{"id":487664,"date":"2025-10-10T11:11:14","date_gmt":"2025-10-10T11:11:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/487664\/"},"modified":"2025-10-10T11:11:14","modified_gmt":"2025-10-10T11:11:14","slug":"wird-die-zucman-steuer-zum-europaeischen-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/487664\/","title":{"rendered":"Wird die Zucman-Steuer zum europ\u00e4ischen Projekt?"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"667\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SEDE.jpg\" class=\"attachment-large size-large wp-post-image\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t[Alicia Windzio\/picture alliance via Getty Images]<\/p>\n<p data-start=\"194\" data-end=\"306\">PARIS \u2013 Premierminister S\u00e9bastien Lecornu ist weg \u2013 das Defizit bleibt. Und offenbar auch die Zucman-Steuer.<\/p>\n<p data-start=\"308\" data-end=\"681\">Als Lecornu im September sein Amt antrat, lehnte er die Idee einer Zwei-Prozent-Abgabe auf die Superreichen entschieden ab. Doch kurz vor Ablauf der umstrittenen <a href=\"https:\/\/www.euractiv.com\/news\/france-faces-budget-deadlock-after-pms-resignation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Haushaltsfrist<\/a> gewinnt der Vorschlag des 38-j\u00e4hrigen \u00d6konomen Gabriel Zucman an Dynamik \u2013 nicht nur in Paris, sondern in ganz Europa. Und er d\u00fcrfte die n\u00e4chste politische Krise \u00fcberdauern.<\/p>\n<p data-start=\"683\" data-end=\"929\">\u201eDie franz\u00f6sische Debatte \u00fcber eine gerechtere Besteuerung der Reichsten befeuert auch Diskussionen in anderen L\u00e4ndern\u201c, sagt Quentin Parrinello, Direktor f\u00fcr \u00f6ffentliche Politik am European Tax Observatory, das Zucman selbst leitet.<\/p>\n<p data-start=\"931\" data-end=\"1079\">Belgien etwa will sein Image als \u201eSteueroase\u201c ablegen und f\u00fchrt <a href=\"https:\/\/theconversation.com\/la-belgique-est-elle-toujours-un-paradis-fiscal-255279\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">ab Januar<\/a> eine zehnprozentige Steuer auf Kapitalertr\u00e4ge aus Finanzanlagen ein.<\/p>\n<p data-start=\"1081\" data-end=\"1288\">In Deutschland, der gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft der EU, k\u00f6nnte das politische Tabu rund um die Erbschaftsteuer bald fallen \u2013 vorausgesetzt, das Bundesverfassungsgericht kippt die geltende Regelung im Herbst.<\/p>\n<p data-start=\"1290\" data-end=\"1601\">\u201eWir hatten in den letzten Jahren, gerade in der Niedrigzinsphase, die Situation, dass Verm\u00f6gen eigentlich ohne gr\u00f6\u00dferes eigenes Zutun von alleine fast gewachsen ist\u201c, erkl\u00e4rte CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn im September. Mit seiner Kritik an der ungleichen Verm\u00f6gensverteilung brachte er damit Thema erstmals auch in konservative und wirtschaftsliberale Politikkreise ein.<\/p>\n<p data-start=\"1603\" data-end=\"1876\">Derzeit ist Spanien das <a href=\"https:\/\/taxfoundation.org\/data\/all\/eu\/wealth-taxes-europe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">einzige<\/a> EU-Land mit einer umfassenden Verm\u00f6gensteuer. Frankreich, Italien, Belgien und die Niederlande haben dagegen nur eingeschr\u00e4nkte Varianten, die sich auf bestimmte Verm\u00f6genswerte konzentrieren, nicht auf das Gesamtverm\u00f6gen.<\/p>\n<p data-start=\"1883\" data-end=\"2203\">EU-weit zeigt die Debatte, wie unzureichend bestehende Systeme extreme Verm\u00f6gen erfassen. \u201eWenn Milliard\u00e4re keine Steuern zahlen, dann liegt das daran, dass unsere modernen Steuersysteme \u2013 basierend auf Einkommensteuer, Verbrauchsteuer und Unternehmenssteuer \u2013 die Superreichen nicht angemessen erfassen\u201c, so Parrinello.