{"id":491800,"date":"2025-10-12T02:06:12","date_gmt":"2025-10-12T02:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/491800\/"},"modified":"2025-10-12T02:06:12","modified_gmt":"2025-10-12T02:06:12","slug":"preisdruck-bei-medikamenten-welcher-pharmariese-schluckt-trumps-bittere-pille-als-naechstes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/491800\/","title":{"rendered":"Preisdruck bei Medikamenten: Welcher Pharmariese schluckt Trumps bittere Pille als N\u00e4chstes?"},"content":{"rendered":"<p>                    Preisdruck bei Medikamenten<br \/>\n                Welcher Pharmariese schluckt Trumps bittere Pille als N\u00e4chstes?<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Juliane Kipper<br \/>\n\t\t\t\t              11.10.2025, 17:02 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Nach einem ersten erfolglosen Anlauf erzielt US-Pr\u00e4sident Trump einen Sieg im Kampf gegen teure Medikamente. Pfizer senkt seine Preise und investiert in den USA. Im Gegenzug sichert sich der Konzern einen Aufschub bei drohenden Z\u00f6llen. Weitere Konzerne d\u00fcrften folgen. <\/strong><\/p>\n<p>In seiner ersten Amtszeit hat Donald Trump noch ohne Erfolg versucht, die Arzneimittelpreise zu dr\u00fccken. Inzwischen kann der US-Pr\u00e4sident einen ersten Triumph vermelden: Ende September k\u00fcndigte er eine Vereinbarung mit dem Pharmakonzern Pfizer \u00fcber niedrigere Preise f\u00fcr mehrere Medikamente in den USA an. Zugleich will das Wei\u00dfe Haus eine Direktvertriebsplattform f\u00fcr Patienten starten. \u00dcber die neue Website namens &#8222;TrumpRx&#8220; sollen Amerikaner Medikamente direkt kaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>   <a title=\"PFIZER INC. REGISTERED SHARES DL -,05\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/boersenkurse\/aktien\/pfizer-US7170811035\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1760234772_693_chartNG.gfn\" alt=\"Pfizer\" class=\"lazyload\"\/>   <strong>Pfizer<\/strong>  21,20  <\/a>  <\/p>\n<p>Der US-Pr\u00e4sident sieht sein Land wegen hoher Preise benachteiligt. In den USA gibt es keine zentrale staatliche Preisregulierung, die f\u00fcr alle Arzneimittel greift. Die Pharmaindustrie spielt die bedeutendste Rolle bei der Frage, wie viel ein Medikament kostet &#8211; der staatliche Einfluss ist begrenzt. Das f\u00fchrt zu teilweise enorm hohen Preisen &#8211; im internationalen Vergleich sind viele Medikamente in den USA deutlich teurer.<\/p>\n<p>&#8222;Wir werden die Arzneimittelpreise um 100 Prozent, in einigen F\u00e4llen sogar um 300 Prozent oder mehr senken&#8220;, sagte Trump bei der Vorstellung des Deals im Wei\u00dfen Haus. Irritierend: Die Senkung eines Preises um mehr als 100 Prozent ist nicht m\u00f6glich, weil der Preis dann schon auf Null gesunken ist. Thomas Vorlicky, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Healthcare-Investmentmanager Medical Strategy, h\u00e4lt dar\u00fcber hinaus drastische Preissenkungen generell f\u00fcr fragw\u00fcrdig, da sie zuk\u00fcnftige Innovationen bei der Medikamentenentwicklung gef\u00e4hrdeten. <\/p>\n<p>Bestimmte Medikamente 85 Prozent billiger<\/p>\n<p>W\u00e4hrend eine gezielte Preislogik seiner Einsch\u00e4tzung zufolge verkraftbar w\u00e4re, d\u00e4mpfen extreme systemweite Preisreduktionen zus\u00e4tzlich noch Innovation. Laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller sinkt bei fallenden Ertr\u00e4gen auch immer das Finanzierungsvolumen f\u00fcr Innovation. Gestrichen w\u00fcrden zuerst weniger rentable Gesch\u00e4ftsbereiche und risikoreiche Innovationsaktivit\u00e4ten, die aber f\u00fcr medizinische Durchbr\u00fcche