{"id":490949,"date":"2025-10-11T17:39:32","date_gmt":"2025-10-11T17:39:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/490949\/"},"modified":"2025-10-11T17:39:32","modified_gmt":"2025-10-11T17:39:32","slug":"eine-ausstellung-aus-dem-nachlass-von-lotte-laserstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/490949\/","title":{"rendered":"Eine Ausstellung aus dem Nachlass von Lotte Laserstein"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspB9m9 tspB9na\">F\u00fcr Lotte Laserstein war es keine Frage, ob sie den Impressionisten folgen oder dem Expressionisten huldigen sollte. Als sie Anfang der 1920er Jahre ihr Studium an der Berliner Hochschule f\u00fcr die Bildenden K\u00fcnste begann, war auch der von <a href=\"https:\/\/plus.tagesspiegel.de\/berlin\/picasso-im-grunen-brandenburg-schloss-neuhardenberg-zeigt-werke-des-jahrhundertmalers-451293.html?icid=in-text-link_14533235\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Picasso und Braque <\/a>ersonnene Kubismus schon weit \u00fcber eine Dekade alt. Malerei und Skulptur hatten sich l\u00e4ngst modernisiert, doch f\u00fcr die K\u00fcnstlerinnen gingen die Uhren anders: Laserstein geh\u00f6rte zu den ersten Frauen, die \u00fcberhaupt Malerei an einer Akademie studieren konnten. Die K\u00fcnstlerin, Jahrgang 1898, nahm dies ernst und vertiefte sich in die naturalistische Darstellung, die noch im 19. Jahrhundert wurzelte. <\/p>\n<p> Zur Ausstellung <\/p>\n<p class=\"tspB9m9\">Die Bilder von Lotte Laserstein sind bis zum 1. November bei Gr\u00e4fe Art Concept, Knesebeckstr. 89, zu sehen. Die Galerie hat am Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils von 13-19 Uhr ge\u00f6fffnet.<\/p>\n<p> Eine kleine Sensation <\/p>\n<p class=\"tspB9m9\">Die Landschaft \u2013 in diesem Fall Berlin, das sich in Lasersteins Zeit rasant vergr\u00f6\u00dferte \u2013, das Stillleben, Portr\u00e4ts und Akte geh\u00f6rten zu ihrem Repertoire. Und eben das f\u00e4chert aktuell eine Ausstellung in Berlin auf, die eine kleine Sensation darstellt: Laserstein in Zeichnungen und Gem\u00e4lden; zu Preisen, die bis auf wenige Ausnahmen durchaus erschwinglich sind. <\/p>\n<p class=\"tspB9m9\">Die Galeristin Hilde Gr\u00e4fe hat aus dem Konvolut einer Sammlung f\u00fcr ihre Soloschau gew\u00e4hlt, was die K\u00fcnstlerin ausmacht. Da ist der genaue Blick auf den (weiblichen) K\u00f6rper, den Laserstein nicht als erotisch feiert, sondern als Ausdruck einer selbstbestimmten Weiblichkeit. In diese Rubrik f\u00e4llt auch die gro\u00dfe Kohlezeichnung \u201eLiegender weiblicher Akt\u201c von 1928 \u2013 eine Studie zum Gem\u00e4lde \u201eIn meinem Atelier\u201c, das als ein Highlight im Werk von Laserstein gilt. Weshalb auch die Studie ihren unteren sechsstelligen Preis hat.<\/p>\n<p> Vor den Nazis geflohen <\/p>\n<p class=\"tspB9m9\">Knapp 20.000 Euro kostet hingegen ein Aquarell, das in den sp\u00e4ten drei\u00dfiger Jahren mit Blick auf den Sch\u00f6neberger Gasometer entstanden ist. Kurz vor der Emigration nach Schweden 1937. Da hatten die Nazis Lasersteins private Kunstschule in Berlin l\u00e4ngst geschlossen und sie zur \u201eDreiviertelj\u00fcdin\u201c erkl\u00e4rt. Die Existenz der bis dahin autonomen Frau, die sich gut vernetzt hatte, im Vorstand des Vereins der Berliner K\u00fcnstlerinnen wirkte und \u00fcberhaupt den Typus der Neuen Frau in der Weimarer Republik verk\u00f6rperte, war vernichtet. