wie die Sonne hat. Die Entdeckung basiert auf der Analyse der Gravitationseffekte auf das Licht einer anderen Galaxie.<\/li>\n<li><strong>Technologie:<\/strong> Ein Netzwerk aus Radioteleskopen weltweit, darunter das Green Bank Telescope, hat die Daten erfasst. Es bildet ein virtuelles Super-Teleskop, das eine bessere Bildqualit\u00e4t erm\u00f6glicht. So lassen sich selbst kleine Gravitationssignale erkennen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dunkle Materie ist eine r\u00e4tselhafte Form von Materie, die kein Licht ausstrahlt. Sie ist jedoch f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Entwicklung der vielf\u00e4ltigen Sternen- und Galaxienstruktur, die wir am Nachthimmel sehen, von entscheidender Bedeutung. Da dunkle Materie nicht sichtbar ist, k\u00f6nnen ihre Eigenschaften nur durch Beobachtung der Wirkung ihrer Gravitation bestimmt werden. Dabei wird das Licht eines weiter entfernten Objekts durch die Schwerkraft des dunklen Objekts verzerrt und abgelenkt.\u00a0\u201eDie Suche nach dunklen Objekten, die offenbar kein Licht ausstrahlen, ist eindeutig eine Herausforderung\u201d, sagt Devon Powell vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Astrophysik und Hauptautor Studie. \u201eDa wir sie nicht direkt sehen k\u00f6nnen, verwenden wir sehr weit entfernte Galaxien als Hintergrundbeleuchtung, um nach ihren Gravitationsspuren zu suchen.\u201d<\/p>\n<p>Das Team nutzte ein Netzwerk von Teleskopen aus aller Welt, darunter das Green Bank Telescope, das Very Long Baseline Array und das European Very Long Baseline Interferometric Network. Die Daten dieses internationalen Netzwerks wurden am Joint Institute for VLBI ERIC in den Niederlanden korreliert. Dadurch entstand ein virtuelles Super-Teleskop, das die Gr\u00f6\u00dfe der Erde hat und die subtilen Signale der Gravitationslinseneffekte des dunklen Objekts erfassen konnte. Das Team entdeckte, dass das Objekt eine Million Mal so viel Masse hat wie unsere Sonne und sich in einer entfernten Region des Weltraums befindet, die etwa zehn Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist, als das Universum erst 6,5 Milliarden Jahre alt war. Es ist das Objekt mit der geringsten Masse, das je mit dieser Technik gefunden wurde \u2013 um einen Faktor 100.<\/p>\n<p>Um diese Empfindlichkeit zu erreichen, musste das Team mithilfe von Radioteleskopen auf der ganzen Welt ein hochaufl\u00f6sendes Bild des Himmels erstellen. John McKean von der Universit\u00e4t Groningen, der Universit\u00e4t Pretoria und dem South African Radio Astronomy Observatory leitete die Datenerfassung und ist Hauptautor einer Begleitver\u00f6ffentlichung. Er sagte: \u201eAuf dem ersten hochaufl\u00f6senden Bild sahen wir sofort eine Verengung im Gravitationsbogen. Das war ein eindeutiges Zeichen daf\u00fcr, dass wir auf der richtigen Spur waren. Nur eine weitere kleine Massenansammlung zwischen uns und der entfernten Radiogalaxie konnte dies verursachen.\u201c<\/p>\n<p>Neue Algorithmen erforderlich<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" alt=\"Ein gelber Streifen mit rotem Rand verl\u00e4uft diagonal \u00fcber einen grauen Hintergrund, begleitet von einem kleinen, wei\u00dfen, unscharfen Quadrat.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/original-1760005017.jpg\" class=\"img-responsive\" title=\"Die Vergr\u00f6\u00dferung zeigt die Verengung im leuchtenden Radiowellenbogen. Mithilfe der ausgekl\u00fcgelten Modellierungsalgorithmen des Teams wird die zus\u00e4tzliche Masse des dunklen Objekts dort gravitativ \u201eabgebildet\u201d. Das dunkle Objekt ist durch den wei\u00dfen Fleck an der Verengung des Bogens markiert. Bisher konnte jedoch kein Licht von ihm im optischen, infraroten oder radiowellenlangen Bereich nachgewiesen werden.