{"id":489525,"date":"2025-10-11T04:26:11","date_gmt":"2025-10-11T04:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/489525\/"},"modified":"2025-10-11T04:26:11","modified_gmt":"2025-10-11T04:26:11","slug":"regisseur-luk-perceval-verbindet-theater-und-yoga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/489525\/","title":{"rendered":"Regisseur Luk Perceval verbindet Theater und Yoga"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Antigone, \u201eArturo Ui\u201c und auch Klaus Manns Roman \u201eMephisto\u201c sind gerade hoch im Kurs in den Theatern. Spiegel der Versuche, auf der B\u00fchne zu verhandeln, was auf die Menschen einprasselt. Luk Perceval, Jahrgang 1957, ist schon lange im Gesch\u00e4ft. Erst als Schauspieler, dann, begr\u00fcndet in der freien belgischen Theaterszene, als Regisseur der gro\u00dfen Fragen und gro\u00dfen Bilder. Vor allem die langen Shakespeare-Kompilationen, begonnen mit dem beinahe legend\u00e4ren K\u00f6nigsdramen-Marathon \u201eSchlachten!\u201c (1999) von zw\u00f6lf Stunden, haben ihn international bekannt gemacht. Er ist weit herumgekommen, auf Festivals, in der internationalen und vor allem der deutschsprachigen Theaterszene.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Kompass, mit dem er jetzt am Staatstheater <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Wiesbaden\" data-rtr-id=\"69d5fc480fc1fc03846b046ecde7f0a239cedbcb\" data-rtr-score=\"33.02176422093982\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/thema\/wiesbaden\" title=\"Wiesbaden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wiesbaden<\/a> an Manns \u201eMephisto\u201c geht, ist derselbe geblieben. Perceval sagt es schlicht: Die Hoffnung des Theaters, dass man etwas sieht und sich als Zuschauerin, als Zuschauer fragt, ob man das wohl auch so machen w\u00fcrde \u2013 oder besser nicht. Das Theater als Anreiz, \u201emal \u00fcber meine eigene Haltung nachzudenken\u201c, das klingt sehr klein. Kann aber sehr gro\u00df sein.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ungef\u00e4hr so gro\u00df, wie Perceval im Gespann mit seinem B\u00fchnen- und Videogestalter, dem Frankfurter K\u00fcnstler Philip Bu\u00dfmann, jetzt das Gro\u00dfe Haus am Staatstheater Wiesbaden aufgesperrt hat. Bis zu den allerletzten schwarzen Mauern ist der Raum offen. Platz, um eine sehr ambivalente Hauptfigur dem Theater, den Gespenstern der Vergangenheit auszusetzen, und genug Platz f\u00fcr sehr realis\u00adtische Fragen an eine satirische Parabel. Schon als Klaus Manns Roman \u201eMe\u00adphisto\u201c 1936 im Amsterdamer Exilverlag Querido erschien, wusste alle Welt, zumal die vor den Nationalsozialisten geflohenen K\u00fcnstler, die Figuren zu entschl\u00fcsseln, und las Hendrik H\u00f6fgen als den Schauspieler, Regisseur und Intendanten <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Gustaf Gr\u00fcndgens\" data-rtr-id=\"110d6dde99b4b2780d17754bb623ee4db3aecca5\" data-rtr-score=\"60.247320692497944\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/gustaf-gruendgens\" title=\"Gustaf Gr\u00fcndgens\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gustaf Gr\u00fcndgens<\/a> (1899\u20131963). Erst 1980 erschien der Roman unangefochten in Westdeutschland.<\/p>\n<p>Um Gustaf Gr\u00fcndgens geht es nicht<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Um Gr\u00fcndgens geht es Perceval aber in seiner Textfassung nicht wirklich. Sondern um die Figur H\u00f6fgen, die er zu fassen versucht. \u201eWas mich fasziniert, ist zu versuchen, zu verstehen, warum dieser Mann die Entscheidung getroffen hat, die er getroffen hatte\u201c, sagt Perceval. Man k\u00f6nne sich \u00fcber ihm lustig machen, als einen Kom\u00f6dianten, der die Welt zu seiner B\u00fchne mache. \u201eAber inzwischen leben wir in ei\u00adner Zeit, wo wir nur mit solchen Typen konfrontiert werden.\u201c Perceval nennt Trump, Putin, Netanjahu, und will auf den Kon\u00adtrast hinaus. Politik sei heute manipulativer geworden, ein Einfluss sei kaum m\u00f6glich. Wir lebten in einer Zeit, in der viele Menschen sich nicht geh\u00f6rt f\u00fchlten, sondern gedem\u00fctigt s\u00e4hen, sich \u00fcbergangen f\u00fchlten. Das f\u00fchre vielfach in eine politische Gegenreaktion von Radikalit\u00e4t und Gewalt.<\/p>\n<p>KI-Artikelchat nutzen<\/p>\n<p>Mit der kostenlosen Registrierung nutzen Sie Vorteile wie den Merkzettel.