{"id":489605,"date":"2025-10-11T05:10:14","date_gmt":"2025-10-11T05:10:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/489605\/"},"modified":"2025-10-11T05:10:14","modified_gmt":"2025-10-11T05:10:14","slug":"stuttgarter-stadtpalais-wie-gastarbeiter-fuehlen-geschichten-mit-heilkraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/489605\/","title":{"rendered":"Stuttgarter Stadtpalais: Wie \u201eGastarbeiter\u201c f\u00fchlen \u2013 Geschichten mit Heilkraft"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Stuttgarter Stadtpalais: Wie \u201eGastarbeiter\u201c f\u00fchlen \u2013 Geschichten mit Heilkraft\" title=\"Stuttgarter Stadtpalais: Wie \u201eGastarbeiter\u201c f\u00fchlen \u2013 Geschichten mit Heilkraft\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.e06714b7-43e0-4c3c-8ab8-349cc63c3a7d.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDas Stadtpalais \u2013 Stadtmuseum f\u00fcr Stuttgart. Dort sind aktuell die Ausstellungen \u201eStuttgart Hat\u0131ras\u0131 \u2013 deutsch-t\u00fcrkische Erinnerungen\u201c und \u201eHumans of Stuttgart\u201c zu sehen.\u00a0Foto: Jan Sellner\t\t\t<\/p>\n<p>Das Stadtpalais zeigt zwei sehenswerte und f\u00fcr Stuttgart wichtige Ausstellungen zum Thema Ankommen und Hiersein von Einwanderern. Ein Kommentar von Jan Sellner.<\/p>\n<p> Auf den ersten Blick sind es nur beliebige Fotos. Aufnahmen von unbekannten Menschen, die an bekannten Orten in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> stehen. Private Schnappsch\u00fcsse, Lichtjahre vor dem Selfie-Zeitalter entstanden. Die meisten schwarz-wei\u00df. Unspektakul\u00e4r. Doch genau das macht die Fotos, die sich von denen aus dem eigenen Familienalbum kaum unterscheiden, so interessant. Erst mal ist kein Unterschied zwischen Menschen, die von hier stammen und solchen, die hier angekommen sind. Die Fotokulisse ist dieselbe: Schlossplatz, K\u00f6nigstra\u00dfe, Wilhelma. Der Unterschied liegt im Unsichtbaren. <\/p>\n<p>Die Ankommenden fanden leicht Arbeit, sofern sie schwer war <\/p>\n<p>Die erw\u00e4hnten Fotos stehen im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung im <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/StadtPalais_-_Museum_f%C3%BCr_Stuttgart\" title=\"Stadtpalais\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtpalais<\/a> mit dem Titel \u201eStuttgart Hat\u0131ras\u0131 \u2013 deutsch-t\u00fcrkische Erinnerungen\u201c. Besser gesagt die Menschen, die auf den Fotos abgebildet sind: T\u00fcrkinnen und T\u00fcrken der ersten Gastarbeitergeneration, die vor teils \u00fcber 50\u2009Jahren hier ankamen, leicht Arbeit fanden, sofern sie schwer war, die hier Familien gr\u00fcndeten und Stuttgarterinnen und Stuttgarter wurden. <\/p>\n<p>Aber wurden sie das wirklich? Wie haben sie das Hiersein erlebt, das ein formales Willkommensein war und oft ein Untersichsein blieb? Man ahnt, dass ihre Gef\u00fchle zwiesp\u00e4ltig sind. Auch die ihrer Kinder und Enkel, in der zweiten und dritten Generation. \u201eF\u00fchle mich gespalten\u201c, notiert eine Ausstellungsbesucherin, deren Vater 1961 aus Istanbul kam. \u201eWir riefen Arbeitskr\u00e4fte, und es kamen Menschen\u201c, lautet ein ber\u00fchmter Satz von Max Frisch. Er dr\u00fcckt aus, welche Kluft von Anfang an bestanden hat, wenn von \u201eGastarbeitern\u201c die Rede war. <\/p>\n<p>Diese Kluft zu schlie\u00dfen und in den Menschen, die hierher kamen, eben nicht nur Arbeitskr\u00e4fte zu sehen, liegt der Ausstellung im Stadtpalais als Leitmotiv zugrunde. Die dort ausgelegten 15 Lebensgeschichten zeugen von dem Wunsch, wahrgenommen zu werden. Sie stehen stellvertretend f\u00fcr die \u201eGastarbeiter\u201c-Generation. Nicht nur der t\u00fcrkischen. \u201eGastarbeiter\u201c anderer Nationen haben \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht. <\/p>\n<p>Die Ausstellung \u201eStuttgart Hat\u0131ras\u0131\u201c (das t\u00fcrkische Wort f\u00fcr \u201eErinnern\u201c) hat jedoch keinen anklagenden Ton, und das Denken ist im Gegensatz zu den Fotos auch nicht schwarz-wei\u00df. Die Geschichten stecken vielmehr voller Farbe, sind sehr pers\u00f6nlich und zugleich differenziert. In einer Geschichte erz\u00e4hlt Mustafa, Vertreter der dritten Generation, von Alteingesessenen, \u201edie uns st\u00e4rkten\u201c und ihm halfen, in der Schule erfolgreich zu sein. Die Texte lassen zugleich erkennen, dass <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Integration\" title=\"Integration\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Integration<\/a> die Bereitschaft von allen Seiten voraussetzt. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.689c0d50-1359-474c-88e9-3d228a6ee187.original1024.media.jpeg\"\/>     Einer der kleine Erz\u00e4hlr\u00e4ume in der Ausstellung \u201eStuttgart Hat\u0131ras\u0131\u201c im Stadtpalais. Das Heft enth\u00e4lt die Lebensgeschichte des auf dem Foto abgebildeten &#8222;Gastarbeiters\u201c.    Foto: Jan Sellner    <\/p>\n<p> Dem Deutsch-T\u00fcrkischen-Forum und dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stadtmuseum\" title=\"Stadtmuseum\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtmuseum<\/a> geb\u00fchrt das Verdienst, diesem Thema in einer betont wertsch\u00e4tzenden, sehr menschlichen Form Aufmerksamkeit zu schenken. Die Idee, intime Erz\u00e4hlr\u00e4ume zu schaffen, die allen offen stehen, hat etwas Heilsames. Ebenso wie die lokale Verortung dieser Geschichten, eingerahmt in das Diktum von Alt-OB-<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Wolfgang_Schuster\" title=\"Wolfgang Schuster\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolfgang Schuster<\/a>, der den Erfolg von Stuttgart darauf zur\u00fcckf\u00fchrt, dass es eine \u201eEinwanderungsstadt\u201c ist und im Sinne seines Vorg\u00e4ngers Manfred Rommel betont: \u201eJeder, der in Stuttgart lebt, ist ein Stuttgarter!\u201c <\/p>\n<p>Die sinnf\u00e4llige Erg\u00e4nzung dazu bietet seit Freitagabend eine weitere Ausstellung im Stadtpalais. In \u201eHumans of Stuttgart\u201c zeigt ein Kollektiv j\u00fcnger K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler namens Literally Peace, eine Auswahl gro\u00dfformatiger Fotografien von Menschen verschiedenster Herkunft, die mindestens ein Merkmal verbindet: dass auch sie Stuttgarterinnen und Stuttgartern sind!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Stadtpalais \u2013 Stadtmuseum f\u00fcr Stuttgart. 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