{"id":491394,"date":"2025-10-11T21:53:12","date_gmt":"2025-10-11T21:53:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/491394\/"},"modified":"2025-10-11T21:53:12","modified_gmt":"2025-10-11T21:53:12","slug":"fahnenflucht-in-russlands-armee-steigt-massiv-die-gruende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/491394\/","title":{"rendered":"Fahnenflucht in Russlands Armee steigt massiv \u2013 die Gr\u00fcnde"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-18 leading-17\">&#8222;Kavkaz.Realii&#8220;, das Nordkaukasus-Projekt von Radio Free Europe\/Radio Liberty, hat die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Fahnenflucht in der russischen Armee recherchiert. Dazu werteten die Journalisten gemeinsam mit Experten Berufungsurteile von Milit\u00e4rgerichten im s\u00fcdlichen Armeebezirk aus.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die Motive der Deserteure sind demnach vielschichtig \u2013 eine Ablehnung des Kriegs geh\u00f6rt jedoch eher nicht dazu. \u00dcberraschend ist das nicht: Denn bis auf eine Teilmobilisierung im Herbst 2022 hat der Kreml bisher davon abgesehen, seine m\u00e4nnliche Bev\u00f6lkerung zwangsweise zu verpflichten. Stattdessen schafft der Staat finanzielle Anreize, um Menschen f\u00fcr den Krieg anzuwerben.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen dem Bericht zufolge zumindest im s\u00fcdlichen Russland private Gr\u00fcnde. So sei ein h\u00e4ufiges Motiv Eifersucht: Eine Frau wird ihrem Mann in der Heimat mutma\u00dflich untreu und er verl\u00e4sst die Front, um der Sache nachzugehen. Laut der Recherche veranlasst auch die Betreuung von Kindern oder erkrankten Familienmitgliedern die Soldaten zur Fahnenflucht. Oftmals versuchen sie demnach auch, eine offizielle Erlaubnis zum Verlassen der Front zu bekommen, die dann jedoch nicht erteilt wird.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Fehlende medizinische und psychische Unterst\u00fctzung ist ein weiterer Grund. Zahlreiche Deserteure berichten, dass ihnen nach Verwundungen oder psychischen Belastungen Hilfe verweigert wurde. Manche litten unter posttraumatischem Stress oder chronischen Krankheiten, konnten aber keine Behandlung bekommen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Auch schlechte Zust\u00e4nde in der Armee motivieren offenbar zur Fahnenflucht: Chaos, Druck durch Vorgesetzte, ausbleibende Zahlungen oder Misshandlungen. Einige Soldaten flohen auch schier aus Angst, &#8222;wie Kanonenfutter&#8220; in sinnlose, gef\u00e4hrliche Eins\u00e4tze ohne Munition geschickt zu werden.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Russlands Armeef\u00fchrung versucht bereits, der Entwicklung Herr zu werden, setzt dabei aber vor allem auf b\u00fcrokratische Ma\u00dfnahmen. So werden etwa die Kontrollen an Checkpoints erh\u00f6ht. Au\u00dferdem arbeiten Polizei und Milit\u00e4r enger zusammen, um Deserteure an ihren Wohnorten aufzusp\u00fcren. Oftmals werden ihnen lange Haftstrafen von bis zu 15 Jahren angedroht.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Zumeist bleibt das jedoch symbolisch, denn ein gr\u00f6\u00dferes Interesse haben die russischen Kommandeure daran, dass die Soldaten wieder an die Front zur\u00fcckkehren. Anstatt ein Gerichtsurteil abzuwarten, werden gefasste Fahnenfl\u00fcchtige einfach wieder zur\u00fcck in ihre Einheiten gebracht. Erst nach mehrmaliger Fahnenflucht kommt es tats\u00e4chlich zu Prozessen. Zudem setzt Russland wohl vermehrt auf sogenannte Sperreinheiten, also Trupps, die hinter den eigenen Linien R\u00fcckzug oder Flucht verhindern sollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Kavkaz.Realii&#8220;, das Nordkaukasus-Projekt von Radio Free Europe\/Radio Liberty, hat die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Fahnenflucht in der russischen Armee&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":491395,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[326,49674,83601,13,5020,6374,14,15,7892,307,12,10,8,9,11,317,312,103,107,104],"class_list":{"0":"post-491394","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-326","9":"tag-donezbecken","10":"tag-fahnenflucht","11":"tag-headlines","12":"tag-kreml","13":"tag-kremltruppe","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-pokrowsk","17":"tag-russland","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews","23":"tag-ukraine","24":"tag-ukrainekrieg","25":"tag-welt","26":"tag-wolodymyr-selenskyj","27":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115357758586872245","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/491394","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=491394"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/491394\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/491395"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=491394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=491394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=491394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}