{"id":490662,"date":"2025-10-11T14:57:20","date_gmt":"2025-10-11T14:57:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/490662\/"},"modified":"2025-10-11T14:57:20","modified_gmt":"2025-10-11T14:57:20","slug":"unsere-favoritren-auf-der-shortlist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/490662\/","title":{"rendered":"Unsere Favoritren auf der Shortlist"},"content":{"rendered":"<p>Die Jury des Deutschen Buchpreises 2025 hat sechs Romane aus der Longlist ausgew\u00e4hlt \u2013 eine Mischung aus etablierten und neuen Stimmen. Neben erfahrenen Autoren wie Dorothee Elmiger, Christine Wunnicke und Thomas Melle stehen drei neuere Namen: Kaleb Erdmann mit seinem zweiten Roman \u201eDie Ausweichschule\u201c sowie die beiden Deb\u00fctantinnen Jehona Kicaj mit ihrem Roman \u201e\u00eb\u201c und Fiona Sironic mit ihrem Buch \u201eAm Samstag gehen die M\u00e4dchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft\u201c. <\/p>\n<p>Die Auswahl blickt tief in psychologische, gesellschaftliche und politische Themen \u2013 von Depression und Suizid \u00fcber Gewalt bis hin zu Fragen von Sprache, Herkunft und Identit\u00e4t. Unsere Literaturredakteurinnen und -redakteure erz\u00e4hlen, welche Titel ihre Favoriten sind.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Buchcover des Buchs &quot;Die Ausweichschule&quot; von Kaleb Erdmann\" alt=\"Buchcover des Buchs &quot;Die Ausweichschule&quot; von Kaleb Erdmann\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/shortlist-buchcover-kaleb-erdmann-100-autox1440.jpg\" \/><\/p>\n<p>Der Autor Kaleb Erdmann, selbst Zeitzeuge des Erfurter Amoklaufs, verarbeitet in seinem Roman die Folgen des Traumas.\u00a9 Ullstein Verlag<\/p>\n<p>Woran denken wir, wenn wir Erfurt h\u00f6ren, also den Namen der Landeshauptstadt von Th\u00fcringen? Nicht wenige Menschen denken an etwas Unvorstellbares \u2013 darunter auch der namenlose Erz\u00e4hler, ein Schriftsteller in Kaleb Erdmanns autofiktionalem Roman \u201eDie Ausweichschule\u201c. <\/p>\n<p>Dieses Unvorstellbare liegt gut 20 Jahre zur\u00fcck. Er sitzt in der Schule, er ist ein F\u00fcnftkl\u00e4ssler, und er schreibt eine Kurzarbeit \u00fcber Pinguine. Als es irgendwo in der Schule rumst, vielleicht von einer Baustelle, dann poltert etwas \u2013 und dann geht die T\u00fcr auf, und ein vermummter Typ sieht ins Klassenzimmer. Er ist bewaffnet. Er sieht sich um, und dann geht er wieder raus. <\/p>\n<p>Kaleb Erdmann selbst und sein Alter Ego im Roman erz\u00e4hlen das nicht so wie ich jetzt. Denn das ist eben kein True-Crime-Plot. Trotzdem ist der Roman spannend, denn er macht das Unvorstellbare nach dem Unvorstellbaren lesbar: die \u00dcberforderung, das Verdr\u00e4ngen und das Nichtvergessen nach einem Mordanschlag auf Menschen in einer Schule in Erfurt. <\/p>\n<p>Am 26. April 2002 wurden dabei 17 Menschen get\u00f6tet und Hunderte traumatisiert. Und dieses Trauma ist f\u00fcr den Erz\u00e4hler im Roman eine Odyssee, die ich erst dank dieses Buches verstehe. Er hat Panikattacken auf dem siffigen ICE-Klo. Er hat Zw\u00e4nge, die sehr peinlich werden k\u00f6nnen, wenn er dabei ertappt wird. Er schl\u00e4ft nicht, er recherchiert sich kaputt. <\/p>\n<p>Wir kommen ihm sehr nah, bleiben aber auch auf Distanz \u2013 was mich beeindruckt hat. Allein der Titel schreit Distanz: Ausweichschule. Was f\u00fcr ein Wort. Wohin ist da wer ausgewichen? Bitte lesen! (Lydia Harms)<\/p>\n<p class=\"media-content-box-main-text\"><strong>Kaleb Erdmann: \u201eDie Ausweichschule\u201c<\/strong><br \/>park x ullstein Verlag, Berlin, 2025<br \/>304 Seiten, 22 Euro<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"&quot;Wachs&quot; von Christine Wunnicke.