{"id":486563,"date":"2025-10-10T01:02:48","date_gmt":"2025-10-10T01:02:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/486563\/"},"modified":"2025-10-10T01:02:48","modified_gmt":"2025-10-10T01:02:48","slug":"klodin-erb-bereit-fuer-internationalen-durchbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/486563\/","title":{"rendered":"Klodin Erb bereit f\u00fcr internationalen Durchbruch"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Helles und Dunkles, Abgr\u00fcndiges und Leichtes, Kritik und Humor: Im Werk der Schweizer K\u00fcnstlerin Klodin Erb liegt alles nahe beieinander. Vorhang auf f\u00fcr ein schillerndes Gesamtkunstwerk im Aargauer Kunsthaus.<\/p>\n<p>Susanna Koeberle, Aarau07.10.2025, 05.30 Uhr<img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2218\" height=\"2953\" alt=\"Klodin Erb: \u00abOrlando #167\u00bb, 2020. \u00d6l auf Leinwand, 45 x 33 cm. Kunstsammlung Kanton Z\u00fcrich\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Klodin Erb: \u00abOrlando #167\u00bb, 2020. \u00d6l auf Leinwand, 45 x 33 cm. Kunstsammlung Kanton Z\u00fcrich<\/p>\n<p>\u00a9 Klodin Erb \/ Foto: Stefan Altenburger Fotografie Z\u00fcrich<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Gleich am Anfang f\u00e4llt der Vorhang \u2013 und zwar so zackig wie eine Guillotine. Das Ger\u00e4usch l\u00e4sst aufschrecken, die \u00dcberraschung sitzt. Und ein Hund bellt. Draussen im Innenhof des Aargauer Kunsthauses steht eine Hundeh\u00fctte. Ihr rotes Innenleben erinnert an eine Zunge oder an eine Vulva. Wenn man sich \u00abCerberus\u00bb \u2013 so heisst die Arbeit \u2013 n\u00e4hert, erkennt man, dass die H\u00fctte leer ist. Die bisher gr\u00f6sste institutionelle Einzelausstellung von Klodin Erb \u2013 \u00abVorhang f\u00e4llt, Hund bellt\u00bb \u2013 tut, was ihr Titel sagt. Dieser stimmt bestens auf die surreale Stimmung der Schau ein.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Gerade das Werk \u00abDer Vorhang\u00bb f\u00fchrt bestens vor, worum es der K\u00fcnstlerin im Kern geht: um die Dekonstruktion von Kunst.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Was ist ein Bild?, scheint diese Arbeit zu fragen. Aber w\u00e4hrend wir der Zerst\u00f6rung eines Kunstwerks beiwohnen, werden wir zugleich Zeugen seiner Erneuerung. Das blaue, schwere St\u00fcck Samt gibt beim Fallen den Blick frei auf eine lachsrosa Seidenschicht, eine Farbe, die Zuversicht ausstrahlt. Der Vorhang wird langsam wieder hinaufgezogen. Und das zyklische Geschehen kann wieder von vorne beginnen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Vorhang wurde so programmiert, dass er drei Mal pro Stunde mit lautem Get\u00f6se herunterf\u00e4llt. Was zun\u00e4chst brachial erscheint, erweist sich als zart und hoffnungsvoll. Helles und Dunkles, Abgr\u00fcndiges und Leichtes, Kritik und Humor liegen im Werk von Klodin Erb nahe beieinander. Ihre Arbeiten sind verspielt und lustvoll, doppelb\u00f6dig und widerspenstig \u2013 aber nie kopflastig. Ihre Kunst richtet sich an alle.<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"1969\" height=\"2953\" alt=\"Klodin Erb: \u00abNach der Landschaft II\u00bb, 2014. Kunstharzlackfarbe auf Leinwand, 345.5 x 222 x 8.5 cm. Sigg Collection\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Klodin Erb: \u00abNach der Landschaft II\u00bb, 2014.\u00a0Kunstharzlackfarbe auf Leinwand, 345.5 x 222 x 8.5 cm. Sigg Collection<\/p>\n<p>Klodin Erb \/ Foto: Ren\u00e9 R\u00f6theli<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2000\" height=\"3000\" alt=\"Klodin Erb: \u00abPlant's Life\u00bb, 1999. Textil, Kunststoff und Beistelltisch, 102 x 60 x 60 cm. Mit Genehmigung der K\u00fcnstlerin.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Klodin Erb: \u00abPlant&#8217;s Life\u00bb, 1999. Textil, Kunststoff und Beistelltisch, 102 x 60 x 60 cm. Mit Genehmigung der K\u00fcnstlerin.