{"id":488243,"date":"2025-10-10T16:27:14","date_gmt":"2025-10-10T16:27:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/488243\/"},"modified":"2025-10-10T16:27:14","modified_gmt":"2025-10-10T16:27:14","slug":"lage-in-der-ukraine-marschflugkoerper-ein-pr-stunt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/488243\/","title":{"rendered":"Lage in der Ukraine: Marschflugk\u00f6rper, ein PR-Stunt?"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">&#8222;Eine Art Entscheidung&#8220; habe er zu der Frage getroffen, der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/ukraine-krieg-news-liveblog\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> die von ihr begehrten Tomahawk-Marschflugk\u00f6rper zu liefern, sagte US-Pr\u00e4sident Donald Trump vor wenigen Tagen. Eine Ank\u00fcndigung, so vage wie es bei Trump oft der Fall ist \u2013 und doch scheint die Ukraine dem Besitz der Waffe so nahe zu sein, wie noch nie zuvor. <a href=\"https:\/\/www.axios.com\/2025\/09\/26\/zelensky-ask-trump-tomahawk-missile-strike-russia\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj best\u00e4tigte<\/a>, Trump bei seinem letzten Treffen mit ihm um den Marschflugk\u00f6rper gebeten zu haben. Der Flugk\u00f6rper mit einer Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern geh\u00f6rt nicht nur zu den wichtigsten konventionellen Waffen im Arsenal des US-Milit\u00e4rs, sondern stellt auch alles in den Schatten, was die Ukraine bislang von ihren Unterst\u00fctzern an reichweitenstarken Waffen erhalten hat. Selbst die Lieferung einiger weniger Exemplare w\u00e4re f\u00fcr den ukrainischen Pr\u00e4sidenten ein machtvoller PR-Stunt.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch w\u00e4re es auch mehr als das \u2013 eine Art Gamechanger, als der sich bisher gelieferte Waffen nicht erwiesen haben? Storm-Shadow-Marschflugk\u00f6rper und <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2024-04\/ukraine-lage-atacms-raketen-usa-militaerhilfe-woche\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ATACMS-Raketen waren daf\u00fcr viel zu sp\u00e4t in der Ukraine angekommen<\/a>, F-16-Jets in zu geringer St\u00fcckzahl, der deutsche Taurus nie. Tomahawks hingegen k\u00f6nnten selbst in der einfacheren Ausf\u00fchrung mit 1.600 Kilometern Reichweite auf den ersten Blick tats\u00e4chlich einen Unterschied ausmachen: Die Waffe gilt als zielgenau, wurde in zahlreichen Konflikten erprobt \u2013 und w\u00fcrde eine so gro\u00dfe Fl\u00e4che in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> abdecken k\u00f6nnen, dass das russische Milit\u00e4r gro\u00dfe Schwierigkeiten h\u00e4tte, ihr auszuweichen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\"><a href=\"https:\/\/understandingwar.org\/research\/russia-ukraine\/russian-offensive-campaign-assessment-october-5-2025\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Das Insitute for the Study of War (ISW)<\/a>\u00a0identifizierte fast 2.000 russische Milit\u00e4rziele in Reichweite von Tomahawks, sollten diese aus der Ukraine heraus eingesetzt werden. Darunter fallen dutzende Milit\u00e4rflugpl\u00e4tze und Munitionslager, sowie besonders bedeutende Ziele wie der Flugplatz Engels-2 \u2013 von dem aus russische Bomber ihre Luftangriffe auf die Ukraine starten \u2013 und <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/drohnenfabrik-russland-alabuga-satellitenbilder-militaer\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">die Drohnenfabrik in Tatarstan<\/a>, wo Russland t\u00e4glich mehr als 100 Langstreckendrohnen zusammenschrauben l\u00e4sst. Zwar k\u00f6nnen ukrainische Drohnen beide Ziele l\u00e4ngst erreichen, doch ihre Sprengkraft bleibt hinter jener eines echten <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/marschflugkoerper\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marschflugk\u00f6rpers<\/a> weit zur\u00fcck.\u00a0\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. 