dringend ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Trumps Ziel ist es, Medikamentenpreise an die niedrigsten Tarife zu koppeln, die in anderen wohlhabenden L\u00e4ndern f\u00fcr die gleichen Arzneimittel gezahlt werden. Bereits im Sommer hatte der US-Pr\u00e4sident Schreiben an 17 Hersteller geschickt, in denen er Preissenkungen nach diesem Prinzip verlangte. Der Pr\u00e4sident hatte zus\u00e4tzlich angek\u00fcndigt, ab dem 1. Oktober 100-prozentige Z\u00f6lle auf Importe von patentierten oder Markenarzneimitteln zu erheben. Pharmahersteller, die in den USA eine Produktionsst\u00e4tte bauen, k\u00f6nnten den Zoll umgehen. Pharmakonzernen bleiben somit nur zwei Optionen: Entweder sie machen mit Trump einen Deal oder sie m\u00fcssen mit drastischen Einnahmeverlusten rechnen.<\/p>\n<p>Mit Pfizer hat sich jetzt der erste Konzern auf eine solche Vereinbarung eingelassen. Konkret erkl\u00e4rt sich der US-Pharmariese bereit, bestimmte Preise um 50 bis 85 Prozent zu senken. Im Gegenzug erh\u00e4lt das Unternehmen eine dreij\u00e4hrige Schonfrist f\u00fcr Arzneimittelz\u00f6lle auf Importe, sofern es in seine Produktion in den USA investiert. Und auch dazu hat sich der Konzern verpflichtet: Pfizer plant mehr als 70 Milliarden Dollar in Forschung, Entwicklung und die heimische Produktion zu stecken. Selbst wenn sich infolgedessen jetzt immer mehr Unternehmen bereit erkl\u00e4ren, in den USA zu investieren &#8211; Trump muss Geduld mitbringen: Dem Branchenverband PhRMA zufolge dauert der Bau einer neuen Produktionsanlage in den USA ungef\u00e4hr f\u00fcnf bis zehn Jahre.<\/p>\n<p>Vorlicky bezeichnet die Vereinbarung mit Pfizer als einen geschickten Deal f\u00fcr beide Seiten. &#8222;W\u00e4hrend Trump positive Schlagzeilen bekommt, vermeidet Pfizer die Implementierung von Worst-Case-Szenarien bei Preissenkungen und Z\u00f6llen.&#8220;Das Unternehmen bleibt durch den Deal nicht nur f\u00fcr drei Jahre von Einfuhrz\u00f6llen verschont. <\/p>\n<p>Details bislang vage<\/p>\n<p>Die Vereinbarung ist f\u00fcr Pfizer auch deswegen attraktiv, weil die vereinbarte Preissenkung nicht alle Medikamente umfasst und die sogenannte Meistbeg\u00fcnstigungsklausel nur f\u00fcr Pr\u00e4parate greift, die \u00fcber Medicaid, die staatliche Versicherung f\u00fcr Menschen mit geringem Einkommen, vertrieben werden. Diese Meistbeg\u00fcnstigungspolitik zwingt Arzneimittelhersteller dazu, US-Patienten den niedrigsten Preis anzubieten, den sie in den G7-L\u00e4ndern, der Schweiz und den Niederlanden verlangen. <\/p>\n<p>Analysten gehen laut einem Bericht in der &#8222;Financial Times&#8220; davon aus, dass die Medicaid-Rabatte f\u00fcnf Prozent des US-Umsatzes von Pfizer ausmachen werden. Ihrer Einsch\u00e4tzung zufolge spielt der Deal f\u00fcr den Pharma-Riesen keine wesentliche Rolle. In einigen F\u00e4llen liegen die Medicaid-Preise von Pfizer bereits jetzt unter den in anderen L\u00e4ndern geltenden Preisen.<\/p>\n<p>Noch sind die Details vage. Der Deal d\u00fcrfte trotzdem schon bald Schule machen. Vorlick geht davon aus, dass weitere Unternehmen dem Beispiel von Pfizer folgen werden. &#8222;Es laufen bereits fortgeschrittene Verhandlungen mit anderen Big-Pharma-Unternehmen. Es wird definitiv zeitnah weitere vergleichbare Deals geben.&#8220; Trump zufolge sollte der n\u00e4chste Deal nicht allzu lange auf sich warten lassen. Schon bald k\u00f6nnte demnach Eli Lilly eine \u00e4hnliche Vereinbarung bekanntgeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Preisdruck bei Medikamenten Welcher Pharmariese schluckt Trumps bittere Pille als N\u00e4chstes? 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