<\/p>\n<p>Klodin Erb \/ Foto: Corrado Ferrari<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2953\" height=\"2215\" alt=\"Klodin Erb: \u00abLeda und der Schwan #19\u00bb, 2024. Sprayfarbe, \u00d6l und Glitzer auf Leinwand, G\u00e4nsefedern, 40 x 60 cm. Mit Genehmigung der K\u00fcnstlerin und Galerie Urs Meile.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Klodin Erb: \u00abLeda und der Schwan #19\u00bb, 2024. Sprayfarbe, \u00d6l und Glitzer auf Leinwand, G\u00e4nsefedern, 40 x 60 cm. Mit Genehmigung der K\u00fcnstlerin und Galerie Urs Meile.<\/p>\n<p>\u00a9 Klodin Erb \/ Foto: Stefan Altenburger Fotografie Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Ihrer Zeit voraus<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh5\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Geboren 1963 in Winterthur und aufgewachsen in Schaffhausen, verschlug es Klodin Erb sp\u00e4ter nach Z\u00fcrich, wo sie von 1989 bis 1993 Malerei an der Hochschule f\u00fcr Gestaltung und Kunst (heute ZHdK) studierte. Der klassischen Malerei kehrte sie allerdings kurz nach ihrem Abschluss den R\u00fccken, sie zerst\u00f6rte all ihre Gem\u00e4lde. Sie begann, mit objekthaften Stoffarbeiten zu experimentieren. Diese fr\u00fchen Werke wirken heute sehr aktuell. Man w\u00fcrde niemals denken, dass sie in den 1990er Jahren entstanden sind.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh6\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Klodin Erb war und ist ihrer Zeit voraus. Die stille Schafferin machte stets, worauf sie Lust hatte und was sie f\u00fcr richtig hielt. Die Trends und Moden der Kunstwelt interessierten sie nie. In dreissig Jahren schuf sie ein dichtes und schillerndes \u0152uvre. Ganz unbemerkt ist ihre Arbeit nicht geblieben. Im Jahr 2022 wurde sie mit dem Prix Meret Oppenheim geehrt, einer wichtigen Auszeichnung f\u00fcr Schweizer Kunstschaffende.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh7\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ist sie nun bereit f\u00fcr den internationalen Durchbruch? Beim Gang durch die zw\u00f6lf R\u00e4ume und den Innenhof des Museums muss man diese Frage bejahen. Nicht nur die einzelnen Werke beeindrucken durch ihre starke physische Pr\u00e4senz, auch die Szenografie der R\u00e4ume schafft ein wundervolles Panoptikum. Alles ist darin enthalten: Menschen, Tiere, Pflanzen, Phantasiewesen, Sternbilder, Gegenst\u00e4nde oder architektonische Elemente.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh8\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese Entit\u00e4ten scheinen bei Erb alle miteinander verwandt. Es gibt keine Rangordnung zwischen diesen Sujets, nur wurzelartige Querbez\u00fcge. Unser Lebensraum erscheint als ein grosses Geflecht, in dem alles zusammenh\u00e4ngt. Das ist von der K\u00fcnstlerin bewusst so gewollt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh9\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Sie zeigt uns Kunst als einen Raum der radikalen Freiheit, in dem sich die Welt neu lesen und formen l\u00e4sst. Ihre Bilder sind nicht bloss sch\u00f6n, sie sind Kommentare zu aktuellen gesellschaftlichen Realit\u00e4ten: von Digitalisierung \u00fcber Gender-Themen bis zur Beziehung Mensch-Natur.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh10\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Passend zu diesen hierarchielosen Verbindungen werden die Besucher in der Ausstellung gleich durch drei verschiedene Eing\u00e4nge in Klodin Erbs Universum entf\u00fchrt. Wir k\u00f6nnen w\u00e4hlen, welchen Weg wir nehmen und wo wir abzweigen, wie im \u00abechten\u00bb Leben. Nehmen wir den mittleren, der von Fruchtbarkeit, Sexualit\u00e4t und der kreativen Kraft der Ideen erz\u00e4hlt? Oder entscheiden wir uns f\u00fcr einen dunklen Einstieg, in dem spirituelle Themen wie Tod und Verg\u00e4nglichkeit verhandelt werden?