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Dieser hatte dazu zuletzt eine Doppelbotschaft ausgesandt, wie sie f\u00fcr den Umgang des Kreml mit Waffenlieferungen an die Ukraine inzwischen \u00fcblich ist: Tomahawks w\u00fcrden wom\u00f6glich eine neue Stufe der Eskalation darstellen, zugleich aber nat\u00fcrlich keinen Einfluss auf den Kriegsverlauf haben. Letzteres ist immerhin zur H\u00e4lfte richtig: Selbstverst\u00e4ndlich w\u00fcrde die Waffe das ukrainische <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/militaer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Milit\u00e4r<\/a> st\u00e4rken. Doch auch ukrainische Milit\u00e4ranalysten, wie etwa Oleksandr Kowalenko \u2013 der in der Regel betont optimistisch auftritt \u2013 <a href=\"https:\/\/vesti.az\/v-mire\/voina-na-izlome-tomagavki-kitai-i-predely-rossiiskoi-vynoslivosti-intervyu-s-kovalenko-560766\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">r\u00e4umen ein<\/a>, dass der Tomahawk ebenso wenig wie alle anderen Waffen allein f\u00fcr sich kriegsentscheidend sein kann.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zu einem m\u00f6glichen Einsatz des Marschflugk\u00f6rpers durch die Ukraine bleiben allerdings noch Fragen offen. Auch Tomahawks k\u00f6nnen abgeschossen werden, es w\u00e4ren also Hunderte Exemplare n\u00f6tig, damit die Ukraine sie tats\u00e4chlich wirkungsvoll einsetzen k\u00f6nnte. Au\u00dferdem m\u00fcssten die USA das Raketenstartsystem Typhon gleich mitliefern: Tomahawk ist eine seegest\u00fctzte Waffe, die Ukraine besitzt aber weder Kriegsschiffe noch U-Boote. \u00dcber das erst 2023 in Dienst gestellte Typhon-System verf\u00fcgen die USA lediglich in geringer St\u00fcckzahl. Das macht eine Lieferung nicht unm\u00f6glich, aber weniger wahrscheinlich. Und all das gilt sowieso nur f\u00fcr den Fall, dass Trump die Lieferung tats\u00e4chlich erw\u00e4gt, und nicht nur versucht, verbal den Druck auf Putin zu erh\u00f6hen.\n<\/p>\n<p>                            Typhon-Raketenstartsystem des US-Milit\u00e4rs bei einer \u00dcbung in Japan im September 2025            \u00a9\u00a0Tim Kelly\/\u200bReuters<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Weiterhin k\u00f6nnten Ziele in Russland erst anvisiert werden, wenn die USA ihr erst Ende 2024 aufgehobenes, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-08\/ukraine-russland-usa-langstreckenwaffen-krieg\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">unter Trump aber wieder verh\u00e4ngtes Verbot des Einsatzes von US-Waffen auf russischem Staatsgebiet<\/a> erneut aufweichen. Trump hatte diesbez\u00fcglich bereits gesagt, zun\u00e4chst wissen zu wollen, was die Ukraine mit der Waffe beschie\u00dfen werde. Unbest\u00e4tigten Medienberichten zufolge soll den USA bereits eine Liste von Zielen \u00fcberreicht worden sein \u2013 ein \u00e4hnliches Vorgehen wie vor einem Jahr, als ukrainische Diplomaten die Lieferung von ATACMS erwirkten. Wie <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/world\/europe\/u-s-to-provide-ukraine-with-intelligence-for-missile-strikes-deep-inside-russia-ca7b2276\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">das Wall Street Journal (WSJ)<\/a> und die Nachrichtenagentur Reuters berichten, sollen die USA die Ukraine immerhin wieder mit Aufkl\u00e4rungsdaten f\u00fcr Ziele in Russland versorgen, erstmals seit Trumps Amtsantritt. Auch das ist f\u00fcr die Regierung in Kyjiw ein \u00e4hnlich bedeutender diplomatischer Erfolg, wie es auch der politische Aspekt einer Tomahawk-Lieferung w\u00e4re: Ein eindr\u00fcckliches Symbol dessen, dass Trump das Land, anders als bef\u00fcrchtet, nicht fallen l\u00e4sst.