{"id":485585,"date":"2025-10-09T16:09:12","date_gmt":"2025-10-09T16:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/485585\/"},"modified":"2025-10-09T16:09:12","modified_gmt":"2025-10-09T16:09:12","slug":"carlo-masala-ueber-die-usa-als-schluesselakteur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/485585\/","title":{"rendered":"Carlo Masala \u00fcber die USA als Schl\u00fcsselakteur."},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Berlin. Carlo Masala, Professor f\u00fcr Politikwissenschaft an der Universit\u00e4t der Bundeswehr in M\u00fcnchen, ist ein gefragter Interviewpartner, wenn es um den Krieg zwischen Russland und der Ukraine geht \u2013 und er kennt sich mit dem Nahost-Konflikt aus.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Herr Masala, im Nahen Osten k\u00f6nnte es jetzt tats\u00e4chlich zu einer Art Frieden kommen. Worauf f\u00fchren Sie das zur\u00fcck?<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Im Kern ist das auf den Druck Donald Trumps zur\u00fcckzuf\u00fchren. Er hat nicht nur auf die beiden Konfliktparteien Druck gemacht, also auf die Hamas und Israel, sondern auch auf die Staaten in der Region. So hat er, was ich sehr bemerkenswert finde, etwa die Unterst\u00fctzung der T\u00fcrkei gewonnen. Er hat Pakistan mit an Bord geholt und Indonesien. Es gibt jetzt eine einheitliche Front islamisch-arabischer Staaten. Das Ganze ist ein Erfolg der amerikanischen Administration.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Carlo Masala, Professor f\u00fcr Internationale Politik an der Universit\u00e4t der Bundeswehr in M\u00fcnchen.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/TKTLPF2S7RIJ5FVJOVCZGJCEJE.jpeg\" \/><\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Warum sind fr\u00fchere US-Pr\u00e4sidenten nicht \u00e4hnlich entschlossen vorgegangen?<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Trumps Vorg\u00e4nger Joe Biden hat es ja versucht. Aber seine Amtszeit n\u00e4herte sich dem Ende. Und das Verh\u00e4ltnis zwischen Biden und Benjamin Netanjahu war extrem gest\u00f6rt. Netanjahu hat viel getan, um Biden vorzuf\u00fchren. Das ist mit Trump anders.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Aber entscheidend ist doch, dass Israel von den USA nicht zuletzt milit\u00e4risch abh\u00e4ngt, oder?<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Hebel der USA mit Blick auf Israel sind in der Tat gewaltig. Das hat man zuletzt deutlich gesehen. Zun\u00e4chst hat Trump Netanjahu dazu gezwungen, den Angriff auf den Iran abzubrechen. Und dann hat er ihn gezwungen, sich bei den Kataris zu entschuldigen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1760026152_337_CTMZ4FTJKJE6TMFT6ISRFINJOE.png\" \/>US-Radar<\/p>\n<p class=\"CallToActionBasestyled__Text-sc-1k69918-5 fbjGwD\">Was die Vereinigten Staaten bewegt: Die USA-Experten des RND ordnen ein und liefern Hintergr\u00fcnde. Jeden zweiten Dienstag.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Trump ist mit Netanyahu \u00e4hnlich umgegangen wie vorher mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj.<\/b><\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Genau.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Was ist denn die Lehre f\u00fcr die Diplomatie \u00fcber den Nahen Osten hinaus?<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Es gibt da keine Lehre. Es best\u00e4tigt sich nur wieder, was im Nahen Osten immer gilt: Es sind die Amerikaner, die etwas bewegen k\u00f6nnen, kein anderer. Die Reisen von europ\u00e4ischen Au\u00dfenministern in die Region sind gut und sch\u00f6n, aber sie bewirken nichts.<\/p>\n<blockquote><p>Es gibt da keine Lehre. Es best\u00e4tigt sich nur wieder, was im Nahen Osten immer gilt: Es sind die Amerikaner, die etwas bewegen k\u00f6nnen, kein anderer.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 iQZobn\">Carlo Masala<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Gibt es denn Konflikte, bei denen sich Akteure in einer \u00e4hnlichen Abh\u00e4ngigkeit von den USA oder anderen M\u00e4chten befinden und in denen sich mit entschiedenem Druck ebenfalls Frieden herstellen lie\u00dfe?<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das sehe ich nirgendwo anders, auch nicht im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Diese Diskussion \u00fcber m\u00f6gliche Lieferungen von Tomahawk-Raketen der USA an die Ukraine macht die Russen zwar ein bisschen nerv\u00f6s. Wenn die Vereinigten Staaten sich dazu wirklich durchringen w\u00fcrden, dann w\u00fcrden sich daraus echte Handlungsspielr\u00e4ume ergeben. Dagegen sind alle Sanktionspakete der Europ\u00e4er wirkungslos. Aber man sieht, dass Trump sich da wieder ein Hintert\u00fcrchen offen h\u00e4lt \u2013 indem er wissen will, wo die Tomahawk eingesetzt werden. Auch Sanktionen will Trump nicht verh\u00e4ngen. Deshalb halte ich es f\u00fcr momentan ausgeschlossen, dass es in der Ukraine in absehbarer Zeit zu einem Frieden kommt.