{"id":487216,"date":"2025-10-10T07:06:10","date_gmt":"2025-10-10T07:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/487216\/"},"modified":"2025-10-10T07:06:10","modified_gmt":"2025-10-10T07:06:10","slug":"die-politische-macht-in-europa-verschiebt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/487216\/","title":{"rendered":"Die politische Macht in Europa verschiebt sich"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Deutschland ist die Wirtschaftsmacht Europas, Frankreich eine f\u00fchrende Milit\u00e4rmacht. Diese \u00dcberzeugung gilt nicht mehr. Dabei braucht der Kontinent die deutsch-franz\u00f6sische Einheit.<\/p>\n<p>Ulrich Speck10.10.2025, 05.30 Uhr<img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"7770\" height=\"5058\" alt=\"Die alte Gr\u00f6sse ist vor\u00fcber. Frankreich steckt in einer politischen Krise fest, der Einfluss in Europa und der Welt schwindet.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Die alte Gr\u00f6sse ist vor\u00fcber. Frankreich steckt in einer politischen Krise fest, der Einfluss in Europa und der Welt schwindet.<\/p>\n<p>Imago\/Christian Liewig\/ Bestimage<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oi7\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\"><strong\/>Die europ\u00e4ische Integration war \u00fcber Jahrzehnte vor allem eine deutsch-franz\u00f6sische Ann\u00e4herung. Frankreich wurde seit 1870 drei Mal von Deutschland angegriffen, im Zweiten Weltkrieg verschwand es als unabh\u00e4ngiger Staat.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Washington brauchte ein prosperierendes und wehrhaftes Westdeutschland als Bollwerk gegen die Sowjetunion.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Einen Ausweg f\u00fcr Paris bot der von Washington gef\u00f6rderte europ\u00e4ische Einigungsprozess, der die Bundesrepublik dauerhaft in Europa einbinden und damit das Risiko von Feindseligkeiten verringern sollte. Nicht zuf\u00e4llig stand die gemeinsame Kontrolle von kriegswichtigen G\u00fctern, von Kohle und Stahl, im Zentrum dieses Ann\u00e4herungsprozesses.<\/p>\n<p>Das deutsch-franz\u00f6sische Duo<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ab den 1950er Jahren war die Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich die zentrale Achse, um die sich die europ\u00e4ische Zusammenarbeit bewegte. Legend\u00e4r wurde das Duo Konrad Adenauer und Charles de Gaulle in den 1960er Jahren sowie jenes von Helmut Kohl und Fran\u00e7ois Mitterrand in den 1980er Jahren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Als Gerhard Schr\u00f6der Ende der 1990er Jahre antrat, um eine st\u00e4rker an deutschen Interessen orientierte Europapolitik durchzusetzen, gab er bald wieder auf und wurde seinerseits zum Partner von Jacques Chirac. Gemeinsam orchestrierten die beiden den europ\u00e4ischen Widerstand gegen den amerikanischen Irakkrieg im Jahr 2003.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dass die Bundesrepublik wirtschaftlich st\u00e4rker als Frankreich wurde, irritierte die Franzosen, weil es ihren Status als \u00fcberlegene Macht unterminierte. Umso mehr r\u00fcckte im franz\u00f6sischen Bewusstsein die Bedeutung Frankreichs als weltpolitischer Akteur und Milit\u00e4rmacht in den Vordergrund: atomar bewaffnet und mit Veto-Sitz im Uno-Sicherheitsrat.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj4\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">In Europa pendelte sich ein machtpolitisches Gleichgewicht ein: Deutschland war eine wirtschaftliche Weltmacht, w\u00e4hrend sich Frankreich im Rang einer politisch-milit\u00e4rischen Mittelmacht mit globaler Bedeutung halten konnte.<\/p>\n<p>Kontinuit\u00e4t nach der Wiedervereinigung<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj5\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die deutsche Wiedervereinigung bedrohte dieses Gleichgewicht. Deutschland w\u00fcrde endg\u00fcltig zum Hegemonen Europas werden, so die Bef\u00fcrchtung Frankreichs. Fran\u00e7ois Mitterrand versuchte zun\u00e4chst, die Wiedervereinigung zu verhindern, er kam aber gegen den Widerstand der USA nicht an.