\" alt=\"&quot;Wachs&quot; von Christine Wunnicke.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/shortlist-christine-wunnicke-wachs-100-autox960.jpg\" \/><\/p>\n<p>Die vielfach ausgezeichnete Autorin Christine Wunnicke erz\u00e4hlt von zwei Frauen, die im Paris des 18. Jahrhunderts zwischen Kunst und Wissenschaft ihren Weg suchen.\u00a9 Berenberg Verlag<\/p>\n<p>Im Grunde genommen ist es beim Lesen wie beim Schlittschuhlaufen auf einem zugefrorenen See. So wie man vorsichtig einen Fu\u00df auf das gefrorene Wasser setzt und schaut, ob das Eis auch tr\u00e4gt, pr\u00fcfe ich, wenn ich ein Buch aufschlage und die erste Seite lese, ob ich auf festem Grund stehe. <\/p>\n<p>Ich habe den Roman \u201eWachs\u201c von Christine Wunnicke im Fr\u00fchjahr gelesen und sofort gesp\u00fcrt: Diese Autorin wei\u00df, was sie tut. <\/p>\n<p>Und dann ist das auch noch eine interessante Geschichte, die mir Christine Wunnicke in ihrem Roman erz\u00e4hlt. Es geht um die Liebe zweier Frauen im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Die eine ist Anatomin, seziert Leichen, obwohl man das als Frau zu der Zeit noch gar nicht darf. Und die andere? Sie zeichnet Blumenbilder f\u00fcr den franz\u00f6sischen K\u00f6nig aufs Papier. Ich w\u00fcnsche mir, dass Christine Wunnicke in diesem Jahr den Deutschen Buchpreis erh\u00e4lt, weil \u201eWachs\u201c ein literarisch herausragendes Buch ist. (Nora Karches)<\/p>\n<p class=\"media-content-box-main-text\"><strong>Christine Wunnicke: &#8222;Wachs&#8220;<\/strong><br \/>Berenberg Verlag, Berlin 2025<br \/>192 Seiten, 24\u00a0Euro.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Fiona Sironic: &quot;Am Samstag gehen die M\u00e4dchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft&quot;\" alt=\"Fiona Sironic: &quot;Am Samstag gehen die M\u00e4dchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft&quot;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/shortlist-fiona-sironic-100-autox1440.jpg\" \/><\/p>\n<p>In Fiona Sironics Deb\u00fct trotzen M\u00e4dchen dem Untergang einer Welt. Ein Roman \u00fcber Katastrophen und den Versuch, Hoffnung zu bewahren.\u00a9 Ecco Verlag<\/p>\n<p>Ich liebe das Feuerwerk an Lakonie, das dieses Buch z\u00fcndet \u2013 und das geht gleich am Anfang los: Am Samstag gehen die M\u00e4dchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft. Pappbecher, Aludosen, Plastikflaschen. Die Luft ist warm, der Wald voller Kiefern \u2013 ist das nicht fantastisch? Knapp und cool gemacht.<\/p>\n<p>Ganz hervorragend finde ich auch, dass dieser Roman die Katastrophen, von denen er erz\u00e4hlt, weder bejault noch bejammert und schon gar nicht p\u00e4dagogisiert, sondern sie wie nebenbei aufzeichnet \u2013 und einem damit gerade unter die Haut geht.