<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fh11\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wir k\u00f6nnten auch den Weg der Geburt und der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung beschreiten. Durch dieses beinahe filmische Setting werden Besucher zu Protagonisten, sie werden gleichsam Teil dieser Inszenierung.<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"1969\" height=\"2953\" alt=\"Klodin Erb: \u00abKr\u00e4fte und S\u00e4fte #19\u00bb, 2021. Dispersion, \u00d6l und Sprayfarbe auf Japanpapier auf Keilrahmen, 72 x 55 cm. Mit Genehmigung der K\u00fcnstlerin und Bernheim Gallery.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Klodin Erb: \u00abKr\u00e4fte und S\u00e4fte #19\u00bb, 2021. Dispersion, \u00d6l und Sprayfarbe auf Japanpapier auf Keilrahmen, 72 x 55 cm. Mit Genehmigung der K\u00fcnstlerin und Bernheim Gallery.<\/p>\n<p>Klodin Erb \/ Foto: Corrado Ferrari<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"1969\" height=\"2953\" alt=\"Klodin Erb: o.\u2005T., 2010. \u00d6l auf Leinwand, 160 x 120 cm. UBS Art Collection.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Klodin Erb:\u00a0o.\u2005T., 2010. \u00d6l auf Leinwand, 160 x 120 cm. UBS Art Collection.<\/p>\n<p>Klodin Erb \/ Foto: Lee Li<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"3999\" height=\"2664\" alt=\"Klodin Erb: \u00abVenus in fur&quot;, 2016. \u00d6l auf Leinwand, 20 x 30 cm. Privatsammlung, Z\u00fcrich.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Klodin Erb: \u00abVenus in fur&#8220;, 2016. \u00d6l auf Leinwand, 20 x 30 cm. Privatsammlung, Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>\u00a9 Klodin Erb \/ Foto: Stefan Altenburger Fotografie Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin als Zitrone<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fi1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Man kann auf dem Rundgang sogar der K\u00fcnstlerin selbst begegnen \u2013 als Zitrone. Das ist kein Scherz. Nicht nur mag sie Zitronen ausserordentlich, sie identifiziert sich auch mit dieser knallig gelben Frucht. Grossartig etwa ihr Video \u00abThe Sweet Lemon Ballad\u00bb, in dem sie als Zitrone verkleidet durch Kulissen und wirkliche Umgebungen spaziert, oder ihr Selbstportr\u00e4t als Zitrone \u2013 ein kleinformatiges Gem\u00e4lde, das an das bekannte Bild \u00abWanderer \u00fcber dem Nebelmeer\u00bb von Caspar David Friedrich erinnert.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fi2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Sogar in der legend\u00e4ren Pelztasse von Meret Oppenheim kommt bei Erb eine Zitrone zu liegen. Diese Zitate und Referenzen zeugen vom widerspr\u00fcchlichen Wunsch der K\u00fcnstlerin, sich in die Tradition der abendl\u00e4ndischen Kunstgeschichte, insbesondere der Malerei, einzuschreiben und sich zugleich \u00fcber sie hinwegzusetzen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fi3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">\u00dcberhaupt liebt sie es, Konventionen zu hinterfragen: etwa beim Thema Geschlecht und Identit\u00e4t. Auch diesbez\u00fcglich startete sie ihre Auseinandersetzung bei einem Vorbild, dem Roman \u00abOrlando\u00bb von Virginia Woolf. Darin lebt die gleichnamige Figur \u00fcber 500 Jahre und wechselt w\u00e4hrend dieser Zeitreise auch das Geschlecht.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fi4\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Es ist genau diese Metamorphose, die Erb daran interessiert. Zwischen 2013 und 2021 entstehen rund 200 Portr\u00e4ts von Menschen \u2013 darunter Freunde oder bekannte Pers\u00f6nlichkeiten aus Pop-Kultur oder Politik \u2013, Tieren, Phantasiewesen oder Objekten. Die schier unendliche Variation widerspiegelt sich auch im Malstil: Die Figuren sind teils klassisch gemalt, teils frei in gestischen Pinselstrichen festgehalten. Die Bilder zelebrieren die Diversit\u00e4t unserer Daseinsformen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fi5\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dass es Erb um ein kollektives Portr\u00e4t aller Lebewesen geht, wird auch in der H\u00e4ngung in Aarau zum Ausdruck gebracht. Auf dem hellblauen, an fliessendes Wasser erinnernden Untergrund scheinen all diese Gestalten ineinanderzufliessen. Dieser dichte malerische Raum ist gleichsam das Herzst\u00fcck der Ausstellung.