{"id":490681,"date":"2025-10-11T15:07:13","date_gmt":"2025-10-11T15:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/490681\/"},"modified":"2025-10-11T15:07:13","modified_gmt":"2025-10-11T15:07:13","slug":"wie-sicher-ist-der-glasfaserausbau-mit-erdraketen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/490681\/","title":{"rendered":"Wie sicher ist der Glasfaserausbau mit Erdraketen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 11.10.2025 15:13 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der Ausbau des Glasfaser-Internets schreitet voran. Oft werden f\u00fcr die Grabungen sogenannte Erdraketen verwendet &#8211; dabei kann es zu gef\u00e4hrlichen Unf\u00e4llen mit Gasleitungen kommen. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/lucretia-gather-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Lucretia Gather\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/lucretia-gather-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/oliver-bemelmann-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Oliver Bemelmann\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/oliver-bemelmann-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei Glasfaserarbeiten f\u00fcr den Ausbau der Breitbandkommunikation werden h\u00e4ufig sogenannte Erdraketen eingesetzt. Die Ger\u00e4te bewegen sich durch den Boden, sodass keine Gr\u00e4ben ausgehoben werden m\u00fcssen. Wegen bestehender Gasleitungen sind Unf\u00e4lle aber nicht ausgeschlossen. Im rheinland-pf\u00e4lzischen Ort Daaden (Kreis Altenkirchen) kam es bei Bauarbeiten beispielsweise zu einer schweren Explosion.<\/p>\n<p>    Acht Verletzte in Daaden-Herdorf<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am 25. September h\u00f6rt B\u00fcrgermeister Helmut St\u00fchn gegen 16.15 Uhr in seinem B\u00fcro im Rathaus von Daaden einen lauten Knall und sp\u00fcrt eine Druckwelle. &#8222;Dann habe ich Tr\u00fcmmerteile durch die G\u00e4rten der Nachbarh\u00e4user fliegen sehen&#8220;, erz\u00e4hlt er. Das Rathaus der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf im Westerwald liegt nur 30 Meter von dem Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus entfernt, das durch eine Gasexplosion vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt wurde. Bauarbeiter hatten zuvor Gasgeruch bemerkt, doch die Explosion konnte nicht verhindert werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die W\u00e4nde waren weg, der Dachstuhl lag auf der Erde. Da war es richtig am Brennen&#8220;, erinnert sich Augenzeuge Dirk Kosbab. Zwei Wochen nach der Explosion sind die Tr\u00fcmmer noch nicht wegger\u00e4umt, an der Ungl\u00fccksstelle t\u00fcrmt sich ein gewaltiger Berg aus Schutt. Acht Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, darunter ein 15-j\u00e4hriger Jugendlicher, der mit schwersten Verbrennungen im Krankenhaus liegt.\u00a0 B\u00fcrgermeister Helmut St\u00fchn wirkt noch immer betroffen, wenn er davon erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>    Netzgesellschaft kritisiert h\u00e4ufige Unf\u00e4lle<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Deutsche Telekom best\u00e4tigte, dass bei den Glasfaserarbeiten eine Gasleitung besch\u00e4digt wurde. Bei den Arbeiten sei eine sogenannte Erdrakete im Einsatz gewesen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft in Koblenz, wie genau es zu dem Unfall kommen konnte. Ein Sprecher teilte mit, die polizeiliche Untersuchung der Gasexplosion dauere an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Erdraketen, auch Verdr\u00e4ngungshammer genannt, werden im Tiefbau h\u00e4ufig eingesetzt, und zwar bei der Verlegung von unterirdischen Kabeln, Rohren oder Tunneln. Durch Druckluft angetrieben bewegt sich das bis zu zwei Meter lange Ger\u00e4t durch den Untergrund und verdr\u00e4ngt und verdichtet gleichzeitig den Boden. Der Vorteil ist, dass keine offenen Gr\u00e4ben ausgehoben werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aber die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, die auch Gasverteilnetze in Sachsen und Sachsen-Anhalt betreibt, kritisiert, dass es beim Einsatz dieser Technik immer wieder zu Unf\u00e4llen komme. Die Gesellschaft beklagt, es sei &#8222;an fast jedem Werktag des vergangenen Jahres zu fremdverschuldeten Sch\u00e4den an der Gas-Infrastruktur&#8220; gekommen. Das belege eine aktuelle Statistik der Gesellschaft. Diese seien &#8222;zumeist auf Baggerarbeiten und den Einsatz von Erdraketen zur\u00fcckzuf\u00fchren&#8220;, sagt der Pressesprecher der Netzgesellschaft, Andreas Wendt.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>    Bundesverband Glasfaseranschluss sieht kein Risiko<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach der schweren Explosion in seiner Gemeinde im Westerwald sah B\u00fcrgermeister St\u00fchn Handlungsbedarf. Er lie\u00df sich von beiden Unternehmen, die im Ort den Glasfaserausbau umsetzen, darunter die Telekom, die Zusage geben, dass dort, wo Gasleitungen liegen, keine Erdraketen mehr zum Einsatz kommen. Damit will er &#8222;das Sicherheitsempfinden der B\u00fcrger verbessern&#8220;, erkl\u00e4rt St\u00fchn.