{"id":487196,"date":"2025-10-10T06:53:19","date_gmt":"2025-10-10T06:53:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/487196\/"},"modified":"2025-10-10T06:53:19","modified_gmt":"2025-10-10T06:53:19","slug":"philip-glass-ensemble-gastiert-in-karlsruhe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/487196\/","title":{"rendered":"Philip Glass Ensemble gastiert in Karlsruhe"},"content":{"rendered":"<p class=\"intro\">\n  Hypnotische Kl\u00e4nge zu unvergesslichen Kinobildern sind das Markenzeichen von Philip Glass. Live ist seine Musik nur selten zu h\u00f6ren. Jetzt gibt es eine Gelegenheit in Karlsruhe.\n<\/p>\n<p>    <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"\" alt=\"Sieben M\u00e4nner und eine Frau in schwarzer Kleidung stehen mit Instrumenten in einem gro\u00dfen leeren Raum.\" src=\"https:\/\/bnn.de\/img\/16003004\/fhfBi8jUKWcaDJXBYa2_ow\/hero-1680?size=1920&amp;format=jpeg&amp;variant=LANDSCAPE_16x9\" width=\"1920\" height=\"1080\" loading=\"eager\" data-upscaled=\"\"\/><\/p>\n<p>                Das Philip Glass Ensemble ist die einzige Formation, die Kompositionen des bedeutenden US-Komponisten auff\u00fchren darf. Nun tritt das Ensemble erstmals in Karlsruhe auf.<\/p>\n<p>            Foto: Philip Glass Ensemble<\/p>\n<p>Vor rund vier Jahrzehnten gen\u00fcgte ein Wort, um Film- und Musikliebhabern wohlige Schauer \u00fcber den R\u00fccken zu jagen. Das Wort, so magisch wie r\u00e4tselhaft zugleich, war: Koyaanisqatsi. Es bedeutet \u201eLeben aus dem Gleichgewicht\u201c und war der Titel eines Dokumentarfilms, der mit einer assoziativen Bilderflut einen kritischen Blick auf die Entwicklung der Zivilisation warf. <\/p>\n<p>F\u00fcnf gesungene Silben er\u00f6ffnen eine neue Musikwelt<\/p>\n<p>Vor allem aber bildete das Wort die ersten T\u00f6ne des hypnotischen Soundtracks von Philip Glass. Die f\u00fcnf Silben, unfassbar tief gesungen von einer Basso-Profondo-Stimme (Albert de Ruiter), er\u00f6ffneten damals f\u00fcr viele Zuschauer und H\u00f6rer eine neue Klangwelt.<\/p>\n<p>So neu aber war diese Minimal Music gar nicht. Schon 1968, knapp 15 Jahre vor \u201eKoyaanisqatsi\u201c, hatte Philip Glass in New York sein eigenes Ensemble gegr\u00fcndet, um seine damals heftig umstrittenen Kompositionen aufzuf\u00fchren. Im Kern der Minimal Music, zu deren Vertretern auch Steve Reich und Terry Riley geh\u00f6ren, steht die Wiederholung von Klangmustern, die trotz ihrer Gleichf\u00f6rmigkeit nicht monoton wird.<\/p>\n<p>Ein Golden Globe, drei Oscar-Nominierungen<\/p>\n<p>\u201eKoyaanisqatsi\u201c, ebenfalls von Glass\u2019 eigenem Ensemble eingespielt, \u00f6ffnete dem Komponisten die T\u00fcr zum gro\u00dfen Filmgesch\u00e4ft. Auch wer seinen Namen nicht kennt, ist wahrscheinlich schon irgendwann mal Kl\u00e4ngen von ihm begegnet. F\u00fcr seinen Soundtrack zum Erfolgsfilm \u201eThe Truman Show\u201c mit Jim Carrey erhielt Glass 1998 einen Golden Globe. <\/p>\n<p>Die Kompositionen f\u00fcr Martin Scorseses Tibet-Epos \u201eKundun\u201c (mit Brad Pitt), f\u00fcr die Bestsellerverfilmung \u201eThe Hours\u201c (mit Nicole Kidman) und das Charakterdrama \u201eTagebuch eines Skandals\u201c (mit Cate Blanchett) brachten ihm je eine Oscarnominierung ein. Sein Schaffen ber\u00fchrt aber auch die Popkultur, etwa mit der Comicverfilmung \u201eFantastic Four\u201c aus dem Jahr 2015 oder mit Orchesterfassungen von David-Bowie- oder Leonard-Cohen-Songs. <\/p>\n<p>Live aufgef\u00fchrt wird Glass\u2019 Musik vor allem in Opernh\u00e4usern, denn zu seinem Lebenswerk geh\u00f6ren auch 26 Opern. Am bekanntesten ist auch hier sein erster gro\u00dfer Erfolg \u201eEinstein on the Beach\u201c, dessen fast sechsst\u00fcndige Urauff\u00fchrung 1976 in Avignon auch f\u00fcr den Regisseur Robert Wilson den internationalen Durchbruch bedeutete.