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Sich die US-Waffenlieferungen nachhaltig zu sichern, ist dabei nur eines der Ziele der ukrainischen R\u00fcstungspolitik. Das andere, von den Lieferungen so unabh\u00e4ngig zu werden wie m\u00f6glich. Auf diesem Gebiet hat die ukrainische R\u00fcstungsindustrie vor allem bei <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/drohne\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drohnen<\/a> Erfolge erzielt \u2013 in einer Dimension, dass inzwischen sogar die USA an einem Technologietransfer aus der Ukraine interessiert sind. Vor allem aber setzt die Regierung in Kyjiw Hoffnungen in Raketen und Marschflugk\u00f6rper, die in der Ukraine entwickelt und gebaut werden. Sie sollen gew\u00e4hrleisten, dass Ziele in Russland auch ohne Erlaubnis aus Washington angegriffen werden k\u00f6nnen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcr Aufmerksamkeit sorgte in dieser Hinsicht bereits im August die Vorstellung des Marschflugk\u00f6rpers Flamingo. Die von der ukrainischen Firma Fire Point entwickelte Waffe soll eine Reichweite von bis zu 3.000 Kilometern haben. Sie soll einen Gefechtskopf von einer Tonne Gewicht besitzen und doppelt so viel Sprengkraft haben wie der Tomahawk. Durch einen simplen Aufbau sowie vergleichsweise niedrige Kosten von 500.000 Dollar pro St\u00fcck k\u00f6nnte sie in Serie gebaut werden.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch auch Monate nach der Pr\u00e4sentation des Flamingo bleiben viele Fragen um die Waffe ungekl\u00e4rt. So wollte Fire Point bis Ende Oktober bis zu 200 Marschflugk\u00f6rper monatlich bauen k\u00f6nnen. Laut einem <a href=\"http:\/\/www.economist.com\/europe\/2025\/10\/05\/ukraines-hellfire-is-intensifying-the-kremlins-fuel-crisis\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bericht des Economist<\/a> sollen es derzeit allerdings etwa 60 sein. Zudem ist die vom Hersteller angegebene Pr\u00e4zision \u2013 die Abweichung vom Ziel betrage nicht mehr als 14 Meter \u2013 zweifelhaft: Bei einem mutma\u00dflichen Einsatz der Waffe gegen eine Basis des russischen Geheimdiensts FSB auf der Krim <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus68e5009c727cb23c507934e0\/marschflugkoerper-auge-um-auge-was-die-ukraine-mit-ihrer-maechtigen-neuen-waffe-plant.html?icid=search.product.onsitesearch\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">soll mindestens ein Marschflugk\u00f6rper um etwa 100 Meter vom Ziel abgewichen sein<\/a>.\n<\/p>\n<p>                            Flamingo-Marschflugk\u00f6rper in einer Produktionsanlage des ukrainischen Herstellers Fire Point im August 2025            \u00a9\u00a0Efrem Lukatsky\/\u200bAP\/\u200bdpa<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dass der Flamingo bisher kaum eingesetzt wurde, muss nicht bedeuten, dass er unbrauchbar ist. Es erg\u00e4be Sinn, wenn die Ukraine Russland nicht langsam an die Abwehr des Marschflugk\u00f6rpers gew\u00f6hnte, sondern ihn zun\u00e4chst hortete, um ihn in gr\u00f6\u00dferen St\u00fcckzahlen pro Angriff einsetzen zu k\u00f6nnen. Notwendig w\u00e4re dies ohnehin. Mit seiner Masse von insgesamt sechs Tonnen, einer Fl\u00fcgelspannweite von sechs Metern und einer mehr als doppelten L\u00e4nge ist der Marschflugk\u00f6rper f\u00fcr russische Radare gut sichtbar und d\u00fcrfte deutlich leichter abgeschossen werden als etwa der Tomahawk. Am Donnerstagabend <a href=\"https:\/\/t.me\/dva_majors\/80983\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">verbreiteten russische Milit\u00e4rblogger Fotos<\/a>, die Tr\u00fcmmer eines abgeschossenen Flamingo-Flugk\u00f6rpers zeigen sollen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein weiteres Problem, das nicht nur die Produktion des Flamingo, sondern fast alle ukrainischen Waffen betrifft: Russlands Luftwaffe hat die R\u00fcstungsindustrie des Landes im Visier und kann sie, im Gegensatz zu Produktionsanlagen in westlichen L\u00e4ndern, jederzeit attackieren. Ukrainische Regierungsbeamte sagten zuletzt der Financial Times, im Sommer seien allein bei Kyjiw vier Drohnenfabriken bei Angriffen getroffen worden.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein erfolgreicher Einsatz des Flamingo gegen ein bedeutendes russisches Ziel steht somit noch aus \u2013 und je l\u00e4nger das der Fall ist, desto mehr riskiert die Ukraine, dass die Hoffnung auf ein Erfolgsmodell in Entt\u00e4uschung umschl\u00e4gt. <a href=\"https:\/\/militarnyi.com\/en\/news\/unknown-version-of-neptune-demonstrated-to-lithuanian-delegation\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Den ausgereifteren Flugk\u00f6rper Neptun<\/a>, mit dem das Land schon mehrfach bedeutende Ziele wie den Raketenkreuzer Moskwa, russische \u00d6lverarbeitungsanlagen und Flugabwehrsysteme zerst\u00f6rt hat, setzte die Ukraine zwar erfolgreich ein. Allerdings ist der Neptun teurer, technisch anspruchsvoller und kommt f\u00fcr die Massenproduktion wohl nicht infrage.