{"id":488831,"date":"2025-10-10T21:57:16","date_gmt":"2025-10-10T21:57:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/488831\/"},"modified":"2025-10-10T21:57:16","modified_gmt":"2025-10-10T21:57:16","slug":"ist-ein-atomkrieg-in-europa-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/488831\/","title":{"rendered":"Ist ein Atomkrieg in Europa m\u00f6glich?"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Europa ergeht es heute wie in den f\u00fcnfziger Jahren. Weil der Kontinent damals milit\u00e4risch schwach war, h\u00e4tte er sich gegen einen Angriff nur nuklear verteidigen k\u00f6nnen. Doch es gibt einen Ausweg aus dem schrecklichen Dilemma.<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"3000\" height=\"2400\" alt=\"Die britischen U-Boote im schottischen St\u00fctzpunkt Faslane \u00fcben den atomaren Gegenschlag.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Die britischen U-Boote im schottischen St\u00fctzpunkt Faslane \u00fcben den atomaren Gegenschlag.<\/p>\n<p>Thomas McDonald \/ Britisches Verteidigungsministerium via EPA<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2q80\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Aus europ\u00e4ischer Sicht war es sehr bequem. Die Ukrainer k\u00e4mpfen und sterben, die Europ\u00e4er schicken Geld und Waffen. So h\u00e4tte es lange weitergehen k\u00f6nnen. Aber jeder Krieg ist dynamisch, das gilt erst recht f\u00fcr die Ukraine.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Auch an der Intention besteht kein Zweifel. Eine Drohne kann Zufall sein, ein ganzer Schwarm ist Absicht. Putin will Europa (wozu nach landl\u00e4ufiger Ansicht auch die Schweiz z\u00e4hlt) verunsichern und einsch\u00fcchtern.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2q91\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die EU reagiert auf die Provokationen in der Weise, die sie am besten beherrscht. Sie zerredet das Problem. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/karten-und-grafiken-zum-abschuss-russischer-drohnen-in-polen-ld.1901847\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der grossspurig angek\u00fcndigte \u00abDrohnen-Wall\u00bb<\/a> wird, wenn er \u00fcberhaupt zustande kommt, kein festes Bollwerk sein, sondern ein Emmentaler K\u00e4se. Er wird haupts\u00e4chlich aus L\u00f6chern bestehen. Die S\u00fcdeurop\u00e4er wollen nicht mitmachen, und im Norden bremsen die Milit\u00e4rb\u00fcrokratie und das Dickicht der Vorschriften die Beschaffung.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2q92\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ohnehin sollte die Hauptsorge nicht den Drohnen gelten. Sie sind nur ein weiteres Indiz f\u00fcr eine Entwicklung, an deren Ende auch in Westeuropa ein grosser Krieg stehen k\u00f6nnte. Die erschreckenden Szenarien durchzuspielen, ist der erste Schritt, um diese zu verhindern.<\/p>\n<p>Putin weiss genau, warum er auf Deutschland zielt<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2q93\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Putin verfolgt zwei Ziele. Er will die Ukraine zum Vasallenstaat degradieren und die Nato zerst\u00f6ren. Nat\u00fcrlich weiss der Kreml-Herrscher, dass er einen langen konventionellen Krieg gegen die geeinte Allianz nicht gewinnen kann. Daher versucht er, die Nato politisch zu spalten. Es ist kein Zufall, dass er sich f\u00fcr die Drohnen-Provokationen Deutschland, D\u00e4nemark und Polen ausgesucht hat.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2q94\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\"><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/pro\/ist-europa-zu-satt-oder-wacht-es-noch-rechtzeitig-auf-die-ukraine-verdient-mehr-unterstuetzung-ld.1905899\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland ist in absoluten Zahlen der gr\u00f6sste Unterst\u00fctzer Kiews in der EU.<\/a> Gemessen am Bruttoinlandprodukt gibt kein anderes Land so viel Geld f\u00fcr die Ukraine-Hilfe aus wie D\u00e4nemark. Polen warnt seit langem konsequent vor der russischen Bedrohung, und niemand r\u00fcstet so stark auf. Zugleich ist das Land die wichtigste logistische Drehscheibe f\u00fcr die westlichen Lieferungen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qa0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Das russische Signal ist also unmissverst\u00e4ndlich: Je mehr ihr der Ukraine helft, umso mehr gef\u00e4hrdet ihr euch selbst. In Ostdeutschland, wo die prorussische AfD dominiert, f\u00e4llt diese Botschaft auf fruchtbaren Boden.