{"id":489657,"date":"2025-10-11T05:39:14","date_gmt":"2025-10-11T05:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/489657\/"},"modified":"2025-10-11T05:39:14","modified_gmt":"2025-10-11T05:39:14","slug":"schock-fuer-bretten-traditionsunternehmen-neff-schliesst-2028-ueber-1-000-arbeitsplaetze-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/489657\/","title":{"rendered":"Schock f\u00fcr Bretten: Traditionsunternehmen Neff schlie\u00dft 2028 \u2013 \u00fcber 1.000 Arbeitspl\u00e4tze betroffen"},"content":{"rendered":"<p>Bretten, 10.10.25 | Wie aus einer Pressemeldung der IG Metall vom heutigen Freitag hervorgeht, plant die BSH Hausger\u00e4te GmbH, den traditionsreichen Neff-Standort in Bretten im ersten Quartal 2028 zu schlie\u00dfen. Die Entscheidung betrifft nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 1.000 Besch\u00e4ftigte \u2013 und trifft die Stadt mitten ins wirtschaftliche Herz.<\/p>\n<p>Der Schock sitzt tief. Jahrzehntelang galt Neff als einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Im Werk Bretten werden hochwertige Einbauger\u00e4te produziert \u2013 ein Symbol f\u00fcr industrielle St\u00e4rke im Kraichgau. Nun droht dieser Standort Geschichte zu werden.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>\u201eDie Entscheidung kam v\u00f6llig \u00fcberraschend\u201c<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nach Angaben des Betriebsrats wurden Belegschaft und Vertreter erst am Tag der Ank\u00fcndigung informiert. \u00dcber m\u00f6gliche Alternativen oder Zukunftsszenarien habe es zuvor keine Gespr\u00e4che gegeben. \u201eWir fordern Transparenz und echte Mitbestimmung \u2013 nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden\u201c, zitiert die Gewerkschaft den Betriebsratsvorsitzenden Kristian Kipcic-Suta.<\/p>\n<p><strong>Auch der erste Bevollm\u00e4chtigte der IG Metall Bruchsal, Dirk Becker, \u00e4u\u00dferte sich kritisch: Die Entscheidung sei ein Schlag ins Gesicht der Besch\u00e4ftigten, die noch w\u00e4hrend der Corona-Jahre Sonderschichten gefahren h\u00e4tten, um Lieferf\u00e4higkeit und Rekordergebnisse zu sichern.<\/strong><\/p>\n<p>BSH Hausger\u00e4te, zu der die Marke Neff geh\u00f6rt, hat sich bislang \u00f6ffentlich nicht detailliert zu den Gr\u00fcnden ge\u00e4u\u00dfert <strong>(siehe Update und Stellungnahme ganz unten)<\/strong>. Nach Einsch\u00e4tzung von Branchenkennern spielt die weltweit sinkende Nachfrage im Bereich sogenannter \u201eWei\u00dfer Ware\u201c sowie die zunehmende Verlagerung von Produktionskapazit\u00e4ten an g\u00fcnstigere Standorte eine Rolle.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Ein schwerer Verlust f\u00fcr Stadt und Region<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Folgen f\u00fcr Bretten und den gesamten Wirtschaftsraum Kraichgau w\u00e4ren erheblich:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcber 1.000 direkte Arbeitspl\u00e4tze bei Neff und in der angeschlossenen Logistik (HSN) stehen auf dem Spiel.<\/li>\n<li>Hinzu kommen zahlreiche indirekte Jobs bei Zulieferern, Dienstleistern, Handwerksbetrieben und im Transportwesen.<\/li>\n<li>Der Verlust eines industriellen Gro\u00dfbetriebs in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung w\u00fcrde sich sp\u00fcrbar auf die kommunalen Finanzen und die Kaufkraft in der Region auswirken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Neff war \u00fcber Jahrzehnte ein wirtschaftliches R\u00fcckgrat der Stadt, ein Magnet f\u00fcr Fachkr\u00e4fte und Ausbildungsbetrieb mit starker regionaler Bindung. Der m\u00f6gliche Wegfall trifft daher nicht nur die betroffenen Familien, sondern das gesamte st\u00e4dtische Gef\u00fcge \u2013 von Einzelhandel und Gastronomie bis hin zu Vereinen und Kulturleben.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Bretten k\u00e4mpft mit schwieriger Haushaltslage<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Stadt Bretten befindet sich bereits seit Jahren in einer angespannten finanziellen Situation. Zuletzt hatte der Gemeinderat beschlossen, auf die urspr\u00fcnglich f\u00fcr 2031 geplante Gartenschau zu verzichten. Die kalkulierten Kosten von rund 35 Millionen Euro h\u00e4tten den ohnehin steigenden Schuldenstand der Stadt weiter versch\u00e4rft. K\u00e4mmerin und Verwaltung warnten damals vor einem Risiko, das die Stadt \u201efinanziell \u00fcberfordern\u201c k\u00f6nnte \u2013 ein Schritt, der vielen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern als bittere, aber notwendige Entscheidung galt.<\/p>\n<p>Mit der angek\u00fcndigten Werksschlie\u00dfung drohen nun zus\u00e4tzliche Einbr\u00fcche bei den Gewerbesteuereinnahmen, die die ohnehin fragile Haushaltslage weiter versch\u00e4rfen k\u00f6nnten.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Wirtschaftlicher Aderlass setzt sich fort<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die drohende Neff-Schlie\u00dfung steht nicht allein. In den vergangenen zwei Jahren musste Bretten bereits den Abzug mehrerer Unternehmen verkraften. Prominentestes Beispiel: die international bekannte <strong>Pferdeklinik Salzhofen<\/strong>, die ihren Standort von Bretten nach Maulbronn verlagert hat. Auch andere Betriebe haben sich in j\u00fcngster Zeit aus dem Stadtgebiet zur\u00fcckgezogen oder Investitionen zur\u00fcckgestellt.