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/potsdam\/abendmahl-und-sprengstoff-ellen-kobe-inszeniert-den-abend-uber-potsdam-9021061.html?icid=in-text-link_14533235\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lotte Laserstein<\/a> verlie\u00df anl\u00e4sslich einer Ausstellung im Stockholmer Kunstmuseum das Land mit einem Teil ihres Werks, ging ins Exil und kam nie wieder.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/kristina-nordstrom-im-sessel-1967-ol-auf-leinwand-65-x54-cm-signiert-und-datiert-oben-links18-900-ko.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-14533250\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBNk6\"\/> Lotte Laserstein: \u201eKristina Nordstr\u00f6m im Sessel\u201c, 1967.  <\/p>\n<p class=\"tspAFga\"> \u00a9 Graefe Art Concept <\/p>\n<p class=\"tspB9m9\">Ein Grund, weshalb die Wiederentdeckung dieser gro\u00dfartigen Malerin erst 2003 mit einer Ausstellung im Berliner Ephraim-Palais begann. Und immer noch vertritt sie nicht die Avantgarde. Sondern gl\u00e4nzt durch einen eigenen Stil, der die Objekte ihres Interesses ebenso wohlwollend wie pr\u00e4zise in den Blick nimmt. Laserstein ist eine Meisterin des Inkarnats, der Lichtregie im Fall des Bildes \u201eKirchlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger (Kardinal)\u201c, den Gr\u00e4fe eher f\u00fcr einen Schauspieler h\u00e4lt (Preis auf Anfrage). Ihre Blumenbilder wie \u201eRosenbl\u00fcten\u201c (9900 Euro) aus den 1950er Jahren wirken etwas brav komponiert, sind aber tadellos gemalt. <\/p>\n<p> Mehr spannende Ausstellungen in Berlin <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/kunstquartier-bethanien-zeigt-bilder-aus-dem-knast-viele-halten-kunst-anfangs-fur-uberflussig-und-unmannlich-14528432.html?icid=topic-list_14533235___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCFno\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kunstquartier Bethanien zeigt Bilder aus dem Knast \u201eViele halten Kunst anfangs f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig und unm\u00e4nnlich\u201c <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/beverly-buchanan-im-haus-am-waldsee-scheinidylle-in-burgerlicher-nachbarschaft-14457977.html?icid=topic-list_14533235___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCFno\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beverly Buchanan im Haus am Waldsee Scheinidylle in b\u00fcrgerlicher Nachbarschaft <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/beat-zoderer-in-der-galerie-taubert-contemporary-wilde-widerspruche-14459609.html?icid=topic-list_14533235___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCFno\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wilde Widerspr\u00fcche Die Malerei von Beat Zoderer in der Galerie Taubert Contemporary <\/a><\/p>\n<p class=\"tspB9m9\">Die wunderbare farbige Skizze einer Kindergruppe mit Referenzen an die \u00c4sthetik Heinrich Zilles wie damalige Modezeichnungen hat sich ein Sammlerpaar gesichert und ist damit bereits nach Hamburg aufgebrochen. Andere Bleistiftzeichnungen wie \u201eJunge Frau mit aufgest\u00fctztem Kopf\u201c sind noch zu sehen (3900 Euro), genau wie das Gem\u00e4lde \u201eAm Kai des Vaxholm-Schiffes\u201c (19.900 Euro), das die Menschen im Hafen zu farbigen Strichen werden l\u00e4sst, w\u00e4hrend sich die F\u00e4hre in reiner Farbe und malerischer Gestik aufl\u00f6st. Ein bisschen Abstraktion schwingt in jener Ansicht mit, doch Lotte Laserstein, die 1993 starb, hat ihre akademische Vergangenheit nie vergessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr Lotte Laserstein war es keine Frage, ob sie den Impressionisten folgen oder dem Expressionisten huldigen sollte. 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