<\/p>\n<p>Die Katastrophen, das sind die Exzesse der digitalen Revolution, der Klimawandel und das Artensterben. Und das notiert die Erz\u00e4hlerin \u00c4ra ganz still, am Beispiel der V\u00f6gel: Heute ist die letzte Turteltaube gestorben, heute die letzte Feldlerche, der letzte Buntspecht, die letzte Dohle und immer so weiter. Das schn\u00fcrt einem den Hals zu. Das ist die Zukunft.<\/p>\n<p>Fiona Sironic holt aber noch sehr viel mehr Zeitreihen in ihren Roman, weil sie ihre Geschichte ganz gekonnt einbettet in den gro\u00dfen Strom der Erdgeschichte, in Massenaussterbe-Ereignisse vor hundert Millionen Jahren.<\/p>\n<p>Und es gibt keine m\u00e4nnlichen Menschen in diesem Buch. Die M\u00e4dchen und Frauen, von denen Sironic erz\u00e4hlt, stemmen sich gegen die Verluste \u2013 manchmal solidarisch, manchmal gegeneinander. Aber sie serviert uns hier keine negative Idylle, sondern zeigt, wie br\u00fcchig und k\u00e4mpferisch jede Form von \u00dcberleben ist.<\/p>\n<p>Mir w\u00fcrde es sehr gefallen, wenn dieser mit so viel gefasster, k\u00fchler Wut erz\u00e4hlte Roman den Deutschen Buchpreis bekommen w\u00fcrde. (Frank Meyer)<\/p>\n<p class=\"media-content-box-main-text\"><strong>Fiona Sironic: \u201eAm Samstag gehen die M\u00e4dchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft\u201c<\/strong><br \/>Ecco Verlag, Hamburg, 2025<br \/>208 Seiten, 23 Euro<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Jehona Kicaj: \u201e\u00eb\u201c\" alt=\"Jehona Kicaj: \u201e\u00eb\u201c\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/jehona-kicaj-e-shortlist-100-autox1440.jpg\" \/><\/p>\n<p>In ihrem Deb\u00fct beschreibt Jehona Kicaj das Aufwachsen zwischen Albanien und Deutschland, zwischen zwei Sprachen und Welten.\u00a9 Wallstein Verlag<\/p>\n<p>Die junge namenlose Studentin in Jehonas Kicajs Deb\u00fctroman \u201e\u00eb\u201c hat das schwerwiegende Kieferleiden \u201eBruxismus\u201c \u2013 beim Knirschen sch\u00e4digt sie ihren Zahnschmelz so stark, dass sie Gefahr l\u00e4uft, irgendwann nicht mehr kauen und sprechen zu k\u00f6nnen, wie ihr Arzt erkl\u00e4rt. <\/p>\n<p>Ihr Schmerz entpuppt sich als das k\u00f6rperliche Symptom einer tiefsitzenden Sprachlosigkeit: Bereits im Kosovo musste sie schweigen, wenn die Eltern mit ihr die serbische Grenze passierten; blo\u00df kein Mucks Albanisch durfte aus dem Mund des Kindes kommen. In Deutschland lernt sie die neue Sprache anhand des Fernsehens.<\/p>\n<p>Ausgehend von dem Mund ihrer Protagonistin geht Jehona Kicaj hinein in die Traumata der kosovarischen Gesellschaft. Auf verschiedenen Erz\u00e4hl- wie Zeitebenen l\u00e4sst sie ihre Protagonistin ihre Herkunft zusammensetzen: Der Krieg im Kosovo und ihr Aufwachsen und Leben in Deutschland, das durchzogen ist von der Ignoranz und dem Unwissen vieler Deutscher \u00fcber ihr Herkunftsland, die Geschichte und den Krieg \u2013 kurz: \u00fcber ihre gespaltene kulturelle Identit\u00e4t. <\/p>\n<p>Ein hochpoetischer wie komplexer Text, in dessen Zentrum die Sprache selbst steht: So bruchst\u00fcckhaft und br\u00fcchig die Knochen sind, die Jehona Kicaj seziert, so m\u00fchelos setzt sie diese sprachlich zusammen \u2013 die S\u00e4tze flie\u00dfen und greifen in- und \u00fcbereinander.