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71r2d731\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Putin versucht Zwietracht zu s\u00e4en und die Nato auseinanderzudividieren. Diese besteht im Kern aus einem doppelten Versprechen: Alle f\u00fcr einen und einer f\u00fcr alle. Wenn ein Land angegriffen wird, kann es gem\u00e4ss Artikel 5 des Nato-Vertrags auf die Hilfe aller anderen Mitglieder z\u00e4hlen. \u00dcberdies garantiert Amerika als Gr\u00fcnder und bei weitem wichtigstes Mitglied, seine Verb\u00fcndeten nicht im Stich zu lassen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qa1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Doch Artikel 5 musste sich in Europa noch nie im Ernstfall bew\u00e4hren. Zwar standen im Oktober 1961 in Berlin amerikanische Panzer am Checkpoint Charlie sowjetischen Panzern gegen\u00fcber. Aber eben: Es fiel kein einziger Schuss. H\u00e4tten die USA Westberlin verteidigt und den dritten Weltkrieg in Kauf genommen? Niemand weiss es.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71r2sq61\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese Ambiguit\u00e4t der Allianz will Putin ausnutzen. Nie waren die Bedingungen daf\u00fcr besser. Trump schwankt zwischen Bekenntnissen zum B\u00fcndnis und \u00e4tzenden Bemerkungen. Obwohl sich die Europ\u00e4er \u00fcber den wankelm\u00fctigen Pr\u00e4sidenten echauffieren, ist ihre Haltung genauso ambivalent.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qa2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">W\u00fcrde Deutschland in den Krieg ziehen, wenn Moskau einen kleinen Landstreifen im Baltikum besetzen und mit dem Einsatz von Nuklearwaffen drohen w\u00fcrde? Wenn die Alternative Nachgeben oder Atomkrieg heisst, d\u00fcrften nicht nur die Deutschen ins Gr\u00fcbeln geraten.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71r38r31\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Kreml kann darauf vertrauen, dass Russland entschlossener handelt und gr\u00f6ssere Opfer in Kauf nimmt. Die Kontrolle \u00fcber den Konflikt \u2013 die sogenannte <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/ein-atomkrieg-putins-in-der-ukraine-waere-fuer-russland-ein-debakel-ld.1706905\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eskalationsdominanz<\/a> \u2013 liegt daher bei ihm. Er entscheidet, wie weit er geht. Wie jetzt in der Ukraine.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qa3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wenn Putin seinen Lebenstraum, die Nato zu zerst\u00f6ren und damit die USA aus Europa zu vertreiben, in Griffweite sieht, wird er sich nicht auf ein Abenteuer im Baltikum beschr\u00e4nken. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/deutschland-will-hunderte-milliarden-fuer-die-bundeswehr-ausgeben-aber-wofuer-genau-ld.1878322\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland ist die europ\u00e4ische F\u00fchrungsmacht und zugleich extrem verletzlich.<\/a> Seine Luftverteidigung ist praktisch inexistent. Mittelstreckenraketen f\u00fcr einen Gegenschlag besitzt es nicht, geschweige denn Nuklearwaffen zur Abschreckung.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71r41kn1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Bei einem Raketenangriff auf Hamburg h\u00e4tte Berlin der Atommacht Russland nichts entgegenzusetzen. W\u00fcrde Moskau eine Neutralisierung der Bundesrepublik fordern, m\u00fcsste diese wohl nachgeben.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qa4\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Das klingt alles sehr weit hergeholt. Wenn allerdings jemand vor f\u00fcnf Jahren prognostiziert h\u00e4tte, dass eine Drohne am M\u00fcnchner Flughafen die EU in helle Aufregung versetzen w\u00fcrde, w\u00e4re er als Spinner abgetan worden. Dasselbe Schicksal h\u00e4tte erlitten, wer behauptet h\u00e4tte, dass Putin nach der Annexion der Krim auch noch die ganze Ukraine mit einer Invasion \u00fcberziehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qa5\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Sicherheitslage ist inzwischen so fragil, dass man die Bedrohung zu Ende denken muss. Nur Leichtsinnige ber\u00fccksichtigen allein, wie wahrscheinlich ein Konflikt ist. Genauso wichtig ist, welchen maximalen Schaden er anrichten kann.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j73rn2gu1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese Abw\u00e4gung hat etwa die Schweiz g\u00e4nzlich aus den Augen verloren. Sie w\u00e4hnt sich durch die Neutralit\u00e4t gesch\u00fctzt und vertraut darauf, dass ein Krieg ohnehin nicht stattfinden wird. Gegen den Trend in Europa r\u00fcstet die Schweiz kaum auf. Die Liebe zum Sonderweg ist ebenso obsessiv wie riskant.<\/p>\n<p>Es gibt keinen Grund f\u00fcr Panikmache<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qa7\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Atomm\u00e4chte Frankreich und Grossbritannien sind gegen nukleare Erpressung besser gesch\u00fctzt, aber sie sind nicht unverwundbar. W\u00fcrde die russische Nordmeerflotte einen konventionellen Angriff auf den Heimathafen der Atom-U-Boote im schottischen Faslane ausf\u00fchren, st\u00fcnde London vor demselben Dilemma: Kapitulation oder das Risiko eines Atomkriegs.