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Anders als die Ukraine, die ihre Raketenprogramme in den Jahren vor der russischen Invasion aus Geldnot eingestampft und nach Kriegsbeginn eilig wiederaufgenommen hat, besa\u00df Russland schon vor Kriegsbeginn eine laufend produzierende Raketenindustrie. Und diese steht ebenfalls nicht auf der Stelle. Beunruhigend lesen sich in diesem Kontext Berichte, wonach Russland in den vergangenen Monaten seine ballistischen Raketen modernisiert hat. So geht aus einem <a href=\"https:\/\/oig.usaid.gov\/sites\/default\/files\/2025-08\/OAR_Q3_FY25_Final_508_0.pdf\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bericht des US-Verteidigungsministeriums an den US-Kongress<\/a>\u00a0(PDF) hervor, dass russische ballistische Raketen neuerdings kurz vor dem Ziel ihre Flugbahn ver\u00e4ndern, was deren Abschuss selbst durch leistungsf\u00e4hige Systeme wie den Patriot deutlich erschwert. <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/078b8e70-a58c-47cc-b573-598850dd5685\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Die Financial Times schrieb dazu<\/a> vor wenigen Tagen unter Berufung auf ukrainische und westliche Offizielle, die Abschussrate habe sich seit dem Sommer von 37 auf sechs Prozent verschlechtert.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcr die Ukraine ist diese Nachricht umso schlechter, als dass ballistische Raketen ohnehin besonders schwer abzuwehren sind \u2013 und Russland seinerseits immer weniger Marschflugk\u00f6rper und zunehmend ballistische Raketen einsetzt. Nicht umsonst arbeitet auch die Ukraine seit Jahren daran, eine eigene ballistische Rakete zu entwickeln und in Serie herstellen zu k\u00f6nnen. Bisher ist ihr das nicht gelungen. Angesichts der M\u00e4ngel des Flamingo und den bisher mutma\u00dflich geringen Produktionszahlen des Neptun wird das wohl vorerst so bleiben.\u00a0\n<\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" class=\"zg-counticle__picture\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/square__180x180__desktop.jpeg\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>                        \u00a9\u00a0Andre Alves\/\u200bAnadolu\/\u200bGetty Images<\/p>\n<p class=\"zg-counticle__text\">\n        <strong class=\"zg-counticle__number-wrapper\"><br \/>\n            1325 Tage        <\/strong><\/p>\n<p>                    <strong class=\"zg-counticle__title\"><br \/>\n                seit Beginn der russischen Invasion<br \/>\n            <\/strong><\/p>\n<p>        Die Zitate: Kyjiw im Dunkeln        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In der Nacht zum Freitag setzte Russland das ukrainische Stromnetz gro\u00dffl\u00e4chigen Luftangriffen aus \u2013 <strong>auf den Tag genau drei Jahre nach der ersten gro\u00dfen Angriffswelle <\/strong>gegen die ukrainische Energieinfrastruktur am 10. Oktober 2022. Die Attacke mit Hunderten Drohnen und <strong>32 Marschflugk\u00f6rpern und Raketen <\/strong>sorgte nach Angaben aus Kyjiw <strong>in zehn Regionen des Landes f\u00fcr umfangreiche Stromausf\u00e4lle.\u00a0<\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Allein<strong> in Charkiw hatten 200.000 Menschen keinen Stromzugang<\/strong>, in der Hauptstadt fiel der Strom ebenfalls aus. Zwar sei f\u00fcr 270.000 Bewohner Kyjiws der Stromzugang nach mehreren Stunden wiederhergestellt worden, teilte Energieministerin Switlana Hryntschuk mit \u2013 sie verschwieg aber, wie viele Menschen noch im Dunkeln blieben.