{"id":485385,"date":"2025-10-09T14:23:13","date_gmt":"2025-10-09T14:23:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/485385\/"},"modified":"2025-10-09T14:23:13","modified_gmt":"2025-10-09T14:23:13","slug":"donald-trump-die-ueberraschend-laute-kritik-des-nobelpreis-komitees-an-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/485385\/","title":{"rendered":"Donald Trump: Die \u00fcberraschend laute Kritik des Nobelpreis-Komitees an den USA"},"content":{"rendered":"<p>Der Status der USA als f\u00fchrende Wissenschaftsnation wackle, warnt die K\u00f6niglich Schwedische Akademie, die den Nobelpreis verleiht. Der Generalsekret\u00e4r findet in seiner Kritik an US-Pr\u00e4sident Donald Trump erstaunlich deutliche Worte.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Kein anderes Land der Welt hat so viele Nobelpreistr\u00e4ger hervorgebracht wie die Vereinigten Staaten. Auch diese Woche wieder waren unter den Nobelpreistr\u00e4gern f\u00fcr Medizin und Physik mehrere US-Forscher. Doch mit seinen Angriffen auf die Wissenschaft gef\u00e4hrdet Donald Trump diese F\u00fchrungsrolle der USA, warnen schwedische Forscher, die die Auszeichnung vergeben. <\/p>\n<p>Seit seinem Amtsantritt im Januar k\u00fcrzte der US-Pr\u00e4sident schon Milliarden Dollar an F\u00f6rdermitteln, beschnitt die akademische Freiheit der Universit\u00e4ten und lie\u00df massenhaft Wissenschaftler in Bundesbeh\u00f6rden entlassen.<\/p>\n<p>Damit zerst\u00f6re Trump das Fundament, das die vielen Nobelpreise erm\u00f6glicht habe, sagt Hans Ellegren, Generalsekret\u00e4r der K\u00f6niglich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, zust\u00e4ndig f\u00fcr die Auswahl der Preistr\u00e4ger f\u00fcr Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften. Langfristige Investitionen in die Grundlagenforschung und akademische Freiheit h\u00e4tten bisher f\u00fcr den wissenschaftlichen Erfolg der Vereinigten Staaten gesorgt. Erstaunlich deutliche Worte f\u00fcr das ansonsten in politischen Fragen eher zur\u00fcckhaltend kommunizierende Komitee. <\/p>\n<p>\u201eIn der Nachkriegszeit haben die USA die Rolle Deutschlands als weltweit f\u00fchrende Wissenschaftsnation \u00fcbernommen. Wenn sie nun beginnen, die Forschungsgelder zu k\u00fcrzen, bedroht dies die Position des Landes\u201c, warnt Ellegren.<\/p>\n<p>Seit Januar k\u00fcndigte NIH \u2013 die wichtigste Beh\u00f6rde f\u00fcr die medizinische Forschung \u2013 2100 Forschungsstipendien in H\u00f6he von insgesamt rund 9,5 Milliarden Dollar (8,1 Milliarden Euro) und Vertr\u00e4ge im Wert von 2,6 Milliarden Dollar, wie aus der unabh\u00e4ngigen Datenbank Grant Watch hervorgeht. Betroffen sind unter anderem Studien zu Krebs, Alzheimer und den Auswirkungen der Erderw\u00e4rmung auf die Gesundheit. Auch Forschungen zum Klimawandel, zu Impfstoffen, Gerechtigkeit und Inklusion will Trump einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>\u201eEs ist kein Zufall, dass die USA bei Weitem die meisten Nobelpreistr\u00e4ger haben\u201c, sagt auch Thomas Perlmann, Generalsekret\u00e4r des Komitees, das den Nobelpreis f\u00fcr Medizin vergibt. \u201eAber mittlerweile macht sich langsam Unsicherheit breit, ob die USA bereit sind, ihre f\u00fchrende Position in der Forschung zu behaupten.\u201c Die Vereinigten Staaten seien \u201eder eigentliche Motor\u201c der weltweiten Wissenschaft. \u201eEs h\u00e4tte sehr schwerwiegende Folgen f\u00fcr die Forschung auf der ganzen Welt, wenn er ins Stocken geraten w\u00fcrde\u201c, f\u00fcrchtet Perlmann. \u201eEs braucht nicht viele Jahre mit gro\u00dfen K\u00fcrzungen, um irreversiblen Schaden anzurichten.\u201c<\/p>\n<p>Trumps Einschnitte k\u00f6nnten zur Abwanderung von Wissenschaftlern f\u00fchren und sich somit auch auf die Forschung in anderen L\u00e4ndern auswirken, sind sich Ellegren und Perlmann einig. Haben Forscher ihre Stelle oder Finanzierung erst einmal verloren, kehrten sie m\u00f6glicherweise selbst dann nicht in ihre Fachgebiete zur\u00fcck, wenn die Budgets eines Tages wieder aufgestockt werden. J\u00fcngere angehende Wissenschaftler k\u00f6nnten sich angesichts der politischen Lage nun gegen eine Karriere in der Forschung entscheiden, sagen Ellegren und Perlmann. \u201eEs besteht die Gefahr, dass eine ganze Generation junger Forscher verloren geht\u201c, bef\u00fcrchtet Ellegren.<\/p>\n<p>China investiert in Forschung<\/p>\n<p>Obwohl Trumps Politik in erster Linie die Forschung in den USA betrifft, leidet bereits jetzt auch die internationale Zusammenarbeit. Bisher finanzierte NIH auch Kooperationen in anderen L\u00e4ndern, \u201eund das ist unter der neuen Regierung schwieriger geworden\u201c, sagt Ellegren. \u201eJede nationalistisch oder chauvinistisch gepr\u00e4gte Regulierung akademischer Arbeit behindert den globalen Austausch von Ideen und Daten\u201c, betont er. \u201eAber Forschung ist naturgem\u00e4\u00df global. Forscher haben schon immer Wissen und Erfahrungen ausgetauscht.\u201c<\/p>\n<p>Einige L\u00e4nder, darunter auch Deutschland, versuchen, US-Wissenschaftler anzuwerben. Auch ausl\u00e4ndische Forscher k\u00f6nnten sich gezwungen sehen, die Vereinigten Staaten zu verlassen. \u201eDas bedeutet, dass es f\u00fcr andere L\u00e4nder einfacher werden k\u00f6nnte, mit den USA zu konkurrieren. Forschung ist eine wichtige Grundlage f\u00fcr Innovation und Unternehmertum\u201c, sagt Ellegren. Vor allem die Wissenschaft in China sei auf dem Vormarsch. \u201eDas Land investiert unglaubliche Summen.\u201c<\/p>\n<p>Was die Nobelpreise angeht, liegen die Vereinigten Staaten bislang auch dieses Jahr in F\u00fchrung: Zwei der drei Preistr\u00e4ger in Medizin stammen aus den USA. Der Nobelpreis f\u00fcr Physik ging am Dienstag an einen US-Wissenschaftler, einen Briten und einen Franzosen, die zusammen in Kalifornien forschen.<\/p>\n<p>AFP\/lpi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Status der USA als f\u00fchrende Wissenschaftsnation wackle, warnt die K\u00f6niglich Schwedische Akademie, die den Nobelpreis verleiht. 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