{"id":48849,"date":"2025-04-21T06:49:45","date_gmt":"2025-04-21T06:49:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/48849\/"},"modified":"2025-04-21T06:49:45","modified_gmt":"2025-04-21T06:49:45","slug":"britische-gefaengnisse-ratten-gewalt-und-ueberfuellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/48849\/","title":{"rendered":"Britische Gef\u00e4ngnisse: Ratten, Gewalt und \u00dcberf\u00fcllung"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>weltspiegel<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 20.10.2024 15:12 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Tausende H\u00e4ftlinge werden in diesen Wochen aus britischen Gef\u00e4ngnissen entlassen, weil die Haftanstalten zu voll sind. An den unhaltbaren Zust\u00e4nden vor Ort \u00e4ndert das aber wenig.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/annette-dittert-107.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Annette Dittert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/dittert-124.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs sind Zust\u00e4nde, die an viktorianische Zeiten erinnern. Ratten, Kakerlaken, st\u00e4ndige Gewalt und dramatischer Personalmangel: Die Verh\u00e4ltnisse in den allermeisten britischen Gef\u00e4ngnissen sind katastrophal.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie H\u00e4ftlinge sind in ihren Zellen oft 23 Stunden am Tag eingesperrt, weil es nicht genug Sicherheitskr\u00e4fte gibt. Viele W\u00e4rter sind froh, wenn sie auch nur einen Tag in der Woche erleben, an dem es nicht zu gewaltt\u00e4tigen Szenen zwischen den Insassen kommt. \u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd: Die britischen Gef\u00e4ngnisse sind derart \u00fcberf\u00fcllt, dass die\u00a0neue Regierung bis Ende Oktober mehr als 5.000 Gefangene fr\u00fchzeitig entlassen muss &#8211; all die, die mindestens 40 Prozent ihrer Zeit abgesessen haben. Ausgenommen von dieser Regel sind gewaltt\u00e4tige Straft\u00e4ter. \u00a0<\/p>\n<p>    Warnungen wurden ignoriert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs seien Zust\u00e4nde, die er von den Tories geerbt hat, beklagte der britische Premier Keir Starmer jetzt im Parlament. Ihn mache es w\u00fctend, erkl\u00e4rte er, Verurteilte vorzeitig entlassen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOhne diesen Schritt aber riskiere er, dass gewaltt\u00e4tige Straft\u00e4ter demn\u00e4chst frei herumlaufen k\u00f6nnten. Starmer hat hier tats\u00e4chlich keine andere Wahl.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSein Vorg\u00e4nger, Rishi Sunak, hatte wiederholt Warnungen aus dem Justizministerium einfach ignoriert, dass die Kapazit\u00e4ten in britischen Haftanstalten komplett ausgereizt seien, und das Problem seinem Nachfolger \u00fcberlassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon den 88.864 insgesamt verf\u00fcgbaren Betten waren Anfang September 88.521 belegt. Die Randalierer, die nach den August-Krawallen verurteilt wurden, mussten so auch zun\u00e4chst bei der Polizei in Ausn\u00fcchterungszellen verwahrt werden.\u00a0<\/p>\n<p>    Schlechte Perspektiven<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd so knallen seit einigen Wochen regelm\u00e4\u00dfig Sektkorken vor britischen Gef\u00e4ngnistoren. F\u00fcr viele der fr\u00fchzeitig Entlassenen allerdings d\u00fcrfte es ein kurzer Ausflug in die Freiheit werden, denn es gibt nicht genug Bew\u00e4hrungshelfer, die sich um sie k\u00fcmmern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTom, der direkt nach seiner Freilassung von BBC-Kameras abgefangen wird, fasst das Dilemma in wenigen S\u00e4tzen zusammen: &#8222;Wo soll ich hin? Ich hab genau<strong> <\/strong>einen Termin bei der Bew\u00e4hrung. Dann wird mir langweilig, und ich fange wieder an, was zu rauchen. Dann nehme ich h\u00e4rtere Drogen, daf\u00fcr muss ich klauen, und dann bin ich direkt wieder hier.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Wieder frei: Vor der Haftanstalt Pentonville in London schreit dieser Mann die Freude \u00fcber seine Haftentlassung f\u00f6rmlich aus sich heraus.\n                    <\/p>\n<p>    Und was \u00e4ndert sich in den Gef\u00e4ngnissen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAn den unhaltbaren Zust\u00e4nden \u00e4ndere die fr\u00fchzeitige Entlassungswelle ebenfalls nichts, erz\u00e4hlt Alex South, die zehn Jahre als Gef\u00e4ngnisw\u00e4rterin arbeitete, bis sie nicht mehr konnte und vor drei Jahren hinschmiss:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Es fehlte \u00fcberall an Personal, deshalb mussten wir die Gefangenen 23 Stunden am Tag wegschlie\u00dfen. Diese Art der Isolation aber f\u00fchrt zu immer mehr Gewalt und Selbstverst\u00fcmmlung. Ich habe furchtbare Dinge gesehen, Menschen, die sich ihre Lippen zugen\u00e4ht haben, versucht haben, sich die Augen rauszurei\u00dfen. Und da sprechen wir noch nicht mal von der Gewalt der Insassen untereinander.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGanz abgesehen von den unzumutbaren hygienischen Zust\u00e4nden in den uralten Geb\u00e4uden &#8211; Bilder, die Alex South noch heute verfolgen: &#8222;Ich erinnere mich, wie sich das Gras unter den Fenstern in Wellen bewegte, aber das war nicht das Gras, sondern Hunderte von Ratten darunter. Es ist einfach grauenhaft.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Wie geht es nun weiter? Die gesellschaftlichen Perspektiven f\u00fcr entlassene H\u00e4ftlinge in Gro\u00dfbritannien sind schlecht &#8211; es fehlt an Bew\u00e4hrungshelfern.\n                    <\/p>\n<p>    Neue Gef\u00e4ngnisse &#8211; das dauert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass die neue Regierung hier schnell etwas \u00e4ndern kann, glaubt sie nicht<strong>.<\/strong> &#8222;Das ist eine enorme Aufgabe, die keine Regierung einfach so stemmen kann. Du musst Leute trainieren, die m\u00fcssen Erfahrung haben, das braucht Jahre.&#8220; Und South bekr\u00e4ftigt: Zur\u00fcckgehen w\u00fcrde sie auf keinen Fall &#8211; &#8222;nein, niemals&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nStarmer ist damit in einer schwierigen Lage. Zwar will er neue Gef\u00e4ngnisse bauen lassen, aber das kann Jahre dauern. So bleibt ihm nichts nichts anderes \u00fcbrig, als im gro\u00dfen Stil H\u00e4ftlinge vorzeitig zu entlassen &#8211; wohlwissend, dass der erste schwere Zwischenfall mit einem dieser Ex-H\u00e4ftlinge zu einer handfesten politischen Krise f\u00fcr ihn selbst werden kann.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese und weitere Reportagen sehen Sie im Weltspiegel &#8211; am Sonntag um 18.30 Uhr im Ersten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"weltspiegel Stand: 20.10.2024 15:12 Uhr Tausende H\u00e4ftlinge werden in diesen Wochen aus britischen Gef\u00e4ngnissen entlassen, weil die Haftanstalten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":48850,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,18698,551,13,14,15,12,6382,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-48849","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-gefaengnisse","11":"tag-grossbritannien","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-starmer","17":"tag-uk","18":"tag-united-kingdom","19":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","20":"tag-vereinigtes-koenigreich","21":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","22":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114374624296541884","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48849"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48849\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48849"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}