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj6\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Bundesrepublik war in den Folgejahren stark damit besch\u00e4ftigt, West und Ost zusammenzubringen. In Europa blieb das Machtgleichgewicht zwischen Frankreich und Deutschland damit vorerst bestehen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj7\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch Angela Merkel, die anders als ihre Vorg\u00e4nger keine westliche Pr\u00e4gung ins Amt mitbrachte, ordnete sich in die traditionelle deutsch-franz\u00f6sische Partnerschaft ein. Als in den USA Donald Trump 2016 zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt wurde, sympathisierte Merkel mit Macrons Idee einer europ\u00e4ischen Autonomie und Souver\u00e4nit\u00e4t. Das h\u00e4tte eine Absage an den traditionellen deutschen Transatlantizismus dargestellt, f\u00fcr den sich Merkel ab 2005 einsetzte.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj8\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Doch aus der Rhetorik der Abkopplung von den USA folgte nichts Substanzielles. Emmanuel Macron hatte, indem er die Vision eines autonomen Europa in seinen Machtanspruch einwob, zwar die diskursive F\u00fchrung in Europa gewonnen, nicht aber die strategische F\u00fchrung. Vor allem schaffte es Macron trotz allem Werben nicht, Deutschland zum Mitstreiter seiner Europa-Vision zu machen.<\/p>\n<p>Frankreichs Hoffnung auf F\u00fchrung<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj9\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Nach dem 2016 beschlossenen Austritt Grossbritanniens aus der EU schien die machtpolitische Stunde Frankreichs geschlagen zu haben. Mit Grossbritannien verliess der engste Verb\u00fcndete Amerikas und wichtigste machtpolitische Rivale Frankreichs in Europa die EU. Grossbritannien ist ebenfalls Atommacht und hat einen Veto-Sitz im Uno-Sicherheitsrat. Frankreichs F\u00fchrung in der EU schien in greifbarer N\u00e4he zu sein.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj10\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Doch Berlin spielte nicht mit. Die franz\u00f6sischen Visionen erschienen zunehmend unrealistisch in einer neuen geopolitischen Welt der Konflikte. Der Krieg in der Ukraine machte dann endg\u00fcltig klar, in welchem Masse Europa von der amerikanischen F\u00fchrung abh\u00e4ngig ist, milit\u00e4risch wie strategisch.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj11\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">F\u00fcr eine Losl\u00f6sung von den USA gab es in Europa keine Mehrheit: Je bedrohlicher Russland wurde, desto deutlicher wandten sich der Osten und der Norden des Kontinents Amerika zu.<\/p>\n<p>Die Machtverschiebung wird offenbar<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj12\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Jetzt tritt in Frankreich die wirtschaftliche und politische Krise des Landes offen zutage. Sie macht deutlich, dass unter der Oberfl\u00e4che der klassischen deutsch-franz\u00f6sischen Rituale l\u00e4ngst eine Machtverschiebung stattgefunden hat. Deutschland ist machtpolitisch an Frankreich vorbeigezogen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj13\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch Deutschland hat mit strukturellen wirtschaftlichen Problemen zu k\u00e4mpfen, auch in Deutschland wird der F\u00fchrungsanspruch der Mitte zunehmend infrage gestellt. Doch es ist weniger geschw\u00e4cht als Frankreich. Vor allem aber engagiert sich Deutschland nun in einem Bereich, den Frankreich lange Zeit als seinen gr\u00f6ssten komparativen Vorteil gegen\u00fcber Deutschland gesehen hat. Mit massiven Investitionen in seine Streitkr\u00e4fte \u00fcberholt Deutschland Frankreich als Milit\u00e4rmacht.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj14\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Deutschland wandelt seine \u00f6konomische St\u00e4rke in sicherheitspolitische St\u00e4rke um. Und es kann erheblich mehr in seine Streitkr\u00e4fte investieren als Frankreich, das weder mehr Schulden machen noch \u2013 angesichts der politischen Blockade \u2013 an anderen Stellschrauben drehen kann, um die n\u00f6tigen Investitionen zu t\u00e4tigen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj15\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Frankreich kann seine wirtschaftliche Schw\u00e4che nicht mehr mit aussen- und sicherheitspolitischer St\u00e4rke