{"id":485636,"date":"2025-10-09T16:37:14","date_gmt":"2025-10-09T16:37:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/485636\/"},"modified":"2025-10-09T16:37:14","modified_gmt":"2025-10-09T16:37:14","slug":"polizei-stellt-taktik-um-und-haelt-druck-aufrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/485636\/","title":{"rendered":"Polizei stellt Taktik um und h\u00e4lt Druck aufrecht"},"content":{"rendered":"<p>    <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"\" alt=\"Einheiten der Polizei sind an einem Tatort im Einsatz. Die Polizei war in der Innenstadt von G\u00f6ppingen mit einem Gro\u00dfaufgebot im Einsatz. \" src=\"https:\/\/bnn.de\/img\/16001168\/bB5_dJ7ycjUTC5s8sr0hzA\/G%C3%B6ppingen?size=1920&amp;format=jpeg&amp;variant=LANDSCAPE_16x9\" width=\"1920\" height=\"1080\" loading=\"eager\" data-upscaled=\"\"\/><\/p>\n<p>                Einsatz der Polizei in G\u00f6ppingen im Oktober 2024 im Kampf gegen die Jugendgangs. Ein 17-j\u00e4hriger Syrer soll in einem Lokal auf drei Syrer gefeuert haben, einer starb dabei. Der 17-J\u00e4hrige steht aktuell vor Gericht.<\/p>\n<p>            Foto: Marius Bulling\/dpa<\/p>\n<p>Sch\u00fcsse auf offener Stra\u00dfe, auch auf unbeteiligte Menschen, der Handgranatenwurf von Altbach, Drohungen, Schl\u00e4gereien, Mord und Totschlag: Der Gewaltausbruch von Jugendbanden ab 2022 in der Region rund um Stuttgart machte die Polizei zuerst ratlos und beunruhigte die \u00d6ffentlichkeit massiv. Die T\u00e4ter waren zwischen 16 und 30 Jahre alt, multiethnische Gruppen, die miteinander verfeindet sind.<\/p>\n<p>Politik, Landespolizei und Justiz reagierten aber schnell \u2013 und zwar mit einer Mischung aus Repression und Pr\u00e4vention. Auch um den Gangs den Nachwuchs wegzunehmen und die Gewalt nicht ins ganze Land ausbreiten zu lassen. Inzwischen geht Innenminister Thomas Strobl (CDU) davon aus, dass all diese Ma\u00dfnahmen der Szene \u201eweitgehend die Luft abgedreht haben\u201c. Die Lage habe sich beruhigt, man bleibe aber wachsam. <\/p>\n<p>Und bereits von Anfang an machten Innenminister Strobl und Andreas Stenger, Pr\u00e4sident des Landeskriminalamts (LKA) klar, worum es bei dieser neuen Erscheinungsform der Gewalt ging und geht: Um \u201eGewalt als Lifestyle\u201c, so Strobl, angeheizt durch einen \u201etoxischen Ehrbegriff\u201c. Stenger sprach von einer \u201eGangster-Rapper-Attit\u00fcde\u201c. Neu war, dass eine verbindende ethnische Klammer fehlte. Die jungen T\u00e4ter rund um Stuttgart hatten h\u00f6chst unterschiedliche Migrationshintergr\u00fcnde, die F\u00fchrungsfiguren kamen aber im Wesentlichen aus dem t\u00fcrkisch-kurdischen Bereich. <\/p>\n<p>Jetzt haben Landespolizei und LKA die Strukturen im Kampf gegen die Jugendbanden umgestellt, so Strobl und Stenger gegen\u00fcber unserer Redaktion. Die damals eigens beim LKA eingerichtete und nicht auf Dauer angelegte \u201eBesondere Aufbauorganisation (BAO) Fokus\u201c wurde aufgel\u00f6st. Daf\u00fcr ist nun beim LKA ein eigener \u201eArbeitsbereich zur Bek\u00e4mpfung subkultureller Gewaltkriminalit\u00e4t\u201c eingerichtet, \u201edeutschlandweit einmalig\u201c, so Strobl. \u201eWir halten den Druck auf die Szene weiter aufrecht, wir haben die Lampen an.\u201c <\/p>\n<p>Szenekundige Beamte<\/p>\n<p>Stenger beschreibt den Vorteil der neuen Organisation: Hier w\u00fcrden die erfahrenen Beamten und Fahnder zusammengefasst, sie kennen die Szene seit drei Jahren nun intensiv. \u201eWir halten die Spezialisten in diesem Bereich.\u201c Da gehe es vor allem um Auswertekompetenz und Recherche. Die Zusammenarbeit mit den betroffenen Polizeipr\u00e4sidien in der Region bleibt weiter intensiv. Stenger: \u201eWir werden in Echtzeit verst\u00e4ndigt, wenn irgendwas passiert.\u201c <\/p>\n<p>Inwieweit sind die Jugendbanden aber \u00fcberhaupt noch aktiv? Der LKA-Pr\u00e4sident weist darauf hin, dass sich das Verhalten der verbliebenen Anh\u00e4nger stark ver\u00e4ndert habe aufgrund des Drucks der Polizei und zahlreicher Verhaftungen. \u201eFr\u00fcher war ihr Verhalten ostentativ nach au\u00dfen, jetzt ist es konspirativ.