{"id":491414,"date":"2025-10-11T22:04:12","date_gmt":"2025-10-11T22:04:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/491414\/"},"modified":"2025-10-11T22:04:12","modified_gmt":"2025-10-11T22:04:12","slug":"fuer-mich-ist-das-ein-heiliger-ort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/491414\/","title":{"rendered":"\u201eF\u00fcr mich ist das ein heiliger Ort\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wenn Manuela Uhl \u00fcber den Tod spricht, schweift ihr Blick in die Ferne. Sie ist nachdenklich, in sich gekehrt und l\u00e4sst sich bei ihren Antworten Zeit. Dennoch ist da nichts Ernstes an der Art, wie sie spricht. Nur der Wunsch, das auszudr\u00fccken, was ihr Ehrenamt ihr selbst vermittelt hat. Die gelernte Finanzrechtswirtin arbeitet seit 2022 einmal pro Woche als Hospizbegleiterin im St.-Vinzenz-Hospiz in Augsburg. Steuerrecht und Sterbehilfe? Das schlie\u00dft sich f\u00fcr Uhl nicht aus und bereitet ihr beides auf seine Weise Freude. Dennoch sagt sie selbst \u00fcber ihr Ehrenamt: \u201eDas ist eine ganz andere Thematik, mit der man sich besch\u00e4ftigt. Das geht viel tiefer.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Diese Tiefe l\u00e4sst sich f\u00fchlen, im ganzen Hospiz und besonders in dem Raum, in dem das Gespr\u00e4ch stattfindet. Er nennt sich \u201eSeelenZeitRaum\u201c und wurde von dem K\u00fcnstler Martin Kn\u00f6ferl genau daf\u00fcr erdacht: Um Ruhe zu finden und nachdenken zu k\u00f6nnen. An der Wand ist ein goldener Lichtstrahl, der den Riss symbolisiert, den der Tod dem Leben verleiht. Zugleich soll das Licht Hoffnung spenden, auf das Leben danach. Eine simple Botschaft, die f\u00fcr alle da ist, nicht nur f\u00fcr Christen. Das St.-Vinzenz-Hospiz geh\u00f6rt zum Bistum Augsburg, nimmt aber jeden unabh\u00e4ngig von seiner Religion auf. Ein Grundsatz, der zum Motto des Welthospiztages an diesem Samstag passt: Heimat f\u00fcr Alle.\n  <\/p>\n<p>            Hospiz in Augsburg: Die betreuten Menschen werden hier G\u00e4ste genannt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch Manuela Uhl hat schon die unterschiedlichsten Menschen betreut. Im Hospiz werden sie \u201eG\u00e4ste\u201c genannt. Wie viele G\u00e4ste sie dabei schon hatte, kann sie nicht sagen. Es gibt welche, die nur ein paar Tage im Hospiz verbringen und manche, die l\u00e4nger da sind. Wie intensiv der Kontakt sei, h\u00e4nge auch von der Person selbst ab und wie viele Sorgen diese beispielsweise noch in sich trage. Eine Frau aus ihren Anf\u00e4ngen wird ihr immer im Ged\u00e4chtnis bleiben: \u201eSie hat mir oft geschildert: \u201aIch habe Angst, ich sehe da ein gro\u00dfes Tor. Es erdr\u00fcckt mich fast und ich muss da durch.\u2018\u201c Daraufhin malte Manuela Uhl ihr zu Hause ein Bild von einem Tor mit vielen Rosen darum. Danach war die Vorstellung f\u00fcr die Patientin etwas ertr\u00e4glicher. \u201eIch denke, das war f\u00fcr sie das Tor zum Tod. Und ich habe das Gef\u00fchl gehabt, dass es f\u00fcr sie dadurch vielleicht ein kleines St\u00fcck leichter war.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es sind Situationen, die Manuela Uhl als Hospizbegleiterin immer wieder begegnen. Wie kommt man auf die Idee, diese nicht immer leichte Arbeit zu \u00fcbernehmen? \u201eIch bin ein sehr dankbarer Mensch, f\u00fcr all das Leben, das ich bisher hatte. Ich habe mir gedacht, irgendetwas muss ich da zur\u00fcckgeben.\u201c<strong class=\"font-bold\"> <\/strong>Online stie\u00df sie auf das Thema Hospizarbeit und die Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizarbeiterin. Diese leistete sie im Kloster B\u00fchl bei Baden-Baden ab. Eine eindrucksvolle Zeit f\u00fcr sie: \u201eDa geht es viel um das eigene Leben. Das Gro\u00dfe, das ich dort gelernt habe \u2013 und dieser Spruch h\u00e4ngt auch bei mir zu Hause \u2013 \u201aGehe mit leeren H\u00e4nden hin.\u2018\u201c Ein Satz, der noch oft w\u00e4hrend des Gespr\u00e4ches f\u00e4llt. Es gehe darum, den Menschen nicht zu bewerten, sondern offen hinzugehen: mit leeren H\u00e4nden eben. Und dann? \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Aufgabe sehe ich f\u00fcr mich im Zuh\u00f6ren und Wahrnehmen\u201c, sagt Uhl. Manchmal wird auch gar nicht geredet, sondern sie sitze neben dem Gast und sei einfach da. Schlicht, um ihm zu vergewissern, dass er nicht allein ist.\n  <\/p>\n<p>            Augsburger Hospizbegleiterin: \u201eMir wurde das Leben weiter geschenkt\u201c<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Was Manuela Uhl bei ihrer Arbeit hilft, ist ihr Glaube. Sie selbst ist in ihrem Leben schon zweimal mit dem Tod in Ber\u00fchrung gekommen, beide Male bei Autounf\u00e4llen: \u201eIch glaube, mir wurde das Leben weiter geschenkt. Das trage ich in mir.\u201c Daneben findet sie Ausgleich im Tanzen. Sie ist seit 35 Jahren aktiv, fr\u00fcher im Rock&#8217;n&#8217;Roll, heute zusammen mit ihrem Mann beim Boogie-Woogie. Zudem ist sie ausgebildete Tanztherapeutin und bietet Kurse an der VHS an. Man sp\u00fcrt, sie hat Freude am Leben. Das liegt auch an ihrem Ehrenamt: \u201eF\u00fcr mich ist das hier wie ein heiliger Ort. Die Probleme, die drau\u00dfen stattfinden, gibt es hier nicht. Auch keine Eile. Es ist so eine sch\u00f6ne Atmosph\u00e4re hier. Das kann man gar nicht richtig beschreiben.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Dennoch ist die Arbeit nicht immer leicht. Manchmal k\u00e4men ihr doch die Tr\u00e4nen, was sie vor den Patienten zu verbergen versucht: \u201eIch versuche, mich sehr zur\u00fcckzunehmen. Es ist unwichtig, wie es mir geht. Es ist wichtig, wie es dem Gast geht.\u201c Au\u00dferdem herrschen im Hospiz nicht nur Trauer und Leid, sondern auch lustige Momente. Ein Beispiel ist der kurze Besuch bei einem Gast. Uhl beschreibt ihn als sehr humorvoll. Und in der Tat, als sich der Fotograf \u00fcber den Gast beugt, sagt dieser schelmisch: \u201eSie brauchen keine Angst vor mir zu haben.\u201c Manuela Uhl lacht.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Kathrin Heimlich<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Augsburg<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Hospiz<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn Manuela Uhl \u00fcber den Tod spricht, schweift ihr Blick in die Ferne. 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