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1760005040_437_original-1760005017.jpg\" class=\"visible-print-block mb-1 banner\" alt=\"Ein gelber Streifen mit rotem Rand verl\u00e4uft diagonal \u00fcber einen grauen Hintergrund, begleitet von einem kleinen, wei\u00dfen, unscharfen Quadrat.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Vergr\u00f6\u00dferung zeigt die Verengung im leuchtenden Radiowellenbogen. Mithilfe der ausgekl\u00fcgelten Modellierungsalgorithmen des Teams wird die zus\u00e4tzliche Masse des dunklen Objekts dort gravitativ \u201eabgebildet\u201d. Das dunkle Objekt ist durch den wei\u00dfen Fleck an der Verengung des Bogens markiert. Bisher konnte jedoch kein Licht von ihm im optischen, infraroten oder radiowellenlangen Bereich nachgewiesen werden.<\/p>\n<p class=\"copyright hidden-print\" id=\"copyright_25519515\">\n          \u00a9 Keck\/EVN\/GBT\/VLBA\n        <\/p>\n<p>\n          Die Vergr\u00f6\u00dferung zeigt die Verengung im leuchtenden Radiowellenbogen. Mithilfe der ausgekl\u00fcgelten Modellierungsalgorithmen des Teams wird die zus\u00e4tzliche Masse des dunklen Objekts dort gravitativ \u201eabgebildet\u201d. Das dunkle Objekt ist durch den wei\u00dfen Fleck an der Verengung des Bogens markiert. Bisher konnte jedoch kein Licht von ihm im optischen, infraroten oder radiowellenlangen Bereich nachgewiesen werden.\n        <\/p>\n<p>\n          \u00a9 Keck\/EVN\/GBT\/VLBA\n        <\/p>\n<p>Um den riesigen Datensatz zu analysieren, musste das Team neue Modellierungsalgorithmen entwickeln, die nur auf Supercomputern ausgef\u00fchrt werden konnten. \u201eDie Daten sind so umfangreich und komplex, dass wir neue numerische Ans\u00e4tze zu ihrer Modellierung entwickeln mussten. Das war nicht einfach, da dies noch nie zuvor gemacht worden war\u201c, sagt Simona Vegetti vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Astrophysik. \u201eWir gehen davon aus, dass jede Galaxie, einschlie\u00dflich unserer eigenen Milchstra\u00dfe, mit Klumpen dunkler Materie gef\u00fcllt ist. Um sie zu finden und die Fachwelt von ihrer Existenz zu \u00fcberzeugen, sind jedoch umfangreiche Berechnungen erforderlich.\u201c Das Team wandte eine spezielle Technik namens Gravitationsbildgebung an, mit der es die unsichtbaren Klumpen dunkler Materie \u201esehen\u201c konnte, indem es deren Gravitationslinseneffekt gegen\u00fcber dem Lichtbogen abbildete.<\/p>\n<p>\u201eAngesichts der Empfindlichkeit unserer Daten hatten wir erwartet, mindestens ein dunkles Objekt zu finden, sodass unsere Entdeckung mit der sogenannten \u201aTheorie der kalten Dunklen Materie\u2018 \u00fcbereinstimmt, auf der ein Gro\u00dfteil unseres Verst\u00e4ndnisses der Entstehung von Galaxien basiert\u201c, sagt Powell. \u201eNachdem wir eines gefunden haben, stellt sich nun die Frage, ob wir weitere finden k\u00f6nnen und ob die Zahlen weiterhin mit den Modellen \u00fcbereinstimmen.