&#13;<br \/>\n                Dies ist&#13;<br \/>\n                kein Abo und kein Zugang zu FAZ+&#13;<br \/>\n                Artikeln.<\/p>\n<p>Sie haben Zugriff mit Ihrem Digital-Abo.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Registrierung<\/p>\n<p>            <a data-registered-resend=\"\" adobe-track=\"true\"\/><br \/>\n            <a data-loggedin-continue=\"\" adobe-track=\"true\"\/><br \/>\n            <a data-login=\"\" adobe-track=\"true\"\/><br \/>\n            <a data-register=\"\" adobe-track=\"true\"\/><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Metapher von \u201eMephisto\u201c handle von jemanden, der in einem System glaube, das Richtige zu tun. Es erinnere ihn immer an das Meer, sagt der Sohn von Schiffern, das in k\u00fcrzester Zeit zur Gefahr werden k\u00f6nne. Man werde \u00fcberrollt von einer Energie, von Gewalt. Wie soll man als Mensch damit umgehen, m\u00f6glichst \u00fcberlegt? Vielleicht, sagt Perceval, gebe es keine Antwort. Das Theater gebe ja auch keine Antworten. Aber es sei ein Versuch zu verstehen. Er sei auf der Suche nach einem sinnlichen Theater, das Geheimnisse des Menschen erraten, ersp\u00fcren lasse.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Eins zu eins brauche man solch eine Geschichte nicht auf die B\u00fchne zu stellen, sagt Perceval. \u201eDa kann man auch das Buch kaufen. Man braucht einen Konflikt f\u00fcr die B\u00fchne, eine Notwendigkeit.\u201c Die hat er f\u00fcr seine Interpretation gefunden.<\/p>\n<p>Glauben, unter Druck das Richtige zu tun<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">2018 hatte er am Schauspiel Frankfurt den grandiosen Abend \u201eMut und Gnade\u201c im Bockenheimer Depot inszeniert. Nun hat er sich selbst den \u201eMephisto\u201c ausgesucht f\u00fcr Wiesbaden und geht auf seine ganz eigene Weise an die Proben heran. Was nicht nur bedeutet, dass an seiner ersten Textfassung auf der B\u00fchne gemeinsam weitergearbeitet wird. Sondern auch, dass er, wie fast immer, mit dem Choreographen Ted Stoffer zusammenarbeitet. Um zu verstehen, wie sich die aufgrund ihrer Herkunft und ihres Berufs gedem\u00fctigte Hauptfigur durchs Leben schl\u00e4gt und in der Theaterbranche versucht, Karriere zu machen, braucht es eine Verbindung von K\u00f6rper, Sprache und B\u00fchne. Eine Verbindung, die Perceval mit der Plattform \u201eThe Naked Theatre\u201c geschaffen hat. Sie beruht auf gegenseitigem, gleichberechtigten Austausch internationaler K\u00fcnstler und wird seit vielen Jahren auf besondere Weise herstellt: Er beginnt seine Proben stets mit einer Yogaeinheit. Den Einladungen folgten die meisten, sagt Perceval. Aus der eigenen Erfahrung von \u00dcberarbeitung ist Perceval vor vielen Jahren zu <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Yoga\" data-rtr-id=\"e33466e60f6a62bed980eff724bbce34269b5111\" data-rtr-score=\"10.208408903544928\" data-rtr-etype=\"keyword\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/thema\/yoga\" title=\"Yoga\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Yoga<\/a> und Meditation gekommen. Die morgendliche Stunde f\u00fchre dazu, ganz ankommen zu k\u00f6nnen, sagt Perceval \u2013 gut f\u00fcr die Seele, gut f\u00fcr die Arbeit. Ein \u201eerleuchteter Yogi\u201c sei er aber nicht, stellt er klar, und er mache kein \u201eR\u00e4ucherst\u00e4bchentheater\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wie gut aber beides zusammengeht, hat er in Jahrzehnten festgestellt. Aufmerksam und durchl\u00e4ssig zu werden, trotz all der extremen Erfordernisse der Zeit und des Berufs, das d\u00fcrfte auch jenseits der B\u00fchnenberufe hilfreich sein. Wer mag, kann digital an Percevals Yogastunden teilnehmen, der Link findet sich unter lukperceval.info. Das Geld, das er mit den Spenden daf\u00fcr sammelt, flie\u00dft in einen Workshop, der jeden Sommer in einem Retreat internationale B\u00fchnenk\u00fcnstler versammelt. Das ganze Jahr \u00fcber gibt es das Angebot. Es hei\u00dft auf Deutsch \u201eDie Stunde der Wahrheit\u201c. Das klingt beinahe so wie Hendrik H\u00f6fgens R\u00fcckschau in Wiesbaden.<\/p>\n<p>Mephisto, Staatstheater Wiesbaden, Premiere am 11. Oktober um 19.30 Uhr. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Antigone, \u201eArturo Ui\u201c und auch Klaus Manns Roman \u201eMephisto\u201c sind gerade hoch im Kurs in den Theatern. 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