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fi6\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Klodin Erb beherrscht die grosse Geste und wird dabei nie pathetisch. Wie leichtf\u00fcssig sie Popul\u00e4rkultur mit Mythologie und Politik verbindet, zeigt sich in der Ausstellung auch an drei grossformatigen neuen Gem\u00e4lden. Man m\u00fcsste die Serie \u00abPlanetarium\u00bb als begehbare Himmelskarten bezeichnen. Inspiriert von mittelalterlichen Karten aus ihrem Familienarchiv verbindet die K\u00fcnstlerin erfundene astrologische Symbole mit bestehenden und verweist damit mit einem Augenzwinkern auf die wachsende Beliebtheit von astrologischen Vorhersagen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j6imt4fi7\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Leinw\u00e4nde sind teilweise durchl\u00f6chert und haben durch ihre h\u00f6lzernen St\u00fctzen etwas von einem B\u00fchnenbild. Erb schafft gleichsam ein Theatrum Mundi, ein Welttheater. Und erst noch eines, das geografische Grenzen \u00fcberwindet. Drei der insgesamt sechs monumentalen Arbeiten werden n\u00e4mlich fast zeitgleich in einer Ausstellung im Mus\u00e9e des Beaux-Arts in Le Locle gezeigt. Damit \u00fcberwindet die K\u00fcnstlerin mit ihrer Arbeit nicht nur kosmische Grenzen, sondern dar\u00fcber hinaus auch so irdische wie den R\u00f6stigraben.<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2401\" height=\"2953\" alt=\"Klodin Erb: Orlando #175, 2019 \u00d6l auf Leinwand, 60 x 50 cm. Mit Genehmigung der K\u00fcnstlerin und Galerie Urs Meile\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Klodin Erb: Orlando #175, 2019 \u00d6l auf Leinwand, 60 x 50 cm. Mit Genehmigung der K\u00fcnstlerin und Galerie Urs Meile<\/p>\n<p>\u00a9 Klodin Erb \/ Foto: Stefan Altenburger Fotografie Z\u00fcrich<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-700 dark:text-paper-200 darknzz:text-paper-200 dark:lightnzz:text-paper-700 relative pt-4 text-sm md:text-base font-sans after:content-[''] after:absolute after:top-0 after:left-0 after:w-[40px] after:h-0 after:border after:border-0 after:border-b after:border-solid border-paper-950 dark:border-paper-25 darknzz:border-paper-25 dark:lightnzz:border-paper-950 after:border-paper-500 dark:after:border-paper-400\" id=\"id-doc-1j6imt4fi8\" componenttype=\"footnote\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-footnote=\"true\">\u00abVorhang f\u00e4llt, Hund bellt\u00bb. Aargauer Kunsthaus, Aarau, bis 4.\u00a0Januar 2026. \u00abToutes le savent, m\u00eame les anges\u00bb. Mus\u00e9e des Beaux-Arts, Le Locle, 11.\u00a0Oktober 2025 bis 1.\u00a0M\u00e4rz 2026.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Helles und Dunkles, Abgr\u00fcndiges und Leichtes, Kritik und Humor: Im Werk der Schweizer K\u00fcnstlerin Klodin Erb liegt alles&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":486564,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-486563","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115347181103767149","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=486563"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486563\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/486564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=486563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=486563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=486563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}