\u201c\u00a0Das Team analysiert die Daten nun weiter, um besser zu verstehen, was dieses mysteri\u00f6se dunkle Objekt sein k\u00f6nnte. Es untersucht aber auch andere Teile des Himmels, um mit derselben Technik nach weiteren dunklen Objekten mit geringer Masse zu suchen. Werden weitere dieser mysteri\u00f6sen Objekte in anderen Teilen des Universums gefunden und sollte sich herausstellen, dass sie tats\u00e4chlich v\u00f6llig frei von Sternen sind, k\u00f6nnten einige Theorien zur dunklen Materie ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Informationen<\/p>\n<p>Gravitationslinsen sind ein astrophysikalisches Werkzeug, mit dem Forschende die Masseneigenschaften von Strukturen im Universum messen. Es basiert auf Einsteins Allgemeiner Relativit\u00e4tstheorie, nach der Masse im Universum den Raum kr\u00fcmmt. Wenn die Masse des im Vordergrund liegenden Linsenobjekts ausreichend gro\u00df ist, wird das Licht von entfernten Objekten verzerrt, sodass sogar mehrere Bilder zu sehen sind. Im Fall des Systems B1938+666 f\u00fchrt die infrarotleuchtende Galaxie im Vordergrund (in der Mitte des Rings zu sehen) zu einem wundersch\u00f6nen Einstein-Ring der entfernten Galaxie. Die entfernte Galaxie ist jedoch auch im Radiofrequenzbereich hell und zeigt Mehrfachbilder und Gravitationsb\u00f6gen (in Rot zu sehen).<\/p>\n<p>Die Radiobeobachtungen wurden mit einer Kombination von Radioteleskopen durchgef\u00fchrt, die zu einem sogenannten Very Long Baseline Interferometer zusammengefasst wurden. Diese Beobachtungsmethode erm\u00f6glicht es Forschende, die Bildsch\u00e4rfe der Daten zu verbessern und sehr kleine Helligkeits Schwankungen aufzudecken, die sonst nicht zu sehen w\u00e4ren. Die Aufl\u00f6sungsleistung der Daten ist beispielsweise um den Faktor 13 besser als die Infrarotbildgebung des adaptiven Optiksystems des W. M. Keck-Teleskops (ebenfalls in den Abbildungen in Schwarz-Wei\u00df dargestellt). F\u00fcr die Beobachtungen wurden das Green Bank Telescope und das Very Long Baseline Array des National Radio Astronomy Observatory in den Vereinigten Staaten sowie die Teleskope des European Very Long Baseline Interferometric Network verwendet.<\/p>\n<p>Bei der Gravitationsbildgebung handelt es sich um eine neuartige Methode, mit der Astronominnen und Astronomen Masse im Universum \u201esehen\u201d k\u00f6nnen, obwohl diese kein Licht aussendet. Dabei werden die ausgedehnten Gravitationsb\u00f6gen genutzt, um nach kleinen Abweichungen zu suchen, die nur durch eine zus\u00e4tzliche, unsichtbare Massekomponente verursacht werden k\u00f6nnen. Durch die Kombination dieser Methode mit der hochaufl\u00f6senden Bildgebung aus den Daten konnte das Team das derzeit kleinste gemessene dunkle Objekt nachweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forschende haben das derzeit kleinste gemessene dunkle Objekt mithilfe seines Gravitationseffektes nachgewiesen \u00dcberlagerung der Infrarotemission (schwarz-wei\u00df) mit der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":484945,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[29,31523,30,93490,190,189,194,191,193,192],"class_list":{"0":"post-484944","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-deutschland","9":"tag-dunkle-materie","10":"tag-germany","11":"tag-gravitationslinse","12":"tag-science","13":"tag-science-technology","14":"tag-technik","15":"tag-technology","16":"tag-wissenschaft","17":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115343697976717518","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=484944"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484944\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/484945"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=484944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=484944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=484944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}