<\/p>\n<p>Der Roman steht f\u00fcr einen universellen Diskurs um Menschenrechte, Menschheitsverbrechen, Gewalt- wie Kriegserfahrungen und -traumata; und nicht zuletzt f\u00fcr die zersplitterten Identit\u00e4ten von Menschen, die Unrechtssystemen, ihrer Gewalt und Unterdr\u00fcckung ausgeliefert sind. <\/p>\n<p>Jehona Kicaj erz\u00e4hlt von all dem ausgehend von einem kleinen Buchstaben einer (historisch) unterdr\u00fcckten Sprache, und findet eine ganz eigene Sprache der Sichtbarkeit. Ein gro\u00dfes St\u00fcck Literatur, das eine vielschichtige Welt \u00f6ffnet und erfahrbar macht. (Lara Sielmann)<\/p>\n<p class=\"media-content-box-main-text\"><strong>Jehona Kicaj: \u201e\u00eb\u201c<\/strong><br \/>Wallstein Verlag, G\u00f6ttingen<br \/>76 Seiten, 22,00 Euro<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"&quot;Haus zur Sonne&quot; von Thomas Melle\" alt=\"&quot;Haus zur Sonne&quot; von Thomas Melle\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/buchcover-haus-zur-sonne-100-autox576.png\" \/><\/p>\n<p>In \u201eHaus zur Sonne\u201c blickt Thomas Melle in die Abgr\u00fcnde einer psychischen Erkrankung.\u00a9 Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch<\/p>\n<p>Mein Favorit auf den Deutschen Buchpreis ist Thomas Melles \u201eDas Haus zur Sonne\u201c. Dieses Buch ist der absolute Wahnsinn, weil es trotz des sehr hellen Titels mit der Sonne auf sehr finstere Weise die Dunkelheit poetisiert. Melle, der ja den Deutschen Buchpreis schon vor neun Jahren h\u00e4tte bekommen sollen f\u00fcr sein aufregendes Manie-St\u00fcck \u201eDie Welt im R\u00fccken\u201c, der sollte doch jetzt wenigstens f\u00fcr seinen Abschluss mit dem \u00f6ffentlichkeitswirksamsten Literaturpreis dieses Landes geehrt werden. <\/p>\n<p>Man kann kaum n\u00e4her am Rand schreiben, also seine dystopische Geschichte \u00fcber eine Selbstmordklinik, die konfrontiert uns mit einem der gr\u00f6\u00dften R\u00e4tsel der Philosophie \u00fcberhaupt, n\u00e4mlich mit dem Suizid.<\/p>\n<p>Und dieses Buch fragt auch, ob man sich umbringen oder stattdessen vielleicht doch einen anderen Weg finden sollte und diesen anderen Weg findet der hochbegabte Melle. Sein Ausgang gegen die Selbstvernichtung ist das Schreiben, die Literatur.<\/p>\n<p>Mit letzter Kraft stemmt sich dieser Text gegen den Wahnsinn auf eine Weise, die in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur beispiellos ist. Und das Beispiellose sollte ja im besten Falle ausgezeichnet werden als bester Roman des Jahres, also das, was heraussticht. Und Melle sticht heraus, und er sticht mit diesem Buch gleichzeitig auch in unser Herz, und er sticht in die Finsternis.<\/p>\n<p>Und wer sich dieser Finsternis so sehr ann\u00e4hert wie Thomas Melle in das \u201eHaus zur Sonne\u201c, der sollte den Deutschen Buchpreis des Jahres 2025 unbedingt erhalten. (Jan Drees)<\/p>\n<p class=\"media-content-box-main-text\"><strong>Thomas Melle: \u201eHaus zur Sonne\u201c<\/strong><br \/>Kiepenheuer &amp; Witsch, K\u00f6ln, 2025<br \/>320 Seiten, 24 Euro<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Buchcover: &quot;Die Holl\u00e4nderinnen&quot;\" alt=\"Buchcover: &quot;Die Holl\u00e4nderinnen&quot;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/buchcover-die-hollaenderinnen-shortlist-100-autox1440.jpg\" \/><\/p>\n<p>In \u201eDie Holl\u00e4nderinnen\u201c rekonstruiert Dorothee Elmiger das Verschwinden zweier Frauen im Dschungel von Panama.