\u00a0\n<\/p>\n<p>                            Kyjiw ohne Strom nach einem russischen Luftangriff in der Nacht zum 10. Oktober 2025            \u00a9\u00a0Sergei Supinsky\/\u200bAFP\/\u200bGetty Images<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Somit erf\u00fcllte sich die optimistische Prognose von\u00a0<strong>Maxym Timtschenko, dem Leiter des Energieversorgers DTEK<\/strong>, nicht. Timtschenko hatte der spanischen Zeitung El Pa\u00eds in einem Interview, das ausgerechnet am Freitagmorgen \u2013 also bereits nach dem n\u00e4chtlichen Angriff \u2013 erschienen war, mit Blick auf den nahenden Winter gesagt:\u00a0\n<\/p>\n<blockquote class=\"quote__text\"><p>Dieses Mal wird es Russland nicht gelingen, die Ukraine in die Dunkelheit zu st\u00fcrzen.<\/p><\/blockquote>\n<p>    DTEK-Leiter Maxym Timtschenko<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das <strong>russische Verteidigungsministerium <\/strong>gab indessen bekannt, dass das ukrainische Energienetz Ziel des Angriffs war \u2013 eine <strong>&#8222;Antwort&#8220; auf &#8222;terroristische&#8220; Attacken der Ukraine<\/strong>. Zu den Folgen des Angriffs teilte das Ministerium mit:\n<\/p>\n<blockquote class=\"quote__text\"><p>Alle Ziele des Angriffs wurden erreicht.<\/p><\/blockquote>\n<p>    <a class=\"quote__link\" href=\"https:\/\/t.me\/mod_russia\/57434\" rel=\"nofollow\">Russisches Verteidigungsministerium<\/a><\/p>\n<p>        R\u00fcstung, Waffen und Milit\u00e4rhilfen: Flugabwehrpanzer und Land-Drohnen        <\/p>\n<ul class=\"list article__item\">\n<li>Der R\u00fcstungskonzern <strong>Rheinmetall<\/strong> liefert <a href=\"https:\/\/www.rheinmetall.com\/de\/media\/news-watch\/news\/2025\/10\/2025-10-10-rheinmetall-skyranger-35-ukraine\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">nach eigenen Angaben<\/a><strong>\u00a0Flugabwehrsysteme des Typs Skyranger 35<\/strong> in die Ukraine \u2013 montiert auf Gestellen des veralteten <strong>Kampfpanzers Leopard 1.<\/strong> Das mit dem Gepard-Flugabwehrkanonenpanzer vergleichbare System wurde <a href=\"https:\/\/militarnyi.com\/en\/news\/skyranger-35-air-defense-system-now-mounted-on-leopard-1-chassis\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">bereits vergangenes Jahr<\/a>\u00a0in einer solchen Ausf\u00fchrung als <strong>Zwischenl\u00f6sung f\u00fcr die Ukraine<\/strong> vorgestellt. Eine Zahl der zugesagten Systeme nannte Rheinmetall nicht, sprach aber von einem <strong>Auftrag in dreistelliger Millionenh\u00f6he<\/strong> \u2013 finanziert &#8222;durch einen EU-Staat&#8220;. Wann die Systeme in der Ukraine eintreffen sollen, teilte Rheinmetall nicht mit.<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"list article__item\">\n<li>Der <strong>estnische Hersteller Milrem Robotics <\/strong>hat der Ukraine <strong>150 unbemannte Landfahrzeuge des Typs Themis\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/milremrobotics.com\/milrem-robotics-to-deliver-over-150-themis-ugvs-to-ukraine-in-a-dutch-led-defence-initiative\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zugesagt<\/a>. Die autonomen Systeme werden bereits seit 2022 von der ukrainischen Armee eingesetzt, etwa zu Aufkl\u00e4rungszwecken.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>                    <img decoding=\"async\" class=\"podcast-player__image\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/square__fdb58f__140x140.png\" width=\"140\" height=\"140\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    Der Ostcast &#8211; :<br \/>\n                Keine Panik auf Finnisch<\/p>\n<p>        Ihr Browser unterst\u00fctzt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https:\/\/zeitonline.simplecastaudio.com\/9fcced77-b703-4563-b5f4-b478c40973c1\/episodes\/58f99ced-6e86-4544-b95a-d89f26de00d7\/audio\/128\/default.mp3?awCollectionId=9fcced77-b703-4563-b5f4-b478c40973c1&amp;awEpisodeId=58f99ced-6e86-4544-b95a-d89f26de00d7    <\/p>\n<p>                    50 Min.