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71r4n131\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Grossbritannien hat seine Streitkr\u00e4fte genauso kaputtgespart wie Kontinentaleuropa. Wenn es an Flugabwehrsystemen, Flugzeugen oder Fregatten fehlt und damit an Mitteln f\u00fcr eine verh\u00e4ltnism\u00e4ssige Reaktion, sind Atomwaffen die einzige Alternative. Niemand sollte ausschliessen, dass ein in die Enge getriebener Premierminister den Befehl zum Gegenschlag gibt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qb0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Beginnt ein Konflikt nicht mit einem Big Bang, sondern hybrid mit einer sich allm\u00e4hlich steigernden Intensit\u00e4t, ist es nicht viel besser. Man kann unbeabsichtigt in eine Lage stolpern, in der es nur noch schlechte Optionen gibt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71r5g261\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Geht man das Eskalationspotenzial Zug um Zug durch, ist ein Atomkrieg nicht mehr so unm\u00f6glich, wie es heute den Anschein hat. Das ist nicht Panikmache, sondern n\u00fcchternes Kalk\u00fcl, wie es im ersten Kalten Krieg die Grundlage jeglicher Planung war.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qb1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Europa hat aus seiner Vergangenheit nichts gelernt. Es befindet sich in derselben Zwickm\u00fchle wie in den f\u00fcnfziger Jahren. Damals hatte die Schutzmacht USA drastisch abger\u00fcstet, w\u00e4hrend sich die Europ\u00e4er auf den Wiederaufbau konzentrierten. Der Westen h\u00e4tte sich gegen einen sowjetischen Angriff nicht konventionell zur Wehr setzen k\u00f6nnen. Die Nato konnte daher nur die gr\u00f6bste Keule schwingen. Sie drohte, selbst auf einen begrenzten Angriff mit einem Nuklearschlag zu reagieren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qb2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese \u00abMassive Retaliation\u00bb genannte Doktrin war unglaubw\u00fcrdig, weil die Allianz genauso wenig wie heute sofort die Pforten zur atomaren H\u00f6lle ge\u00f6ffnet h\u00e4tte. Erst 1967 wechselte das B\u00fcndnis zur \u00abFlexible Response\u00bb, um auf die Bedrohung abgestuft zu antworten. Nuklearwaffen waren nur noch Ultima Ratio. Die Grundlage bildete eine konventionelle Aufr\u00fcstung, nicht zuletzt dank der ab 1955 aufgestellten Bundeswehr.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71qv2qb3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Es ist absurd. Nach dem Kollaps der Sowjetunion ruinierte Westeuropa mit voller Absicht seine Streitkr\u00e4fte. Jetzt ist Moskau wieder erstarkt, und wieder geht das Gespenst der massiven Vergeltung um. Lieber rot als tot, hiess es fr\u00fcher. Gegen Scheinalternativen und Fatalismus hilft nur Besonnenheit.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j71r6gad1\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-paragraph=\"true\">Putin verfolgt politische Ziele, daher gen\u00fcgt es ihm, wenn Russland milit\u00e4risch haushoch \u00fcberlegen erscheint. Schon das verschafft ihm gen\u00fcgend Drohpotenzial. Der Krieg in der Ukraine wird irgendwann enden, doch damit h\u00f6rt die Bedrohung nicht auf. Jetzt das Undenkbare zu denken und konventionell aufzur\u00fcsten, ist die beste Versicherung gegen jede Erpressung und jede Eskalation bis zum atomaren Armageddon.<\/p>\n<p class=\"text-xs font-medium\">Bernhard Piller<\/p>\n<p>vor 5 Minuten<\/p>\n<p>Inwiefern &#8222;schwappt der Konflikt auf Nato-Gebiet \u00fcber&#8220;? Ich glaube eher, dass das von gewissen Politikern so dargestellt wird, um die Nato in den Krieg zu ziehen. Der Krieg schwappt auch nicht einfach von allein, sondern dahinter stehen Staaten. Russland kann es nicht sein, denn Russland k\u00f6nnte sich einen Krieg gegen die Nato gar nicht leisten.<\/p>\n<p class=\"text-xs font-medium\">Eva D. Dr. Plickert<\/p>\n<p>vor 1 Stunde4 Empfehlungen<\/p>\n<p>Der letzte Satz von Gujers Kommentar ist das \u00fcberzeugende Fazit aller \u00dcberlegungen und Unw\u00e4gbarkeiten: &#8222;Jetzt das Undenkbare zu denken und konventionell aufzur\u00fcsten, ist die beste Versicherung gegen jede Erpressung und jede Eskalation bis zum atomaren Armageddon.&#8220; Anders ausgedr\u00fcckt: &#8222;Se vis pacem para bellum!&#8220; F\u00fcr die konventionelle Aufr\u00fcstung m\u00fcssen die notwendigen finanziellen Opfer gebracht und andere Aufgaben zur\u00fcckgestellt werden. Verantwortungsvolle Politik muss diese Priorit\u00e4t dem W\u00e4hler, der andere W\u00fcnsche hat, eindringlich klarmachen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europa ergeht es heute wie in den f\u00fcnfziger Jahren. 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