\u00a9 Hanser Verlag<\/p>\n<p>Ich mag es beim Lesen ja am liebsten, wenn mich eine Geschichte so richtig reinzieht. Und das passiert oft, wenn es um etwas Abgr\u00fcndiges geht \u2013 wie bei einem guten Krimi. Dorothee Elmigers Buch bietet beides auf ganz besondere Weise, denn \u201eDie Holl\u00e4nderinnen\u201c ist weder ein Krimi, noch l\u00e4sst sich diese Geschichte so einfach zusammenfassen. Und auch das spricht ja unbedingt f\u00fcr ein Buch: wenn es mehr ist als nur sein Plot. Aber den gibt es nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n<p>Es geht um einen ungekl\u00e4rten Vermisstenfall, um zwei Holl\u00e4nderinnen, die 2014 im Urwald von Panama verschwunden sind \u2013 und die trotz einer unglaublich aufw\u00e4ndigen Suchaktion nie wieder aufgetaucht sind. Diesen Fall will ein bekannter Theatermacher in den Tropen rekonstruieren. Er l\u00e4dt die Erz\u00e4hlerin, eine bekannte Autorin, als Chronistin dazu ein, daran teilzunehmen. <\/p>\n<p>Den Bericht, den sie zwei Jahre sp\u00e4ter vor einer Gruppe von Studierenden vortr\u00e4gt, lesen wir: von dieser Reise, die immer tiefer in den Urwald f\u00fchrt, bei der die anderen Teilnehmer immer bizarrere Geschichten erz\u00e4hlen, in der es unz\u00e4hlige Bez\u00fcge zu Philosophie und Kulturgeschichte gibt und so ein immer dichteres Gespinst entsteht, fast ein Urwald aus Erz\u00e4hlungen, in den man regelrecht hineingezogen wird. <\/p>\n<p>Und auf einmal ist dieses kurze Buch um. Es hat ja nur 160 Seiten und ich dachte: Man will es gleich noch einmal lesen, weil man eigentlich gar nicht genau verstanden hat, was einen da so fesselt. Und das merke ich auch, wenn ich das Buch jemandem ans Herz legen m\u00f6chte: Es l\u00e4sst sich nicht einfach nacherz\u00e4hlen. Man muss es den Leuten einfach in die Hand dr\u00fccken und sagen: Lies das. Dieses Buch ist wirklich unglaublich. (Andrea Gerk)<\/p>\n<p class=\"media-content-box-main-text\"><strong>Dorothee Elmiger: \u201eDie Holl\u00e4nderinnen\u201c<\/strong><br \/>Hanser Verlag, M\u00fcnchen, 2025<br \/>160 Seiten, 23\u00a0Euro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Jury des Deutschen Buchpreises 2025 hat sechs Romane aus der Longlist ausgew\u00e4hlt \u2013 eine Mischung aus etablierten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":490663,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,86780,29,214,53122,30,93,123308,215],"class_list":{"0":"post-490662","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutscher-buchpreis-2025","11":"tag-deutschland","12":"tag-entertainment","13":"tag-frankfurter-buchmesse","14":"tag-germany","15":"tag-literatur","16":"tag-shortlist-deutscher-buchpreis","17":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115356123134730475","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/490662","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=490662"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/490662\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/490663"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=490662"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=490662"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=490662"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}