{"id":491850,"date":"2025-10-12T02:36:20","date_gmt":"2025-10-12T02:36:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/491850\/"},"modified":"2025-10-12T02:36:20","modified_gmt":"2025-10-12T02:36:20","slug":"frankreichs-premier-lecornu-steht-vor-fast-unloesbaren-problemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/491850\/","title":{"rendered":"Frankreichs Premier Lecornu steht vor fast unl\u00f6sbaren Problemen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 11.10.2025 10:25 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der zweite Anlauf f\u00fcr Lecornu als franz\u00f6sischer Premier war f\u00fcr Beobachter eine \u00dcberraschung. Rechte und Teile der Linken drohen bereits mit einem Misstrauensantrag, Pr\u00e4sident Macron ist zunehmend isoliert. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/julia-borutta-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Julia Borutta\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/julia-borutta-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/eilmeldung\/macron-frankreich-lecornu-100.html\" title=\"Macron ernennt Lecornu erneut zu Frankreichs Premierminister\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nun ist also der alte Premier der neue Premier<\/a>. Eine notwendige Entscheidung f\u00fcr Stabilit\u00e4t, finden die einen, eine Farce finden die anderen. Der Parteichef des rechtsnationalen Rassemblement National, Jordan Bardella, schrieb auf der Plattform X, dies sei &#8222;ein schlechter Witz, eine demokratische Schande und eine Dem\u00fctigung f\u00fcr die Franzosen&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aus Kreisen der linksradikalen Partei LFI hie\u00df es, dies sei eine &#8222;Kom\u00f6die&#8220; und ein &#8222;Stinkefinger&#8220; f\u00fcr die Franzosen. Die Parteivorsitzende der Gr\u00fcnen, Marine Tondelier, erkl\u00e4rte im TV-Sender LCI, sie sei wie vor den Kopf gesto\u00dfen. &#8222;Als w\u00e4re ich in einer Zeitschleife, was passiert in diesem Land? Alle sind dem Nervenzusammenbruch nahe. Die Franzosen verstehen das nicht mehr.&#8220;<\/p>\n<p>    Macron gibt den Linken keine Chance<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der gem\u00e4\u00dfigte linke Block, zu dem auch die Gr\u00fcnen geh\u00f6ren, hatte gefordert, dass Pr\u00e4sident Emmanuel Macron nun, nach drei gescheiterten Mitte-rechts Regierungen, einen linken Premier benennen m\u00fcsse. Schlie\u00dflich hatte das Linksb\u00fcndnis bei den Neuwahlen im Juni 2024 die meisten Sitze gewonnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch Macron weigerte sich seitdem hartn\u00e4ckig, den Linken die Chance zu geben, eine Regierung zu bilden. Zu gro\u00df war und ist seine Sorge, dass dann die wichtigste Reform seiner zweiten Amtszeit wieder revidiert werden k\u00f6nnte: die Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre, die seine damalige Regierung ohne Abstimmung im Parlament durchgepeitscht hatte.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Drastische Sparma\u00dfnahmen stehen an<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nun scheint der Pr\u00e4sident aber doch Konzessionen zu machen. Sein Premier S\u00e9bastien Lecornu habe eine &#8222;carte blanche&#8220; bekommen, also v\u00f6llig freie Hand, lie\u00dfen die Berater im Elys\u00e9e-Palast verlauten. Und der neue Regierungschef versicherte auf X, dass alle Themen &#8211; also auch und vor allem die Frage der umstrittenen Rentenreform &#8211; im Parlament offen diskutiert werden w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Oberste Priorit\u00e4t habe die Verabschiedung eines Haushalts und damit die Bew\u00e4ltigung der Schuldenkrise. Schon am Montag muss Lecornu fristgerecht einen Haushaltsentwurf in die Nationalversammlung einbringen. Drastische Sparma\u00dfnahmen stehen an, um den hohen Schuldenberg Frankreichs in den Griff zu kriegen. Sollte dies nicht gelingen, droht Frankreich, noch tiefer in die Schuldenkrise zu rutschen.\u00a0<\/p>\n<p>    Sozialisten stellen harte Bedingungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch der zweite Anlauf von Lecornu steht unter keinem guten Stern. Nicht nur der Rassemblement National hat angek\u00fcndigt, umgehend ein Misstrauensvotum anzustrengen. Auch die linksradikale LFI, die Gr\u00fcnen sowie die Kommunisten haben in der Nacht erkl\u00e4rt, Lecornu st\u00fcrzen zu wollen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwar scheinen die konservativen Republikaner gewillt zu sein, in eine weitere Regierung unter Lecornu einzutreten, doch daf\u00fcr stellen die Sozialisten harte Bedingungen: Sie werden eine neue Regierung nur dann dulden, wenn der Regierungschef die umstrittene Rentenreform &#8222;sofort und vollst\u00e4ndig&#8220; auf Eis legt.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Le Pen spricht pocht auf Neuwahlen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Es ist sehr wahrscheinlich, dass der gro\u00dfe Gewinner dieser Krisenwoche der rechtsnationale Rassemblement National ist&#8220;, erkl\u00e4rt Politologe Benjamin Morel von der Pariser Universit\u00e4t Pantheon-Assas. Die Fraktionsvorsitzende Marine Le Pen habe mit ihren Auftritten bei einem Feuerwehrfest fernab der Hauptstadt zu verstehen gegeben, dass sie das Gegenmodell zur &#8222;Zankerei in Paris&#8220; verk\u00f6rpere. Und sie vertrete mit dem Ruf nach Neuwahlen eine klare Position, die eine Mehrheit der Franzosen und Franz\u00f6sinnen teilt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Neuwahlen jedoch will Pr\u00e4sident Macron und wollen weite Teile der Mitte unbedingt verhindern, weil die Umfragen voraussagen, dass sie dann erhebliche Verluste hinnehmen m\u00fcssten und der RN mit Abstand st\u00e4rkste Kraft w\u00fcrde. Auch Wirtschaftsvertreter f\u00fcrchten Neuwahlen, weil dies das Land erneut f\u00fcr Wochen, wenn nicht Monate, lahmlegen w\u00fcrde. Seit einem Jahr wurde kein Gesetz mehr verabschiedet.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Wenig Vertrauen in Macron<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Premier Lecornu bleibt nun nur das Wochenende, um eine neue Regierungsmannschaft zusammenzustellen. Er hat auf X mitgeteilt, dass diejenigen, die in die neue Regierung eintreten wollen, keinerlei Ambitionen bei der n\u00e4chsten Pr\u00e4sidentschaftswahl haben d\u00fcrften. Damit will Lecornu augenscheinlich vermeiden, dass harte rote Linien gezogen und Kompromisse erschwert werden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pr\u00e4sident Macron ist unterdessen zunehmend isoliert: Enge ehemalige Verb\u00fcndete fordern ihn zum R\u00fccktritt auf, stehen f\u00fcr ein Regierungsb\u00fcndnis nicht mehr zur Verf\u00fcgung, gestehen \u00f6ffentlich, den Pr\u00e4sidenten nicht mehr zu verstehen. Macrons Entschluss, Lecornu binnen weniger Tage erneut zum Regierungschef zu ernennen, ist f\u00fcr viele Menschen ein Zeichen fataler Machtbesessenheit und Sturheit. Nur noch 14 Prozent der Franzosen vertrauen dem Pr\u00e4sidenten.\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.10.2025 10:25 Uhr Der zweite Anlauf f\u00fcr Lecornu als franz\u00f6sischer Premier war f\u00fcr Beobachter eine \u00dcberraschung. 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