\u201c Die f\u00fchrenden K\u00f6pfe seien inhaftiert. Die Polizei m\u00fcsse aber den Umstand auf dem Visier haben, dass die ersten bald wieder aus der Haft kommen. <\/p>\n<p>Zahlreiche Bluttaten <\/p>\n<p>R\u00fcckblende: Im Juli 2022 wurden in Stuttgart-Zuffenhausen aus einem Auto heraus mehrere Sch\u00fcsse auf eine Ladenzeile abgegeben. Am 1. August 2022 wurde am Bahnhof in Zuffenhausen geschossen, wenige Tage sp\u00e4ter gab es eine Schie\u00dferei vor einer Gastst\u00e4tte, die ersten T\u00e4ter wurden ermittelt. <\/p>\n<p>Am 24. Februar 2023 wurde in Eislingen vor einer Shisha-Bar einer Frau ins Bein geschossen, in Plochingen gab es Sch\u00fcsse auf einen Barbershop, ein Mann wurde schwer verletzt. Am 17. M\u00e4rz 2023 wurde ein Stuttgart-Zuffenhausen ein 32-J\u00e4hriger vor einer Shisha-Bar angeschossen, am 2. April 2023 der Betreiber einer Shisha-Bar in Plochingen. Es folgten weitere Festnahmen. <\/p>\n<p>Am 8. April 2023 wurde ein 18-J\u00e4hriger in Asperg erschossen, f\u00fcnf Verd\u00e4chtige von 17 bis 27 Jahren t\u00fcrkischer und serbischer Herkunft festgenommen. <\/p>\n<p>Handgranatenwurf auf Trauergemeinde<\/p>\n<p>Am 9. Juni 2023 folgte der bisherige kriminelle H\u00f6hepunkt, n\u00e4mlich der Handgranatenwurf auf eine Beerdigung in Altbach mit 15 Verletzten. Der 23-j\u00e4hrige T\u00e4ter wurde inzwischen zu zw\u00f6lf Jahren Haft verurteilt. <\/p>\n<p>Am 2. Oktober 2023 gab es einen Anschlag mit einem Auto in Stuttgart-Vaihingen, bei dem das Opfer \u00fcberfahren und so schwer verletzt wurde, dass es bis heute im Koma liegt. Der 26-j\u00e4hrige T\u00e4ter t\u00fcrkischer Herkunft wurde j\u00fcngst zu neun Jahren und sechs Monaten verurteilt. Es folgten weitere Anschl\u00e4ge. <\/p>\n<p>Am 2. Oktober 2024 schoss ein 17-j\u00e4hriger Syrer in einem Lokal in G\u00f6ppingen auf drei G\u00e4ste, ein Syrer starb. Sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass der T\u00e4ter wohl die Opfer verwechselt hatte. Anfang 2025 wurde ein 25-J\u00e4hriger auf offener Stra\u00dfe in Stuttgart-M\u00f6hringen niedergeschossen und schwer verletzt. <\/p>\n<p>V\u00f6llige Empathielosigkeit<\/p>\n<p>Beteiligte Staatsanw\u00e4lte berichteten unserer Redaktion mit Blick auf die Szene von v\u00f6lliger Empathielosigkeit der T\u00e4ter, auch von teils v\u00f6llig desolaten Familienverh\u00e4ltnissen oder desinteressierten Eltern \u2013 aber auch vom Schweigen vieler Opfer und der Weigerung, mit Polizei und Justiz zusammenzuarbeiten<\/p>\n<p>300 Ermittlungsverfahren<\/p>\n<p>Seit 2022 k\u00e4mpften bis zu 100 Polizisten in der \u201eBAO Fokus\u201c gegen die Jugendbanden. \u201eEs hat sich gelohnt\u201c, so Strobls Bilanz. 300 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, 200 Beschuldigte gab es, 100 Festnahmen. Alle Haftstrafen zusammengefasst wurden bisher 136 Jahre Gef\u00e4ngnis verh\u00e4ngt. Die Polizei beschlagnahmte zudem eine Vielzahl von Waffen, darunter 36 Schusswaffen. Zus\u00e4tzlich nutzt man alle M\u00f6glichkeiten des Verwaltungsrechts. \u201eAlles, was weh tut\u201c, so Strobl. Da geht es in Zusammenarbeit mit Kommunen und Kreisen um ausl\u00e4nderrechtliche Ma\u00dfnahmen, Gastst\u00e4ttenkonzessionen, den Entzug von F\u00fchrerscheinen oder die Beschlagnahme von Autos. <\/p>\n<p>Hausbesuche durch die Polizei<\/p>\n<p>Durchaus f\u00fcr Aufsehen sorgte aber auch eine neu vom LKA mit zahlreichen Partnern aufgesetzte Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme. In der Region rund um Stuttgart hatte die Polizei mehrere hundert Jugendliche identifiziert, die sich im Umfeld der Gangs bewegten, allerdings ohne schon jemals kriminell aufgefallen zu sein. Polizisten besuchten in einer konzertierten Aktion diese jungen Leute zu Hause, sprachen auch mit den Eltern, machten klar, wohin der Weg in die Kriminalit\u00e4t f\u00fchren kann \u2013 und welche Alternativen und Hilfsangebote es gibt.<\/p>\n<p>          <a href=\"https:\/\/bnn.link\/55g\" target=\"_blank\" class=\"link-acquire\" rel=\"nofollow noopener\">Rechte am Artikel erwerben<\/a><\/p>\n<p>    <a class=\"button--full button--home button button--primary\" href=\"https:\/\/bnn.de\/\" _keys=\"class href\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einsatz der Polizei in G\u00f6ppingen im Oktober 2024 im Kampf gegen die Jugendgangs. Ein 17-j\u00e4hriger Syrer soll in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":485637,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,30,1441],"class_list":{"0":"post-485636","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115345191407927814","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/485636","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=485636"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/485636\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/485637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=485636"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=485636"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=485636"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}