kompensieren und darauf einen F\u00fchrungsanspruch gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Macrons Stern ist im Sinken begriffen<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj16\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Zugleich hat Frankreich in den Macron-Jahren den aussenpolitischen Nimbus einer weltweit wichtigen Mittelmacht verloren. Aus dem subsaharischen Afrika wurde Frankreich von Russland verdr\u00e4ngt. In Nordafrika spielt es kaum noch eine Rolle. Im Indopazifik verk\u00fcndet Macron lautstark einen dritten Weg zwischen China und den USA und wird doch von niemandem ernst genommen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj17\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Macrons k\u00fcrzliche Anerkennung von Pal\u00e4stina hat Frankreich endg\u00fcltig zum Nichtspieler in der komplexen Welt der Diplomatie gemacht, nachdem Macron bereits in Libanon mit verschiedenen grossspurigen, aber folgenlosen Interventionen zeigte, dass es im Nahen Osten l\u00e4ngst kein wichtiger Akteur mehr ist.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj18\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch in Europa ist Macrons Stern erheblich gesunken, auch weil er seinen grossen Worten in Sachen Ukraine und Russland kaum Taten folgen l\u00e4sst. Immer wieder zieht Paris mit grossen Initiativen Aufmerksamkeit auf sich. Doch Macron setzt diese kaum um.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj19\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Macron glaubt offenbar, F\u00fchren heisse, voranzugehen und zu erwarten, dass die anderen schon folgten. Doch diese Methode ist selbst in Frankreich nicht mehr erfolgreich, obwohl der Pr\u00e4sident dort eine quasimonarchische Position einnimmt.<\/p>\n<p>Berlin braucht Paris<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj20\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ein schwaches Frankreich, das international nicht mehr ernst genommen wird, wird zum Problem f\u00fcr Europa. Und sollte das rechtspopulistische Rassemblement national weiter an Einfluss in Frankreich gewinnen, vergr\u00f6ssert sich das Problem.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj21\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ob Frankreich ohne Macron noch ein Vork\u00e4mpfer eines starken Europa sein wird, ist eine offene Frage. Wenn man in Paris glaubt, franz\u00f6sische Interessen immer weniger \u00fcber die EU durchsetzen zu k\u00f6nnen, dann wird der Wert der europ\u00e4ischen Einigung zunehmend infrage gestellt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0oj22\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Frankreichs Engagement in der EU h\u00e4ngt erheblich davon ab, ob man glaubt, damit Frankreichs Machtposition zu verbessern. Wenn dieser Zusammenhang nicht mehr gegeben ist, dann wird Frankreichs Rolle in Europa unsicher.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0ok0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Deutschland braucht Frankreich als aussen- und sicherheitspolitischen Partner. Auch wenn der Blick vor allem nach Osten geht \u2013 und Polen, das Baltikum und die nordischen L\u00e4nder immer wichtiger werden \u2013, bleibt Frankreich ein Schl\u00fcsselpartner bei der Abwehr Russlands.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0ok1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Berlin kann sich zwar k\u00fcnftig auf den Osten und den Norden st\u00fctzen, um Russland abzuschrecken. Doch wenn es die erheblichen Ressourcen der EU mobilisieren will, geht das nur gemeinsam mit Paris.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j74fa0ok2\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-paragraph=\"true\">Das gilt auch f\u00fcr die Handelspolitik. In einer Zeit, in der Wirtschaftsbeziehungen immer st\u00e4rker zum Instrument der Machtpolitik werden, muss sich die EU intensiver mit gleichgesinnten Regionen und L\u00e4ndern wie Lateinamerika oder Indien verbinden. Nur wenn Frankreich mitzieht, kann eine solche Strategie erfolgreich sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschland ist die Wirtschaftsmacht Europas, Frankreich eine f\u00fchrende Milit\u00e4rmacht. Diese \u00dcberzeugung gilt nicht mehr. 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