<\/p>\n<p>            -49:34<\/p>\n<p>            0.5x<br \/>\n            0.75x<br \/>\n            1.0x<br \/>\n            1.25x<br \/>\n            1.5x<br \/>\n            2.0x<\/p>\n<p>        \u00dcber den Tellerrand: Eskalationsrisiko und &#8222;Kill Zone&#8220;        <\/p>\n<ul class=\"list article__item\">\n<li>\n<a href=\"https:\/\/www.iiss.org\/online-analysis\/online-analysis\/2025\/10\/the-russiaukraine-war-has-entered-a-new-phase\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">The Russia-Ukraine war has entered a new phase:<\/a> Wirtschaftlicher Druck und hohe Verluste setzen dem Zeitfenster f\u00fcr einen klaren russischen Sieg Grenzen, analysiert das Institut IISS. Das erh\u00f6he das Risiko, dass <strong>Wladimir Putin den Krieg weiter eskaliere<\/strong>, bevor sich dieses Fenster schlie\u00dfe.<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"list article__item\">\n<li>\n<a href=\"https:\/\/texty.org.ua\/projects\/116021\/20-kilometers-of-the-gray-zone-the-front-line-has-become-blurred\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Inside the Kill Zone<\/a>: Der Einsatz von Drohnen l\u00e4sst die <strong>Frontlinie zunehmend zu einer por\u00f6sen, undefinierten grauen Zone werden<\/strong>. Das ukrainische Portal Texty.org stellt in Grafiken dar, was das f\u00fcr die Kriegf\u00fchrung bedeutet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Krieg gegen die Ukraine        <\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-10\/antoni-lallican-franzoesischer-fotojournalist-ukraine-drohne\" data-ct-label=\"Antoni Lallican: &quot;Das Wichtigste f\u00fcr Antoni war Integrit\u00e4t&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Antoni Lallican:<br \/>\n                        &#8222;Das Wichtigste f\u00fcr Antoni war Integrit\u00e4t&#8220;<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-09\/russische-vermoegen-ukraine-kredit-friedrich-merz\" data-ct-label=\"Russische Verm\u00f6gen f\u00fcr die Ukraine: Der Milliardentrick des Friedrich Merz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Russische Verm\u00f6gen f\u00fcr die Ukraine:<br \/>\n                        Der Milliardentrick des Friedrich Merz<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-10\/russische-oelwirtschaft-raffinerien-angriff-ukraine-gxe\" data-ct-label=\"Russische \u00d6lwirtschaft: Jetzt kommt die Vergeltung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Russische \u00d6lwirtschaft:<br \/>\n                        Jetzt kommt die Vergeltung<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die vergangene Folge des Wochenr\u00fcckblicks <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-09\/ukraine-lage-pokrowsk-front-karte-donezk-woche\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">finden Sie hier.<\/a>\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im russischen Krieg gegen die Ukraine <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/ukraine-krieg-news-liveblog\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">in unserem Liveblog.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Eine Art Entscheidung&#8220; habe er zu der Frage getroffen, der Ukraine die von ihr begehrten Tomahawk-Marschflugk\u00f6rper zu liefern,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":488244,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,1478,13,1435,7418,22064,451,14,15,16,1170,307,747,12,317],"class_list":{"0":"post-488243","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-drohne","11":"tag-headlines","12":"tag-krieg-in-der-ukraine","13":"tag-lage-in-der-ukraine","14":"tag-marschflugkoerper","15":"tag-militaer","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-politik","19":"tag-rakete","20":"tag-russland","21":"tag-ruestungsindustrie","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115350814298915066","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/488243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=488243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/488243\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/488244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=488243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=488243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=488243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}