<\/p>\n<p>Konzertkritik spricht von \u201eOnce-in-a-lifetime\u201c-Moment<\/p>\n<p>In Konzertprogrammen hingegen sucht man Werke von Glass vergeblich. Das hat einen Grund: Das 1968 gegr\u00fcndete und zum Teil bis heute aus Gr\u00fcndungsmitgliedern bestehende Philip Glass Ensemble hat die exklusiven Rechte, diese Musik aufzuf\u00fchren. Insofern ist es verst\u00e4ndlich, dass ein Rezensent \u00fcber ein Konzert im nordenglischen Gateshead vor einem Jahr schrieb, das Erscheinen dieser Formation wirke wie ein \u201eOnce-in-a-lifetime\u201c-Moment. <\/p>\n<p>In der Tat l\u00e4sst sich leicht ausrechnen, dass es rein statistisch sehr unwahrscheinlich ist, das Philip Glass Ensemble (dem der mittlerweile 88-J\u00e4hrige selber nicht angeh\u00f6rt) mehr als einmal im Leben sehen zu k\u00f6nnen. Es sei denn, man lebt in New York oder ist bereit, auch mal eine weite Anreise f\u00fcr ein Konzert auf sich zu nehmen. <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"\" alt=\"US-Komponist Philip Glass steht nach seinem Filmkonzert \" la=\"\" belle=\"\" et=\"\" bete=\"\" sch=\"\" und=\"\" das=\"\" biest=\"\" im=\"\" rahmen=\"\" des=\"\" budapester=\"\" fr=\"\" palast=\"\" der=\"\" k=\"\" am=\"\" fl=\"\" src=\"https:\/\/bnn.de\/img\/16003032\/woBFRafn6te9Ww3I-sCSlw\/Komponist%20Philip%20Glass%20wird%2085?size=1920&amp;format=jpeg&amp;variant=LANDSCAPE_16x9\" width=\"1920\" height=\"1080\" loading=\"lazy\" data-upscaled=\"\"\/><\/p>\n<p>                Mittlerweile 88 Jahre als ist Philip Glass (hier auf einem Foto von 2014), der als einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart gilt.<\/p>\n<p>            Foto: Balazs Mohai \/ dpa<\/p>\n<p>In Deutschland war die Formation in diesem Jahr bislang nur einmal zu Gast: Im Mai vertonte sie in der Elbphilharmonie Hamburg live eine Filmvorf\u00fchrung von \u201eKoyaanisqatsi\u201c \u2013 laut einer Rezension \u201ebrillant umgesetzt\u201c und \u201emit einem heiligenden Respekt vor der abstrakten Klang-Architektur\u201c.<\/p>\n<p>Karlsruhe ist einzige Tourstation in Deutschland<\/p>\n<p>Der Tourabschnitt in der zweiten Jahresh\u00e4lfte hat ebenfalls nur einen Termin in Deutschland, n\u00e4mlich im Karlsruher Kulturzentrum Tollhaus. Dort wird an diesem Samstag das Programm \u201eGlassworks \/ Early Works\u201c aufgef\u00fchrt. Angesetzt sind St\u00fccke aus den zwischen 1979 und 1983 entstandenen Opern \u201eSatyagraha\u201c, \u201eAkhnaten\u201c und \u201eThe Photographer\u201c (letztere nach einem Libretto von Talking-Heads-S\u00e4nger David Byrne) sowie der Zyklus \u201eGlassworks\u201c von 1981.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen \u201eHits\u201c stehen also nicht auf der Setlist. Dennoch sind von dem Abend gewisserma\u00dfen \u201eKoyaanisqatsi\u201c-Vibes zu erwarten. Denn \u201eGlassworks\u201c stammt aus der gleichen Schaffensphase und arbeitet mit \u00e4hnlichen Mustern. So bauen beispielsweise \u201eFloe\u201c und \u201eRubric\u201c in \u201eGlassworks\u201c mit einem sich mehrfach verdoppelnden Tempo eine \u00e4hnliche Atmosph\u00e4re der rastlosen Gehetztheit auf wie \u201eThe Grid\u201c, das zentrale und l\u00e4ngste St\u00fcck in \u201eKoyaanisqatsi\u201c. <\/p>\n<p>\u201eFa\u00e7ades\u201c wurde sogar direkt f\u00fcr den Film komponiert, dort aber letztlich nicht verwendet und stattdessen in \u201eGlassworks\u201c integriert. <\/p>\n<p>Aufgef\u00fchrt wird all das in Karlsruhe von einem achtk\u00f6pfigen Ensemble, dessen Mitglieder teils selbst renommierte Komponisten sind und als Musiker viele unterschiedliche Projekte von Klassik bis Pop pr\u00e4gen. <\/p>\n<p>Auch das ist ein Grund, das Konzert in Karlsruhe, das in Kooperation mit dem Zentrum f\u00fcr Kunst und Medien (ZKM) stattfindet, als \u201eOnce-in-a-lifetime\u201c-Gelegenheit einzustufen. Es sei denn, man will der Gruppe direkt in die Niederlande nachreisen. Dort gibt es vom 13. bis 19. Oktober f\u00fcnf weitere Termine \u2013 zwei davon sogar mit \u201eKoyaanisqatsi\u201c. <\/p>\n<p>          <a href=\"https:\/\/bnn.link\/55g\" target=\"_blank\" class=\"link-acquire\" rel=\"nofollow noopener\">Rechte am Artikel erwerben<\/a><\/p>\n<p>    <a class=\"button--full button--home button button--primary\" href=\"https:\/\/bnn.de\/\" _keys=\"class href\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hypnotische Kl\u00e4nge zu unvergesslichen Kinobildern sind das Markenzeichen von Philip Glass. 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