{"id":486841,"date":"2025-10-10T03:35:48","date_gmt":"2025-10-10T03:35:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/486841\/"},"modified":"2025-10-10T03:35:48","modified_gmt":"2025-10-10T03:35:48","slug":"theaterschiff-reines-politiker-bashing-reizt-niemanden-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/486841\/","title":{"rendered":"Theaterschiff: \u201eReines Politiker-Bashing reizt niemanden mehr\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Hier an Bord ist immer was los: 50 Jahre Theaterschiff \u2013 da wird unter dem Motto \u201eSt\u00fcrmisch gut\u201c im Nikolaifleet Geburtstag gefeiert. Mit einem Mix aus Shows und Comedy, Kabarett und Gastspielen. Die MOPO sprach mit Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Heiko Schlesselmann und dem k\u00fcnstlerischen Leiter und Kabarettisten Michael Frowin \u00fcber bewegte Zeiten und Zukunftspl\u00e4ne.<\/strong><\/p>\n<p><strong>MOPO: Herr Schlesselmann, Sie sind durch Ihre Familie quasi mit dem Theaterschiff gro\u00df geworden. Wie haben Sie dessen Geschichte erlebt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Heiko Schlesselmann<\/strong>: Meine Eltern waren lange mit den Schiffstheater-Gr\u00fcndern Christa und Eberhard M\u00f6bius befreundet, so war auch ich oft an Bord. 1975 verwirklichten die beiden ihren Traum von einem schwimmenden Theater. Fast 5000 Mal stand \u201eK\u00e4pt\u2019n M\u00f6bi\u201c mit eigenen Kabarettprogrammen auf der B\u00fchne. Das Theaterschiff zog auch bald prominente G\u00e4ste an wie Senta Berger und Evelyn K\u00fcnneke, Gert Fr\u00f6be, Peter Ustinov und Heinz Reincke. Ich fand die Atmosph\u00e4re an Bord immer besonders und habe mich gefreut, dass M\u00f6bi seinen \u201eTraum von Holz und Eisen\u201c im Oktober 2000 an meine Eltern weitergab.<\/p>\n<p><strong>War f\u00fcr Sie immer klar, einmal selbst als Nachfolger Ihrer inzwischen verstorbenen Eltern das Ruder in die Hand zu nehmen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Schlesselmann<\/strong>: \u00dcberhaupt nicht! Doch als ich beruflich neu starten wollte, war ich auch f\u00fcr meinen Vater Gerd, der weitere Theater in Hamburg und Dresden f\u00fchrte, auf dem Theaterschiff im Einsatz. Und fand es toll. Doch ohne Michael Frowin, den mein Vater 2007 als k\u00fcnstlerischen Leiter engagierte, h\u00e4tte ich die Verantwortung nicht \u00fcbernommen.<\/p>\n<p><strong>Michael Frowin<\/strong>: Mit Heiko kam frischer Wind an Bord. Mir war klar, gemeinsam h\u00e4tten wir eine echte Chance, den Laden neu zu erfinden. Wobei mir ganz sicher eine gewisse Respektlosigkeit vor der Tradition der B\u00fchne zugutekam, denn die kannte ich ja gar nicht.<\/p>\n<p><strong>Wie ist die Situation heute?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frowin<\/strong>: Wir sind auf einem sehr guten Weg, machen weiterhin satirisches Theater, sind aber zeitgen\u00f6ssischer und haben uns mehr in Richtung Comedy bewegt.<\/p>\n<p><strong>Schlesselmann<\/strong>: Wir mussten einen Knoten durchbrechen. Und wir haben es geschafft. In den letzten Spielzeiten konnten wir immer mehr als 20.000 G\u00e4ste begr\u00fc\u00dfen, bei 250 Vorstellungen und 114 Pl\u00e4tzen im Schiffsbauch eine erfreuliche Entwicklung, die auch durch eine ge\u00e4nderte Programmauswahl angeschoben wurde wie unsere sehr musikalische Matrosen-Show.<\/p>\n<p><strong>Was hat sich im Kabarett ge\u00e4ndert, was m\u00f6chte das Publikum sehen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frowin<\/strong>: Comedy hat das ganze Genre ver\u00e4ndert, es ist schneller und bunter geworden. Kabarett war auch ein bisschen gem\u00fctlich. Man hatte oben auf der B\u00fchne eine Meinung und konnte sich sicher sein, die da unten denken genauso. Diese Zeiten sind vorbei. Reines Politiker-Bashing reizt niemanden mehr.<\/p>\n<p><strong>Schlesselmann<\/strong>: Ich glaube, die Menschen w\u00fcnschen sich mehr Unterhaltung. Man m\u00f6chte auch mal abschalten von den ganzen Horrormeldungen. Was bei den Zuschauern gut ankommt, ist ein Mix aus klarer Kritik an der Situation und leichteren Themen. Alle haben Lust zu lachen, auch mal \u00fcber sich selbst.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Jubil\u00e4umsspielzeit haben Sie sich einiges vorgenommen\u2009\u200b\u2026<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frowin<\/strong>: Genau, zum 50. g\u00f6nnen wir uns zwei gro\u00dfe Produktionen. Den Anfang macht \u201e<a href=\"https:\/\/www.theaterschiff.de\/programm\/desperate-boatwives\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Desperate Boatwives<\/a>\u201c, eine Drei-Frauen-Show mit Comedy, tollen Choreografien und viel Musik. Und bei der n\u00e4chsten gro\u00dfen Performance versuchen wir, in Kooperation mit dem Kabarett \u201eDie Oderh\u00e4hne\u201c Beatboxing, Kabarett und Comedy zusammenzubringen. Daf\u00fcr konnten wir Daniel Mandolini gewinnen, einen Beatbox-Weltmeister aus Berlin. Man darf also sehr gespannt sein.<\/p>\n<p><strong>\u201eDesperate Boatwives\u201c<\/strong>: ab 11.10., diverse Zeiten, Theaterschiff, Nikolaifleet, ab 29,90 Euro, Tel. 69\u200965\u200905\u200960<\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" class=\"vg_wort_pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/vgzm.1021513-mopo-1657689.gif\" alt=\"\" style=\"width: 1px; height: 1px; position: absolute; pointer-events: none;\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hier an Bord ist immer was los: 50 Jahre Theaterschiff \u2013 da wird unter dem Motto \u201eSt\u00fcrmisch gut\u201c&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":486842,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692],"class_list":{"0":"post-486841","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115347782751170596","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=486841"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486841\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/486842"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=486841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=486841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=486841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}