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Warum eigentlich? Offenkundig will Trump doch als Friedensstifter dastehen. Das k\u00f6nnte er in der Ukraine ja umso mehr unter Beweis stellen.<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Man darf nicht vergessen: Trump und seine Familie haben im Nahen Osten gewaltige wirtschaftliche Interessen. Das gilt nicht zuletzt f\u00fcr seine S\u00f6hne, die in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten engagiert sind. Wenn ihm die Araber abspringen, dann schadet das diesen Interessen. Bei Russland sieht das anders aus. Hier verhandelt Trump \u00fcber eine \u00f6konomische Normalisierung. Deswegen ist ihm der Frieden in der Ukraine relativ egal. Da will er nicht unbedingt der Friedensstifter sein.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Wenn es im Nahen Osten gut geht, steht Trump trotzdem super da.<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Absolut richtig.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Gleichzeitig ist er ein Pr\u00e4sident, der nach innen die Z\u00fcgel immer autorit\u00e4rer anzieht. Wie nehmen Sie diese Ambivalenz wahr?<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Wir kommen nicht an der Erkenntnis vorbei, dass die Vereinigten Staaten trotz aller Schw\u00e4chung international noch immer die bestimmende Macht sind \u2013 unabh\u00e4ngig davon, dass sie in den Autoritarismus abgleiten. Sie k\u00f6nnen, wenn sie ihre \u00f6konomische und politische Macht in die Waagschale werfen, Dinge bewegen, die andere nicht bewegen k\u00f6nnen \u2013 auch nicht die Chinesen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"President Donald Trump holds a noted given to him by Secretary of State Marco Rubio during a roundtable about antifa in the State Dining Room at the White House in Washington, DC on Wednesday, October 8, 2025. The subject shifted to the Middle East and Gaza. PUBLICATIONxNOTxINxUSA WASP20251008107 FrancisxChung\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/RCZDKJL2CZD6FD3R3ADQKSUJGM.jpg\" \/>Trump, der unwahrscheinliche Friedensstifter<\/p>\n<p class=\"CallToActionBasestyled__Text-sc-1k69918-5 fbjGwD\">Noch vor wenigen Monaten propagierte der amerikanische Pr\u00e4sident einen emp\u00f6renden Gaza-Plan. Nun k\u00f6nnte ihm im Nahen Osten ein historischer Durchbruch gelungen sein. Dahinter stehen auch eigene Gesch\u00e4ftsinteressen.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Das hei\u00dft, an diesen autorit\u00e4ren Kurs m\u00fcssen wir uns jetzt gew\u00f6hnen?<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Wir m\u00fcssen uns daran gew\u00f6hnen, dass die Macht, die global noch f\u00fcr ein gewisses Ma\u00df an Ordnung sorgen kann, mittlerweile keine demokratische mehr ist, sondern eine zunehmend autorit\u00e4re. Das erkl\u00e4rt ja auch, warum wir so ruhig sind angesichts dessen, was in den USA passiert. Bei jeder Protestbewegung, die irgendwo auf der Welt Repression erf\u00e4hrt, kriegen wir Statements aus dem Ausw\u00e4rtigen Amt. Aber wenn die Nationalgarde nach Portland geschickt wird, schweigen wir. Weil wir die USA aufgrund unserer Abh\u00e4ngigkeit nicht verprellen wollen.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Am Freitag wird verk\u00fcndet, wer den Friedensnobelpreis bekommt. Und es gilt nicht mehr als v\u00f6llig ausgeschlossen, dass es Trump ist. Was w\u00fcrde das bedeuten? <\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ich habe bei Sandra Maischberger eher im Scherz gesagt, er wird jetzt auf die Tube dr\u00fccken, um bis Freitag eine Einigung zu erzielen. Ich vermute, dass der Friedensnobelpreistr\u00e4ger f\u00fcr 2025 l\u00e4ngst feststeht. Aber Trump k\u00f6nnte ein hei\u00dfer Kandidat f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr sein. Denn es sieht so aus, als w\u00fcrde er im Nahen Osten tats\u00e4chlich etwas hinbekommen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Aber das w\u00e4re aus einer demokratischen Perspektive ziemlich verr\u00fcckt, oder?<\/b><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ja, nat\u00fcrlich. Aber der \u00e4thiopische Pr\u00e4sident hat den Preis auch bekommen. Und bald darauf hat er Krieg gef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin. 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