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Deutschlandweit sind mehr als 300 Unternehmen mit dem Glasfaserausbau besch\u00e4ftigt, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bundesverbands Glasfaseranschluss (BUGLAS), Wolfgang Heer. Etwa die H\u00e4lfte von ihnen hat sich in dem Verband zusammengeschlossen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Heer sieht beim Einsatz von Erdraketen grunds\u00e4tzlich kein erh\u00f6htes Risiko, vielmehr sei die Technologie seit Jahren erprobt. Zentral sei es, vor dem Einsatz genau zu wissen, wie der Untergrund aussieht, sagt Heer: &#8222;Schwierig wird es manchmal dann, wenn die Versorgungsleitungen schon vor mehreren Jahrzehnten verlegt und nicht vern\u00fcnftig dokumentiert worden sind.&#8220; Das Problem betreffe dann aber auch andere Verlegmethoden.<\/p>\n<p>    Besondere Sorgfalt bei Tiefbauarbeiten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das best\u00e4tigt auch Karsten K\u00f6rkemeyer, Professor f\u00fcr Bauingenieurwesen an der Technischen Universit\u00e4t Kaiserslautern-Landau. Er betont, Erdraketen w\u00fcrden &#8222;standardm\u00e4\u00dfig und h\u00e4ufig&#8220; verwendet. Die Technik sei sicher und leiste einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Tiefbau, weil kein Boden ausgehoben, abtransportiert und auf Deponien eingelagert werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;All das spart Ressourcen, vermeidet L\u00e4rm, Abgase und Sperrungen von Stra\u00dfen. Damit werden erhebliche Kosten vermieden und zudem viel Zeit gespart&#8220;, so K\u00f6rkemeyer. Tiefbauarbeiten in Kommunen st\u00fcnden jedoch immer vor der Herausforderung, dass im Boden zahlreiche Leitungen und Kabel verlegt seien. Es komme daher wesentlich auf eine &#8222;sorgf\u00e4ltige Erkundung der vorhandenen Leitungen und ihrer Trassen&#8220; an.<\/p>\n<p>    &#8222;Erdraketen sind unverzichtbar&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcblicherweise w\u00fcrden die Netzbetreiber vor Baubeginn angefragt, gelegentlich w\u00fcrden Probeschlitze ausgehoben, um die genaue Position von Leitungen zu messen, erkl\u00e4rt der Experte. Doch die Angaben der Netzbetreiber seien nicht immer vollst\u00e4ndig und genau genug. Beim Einsatz von Erdraketen m\u00fcsse, wie beim konventionellen Ausheben von Leitungsgr\u00e4ben auch, auf ausreichenden Abstand zu vorhandenen Leitungen geachtet werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei Erdraketen komme laut K\u00f6rkemeyer hinzu, dass sie Ersch\u00fctterungen im Boden in der Umgebung erzeugen. Besonders bei alten Gasleitungen k\u00f6nnten Undichtigkeiten in den Rohrverbindungen entstehen. Dies sei aber auch bei herk\u00f6mmlichen Tiefbauarbeiten zu beachten. &#8222;Wenn wir den Netzausbau wirklich beschleunigen wollen, sind Erdraketen und auch andere grabenlose Verfahren unverzichtbar&#8220;, meint K\u00f6rkemeyer. \u00a0<\/p>\n<p>    Ausbau des Glasfaser-Internets schreitet voran<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Sommer hatte der Bundesverband Breitbandkommunikation mitgeteilt, der Ausbau des Glasfaser-Internets gehe z\u00fcgiger voran als erwartet. Bis zur Vollabdeckung brauche es aber noch Jahre. In Deutschland seien inzwischen 24,3 Millionen Haushalte, Unternehmen und \u00f6ffentliche Einrichtungen mit Glasfaseranschl\u00fcssen versorgt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nur 12,6 Millionen davon seien aber auch tats\u00e4chlich angeschlossen. Das entspricht einer Abdeckung von rund 27 Prozent. Das hatte die Marktanalyse 2025 des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko) im Juni ergeben. Ziel der alten Bundesregierung, im Jahr 2030 eine fl\u00e4chendeckende Versorgung mit Glasfaser zu erreichen, wird laut dem Verband verfehlt. Man rechne bis 2030 mit einem Glasfaser-Anteil von 82 bis 92 Prozent.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im rheinland-pf\u00e4lzischen Daaden geht der Glasfaserausbau auch nach der schweren Explosion weiter. Dabei haben viele Anwohnerinnen und Anwohner ein mulmiges Gef\u00fchl. &#8222;Nat\u00fcrlich haben jetzt viele Leute Angst hier, wenn die Glasfaserleute antreten&#8220;, sagt B\u00fclent Yapar, der neben der Ungl\u00fccksstelle eine Gastst\u00e4tte betreibt. Noch ist nicht klar, wie es zu der schweren Explosion kommen konnte. Und auch, wer f\u00fcr den Schaden aufkommen muss. Die Deutsche Telekom hat den Menschen, die Hab und Gut verloren haben, finanzielle Hilfe angeboten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.10.2025 15:13 Uhr Der Ausbau des Glasfaser-Internets schreitet voran. 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