<\/p>\n<p>Der wirtschaftliche Trend zeigt damit eine Richtung, die vielen Sorgen bereitet: Wegfall von Arbeitspl\u00e4tzen, sinkende Einnahmen, abnehmende Attraktivit\u00e4t f\u00fcr neue Investoren.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Zwischen Hoffnung und Realit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In der Gewerkschaft erinnert man sich an das Jahr 1982, als es schon einmal gelungen war, die drohende Schlie\u00dfung des Standorts abzuwenden. Damals retteten Verhandlungen und Zugest\u00e4ndnisse der Belegschaft den Standort. Ob sich ein solches Szenario in der heutigen, globalisierten Konzernstruktur wiederholen l\u00e4sst, ist allerdings offen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Menschen in Bretten bedeutet die Ank\u00fcndigung vor allem eines: Unsicherheit. Familien, die seit Generationen bei Neff besch\u00e4ftigt sind, stehen vor einer ungewissen Zukunft. Gleichzeitig muss die Stadt Antworten finden, wie sie mit dem m\u00f6glichen Verlust eines ihrer gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber umgeht \u2013 und welche Perspektiven sich f\u00fcr die betroffenen Besch\u00e4ftigten ergeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Bretten steht vor einer der schwierigsten Bew\u00e4hrungsproben der letzten Jahrzehnte.<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"54\"><strong data-start=\"0\" data-end=\"52\"><\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"54\"><strong data-start=\"0\" data-end=\"52\">UPDATE 16:30 Uhr <\/strong><\/p>\n<p><strong data-start=\"0\" data-end=\"52\">So \u00e4u\u00dfert sich die BSH zu den Schlie\u00dfungspl\u00e4nen:<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p data-start=\"56\" data-end=\"285\">In einer Stellungnahme vom <strong data-start=\"83\" data-end=\"103\">10. Oktober 2025<\/strong> best\u00e4tigt die <strong data-start=\"118\" data-end=\"141\">BSH Hausger\u00e4te GmbH<\/strong> die geplante <strong data-start=\"155\" data-end=\"190\">Schlie\u00dfung des Werks in Bretten<\/strong> bis <strong data-start=\"195\" data-end=\"228\">Ende des ersten Quartals 2028<\/strong>. Betroffen seien rund <strong data-start=\"251\" data-end=\"272\">980 Mitarbeitende<\/strong>, hei\u00dft es.<\/p>\n<p data-start=\"287\" data-end=\"531\">Als Gr\u00fcnde nennt das Unternehmen eine <strong data-start=\"325\" data-end=\"380\">dauerhafte Unterauslastung des Produktionsnetzwerks<\/strong>, verursacht durch <strong data-start=\"399\" data-end=\"468\">r\u00fcckl\u00e4ufige M\u00e4rkte, stagnierende Bau- und Immobilienentwicklungen<\/strong> sowie eine <strong data-start=\"480\" data-end=\"528\">steigende Nachfrage nach g\u00fcnstigeren Ger\u00e4ten<\/strong>.<\/p>\n<p data-start=\"533\" data-end=\"783\">BSH spricht von einer notwendigen <strong data-start=\"567\" data-end=\"609\">\u201eAnpassung der Produktionskapazit\u00e4ten\u201c<\/strong>, um die <strong data-start=\"618\" data-end=\"656\">Wettbewerbs- und Zukunftsf\u00e4higkeit<\/strong> zu sichern. Die Versorgung des Marktes mit Herden und Dunstabzugshauben soll k\u00fcnftig \u00fcber andere europ\u00e4ische Werke erfolgen.<\/p>\n<p data-start=\"785\" data-end=\"1000\">Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass man die Entscheidung <strong data-start=\"848\" data-end=\"872\">\u201enicht leichtfertig\u201c<\/strong> getroffen habe und nun <strong data-start=\"896\" data-end=\"938\">Gespr\u00e4che mit Arbeitnehmervertretungen<\/strong> f\u00fchren wolle, um <strong data-start=\"956\" data-end=\"987\">sozialvertr\u00e4gliche L\u00f6sungen<\/strong> zu finden.<\/p>\n<p data-start=\"1002\" data-end=\"1244\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">BSH verweist darauf, dass weiterhin <strong data-start=\"1038\" data-end=\"1080\">stark in deutsche Standorte investiert<\/strong> werde \u2013 rund <strong data-start=\"1094\" data-end=\"1116\">300 Millionen Euro<\/strong> in den vergangenen drei Jahren \u2013 und auch k\u00fcnftig in <strong data-start=\"1170\" data-end=\"1220\">Digitalisierung, Automatisierung und Forschung<\/strong> investiert werden soll.<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>\n            Gef\u00e4llt dir unser Beitrag? Dann lass gern einen Kommentar da \u2013 und erz\u00e4hl uns, was du denkst.\n        <\/p>\n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bretten, 10.10.25 | Wie aus einer Pressemeldung der IG Metall vom heutigen Freitag hervorgeht, plant die BSH Hausger\u00e4te&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":489658,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[13,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-489657","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-news","13":"tag-top-meldungen","14":"tag-topmeldungen","15":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115353928637988220","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/489657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=489657"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/489657\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/489658"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=489657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=489657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=489657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}