<\/p>\n<p data-start=\"2205\" data-end=\"2381\">\u201eWenn Sie sehr wohlhabend sind, k\u00f6nnen Sie Ihr Verm\u00f6gen und Ihre wirtschaftlichen Eink\u00fcnfte so strukturieren, dass praktisch kein steuerpflichtiges Einkommen anf\u00e4llt\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Die Zucman-Steuer: Abgabe entscheidet \u00fcber Frankreichs Haushaltsstreit<\/p>\n<p class=\"c-news-link__text\">\n\t\t\t\t\tDer franz\u00f6sische \u00d6konom Gabriel Zucman ist der Kopf hinter der umstrittenen Steuer \u2013 und nun\u2026\t\t\t\t<\/p>\n<p class=\"c-news-link__read-time\">\n\t\t\t\t\t4 Minuten\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"533\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/GettyImages-2234142543-800x533.jpg\" class=\"c-news-link__img\" alt=\"Die Zucman-Steuer: Abgabe entscheidet \u00fcber Frankreichs Haushaltsstreit\"\/>\t\t\t<\/p>\n<p>Kann die EU handeln?<\/p>\n<p data-start=\"2414\" data-end=\"2591\">Die Steuerpolitik liegt weiterhin in nationaler Zust\u00e4ndigkeit \u2013 das <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/topics\/fr\/article\/20210415STO02118\/politique-fiscale-comment-l-ue-veut-prevenir-la-fraude-et-l-evasion-fiscales\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">begrenzt<\/a> Br\u00fcssels M\u00f6glichkeiten, gegen Steuerbetrug, -vermeidung und aggressive Steueroptimierung vorzugehen.<\/p>\n<p data-start=\"2593\" data-end=\"2865\">Laut Nicolas V\u00e9ron, Mitgr\u00fcnder des Br\u00fcsseler Thinktanks Bruegel, ist eine EU-weite Verm\u00f6gensteuer \u201epraktisch unm\u00f6glich\u201c, solange es keine Vertrags\u00e4nderung gibt. \u201eEs gibt keine Aussicht auf eine europ\u00e4ische Steuer auf gro\u00dfe Verm\u00f6gen\u201c, sagt er.<\/p>\n<p data-start=\"2867\" data-end=\"3240\">Trotzdem fordern einige in Br\u00fcssel, die Debatte neu zu er\u00f6ffnen. \u201eDas beste System ist eines, das auf supranationaler Ebene funktioniert\u201c, sagte Val\u00e9rie Hayer, Vorsitzende der liberalen Fraktion Renew Europe, gegen\u00fcber Euractiv. \u201eIm Zeitalter mobiler Kapitalstr\u00f6me ist die nationale Ebene nicht immer die relevanteste.\u201c<\/p>\n<p data-start=\"3242\" data-end=\"3399\">Auch wenn das Europ\u00e4ische Parlament in Steuerfragen keine Gesetzgebungskompetenz hat, unterst\u00fctzt Hayer die Idee einer europ\u00e4ischen Steuer f\u00fcr Superreiche.<\/p>\n<p data-start=\"3401\" data-end=\"3579\">\u201eDie EU kann bei Wettbewerbsverzerrungen Fortschritte machen, um den Binnenmarkt zu sch\u00fctzen \u2013 so wie bei der Mindeststeuer f\u00fcr multinationale Unternehmen\u201c, stimmt Parrinello zu.<\/p>\n<p data-start=\"3581\" data-end=\"3804\">Tats\u00e4chlich hat die EU seit 2024 eine Mindestbesteuerung von 15 Prozent f\u00fcr Unternehmensgewinne eingef\u00fchrt. Im n\u00e4chsten mehrj\u00e4hrigen Finanzrahmen ist zudem eine neue Abgabe auf Unternehmensgewinne geplant, bekannt als CORE.<\/p>\n<p data-start=\"3806\" data-end=\"3920\">V\u00e9ron bleibt skeptisch: \u201eWir k\u00f6nnen Unternehmensbesteuerung nicht einfach auf Privatpersonen \u00fcbertragen\u201c, sagt er.<\/p>\n<p data-start=\"3927\" data-end=\"4111\">Was Staaten letztlich bremst, ist die Angst vor Kapitalflucht. W\u00fcrde die EU ohne globale Koordination vorangehen, k\u00f6nnten Superreiche ihre Verm\u00f6gen einfach ins Ausland verschieben.<\/p>\n<p data-start=\"4113\" data-end=\"4407\">\u201eAm Ende l\u00e4uft die Debatte darauf hinaus, ob wir Steuervermeidung und unfaire Steuerkonkurrenz weiter hinnehmen \u2013 oder ob wir sie regulieren\u201c, sagt Parrinello. \u201eDas ist eine Frage der politischen Vision. Denn unfaire Steuerkonkurrenz ist kein Naturgesetz, sondern eine politische Entscheidung.\u201c<\/p>\n<p>(mm, cs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"[Alicia Windzio\/picture alliance via Getty Images] PARIS \u2013 Premierminister S\u00e9bastien Lecornu ist weg \u2013 das Defizit bleibt. 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